Wachgeküsst vom spanischen Playboy

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Mai 2020
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1415-4 (ISBN)
 
Imogen ist außer sich. Sie soll einen Wildfremden heiraten - auf Befehl ihres Vaters! Ihr zukünftiger Ehemann Javier Dos Santos ist zwar unermesslich vermögend und einflussreich, gilt aber als kaltherziger, skrupelloser Geschäftsmann. Niemals wird sie für so einen Mann zärtliche Gefühle entwickeln können! Doch dann steht Javier in der Nacht vor der Hochzeit plötzlich vor ihr - und allein sein Anblick weckt in ihr ein nie gekanntes Verlangen. Aber dem Selfmade-Millionär geht es nicht um Leidenschaft, ihre Verbindung ist nur ein Mittel zum Zweck. Oder?
  • Deutsch
  • 1,97 MB
978-3-7337-1415-4 (9783733714154)
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Caitlin Crews wuchs in der Nähe von New York auf. Seit sie mit 12 Jahren ihren ersten Liebesroman las, ist sie dem Genre mit Haut und Haaren verfallen und von den Helden absolut hingerissen. Ihren Lieblingsfilm "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightly hat sie sich mindestens achtmal im Kino angeschaut. Genau wie die Liebesromane an den unterschiedlichsten Orten in der Welt spielen, hat auch Caitlin Crews die exotischsten Schauplätze bereist. Sie unternahm eine Rucksacktour durch Zimbabwe, war auf Safari in Botswana und besuchte weit abgelegene Dörfer in Nambibia. Gerne würde sie einmal in Prag, Dublin, Paris, Rom, Griechenland oder auf Hawaii leben. In dem Schreiben über all diese fremden Städte und Länder erfüllt sich für sie der Traum einer Auswanderung. Momentan lebt Caitlin zusammen mit ihrem Ehemann, der als Comic-Zeichner arbeitet, und einem ganzen Zoo von Tieren in Kalifornien.

1. KAPITEL

Imogen

Morgen würde ich einen Unmenschen heiraten müssen. Es spielte keine Rolle, ob ich es wollte. Und erst recht nicht, was ich empfand. Als die jüngste Tochter Dermot Fitzalans musste ich den Wünschen meines Vaters nachkommen, wie es in unserer Familie üblich war.

Mir war immer klar gewesen, was mir vorbestimmt war. Allerdings hätte ich früher, als ich noch jünger und naiver war, nicht gedacht, dass es mir so schwerfallen würde, mich damit abzufinden. Aber damals hatte mir auch keine Hochzeit bevorgestanden, die unausweichlich war wie ein hochansteckender Virus. Gegen die Wünsche meines Vaters war kein Kraut gewachsen.

"Pass bloß auf, dass Vater dich nicht in diesem desolaten Zustand sieht, Imogen", sagte meine Halbschwester Celeste, als sie hereinkam. "Das würde alles noch schlimmer machen."

Das war richtig. Vertrackterweise hatte Celeste in der Regel mit allem recht.

Die elegante, anmutige Celeste, die ohne Murren ihrer Verpflichtung nachgekommen war und ihre Rolle anscheinend gern erfüllte. Celeste, schlank und blond wie ihre verstorbene Mutter, gut aussehend und bei allen beliebt. Celeste, mit der man mich ständig verglichen hatte, und mit der ich nie hatte mithalten können. Meine eigene Mutter war eine hellhäutige, rothaarige Sexbombe mit geheimnisvollen smaragdgrünen Augen gewesen, aber ich ähnelte ihr kaum. Neben meiner Schwester war ich mir stets wie ein hässliches Entlein vorgekommen, zu dem ein Leben unter einer Brücke besser gepasst hätte als eines in der gehobenen Gesellschaft, das mir von Geburt an vorbestimmt war und in das sich Celeste so mühelos einfügte.

Auch jetzt sah sie schick und erhaben aus in ihrer schlichten, eleganten Kleidung. Das Haar hatte sie zu einem lockeren Knoten frisiert, ihre Augen und die hohen Wangenknochen mit einem Hauch von Make-up betont. Während ich nach wie vor meinen Schlafanzug trug, obwohl es bereits Mittag war, und meine widerspenstigen Locken noch nicht gebändigt hatte.

Das alles wirkte heute noch bedeutsamer als sonst, denn der Mann, den ich morgen heiraten sollte, hatte zunächst sie begehrt.

Und man munkelte, dass er das noch immer tat.

Sogar mir hatte man es zugeraunt, und es hatte mich überrascht, wie sehr es mich getroffen hatte. Denn ich wusste ja, wie es war. Es handelte sich nicht um eine Liebesheirat. Ich war keine Auserkorene. Ich war die Fitzalan-Tochter, die noch zu haben war. Mein Erbe machte mich zu einer attraktiven Partie. Es ließ über mein widerspenstiges Haar hinwegsehen - und darüber, dass ich auch ansonsten keine atemberaubende Schönheit war.

Ich fiel aus anderen Gründen auf. Mein Lachen war laut und stets unangemessen. Meine Kleidung immer leicht daneben. Bücher waren mir lieber als gesellschaftliche Anlässe; es war mir noch nie gelungen, so zu tun, als begeisterten mich die Interessen anderer mehr als meine eigenen.

Also war es ein Glück, dass ich nun eine Zweckehe eingehen würde - wenn die auch eher den Zwecken meines Vaters diente als meinen. Mit etwas wie einer Liebesheirat hatte ich ohnehin nie gerechnet. "In dieser Familie wird nicht auf den Märchenprinzen gewartet", hatte meine strenge Großmutter immer gesagt und dazu ihren Stock auf den harten Fußboden des großen Hauses geschlagen, in dem unsere Familie seit dem zwölften Jahrhundert lebte. "Die Fitzalans streben nach höheren Zielen."

Als Kind hatte ich mir immer vorgestellt, wie ich mit Celeste, in Rüstungen gewandet, zu den Klängen alter Volksweisen zu irgendeiner Schlacht ritt und wir vor dem Abendessen noch ein oder zwei Drachen töteten. Das war es, was ich mir unter einem "höheren Ziel" vorgestellt hatte.

Es hatte der strengen österreichischen Nonnen bedurft, mir klarzumachen, dass das Töten von Drachen nicht zu den Hauptbeschäftigungen von Mädchen aus angesehenen Familien gehörte, die ins Ausland geschickt wurden, um in abgelegenen Klosterschulen erzogen zu werden. Mädchen mit makellosen Stammbäumen und ambitionierten Vätern mussten anderen Rollen gerecht werden.

Mädchen wie ich, die nie gefragt worden waren, was sie aus ihren Leben machen wollten, weil man bereits über ihren Kopf hinweg über ihre Zukunft entschieden hatte.

"Du musst deine Verpflichtungen annehmen und deinen Frieden damit machen", hatte die Mutter Oberin immer gesagt, wenn ich wieder einmal wütend und verheult mit dem zigsten Rosenkranz um die Vergebung meiner Sünden gebeten hatte. Stolz und Selbstachtung, zum Beispiel. "Du musst aufhören, die Dinge infrage zu stellen, und darauf vertrauen, dass diejenigen, die nur das Beste für dich wollen, dafür gesorgt haben, dass alles seinen Gang geht."

Irgendwann war mir klar geworden, dass es sich bei den "höheren Zielen", von denen meine Großmutter immer geredet hatte, lediglich um Geld handelte. Die Fitzalans häuften Geld an und vermehrten es. Das war der Grund für den Aufstieg der Familie im Laufe der Jahrhunderte gewesen. Die Fitzalans hatten nie zum Hochadel gehört. Sie hatten ihnen genehme Herrscher gefördert und unliebsame Regierungen gestürzt - alles nur, um den eigenen Reichtum zu vergrößern. Das war das glanzvolle höhere Ziel, das wir im Blut hatten.

"Ich bin nicht in einem 'desolaten Zustand'", antwortete ich Celeste, machte aber keine Anstalten, mich aufzusetzen oder mich in Ordnung zu bringen.

Und Celeste sagte nichts weiter dazu.

Ich hatte mich in meinem Wohnzimmer verbarrikadiert, um in Ruhe in den Regen hinauszustarren und an den schönen Frederick mit den verträumten blauen Augen zu denken, der in den Stallungen meines Vaters arbeitete.

Vor Jahren hatten wir einmal miteinander gesprochen. Er hatte mein Pferd am Zaum genommen und auf den Hof hinausgeführt, als würde ich Hilfe benötigen. Von seinem Lächeln hatte ich jahrelang gezehrt.

Und nun musste ich einen Mann heiraten, dem ich noch nie begegnet war und der in ganz Europa gehasst und gefürchtet wurde.

Heute fühlte sich das Anwesen der Fitzalans an wie das Gefängnis, das es tatsächlich war. Es war nie ein wirkliches Zuhause für mich gewesen.

Meine Mutter war gestorben, als ich gerade einmal acht Jahre alt gewesen war. Mich hatte man der Gnade meiner Großmutter überlassen, bis auch sie das Zeitliche gesegnet hatte - und meinem stets mit mir unzufriedenem Vater. Und Celeste, die zehn Jahre älter war als ich und in allem besser.

Nach dem Tod meiner Mutter hatte ich mich an dem festgeklammert, was von meiner Familie übriggeblieben war, aber es hatte sich oft angefühlt, als würde ich mir damit selbst die Luft abdrücken.

"Du solltest dir deine Schwester zum Vorbild nehmen", hatte Großmutter oft gesagt. Zum Beispiel, wenn man mich wieder einmal dabei ertappt hatte, als ich zerzaust und wenig standesgemäß in den langen Korridoren des Anwesens herumgerannt war, anstatt dekorativ irgendwo herumzusitzen und zu üben, wie man die Beine züchtig übereinanderschlägt und unterwürfig lächelt.

Ich hatte es ja versucht. Wirklich versucht.

Ich hatte Celeste immer um ihre Eleganz und ihre Sanftmut beneidet, zu denen ich nicht fähig gewesen war. Selbst das Erwachsenwerden war bei ihr voller Schönheit und Anmut vonstatten gegangen, wie alles, was sie tat.

An ihrem zwanzigsten Geburtstag war sie mit einem Erbgrafen, in dessen Adern königliches Blut floss, verheiratet worden. Mit einem Mann im Alter unseres Vaters, den ich noch nie auch nur ansatzweise hatte lächeln sehen.

Mittlerweile hatte Celeste ihrem stets finster dreinblickenden Gatten zwei Söhne und eine Tochter geschenkt. Celeste blühte in ihrer Rolle als Gräfin voll auf.

Es fiel mir schwer, diese "Blütenpracht" zu ertragen. Zumindest heute, am Tag vor meinem zweiundzwanzigsten Geburtstag, ab dem ich über mein ererbtes Vermögen verfügen konnte und an dem ich - mir war klar, dass das kein Zufall war - den von meinem Vater ausgesuchten Mann heiraten würde. Ein Treffen vor der Hochzeit hatte mein Vater für überflüssig befunden, und niemand widersprach Dermot Fitzalan, schon gar nicht seine Töchter, die für ihn lediglich so etwas wie Schachfiguren waren.

Was für ein Geburtstag. Ich würde einen Mann heiraten, dessen Name die Hausangestellten entsetzt zusammenzucken ließ.

Einen Mann, über den ich nur Schreckliches wusste.

Einen Mann, den man als leibhaftigen Teufel betrachtete.

Einen Mann, der nicht einmal blaublütig war, wie ich eigentlich erwartet hätte, wo mein Vater doch so viel Wert auf gute Herkunft legte. Der Stammbaum von Celestes Mann ließ sich bis sonst wann zurückverfolgen. Allerdings verfügte der mürrische Graf nicht über nennenswertes Land oder Geld. Das war wohl auch der Grund dafür, dass mein Vater für mich einen Mann ausgewählt hatte, der zwar keine edle Abstammung vorzuweisen hatte, dafür aber ein umso größeres Vermögen. Was sicher den Einfluss und die finanzielle Schlagkraft der Fitzalans verstärken würde.

Die sanfte, zarte Celeste war per Heirat mit einem Titel ausgestattet worden, der perfekt zu ihren feinen Zügen passte. Ich war robuster. Mich konnte man an irgendeinen steinreichen Bürgerlichen verhökern. So konnte mein Vater zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Celeste setzte sich ans andere Ende des Sofas, auf dem ich mich an diesem grauen Januartag als Häufchen Elend zusammenkauert hatte, als könnte ich so mein Schicksal aufhalten. "Du wirst krank, wenn du weiter so hier sitzt", sagte sie. "Und es bringt nichts."

"Ich will ihn nicht heiraten, Celeste."

...

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