Fünf-Minuten-Coaching

Der Kickstart für ein glückliches und erfülltes Leben
 
 
Südwest Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. September 2021
  • |
  • 272 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-28045-1 (ISBN)
 
Der Therapie-Quickie für die Handtasche

Überfordert, gestresst und ausgelaugt? Nicht mehr lange. Denn die Psychotherapeutin Sarah Crosby hilft dabei, in kürzester Zeit wieder zu sich selbst zu finden. Mit diesem Ratgeber gelingt die Kommunikation mit sich selbst viel besser: Die Kapitel rund um Selbstliebe, Abgrenzung, Dankbarkeitspraxis, Selbstfürsorge, Heilung für das innere Kind und erfüllte Beziehungen zeigen, wie man Sorgen und Nöte überwinden kann. Zu jedem Thema erklärt die Autorin anschaulich die psychologischen Hintergründe und verrät die besten Übungen und Rituale, die nicht länger als fünf Minuten dauern. So lassen sich nach und nach positive Gewohnheiten aufbauen, die einen glücklicher und ausgeglichener machen.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Südwest
  • 7,30 MB
978-3-641-28045-1 (9783641280451)
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Die Psychotherapeutin Sarah Crosby lebt in Dublin. Während ihrer Ausbildung hat sie den Instagram-Account @themindgeek rund um das Thema psychische Gesundheit gegründet. Sie verpackt ihr fundiertes Wissen leicht zugänglich und gut verständlich in schön illustrierten Beiträgen, um möglichst viele Menschen zu erreichen und deren Nöte lindern zu können. Damit ist sie unglaublich erfolgreich: Mittlerweile hat sie fast 400.000 Follower.

Partnerschaft

Manchmal sind wir so in eine Partnerschaft eingebunden, dass wir - bevor wir es merken - das Gefühl dafür verlieren, wer wir vor der Beziehung mit dieser Person waren. In diesem Fall tendieren wir dazu, die Bedürfnisse des Partners oder der Partnerin über unsere eigenen zu stellen. Und manchmal kann die Beziehung zu Kontrolle und Missbrauch führen, sodass wir uns um des lieben Friedens willen von Freunden zurückziehen und Hobbys aufgeben.

Manchmal wird eine romantische Beziehung nicht als offiziell anerkannt, weil ihr Status nicht auf Facebook angezeigt wurde oder sie nur kurze Zeit andauerte. Trotzdem fühlen wir uns miserabel, wenn sie zu Ende geht. Umgekehrt kann eine Partnerschaft jahrelang andauern, und wenn sie dann zu Ende geht, fühlen wir uns gar nicht so schlecht wie erwartet, weil wir uns unser Selbstwertgefühl bewahrt haben.

Dies ist eine wichtige Erkenntnis zu Beziehungen: Die Zeitspanne hat keine Auswirkungen darauf, wie Partnerschaften unser Leben prägen. Sie sind für uns mehr als die Summe ihrer Teile. Dies wird vor allem deutlich, wenn wir den Schmerz nach einer Trennung nicht verstehen können, insbesondere, wenn die Partnerschaft nur von kurzer Dauer war oder von uns selbst beendet wurde.

Partnerschaften bedeuten Sicherheit, Lebendigkeit und Zukunftsperspektive. Wenn wir eine Beziehung eingehen, malen wir uns aus, wie es wohl wäre, sich auf diese Person vollständig einzulassen. Wenn eine Beziehung endet, trauern wir deshalb um mehr als nur um den Verlust einer Person; wir trauern darum, was diese Partnerschaft für uns bedeutet hat und was aus ihr hätte werden können. Darum seien Sie in solchen Zeiten besonders milde mit sich selbst.

Familie

Jedes Kind braucht, wie es die Psychotherapie beschreibt, eine »sichere Basis«, um zu einem Erwachsenen mit einem ausgewogenen Selbstgefühl heranzuwachsen.

Wenn unsere Bezugspersonen uns diese sichere Basis geben, können wir unsere Umgebung mit einem Gefühl von Sicherheit erkunden, und werden darüber hinaus immer wieder mit Präsenz, Aufmerksamkeit, Geborgenheit und Liebe empfangen.

Leider haben viele Menschen ihre Eltern nicht auf diese Weise erlebt, ob willentlich oder nicht. Manche Eltern haben ihr Bestes gegeben, aber sie hatten möglicherweise mit eigenen Problemen zu kämpfen. Andere waren nicht präsent - entweder physisch oder emotional oder beides. Und einige waren traurigerweise grausam oder unberechenbar. Da unser Selbstgefühl in früher Kindheit geformt wird, kann jedes der oben genannten Beispiele ein schwach entwickeltes Selbstgefühl erzeugen.

Frühe negative Erlebnisse bleiben meist für immer in uns. Wenn beispielsweise auf das Weinen eines Kindes mit verbaler oder körperlicher Aggression reagiert wird, kann das Kind die Bitte um Hilfe mit Schmerz assoziieren. Infolgedessen wird es allmählich solche emotionalen Anteile von sich selbst unterdrücken, die bei anderen Aggressionen hervorrufen könnten. Wenn Sie in der Kindheit gelernt haben, Anteile ihres Selbst auf diese Weise zu verdrängen, neigen Sie als Erwachsene vermutlich zu Abkopplung und Selbstverlust. Und so nehmen wir ein in der Kindheit erlerntes Verhaltensmuster mit ins Erwachsenenleben. Oft können uns als Erwachsene sogar frühe Kindheitstraumata begleiten, ohne dass wir eine Erinnerung daran haben.

Trauer

Der Tod eines geliebten Menschen kann auch das stärkste Selbst aus der Bahn werfen. Trauer kann uns bis ins Mark erschüttern und bewirken, dass wir uns völlig verloren fühlen. Wenn jemand aus unserem engsten Umfeld stirbt, ist das Gefühl von Verlust zu erwarten. Es kann jedoch ebenso passieren, dass uns der Tod eines Menschen schockiert, den wir nicht gut oder gar nicht persönlich kannten. Tatsächlich kann auch der Tod eines Haustiers - was von der Gesellschaft eher verharmlost wird - einen so schweren Verlust bedeuten, wie wir ihn noch nie erlebt haben. Wir vermeiden es meist so hartnäckig, über den Tod und dessen Unausweichlichkeit im Einzelfall und generell zu sprechen, dass unser übliches Ausblenden der Realität des Todes beim Sterben eines Menschen aus unserem Bekanntenkreis brutal gestört wird.

Nach einem Todesfall kann es vorkommen, dass wir unsere Lebensentscheidungen und Prioritäten grundlegend hinterfragen. Was uns einst wichtig erschien, scheint nun belanglos, und dies stellt unser Selbstgefühl zwangsläufig infrage. Es kann auch vorkommen, dass uns die Menschen in unserer Umgebung mit all ihren Belanglosigkeiten frustrieren, sodass wir gereizt und bedrückt sind. Doch vergessen Sie nicht, dass der Schmerz über den Verlust mit der Zeit nachlässt.

Auch wenn es sich im Moment nicht richtig anfühlt, können wir nach einer gewissen Zeit die Chance ergreifen, um unsere Prioritäten neu zu definieren und unser Selbstverständnis neu auszurichten - wenn wir es zulassen. Der Autor Mitch Albom hat es in seinem Buch »Tuesdays with Morrie« (Dienstage mit Morrie) so schön formuliert: »Der Tod beendet ein Leben, keine Beziehung.« Das gilt sowohl für die Beziehung zu einem verstorbenen geliebten Menschen als auch für die Beziehung zu sich selbst. Sie ist nicht weg oder gar verloren, sie ist nur unter der Trauer vergraben und die Menschen gehen so gut wie möglich mit ihrem Schmerz um.

Trauma

Ein Trauma ist eine Reaktion auf jedes Ereignis oder jede Erfahrung, die unsere Fähigkeit zum Verarbeiten und Bewältigen überfordert. Das Trauma beeinflusst unser Denken und Fühlen, unsere Wahrnehmung und Verarbeitung und beeinträchtigt uns physisch, emotional, psychisch, sozial und oft auch spirituell, sodass wir eine Form von Selbstverlust erleiden.

Was für einen Menschen sehr belastend und traumatisch ist, kann bei einem anderen Menschen eine andere, milde Reaktion auslösen. Beispielsweise bedeutet der Verlust eines Haustiers oder der Auszug eines Geschwisterkindes für jeden Menschen etwas anderes. Aus diesem Grund sind die Auswirkungen eines Ereignisses bedeutsamer als das Ereignis selbst.

Die Bewertung einer traumatischen Erfahrung ist wesentlich, um uns wieder mit unserem Selbst verbinden zu können, aber das kann manchmal unglaublich schwierig sein. Oft haben wir wertende Gedanken wie: »Ich sollte das besser können«, »Ich sollte längst darüber hinweg sein«, »Anderen geht's noch schlechter« oder »Sie haben dasselbe durchgemacht und jetzt ist wieder alles in Ordnung«. Bei diesen selbstzerstörerischen Gedanken neigt man oft zum Vergleich.

Wichtig dabei ist, dass jeder Mensch ein Trauma unterschiedlich erlebt, jeder genest anders, und die individuelle Reaktion sagt nichts über Stärke oder Schwäche aus.

Wie wir ein Trauma verarbeiten, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel unserer biologischen Konstitution, der Art des Ereignisses und der Unterstützung. Als Antwort auf das Trauma tun Gehirn und Körper das, was sie tun müssen, um uns zu schützen. Wenn Sie sich infolge eines Traumas von Ihrem Selbst getrennt fühlen, ist das eine logische Reaktion. Wenn Sie sich beim nächsten Mal dabei ertappen, dass Sie sich verurteilen wollen, dann denken Sie daran, dass es Ihr ganz eigener Prozess ist, der nicht mit dem anderer verglichen werden kann. Selbst unsichtbare Wunden brauchen Fürsorge.

Rollenänderung

Von klein auf empfangen wir bewusst und unbewusst alle Arten von Botschaften darüber, was »cool« ist und was nicht, was »gut« ist und was nicht. Später, an anderer Stelle im Buch befassen wir uns noch näher mit den Rollen in der Familie, aber fürs Erste denken wir an unsere Schulzeit, in der wir mit sozialen Informationen überschwemmt wurden.

»Du kannst für die Prüfung lernen, aber die anderen sollten besser nichts davon erfahren.«

»Haarklemmen sind total in und du musst dir schnell welche besorgen.«

»Es ist nicht o. k., auf sie zu stehen!«

»Sei du selbst! Aber . nicht so!«

Was ist in meinem Umfeld akzeptabel und erwünscht? Wodurch könnte ich aus der Gruppe ausgeschlossen werden? Zugehörigkeit schafft Sicherheit, deshalb lernen wir schon in jungen Jahren, welche Interessen, Eigenschaften und Vorlieben uns an der Zugehörigkeit hindern. Indem wir alles filtern, lernen wir, welche Rollen uns von Vorteil sind. Diese Rollen sind oft unserem »wahren« Selbst sehr ähnlich, manchmal gibt es nur leichte Unterschiede oder Abwandlungen, bei denen zum Beispiel Eigenarten abgeschwächt werden.

Manchmal ist es sogar auch der Verlust einer Rolle, wodurch wir uns von unserem Selbst abgeschnitten fühlen. Als bei mir beispielsweise eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert wurde, spürte ich, dass ich meine Unabhängigkeit und gleichzeitig meine Rolle als »Theater-Kind« zu Hause verlor. Ich war fortan das »Crohn-Kind«, das »kranke Kind«. Auch wenn wir eine langjährige Beziehung beenden, können wir verunsichert sein, weil wir nun nach außen hin eine andere Rolle einnehmen. Wenn wir die Universität beenden oder einen Arbeitsplatz verlassen, können wir uns ohne die Struktur der Uni oder die Büroumgebung verloren fühlen. Manche Eltern fühlen sich mit einem Neugeborenen schuldig, weil sie Aktivitäten aus der Zeit vermissen, als sie noch kinderlos waren. Andere Eltern fühlen sich haltlos, wenn ihre Kinder das Haus verlassen. Ein Verlust ist ein Verlust und jeder Verlust kann schmerzhaft sein.


Fünf-Minuten-Pause:

Ich bin viele

Erforschen Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit Selbstverlust, indem Sie sich zu Beginn die folgenden Fragen stellen:

Welche »Selbste« musste ich zeigen, als ich...

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