Cinderellas letztes Date

MYSTERY THRILLER Bd. 194
 
Raven Cross (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 6. April 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-644-9 (ISBN)
 
Reihenweise soll sie die Kerle abgeschleppt haben! Fassungslos hört Ruby, dass ihre Schwester scheinbar nicht die scheue Cinderella gewesen ist, für die sie sie gehalten hat. Jetzt ist Clarissa tot, angeblich Selbstmord - Ruby glaubt keine Sekunde lang daran. Im Zimmer ihrer Schwester findet sie einen Terminkalender, in den Clarissa ihre Dates eingetragen hat - mit 'Prince Charming', 'Robin Hood' und 'Luzifer'. Ist ihr der letzte Lover zum Verhängnis geworden? Zusammen mit dem sexy Biker Billy Braxton will Ruby die Wahrheit herausfinden - und gerät dabei in große Gefahr ...
Deutsch
0,25 MB
978-3-86349-644-9 (9783863496449)
3863496442 (3863496442)

1. KAPITEL

"Clarissa, komm mit, das wird eine Super-Party. Das schwör ich dir." Ruby überprüfte ihr Make-up im Badezimmerspiegel. Mit ihrem Aussehen zufrieden, drehte sie sich zu ihrer jüngeren Schwester um, die ihr, auf dem Badewannenrand sitzend, beim Schminken zugeschaut hatte. "Na los, gib dir einen Ruck. Es ist Samstagabend. Wir sind jung und Singles. Da draußen rennen jede Menge heißer Typen rum."

"Bei dem, was du unter heiß verstehst, verfalle ich in Schockstarre." Clarissa kicherte. "Wir haben einfach nicht denselben Geschmack."

"Und das ist auch gut so. Sonst kämen wir uns ja ständig ins Gehege. Und das wäre echt blöd. Wo du doch meine Lieblingsschwester bist."

"Das ist ein zweifelhaftes Kompliment. Schließlich bin ich deine einzige Schwester." Clarissa stand auf und warf einen prüfenden Blick in den Spiegel.

Ruby trat neben sie und legte ihr einen Arm um die Schultern. Die Mädchen betrachteten ihre Spiegelbilder und grinsten sich an. Obwohl sie Schwestern waren und altersmäßig nur zwei Jahre auseinanderlagen, hätten sie unterschiedlicher nicht sein können.

Ruby war groß und sportlich und hätte auch einen hübschen Jungen abgegeben. Sie trug ihre schwarzen Haare kurz und zerzaust, bevorzugte jede Menge schwarzen Kajal für ihre Augen und knallroten Lippenstift für ihren üppigen Mund. Immer in Bewegung, außer wenn sie für die Uni lernen musste, fühlte sie sich in Jeans, T-Shirt und Bikerstiefeln am wohlsten.

Clarissa hingegen mochte es mädchenhaft und dezent. Zu ihrem neunzehnten Geburtstag vor einem Monat hatte sie sich ein teures, feenhaftes Designerkleid in Pastellblau gekauft. Sie trug zartes Make-up und bändigte ihre honigblonden Haare mit einem schwarzen Samtband. In diesem Outfit erinnerte sie Ruby an Alice im Wunderland.

"Ich finde, wir Cartwright-Mädchen machen echt was her", stellte Ruby fest. "Wenn wir uns ins Zeug legen und unseren ganzen Charme spielen lassen, liegt uns die Welt zu Füßen."

"Aber nicht heute Abend. Die Welt wartet auch morgen noch auf uns", erwiderte Clarissa. "Ich fahre zurück ins Studentenwohnheim, möchte früh ins Bett. Und vorher schaue ich noch mal kurz bei Mom und Dad vorbei."

"Du bist so brav und vernünftig", meinte Ruby. "Wenn du fünfunddreißig bist, wirst du bereuen, dass du nie richtig einen draufgemacht hast."

"Bis dahin habe ich noch eine Menge Zeit zu feiern und Blödsinn zu veranstalten."

"Stimmt. Aber wann fängst du endlich damit an?"

Clarissa lächelte und schwieg. Sie öffnete die Badezimmertür und stieß sie Rubys Mitbewohnerin Emma, die bereits ungeduldig vor dem Bad wartete, in die Seite.

"Tut mir leid", entschuldigte sich Clarissa.

"Was? Dass du versuchst, mir die Rippen zu brechen? Oder dass ihr endlos das Bad blockiert habt?", fragte Emma ungehalten. "Auch andere Leute wollen auf die Party des Jahres." Sie wartete weder Clarissas noch Rubys Antwort ab, sondern schob sich ins Badezimmer.

"Party des Jahres?" Clarissa hob erstaunt die Augenbrauen.

"Ich hab's dir gesagt. Die Blue Marlins organisieren das Fest. Und wie immer, wenn das Uni-Football-Team feiert, ist der Teufel los."

"Grüß den Teufel, wenn du ihn siehst, und erzähl mir morgen, wie's war."

"Ich geb's auf." Ruby verdrehte die Augen. "Du wirst noch als alte Jungfer sterben."

"Damit kann ich leben." Clarissa ging in Rubys Studentenwohnheimzimmer, das sie sich mit Emma teilte, nahm ihren eleganten weißen Mantel von der Garderobe und zog ihn an. "Ich begleite dich noch nach draußen."

Zusammen verließen sie das Wohnheim. Ruby studierte Englisch auf Lehramt an der New Jersey State University in ihrem Heimatort Ashbury und wohnte direkt am Campus. Clarissa besuchte die private Kunsthochschule und lebte in deren Studentenwohnheim am anderen Ende der Stadt.

"Soll ich dich noch bei Mom und Dad vorbeifahren?" Ruby schwang sich auf ihr Motorrad, eine gelbe Suzuki, das vor dem Eingang des Studentenwohnheims parkte.

Clarissa schüttelte den Kopf. "Nein, du hast nur einen Helm. Außerdem will ich mir weder den Mantel versauen noch die Frisur verderben."

"Du bist so eine Tussi", zog Ruby ihre Schwester auf.

"Motz ruhig weiter, Alarmmädchen." Clarissa lächelte gelassen. "Ich bestelle Mom und Dad Grüße von dir."

"Mach das. Und bitte Mom, für morgen Nachmittag eine Erdbeertorte zu backen. Nach einer langen Partynacht werde ich darauf richtig Heißhunger haben." Ruby ließ den Motor ihrer Enduro aufheulen. "Kommst du auch zum Kuchenessen?"

"Klar. Hab ich jemals unsere sonntägliche Kaffeerunde versäumt?"

"Nein. Ich frag mich, wieso du überhaupt von zu Hause ausgezogen bist, wenn du eh fast jeden Tag da bist."

"Ich liebe eben Mom und Dad . und dich auch." Clarissa umarmte ihre Schwester. "Viel Spaß auf der Party."

"Viel Spaß beim Schlafen." Ruby zog Clarissa an einer Haarsträhne und grinste. "Bis morgen dann." Sie setzte ihren Helm auf und gab Gas. Während sie in Richtung Downtown fuhr, wo die Mega-Party im Club "Exil" stattfand, sah sie im Außenspiegel, dass Clarissa ihr hinterherschaute und winkte. Ruby winkte zurück. Dann musste sie abbiegen, und ihre Schwester verschwand aus ihrem Blickfeld.

Ruby seufzte. Schade, dass Clarissa nie mit auf Partys ging. Sie könnten so viel zusammen erleben. Aber ganz egal, mit welchen Tricks Ruby versuchte, ihre Schwester aus dem Haus zu locken. Sie scheiterten alle. Clarissa war und blieb ein Stubenhocker. Sie lernte artig, bekam exzellente Noten und empfand es als soziales Highlight, mit ihren Eltern und ihrem großen Bruder Brad auf Vernissagen oder in klassische Konzerte zu gehen.

Schon bei dem Gedanken an Wagners Walküren oder Picabias Malerei konnte sie vor Langeweile einschlafen. Sie freute sich auf das Fest der Blue Marlins im "Exil". Es würde brechend voll werden. Schließlich gab es in Ashbury drei Hochschulen, und alle Studenten wussten von dem Ereignis.

Seth Deveraux, Quarterback der Blue Marlins und Organisator der Party, hatte den Resident-DJ Rough des hippen New Yorker "Buddha"-Clubs angeheuert. Außerdem war es ihm gelungen, den Eigentümer der lokalen Brauerei - der ein großer Football-Fan war und die Blue Marlins sponserte - zu überreden, hundert Fässer Freibier zu spendieren. Zudem bezahlte ein unbekannter Gönner knapp bekleidete Gogo-Tänzer und -Tänzerinnen dafür, dass sie in Gitterkäfigen auftraten. Klang vielversprechend. Ruby lächelte erwartungsvoll. Vielleicht lernte sie endlich ihren Traumjungen kennen.

Als sie am "Exil" vorfuhr, bildete sich vor dem Eingang bereits eine lange Schlange. Sie parkte ihre Suzuki in einer Seitenstraße, um sicherzugehen, dass zu später Stunde keine betrunkenen Studenten auf der Suche nach Randale ihr geliebtes Motorrad umstießen. Sie befestigte ihren Helm an der Lenkradstange, fuhr sich durch die platt gedrückten Haare, um den zerzausten Look wiederherzustellen, und ging zum Club. Sie war gerade am Ende der Warteschlange angekommen, als der Türsteher ihren Namen rief.

"Hey, Ruby, komm her. Du stehst auf der Gästeliste."

"Seit wann?" Überrascht lief sie an den neidisch blickenden Wartenden vorbei zum Eingang. Sie ging zwar gern aus und kannte viele Leute, aber auf der Gästeliste der Blue Marlins standen nur die absolut angesagten Jungs und Mädchen - und zu denen gehörte sie nicht.

"Seit jetzt." Der Türsteher grinste sie verschwörerisch an, schob entschlossen die Partygänger, die unmittelbar vor der Absperrung standen, zur Seite und löste die dicke rote Samtkordel, die den Zutritt zum "Exil" verwehrte, damit Ruby eintreten konnte.

"Danke, Andy." Sie nickte dem Türsteher zu. Sie kannte ihn aus einem Unikurs, den sie im letzten Semester belegt hatte. Andrew "Andy" Holmes, Ruby und zwei weitere Studenten hatten gemeinsam an einem Referat geschrieben. Die Gruppenarbeit war lustig gewesen. Wider Erwarten, denn Andy war ein wortkarger, einschüchternder Muskelprotz. Doch wenn man ihn näher kennenlernte, merkte man, dass er ziemlich schüchtern war. Aber sobald er zu anderen Vertrauen fasste, entpuppte er sich als Klassenclown. Ruby mochte ihn sehr. Aber nach Abschluss des Referats hatte sie - außer dem üblichen Hallo bei einer zufälligen Begegnung auf dem Campus - keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt. Und deshalb wunderte es sie, dass er sie wie einen VIP behandelte.

Aber umso besser. So konnte sie sich in aller Ruhe einen Platz auf der Empore im Club suchen, von wo aus man die beste Sicht über Eingang und Tanzfläche hatte und Leute beobachten konnte. Sie holte sich am Tresen eine Cola und nahm in der ersten Reihe auf der Galerie Platz.

DJ Pain, ein lokaler Musiker, legte im Vorprogramm House-Music auf. Die heißen Gogo-Tänzer und -Tänzerinnen in den Käfigen am Rande der Tanzfläche heizten den Feiersüchtigen zusätzlich ein und versetzten das Publikum sofort beim Betreten des Clubs in Partylaune. Die Tanzfläche füllte sich binnen Sekunden.

Ruby checkte die Gäste ab. Seth poste im eigens für ihn abgesperrten VIP-Bereich für die Fotografen der örtlichen Presse und der Unizeitung. Er hielt links und rechts je eine der...

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