Die Riesling-Rache

Ein Weinkrimi
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. November 2011
  • |
  • 413 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1070-9 (ISBN)
 
Lucie Montgomery schäumt vor Wut. Nicht genug damit, dass gerade erst ein Tornado ihr halbes Weingut in Virginia verwüstet hat, er legte dabei auch noch etwas frei: ein altes Grab mit menschlichen Überresten. Danach ist das Gerede groß. Für die Bewohner der Kleinstadt und die Polizei steht fest: Lucies verstorbener Vater hatte etwas mit dem Todesfall zu tun. Das kann und will die junge Winzerin so nicht hinnehmen - und tatsächlich entdeckt sie bald Hinweise darauf, dass hier ein anderer Geist aus der Vergangenheit sein böses Spiel treibt.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,72 MB
978-3-8387-1070-9 (9783838710709)
3838710703 (3838710703)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kapitel 14 (S. 147-148)

Quinns graumelierter Kopf war im Labor über das Berichtsheft gebeugt, als ich eine Dreiviertelstunde später in den Weinkeller kam. Bevor ich aus meinem Mini gestiegen war, hatte ich mich eingehend im Rückspiegel betrachtet. Die Augen sahen nicht mehr verheult aus. Er würde es also nicht erfahren. Ich blieb in der Tür stehen, während er das Heft mit den Laborergebnissen zuklappte und in eine Ecke des Arbeitstischs schlittern ließ. Sein Blick konzentrierte sich auf mein Gesicht. »Sie sehen ja aus wie ausgespuckt. Ich habe gehört, dass Sie Kit besucht haben. Schätze mal, dass es nicht sonderlich gut gelaufen ist, was?« »Ich möchte nicht darüber reden.« Er stieß seinen Barhocker zurück und betrachtete mich genauer. »Worüber möchten Sie denn reden?« Ich griff nach einem Messbecher und untersuchte ihn.

»Wie steht es mit dem Riesling? Sind Sie zu einem Schluss gekommen, wann er geerntet werden soll?« Er klemmte sich den Bleistift hinter ein Ohr und verschränkte die Arme. An diesem Tag trug er ein graues Sporthemd und Jeans mit einem Loch an einem Knie. Dazu die üblichen Ketten um den Hals und das Armband aus Leder und Stahl am Handgelenk. »Nicht später als Donnerstag«, sagte er. »Bevor Edouard kommt.« »Wer?« Ich stellte den Becher weg. »Der neueste Hurrikan. Wir kämpfen uns mitten durchs Alphabet. Dieser wird uns vielleicht nicht direkt treffen, dafür kriegen wir aber jede Menge Regen ab.«

Er legte seine Stirn in Falten. »Sie haben es vermutlich nicht verfolgt, oder?« »Natürlich habe ich das.« »Und wo befindet er sich jetzt, Sie Wetterfrosch?« »Über dem Atlantik«, sagte ich. Hurrikane bildeten sich immer dort. Er rollte mit den Augen. »Ich wusste doch, dass Sie keine Ahnung haben. Ich habe einen Kühlwagen bestellt, weil wir uns mit der Weinlese beeilen müssen.« Ein Kühllastwagen diente dazu, die Trauben frisch zu halten, bis wir mit der Verarbeitung beginnen konnten – sie in das Gerät zum Ablösen der Beeren von den Stielen zu geben, sie zu pressen und in die Tanks zu füllen, um mit der Gärung zu beginnen.

Er verschaffte uns Zeit. »Das ist gut.« »Ich habe Chance gesagt, dass wir an dem Tag zusätzliche Pflücker brauchen.« »In Ordnung.« Quinn stand auf und schob mich vorsichtig in den Weinkeller. »Sie hören mir doch überhaupt nicht zu.« Er begleitete mich zu dem langen Kieferntisch und zog einen Stuhl darunter hervor. »Setzen Sie sich.« Ich setzte mich. »Wenn Sie darauf bestehen, weiter über den Riesling zu reden«, sagte er und lehnte sich an den Tisch, »ich habe mit Harry und John gesprochen. Beide sind der Meinung, es sei eine hervorragende Idee, Dessertwein herzustellen. Ich möchte zwei Mal pflücken. Jetzt und nach dem ersten harten Frost.«

Harry Dye und John Chappell besaßen Weingüter nicht weit von uns entfernt. Wir halfen uns immer gegenseitig und teilten uns die Probleme und Erfolge mit den Weinsorten, die wir anbauen konnten, da wir praktisch mit dem gleichen Boden und Klima gesegnet waren. »Harry und John haben keinen Riesling angebaut.« »Deshalb hätten wir ihn ja auch exklusiv für uns.« Ich schüttelte den Kopf. »Zu riskant so spät im Jahr wegen des Wetters. Und Sie wissen, dass wir ein Riesenproblem haben, wenn wir ihn nicht in einer Nacht lesen können und es am nächsten Tag warm wird.« »Ich denke, wir schaffen es.«

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