Rauschende Nächte in Monte Carlo

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-1431-4 (ISBN)
 
Seine Augen so dunkel wie die Zartbitter-Schokolade, die Cristiano Cassaras Luxusfirma herstellt. Sein Blick so feurig wie eine extra Portion Chili. Seit Jahren brennt in Julienne die Sehnsucht, den Tycoon zu küssen, wie eine unstillbare Flamme. Jetzt steht sie in Monte Carlo vor ihm, und ihre elegante Erscheinung hat nichts mehr zu tun mit dem mittellosen Mädchen, dem Cristiano einst das Leben rettete. Für einen Abend kann der Milliardär ihren Reizen nicht länger widerstehen. Doch die berauschende Liebesnacht hat pikante Folgen ...
  • Deutsch
  • 2,02 MB
978-3-7337-1431-4 (9783733714314)

1. KAPITEL

Wieder einmal Monaco.

Das war auf jeden Fall angemessen.

Julienne Boucher hatte in den vergangenen zehn Jahren mit zielstrebiger Leidenschaft und felsenfester Entschlossenheit auf diesen Moment hingearbeitet.

Es ergab einen gewissen Sinn, dass sie nun endlich die Ziellinie überquerte, und sie würde es genau hier tun. Im Grand Hotel in Monte Carlo, wo sie vor genau zehn Jahren zum ersten Mal gewesen war.

Um sich zu verkaufen.

Juliennes gefährlich hohe Absätze klickten auf den prächtigen Marmorböden des Hotels, während sie an üppigen Blumenarrangements vorbeiging, die damals für ihre unerfahrenen Augen wie farbenfrohe, exotische Dschungel ausgesehen hatten. In der riesigen Lobby waren alle Blicke auf sie gerichtet gewesen - zumindest hatte sie das so empfunden. Als wüssten die Leute, aus welchem Grund sie hergekommen war. Als könnten sie ihre Scham und Panik deutlich sehen und auch ihre Entschlossenheit, es trotzdem zu tun.

Weil sie es tun musste.

Sie hatte sich gefragt, ob die schrecklichen Männer aus ihrem Heimatdorf, aus dem sie an jenem Tag geflohen war, am Ende recht behielten. Sie hatten behauptet, die Boucher-Frauen wären nur für einen Job zu gebrauchen: als Prostituierte. Enthielt diese gemeine Behauptung vielleicht doch einen Funken Wahrheit?

Heute wusste sie, was die Menschen sahen, denen sie begegnete. Eine elegante, selbstbewusste Frau, die hart dafür gekämpft hatte, genau so zu werden. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Eine Frau, die nicht nur anspruchsvoll war, sondern für die exklusive Hotels dieser Sorte ein ganz natürlicher Lebensraum waren.

Weil sie hierher gehörte. Dafür hatte sie gesorgt.

Julienne konnte fast den Geist ihres ehemaligen Ichs erkennen, der neben ihr herging und ihre früheren Gefühle widerspiegelte . Nervosität und tiefe Trostlosigkeit. Ein harter Kontrast zu den vergoldeten, glänzenden Oberflächen, den duftenden Orchideen und den riesigen Kronleuchtern.

Jetzt ging es ihr deutlich besser als damals, gesundheitlich und auch finanziell. Sie war keine mittellose, verängstigte Sechzehnjährige mehr, die wild entschlossen war, alles dafür zu tun, um ihre jüngere Schwester zu retten.

Auch wenn das bedeutete, sich dabei selbst zu verlieren.

Der Gedanke an Fleurette ließ sie kurz innehalten, und sie blieb direkt vor der berühmten Loungebar stehen, in der Prominente aus der ganzen Welt bedient wurden.

Etwas, das sie früher nur vermutet hatte, inzwischen aber mit Sicherheit wusste.

Auch Fleurette war in den letzten zehn Jahren stärker geworden und nicht länger ein zerbrechliches, kränkliches Wesen, um das man sich Sorgen machen musste. Nein, heutzutage konnte man Juliennes jüngere Schwester guten Gewissens als Wildfang bezeichnen: bunte Tattoos, zahlreiche Piercings und grell gefärbte Haare. Sie würde niemals wieder hilflos sein, so viel stand fest.

"Du hast es endlich geschafft", hatte Fleurette gejubelt, als Julienne sie angerufen hatte. "Allein der letzte Deal muss Milliarden wert gewesen sein. Wir sind uns doch wohl einig, dass du dich für die Freundlichkeit dieses Menschen schon ausreichend revanchiert hast."

Julienne hatte zwar zustimmend gemurmelt, war sich da aber nicht so sicher wie ihre Schwester. Denn Cristiano Cassara hatte sie gerettet. Nicht im übertragenen Sinne, sondern buchstäblich. Er hatte ihnen an diesem Abend vor zehn Jahren das Leben gerettet, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, die Notlage der Mädchen zu ignorieren oder die Sache einfach anderen zu überlassen.

Er hatte die beiden davor bewahrt, einer dunklen Spirale in den sicheren Tod zu folgen. Wenn nicht in jener Nacht, dann sicherlich kurze Zeit später irgendwo auf der Straße.

Julienne wusste das ganz genau. Aber dieses Schicksal war ihr glücklicherweise erspart geblieben, weil Cristiano ihr und Fleurette ein neues Leben ermöglicht und im Gegenzug absolut nichts von ihnen verlangt hatte.

Seit jenem Tag beschäftigte sie der Gedanke, wie sie sich für seinen Einsatz erkenntlich zeigen könnte.

Sie war ihm hierher gefolgt, zu dem Ort, an dem er angeblich einmal im Jahr Kurzurlaub machte. Obwohl sie sich kaum vorstellen konnte, dass der ehrgeizige Kopf der Cassara Corporation sich jemals irgendwo entspannte.

Fast zehn Jahre lang hatte sie für diesen Mann gearbeitet und nie auch nur das kleinste Lächeln auf seinem attraktiven Gesicht bemerkt. Nicht einmal einen Anflug davon.

Julienne stieß einen langen Atemzug aus und überprüfte ihr Aussehen zum hundertsten Mal in einem der glänzenden Spiegel, die hier fast jede Wand und jede Oberfläche zierten. Dabei war ihr bewusst, wie makellos gepflegt sie aussah.

Das war Teil der Anerkennung gewesen, die sie ihrem Wohltäter von Anfang an zollen wollte, auch wenn ihre Bemühungen gänzlich unbemerkt geblieben waren.

Vor genau zehn Jahren war sie hier in diesem Hotel gewesen, nachdem sie mit ihrer Schwester aus dem bösartigen kleinen Bergdorf geflohen war, aus dem sie stammten. Und wo sie immer wieder von angeblichen Freunden, rachsüchtigen Nachbarn und sogar ihrer eigenen Familie verraten worden waren. Alle hatten gewusst, was später einmal aus ihr und ihrer Schwester werden würde, und sie dementsprechend behandelt.

Sie hatte ihre letzte Handvoll Geld dafür benutzt, Bustickets zu kaufen und diesem ganzen Horror zu entfliehen. Dreist hatte sie ein Kleid vom Außenständer einer Boutique gestohlen und sich im Waschraum eines Cafés so gut wie möglich fertig gemacht. Billige Schuhe mit hohen Absätzen. Ein Lippenstift, den sie noch von ihrer lange verstorbenen Mutter aufbewahrt hatte, obwohl er schon bröckelte. Und genügend Augen-Make-up, um die Schande zu verschleiern, die sie empfand.

Dann hatte sie sich ins Grand Hotel geschlichen, während Fleurette sich so gut sie konnte in einer kleinen Nebenstraße versteckt hielt. Julienne hatte Angst gehabt, jeden Moment gepackt und rausgeworfen zu werden, und trotzdem mutig den Weg bis zu der Bar zurückgelegt, der sie sich auch jetzt gerade näherte.

An diesem Ort waren die Leute versammelt gewesen, auf die sie es abgesehen hatte: reiche Männer. Und man wusste schließlich, dass sich manche von ihnen alles kauften, was ihr Interesse erregte. Auch sechzehnjährige Mädchen, die verzweifelt auf der Suche nach Bargeld waren.

Julienne hatte diese Lektion schon früh in ihrem Heimatdorf gelernt, wo sie das Angebot des Metzgers abgelehnt hatte, ihr ein paar Münzen zu schenken, wenn sie ihn glücklich machte. Es waren nicht nur seine schlechten Zähne gewesen, die sie in Panik versetzt hatten.

Sie wusste bereits, was aus Mädchen wie ihr wurde, die auf dubiose Versprechen älterer Männer in dieser Stadt hörten. Sie selbst war das Ergebnis der Fehlentscheidungen ihrer Mutter, und es stand außer Frage, wo das endete. Zuerst kam die Drogensucht, danach irgendwann der viel zu frühe Tod. Und im schlimmsten Fall hinterließ man zwei Töchter, denen das gleiche Schicksal blühte.

Wenn es wirklich ihr Schicksal war - das hatte Julienne entschieden -, dann würde sie sich dem stellen. Aber nicht in diesem Kaff mit all den Menschen, die keinen Finger gerührt hatten, um ihrer labilen Mutter zu helfen. Sie wollte sich Fleurette schnappen und nach Süden ins glitzernde Monaco reisen, wo die unvermeidliche soziale Spirale nach unten zumindest sehr viel heller leuchtete.

Heute Abend hatte Julienne keine Ähnlichkeit mehr mit der hageren, verängstigten Jugendlichen, die sie gewesen war. Ihr Haar war in einem feinen Karamellton gefärbt und zu einem glänzenden Chignon frisiert. Sie trug außerdem kein gestohlenes Kleid. Schon vor Jahren hatte sie der Boutique ein Entschuldigungsschreiben mit dem Kaufpreis in bar geschickt.

Nein, in ihrem Job war ihr ein professionelles Äußeres wichtig. Sie bevorzugte schmale Bleistiftröcke und das Gefühl von echter Seide auf der Haut, immerhin arbeitete sie in einem multinationalen Unternehmen. Dazu trug sie hohe Pumps, dezente Perlen an den Ohren und eine feine goldene Uhr am Handgelenk.

Auch das hatte Cristiano Cassara für sie getan. Er hatte sie nicht einfach der staatlichen Fürsorge überlassen - wo sie vermutlich von ihrer Schwester getrennt und von Heim zu Heim gereicht worden wäre -, sondern ihr die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, nicht nur die bestmögliche Version ihrer selbst zu werden, sondern am Ende auch selbst ihre Schulden zurückzuzahlen. Und um ihre Welt zu verändern.

Jetzt war es an der Zeit, die alte Rechnung zu begleichen.

Nach ein paar Schritten blieb Julienne in der schicken, schwach beleuchteten Bar stehen. Sie sah sich um und registrierte die vielen sichtlich erschöpften, älteren Herren an den runden Tischen - zweifellos allesamt unverschämt reich. Dann fiel ihr Blick auf Cristiano Cassara, der genau dort an der Bar wartete, wo sie ihn schon als Sechzehnjährige hatte sitzen sehen . auf einem gepolsterten Hocker mit all diesen auf Hochglanz polierten Flaschen im Spiegelregal hinter ihm, die wie kostbare Juwelen funkelten.

Diesmal schlug ihr Herz wieder heftig gegen ihre Rippen, aber nicht aus Angst, so wie früher. Es war eine berauschende Mischung aus Triumph und Bedauern, vermischt mit einer starken Dosis Vorfreude.

Sie ging auf ihn zu und fühlte sich innerlich für diese Begegnung gewappnet.

Cristiano Cassara war vor zehn Jahren schon unheimlich attraktiv gewesen, auch wenn er einen extrem unnahbaren Eindruck machte. Er schien aus demselben Stein...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,49 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen