Bleib bei mir, schöne Fremde

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. Mai 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-726-2 (ISBN)
 
Jake traut seinen Augen kaum: Wer ist die reizende, nur in ein Badetuch gehüllte Schöne in seinem exklusiven Firmenapartment? Seine persönliche Assistentin jedenfalls nicht. Obwohl ... Ungewollt fasziniert, mustert er die Fremde von ihrem hübschen Kopf bis zu den süßen nackten Füßen. Wenn sie sich schnell ihr kleines Schwarzes anzieht, könnte sie die Rolle eigentlich perfekt spielen, oder? Jake lädt sie spontan als seine weibliche Begleitung zur noblen Club-Party eines Kunden ein. Natürlich rein geschäftlich, denkt er kühl. Nur sein Herz spricht eine ganz andere Sprache ...
  • Deutsch
  • 0,55 MB
978-3-86349-726-2 (9783863497262)
3863497260 (3863497260)

1. KAPITEL

Es gab nur zwei Dinge im Leben, auf die man sich verlassen konnte: den Tod und die Steuern. Daran dachte Madlin Wade, während sie sich warmes Wasser über die Schultern laufen ließ. Aber es gab noch eine dritte Sache: kaum war man in das ersehnte warme Bad gestiegen, konnte man sich darauf verlassen, dass das Telefon klingelte.

Und genau das passierte.

Dieses Mal würde sie jedoch nicht fluchend aus der Wanne steigen und den Anruf annehmen, denn zum Glück handelte es sich nicht um ihr Telefon.

Wer auch immer der Anrufer war, es gab schließlich einen Anrufbeantworter.

Möglicherweise war es ihre Stiefschwester Lynn, die sich davon überzeugen wollte, dass sie gut angekommen war. Madlin würde sie später zurückrufen und sich bei ihr bedanken, dass sie ihr zeitweilig Unterschlupf gewährte, ohne viele Fragen zu stellen.

Lynn war drei Jahre älter als Madlin. Seit sich ihre Eltern für ihren Lebensabend in ein Haus in Portugal zurückgezogen hatten, nahm sie die Rolle der älteren Schwester sehr ernst. Wenn sie am Sonntagabend zurückkam, würde sie bestimmt wissen wollen, warum Madlins Traumjob ein so vorzeitiges Ende gefunden hatte.

Vielleicht konnte Madlin sich dann endlich überwinden, jemandem die ganze schreckliche Geschichte zu erzählen. Bis dahin würde sie sich hoffentlich wieder besser fühlen. Sie musste nur etwas schlafen und das Chaos der letzten vierundzwanzig Stunden hinter sich lassen. Sicher würde sie dann bald wieder einen klaren Kopf haben. Denn den brauchte sie, um neue Pläne zu schmieden und wieder eine positive Haltung zum Leben zu finden. Nur zu heulen half ihr jedenfalls nicht.

Erst am nächsten Montag würde sie erfahren, ob die Agentur noch einen Job für sie hatte. Sie konnte einfach nicht einschätzen, ob die Drohung ihrer ehemaligen Arbeitgeberin, dafür zu sorgen, dass sie gefeuert wurde, wirklich Auswirkungen haben würde. Jedenfalls blieb Madlin bis dahin genug Zeit, sich nach einer anderen Unterkunft umzuschauen, bis sie wieder in ihre eigene Wohnung einziehen konnte.

Dabei gefiel ihr Lynns Wohnung ausnehmend gut. Ihre Schwester hatte ihr versichert, dass sie so lange bleiben konnte, wie sie wollte. Doch Madlin wollte so schnell wie möglich wieder ihr eigenes Leben führen.

Bewundernd sah sie sich um. Schon alleine das Badezimmer mit den hellblauen Kacheln und der mediterranen Atmosphäre war überwältigend. Ebenso wie das geräumige Wohnzimmer mit der erhöhten Essecke, die moderne Küche und die beiden eleganten Schlafzimmer. Noch nie hatte Madlin sich in einer so luxuriösen Umgebung aufgehalten.

Allerdings konnte sie sich nicht erklären, wie Lynn sich dieses teure Apartment überhaupt leisten konnte. Ihre Schwester war zwar die persönliche Assistentin von Jake Radley-Smith, dem Inhaber einer der bekanntesten PR-Agenturen Großbritanniens. Trotzdem reichte ihr Gehalt sicher nicht für eine solche Wohnung.

Obwohl Madlin ihre Umgebung sehr genoss, war ihr ein wenig unbehaglich zumute, wenn sie daran dachte, wie gewöhnlich Lynns vorherige Wohnung gewesen war. Glücklicherweise wusste sie genau, dass ihre Schwester bis über beide Ohren in ihren Verlobten Mike verliebt war, mit dem sie gerade seine Eltern in Kent besuchte. Denn sonst hätte sie sich wohl darüber Sorgen gemacht, wie genau Lynns Dienstleistungen für ihren äußerst erfolgreichen Boss aussahen. Madlin hoffte inständig, dass dieses Apartment nicht seine Gegenleistung für ihre Gefälligkeiten war.

Empört wies sie diesen Gedanken jedoch zurück. Niemals würde Lynn sich zu so etwas hinreißen lassen!

Madlin legte ihren Kopf auf die Nackenstütze auf dem Badewannenrand und schloss die Augen. Immer wieder kreisten ihre Gedanken um den katastrophalen Verlauf, den ihr Leben genommen hatte. Und das Schlimmste war, dass sie es nicht hatte kommen sehen. Soviel Naivität wurde offenbar bestraft!

Zudem war es äußerst dumm von ihr gewesen, ihre eigene Wohnung zu vermieten. Aber hinterher war man immer klüger. Der Job bei der Bestsellerautorin Adela Mason hatte aber auch eigentlich ein halbes Jahr dauern sollen. Eine Untervermietung war also durchaus logisch gewesen.

"Adelas bisherige Sekretärin muss sich eine Auszeit nehmen, um ihre kranke Mutter zu betreuen", hatte Madlins Agenturchefin Wendy Ingram gesagt. "Mrs Mason wird für ihr neues Buch in London recherchieren, um es dann in ihrem Haus in Südfrankreich zu schreiben. Dabei braucht sie Hilfe." Wendy verzog das Gesicht. "Sie scheint keine einfache Person zu sein."

"Adela Mason!", hatte Madlin mit leuchtenden Augen gerufen. "Ich kann es kaum glauben! Sie ist eine fantastische Schriftstellerin, ich bin einer ihrer größten Fans."

"Ja, deshalb habe ich dich auch vorgeschlagen, obwohl du vielleicht noch ein wenig zu jung bist. Aber Naomi und Lena hat sie bereits abgelehnt." Wendys Gesichtsausdruck sprach Bände. "Doch ich warne dich. Hüte dich vor allzu großer Begeisterung, was ihre Bücher betrifft. Vielleicht hast du schon bald die Nase voll. In einem Interview hat sie gesagt, dass sie alles per Hand niederschreibt. Deine Aufgabe wird es sein, die einzelnen Fassungen in den Computer zu übertragen. Zehn Fassungen scheinen für sie durchaus normal zu sein."

Wendy machte eine kurze Pause. "Du wirst bei ihr das Mädchen für alles sein und dir jeden Penny schwer verdienen müssen. Aber wenigstens hat sie vor Kurzem geheiratet, daher wirst du ihr wohl kaum abends den Kakao ans Bett bringen müssen."

"Um mit ihr arbeiten zu dürfen, würde ich die Kakaobohnen sogar selbst pflücken", versicherte Madlin mit leuchtenden Augen.

"Stell dich nur darauf ein, dass das Vorstellungsgespräch kein Spaziergang werden wird", warnte Wendy.

Das Gespräch fand nach einer TV-Show statt, bei der Adela Mason als Gast auftrat. Sie hatte dunkles, kurz geschnittenes Haar und trug ein rotes Seidenkleid, das ihre schlanke Figur betonte. An diesem Abend sprühte sie nur so vor Charme und Witz. Die Glückwünsche der Kollegen nahm sie mit zur Schau getragener Bescheidenheit entgegen. Aber ihr strahlendes Lächeln und ihre gesamte Haltung machten deutlich, dass sie sich für etwas Besseres hielt.

Warum sollte ich mir deswegen Sorgen machen? Schließlich bin ich keine Rivalin. Ich hoffe nur, dass ich ihren Ansprüchen genüge.

Zu Madlins Überraschung war Adela Mason sehr von ihr angetan.

"Sie gefallen mir viel besser als die anderen Bewerberinnen", sagte Adela und spielte dabei mit dem großen Diamantring, den ihr Mann ihr zur Hochzeit geschenkt hatte. "Das erste Mädchen machte den Eindruck, als hätte es in seinem ganzen Leben noch kein Buch in der Hand gehabt, und das andere war einfach ungeeignet." Sie musterte Madlin, betrachtete ihre schlanke Figur, das dunkle Haar, das mit einem Band nach hinten gebunden war, die helle Haut und die unscheinbaren Gesichtszüge. "Wenn Sie auch noch gut tippen können, würde ich Sie sehr gerne einstellen."

Sie machte eine kurze Pause. "Nächste Woche werde ich nach Südfrankreich fliegen, und Sie kommen mit. Es wird zu Ihren Aufgaben gehören, sich um alle Formalitäten zu kümmern. Meine frühere Sekretärin Betsy hat zwar noch die Flüge gebucht, bevor sie plötzlich beschloss, Mutter Teresa zu spielen, aber das müsste natürlich alles noch einmal überprüft werden."

Diese kalte Bemerkung über ihre Vorgängerin war Madlin sehr unangenehm gewesen. Sie hatte einfach nicht darauf reagiert, sondern ihrer neuen Arbeitgeberin lächelnd versichert, dass solche Aufgaben kein Problem für sie seien.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Madlin noch keine Ahnung gehabt, dass sie sich binnen eines Monats ernsthafte Gedanken um ihre Zukunft machen musste.

Das Telefon klingelte erneut.

"Die meisten meiner Freunde wissen, dass ich weg bin", hatte Lynn beim Abschied zu Madlin gesagt. "Und Rad habe ich eine Nachricht hinterlassen. Du solltest also ganz ungestört sein."

Doch irgendjemand schien von Lynns Abwesenheit nichts mitbekommen zu haben.

"Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Piepton", trällerte Madlin in der Badewanne, bevor sie noch ein wenig Wasser nachlaufen ließ und wohlig in das warme Nass zurücksank.

Es muss schön sein, so viele Freunde zu haben, die anrufen, um einen gemeinsamen Kino- oder Restaurantbesuch vorzuschlagen, dachte Madlin in einem Anflug von Neid.

Und noch schöner musste es sein, einen Freund wie Mike zu haben .

Ja, darum beneidete sie ihre Schwester wohl am meisten. Denn obwohl Madlin gerade erst zwanzig geworden war, hatte sie bisher noch keine ernsthafte Beziehung mit einem Mann gehabt.

Natürlich ging sie häufig mit den Mädchen aus der Agentur abends noch etwas trinken. Und hin und wieder hatte auch einer der Männer, die sie bei diesen Gelegenheiten kennenlernte, mit ihr geflirtet. Aber keinem von denen weinte sie auch nur eine Träne nach, wenn er sich am nächsten Tag nicht bei ihr meldete.

Madlin wusste, dass sie schüchtern war. Es gelang ihr nicht, in Gesellschaft herauszustechen. Sie wusste nicht einmal, wie man richtig flirtete, und hielt sich für nicht besonders geistreich. Der lockere Umgang mit Intimität, den sie bei ihren Bekannten beobachtete, war ihr völlig fremd.

Dabei hatte sie gar nichts gegen entspannte...

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