J.C. - Agent auf der Flucht

 
 
cbj (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. März 2017
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-19132-0 (ISBN)
 
Jason Bourne-Agententhrill - freigegeben ab 11

Schnelligkeit, Kraft und unfehlbare Instinkte - Jimmy Coates liegt all das in den Genen.

Nach außen hin mag er aussehen wie ein ganz normaler 12-jähriger Junge, aber der Schein trügt. Nur wenige Menschen wissen um sein Geheimnis: Jimmy ist ein Superagent der britischen Regierung. Allerdings einer, der sich gegen das System gestellt hat, dem er ursprünglich dienen soll. Und deshalb wird er nun gnadenlos vom Geheimdienst gejagt. Auch wenn er nach und nach seine Kräfte immer besser im Griff hat, stellt ihn und seine Freunde die Flucht vor eine tödliche Herausforderung. Denn wie soll er überleben, wenn die schärfste Waffe seiner Feinde ein Junge genau wie er ist ...

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 0,99 MB
978-3-641-19132-0 (9783641191320)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Joe Craig, geboren 1981 in London, arbeitete als erfolgreicher Songwriter, bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben von Jugendbüchern entdeckte. Mit seinen J. C.-Agententhrillern schaffte er den internationalen Durchbruch. Wenn er nicht schreibt, liest er an Schulen, spielt Klavier, erfindet Snacks, spielt Snooker, trainiert Kampfsport oder seine Haustiere. Er lebt mit seiner Frau, Hund und Zwergkrokodil in London.

KAPITEL 1

»Erheben Sie sich!« Alle im Gerichtssaal folgten der Aufforderung, bis auf zwei gekrümmt dasitzende Gestalten.

»Das ist nicht fair!«, schrie Olivia Muzbeke, die Stimme ganz dünn vor Angst und Müdigkeit. Ein Wachmann nötigte die beiden zum Aufstehen.

Der streng blickende Richter ließ sich in seinen Stuhl zurückfallen. »Eine bessere Behandlung haben Staatsfeinde nicht zu erwarten«, knurrte er.

Neil Muzbeke spähte hinüber zu einer Reihe leerer Bänke. Dort hatte früher einmal die Jury gesessen, als diese noch ein zentraler Bestandteil der Rechtsprechung gewesen war.

Innerlich fühlte er sich genauso leer wie diese verlassenen Bankreihen. Ihm war nicht mehr nach lautem Aufbegehren zumute.

Er hatte sein Bestes gegeben. Er hatte heftig protestiert, er hatte gebettelt und gefleht. Doch jetzt sah er keine Lösung mehr, als sich dem Urteil des Richters zu beugen. Ohnehin war er völlig in Beschlag genommen von der Sorge um seinen Sohn, den er vielleicht nie wiedersehen würde.

»Ihnen war bewusst, dass sich der gefährliche Kriminelle Jimmy Coates auf der Flucht vor der Regierung befand«, verkündete der Richter. »Trotzdem haben Sie ihm Unterschlupf gewährt. Sie halfen ihm bei der Flucht und gefährdeten damit das Leben des Premierministers Ares Hollingdale. Des Weiteren hat sich Ihr Sohn .«, der Richter blätterte in seinen Unterlagen nach dem Namen, ». Felix Muzbeke, obwohl erst zwölf Jahre alt, bereits als Feind des Neodemokratischen Staates von Großbritannien erwiesen.«

Der Richter schnaufte und rückte seine Brille zurecht. Und ohne auch nur von seinen Dokumenten aufzuschauen, verkündete er das Urteil.

»Zuchthaus«, bellte er. »Über die Länge der Haftstrafe entscheidet das Innenministerium.« Mit einem donnernden Hammerschlag besiegelte er das Urteil. Das wiederhallende Geräusch zerstörte das letzte bisschen Vertrauen, das Neil Muzbeke in das Justizsystem seines Landes gehabt hatte.

Ganz hinten im Gerichtssaal stand eine Frau, die eigentlich zu elegant für eine so elende Veranstaltung wirkte. Allerdings schien sie äußerst zufrieden mit dem Ausgang dieses eiligen Gerichtsverfahrens.

»Verbreiten Sie die Nachricht«, flüsterte sie einem jungen Mann im schwarzen Anzug zu, der von ihrer Autorität sichtlich eingeschüchtert war. »Sorgen Sie vor allem dafür, dass sie Frankreich erreicht.«

»Jawohl, Miss Bennett.«

Jimmy bemerkte kaum den dumpfen Schlag, mit dem der Helikopter auf dem Boden aufsetzte. Die Öldruckstoßdämpfer des EC7975 waren speziell für sanfte Landungen entwickelt worden. Was ihn weckte, war das veränderte Geräusch der Rotoren. Das beständige Dröhnen, das sie seit dem Verlassen Londons begleitet hatte, verklang langsam.

Jimmy schüttelte seine Albträume ab. Wie üblich pochte sein Herz heftig und er rang nach Luft. Doch er erinnerte sich so gut wie gar nicht an die im Schlaf durchlebten Schrecken. Er wickelte seine Decke fester um sich.

Wovor musste er überhaupt noch Angst haben? In den vergangenen zwei Wochen hatte er Steinmauern durchbrochen, hatte unter Wasser geatmet und eine Gewehrkugel mit bloßen Händen abgefangen. Selbst als er sich ein Küchenmesser ins Handgelenk gerammt hatte, hatte er keinen ernsthaften Schaden davongetragen. Der Schnitt hatte kein bisschen geblutet und war außergewöhnlich schnell verheilt. Der Verband, den seine Mutter viel zu fest gebunden hatte, war eigentlich überflüssig gewesen, auch wenn er ihn inzwischen fast als tröstlich empfand. Trotz alledem fürchtete Jimmy sich sehr vor dem, was da draußen möglicherweise noch auf ihn wartete.

Angehörige des ungeheuer effektiv operierenden britischen Geheimdienstes NJ7 konnten überall lauern. Wissenschaftler des NJ7 hatten Jimmy als Auftragskiller programmiert, halb Mensch, halb genmanipulierte Kampfmaschine. Ursprünglich sollte sein Einsatz erst mit achtzehn Jahren beginnen, doch dann hatte man ihn sechs Jahre zu früh aktiviert. Weil Jimmy sich dem Auftrag widersetzt und gegen seine Konditionierung angekämpft hatte, war er zum Todfeind des Geheimdienstes geworden. Und wenn es jemanden gab, den man wirklich nicht zum Feind haben wollte, dann war es der NJ7.

Was Jimmy vielleicht noch mehr fürchtete als seine äußeren Gegner, war sein eigenes Inneres. Er selbst fühlte sich eigentlich ziemlich menschlich, wusste inzwischen jedoch, dass da noch etwas anderes in ihm steckte: eine übermenschliche Kraft, geschaffen um zu töten.

Alle anderen in der Hubschrauberkabine schliefen noch. Nur Christopher Viggo erhob sich von seinem Pilotensitz und streckte sich, wobei sich unter seinem zerknitterten Hemd seine durchtrainierte Figur abzeichnete. Als er sich umwandte, bemerkte er Jimmys Blick, grüßte ihn mit einem müden Kopfnicken und stakste davon.

Dies war der Mann, den Jimmy im Auftrag des NJ7 hatte töten sollen.

Viggo kämpfte dafür, dass Großbritannien wieder eine Demokratie wurde. Zur Tarnung gab er sich als Inhaber eines türkischen Restaurants aus. Gleichzeitig baute er jedoch eine Organisation auf, die hoffentlich eines Tages stark genug sein würde, eine Opposition zur Regierung zu bilden. Jimmy hatte seine ganze mentale Kraft aufbieten müssen, um sich seinem Auftrag zu verweigern, seinem Gewissen zu folgen und sich stattdessen Viggo anzuschließen.

Jetzt, wo sie gelandet waren, wachten auch die anderen auf. Als sie aus dem Helikopter stiegen, wurden sie beinahe von einer heftigen Windböe umgerissen. Jimmy konnte die frische Landluft schmecken, die so anders war als in der Stadt, der sie gerade entkommen waren. Sie standen mitten in einem Feld. Bis auf ein altes, verwinkeltes Bauernhaus war weit und breit kein Gebäude zu sehen.

So sieht also Frankreich aus, dachte Jimmy. Er war noch nie außerhalb Englands gewesen. Er hatte sich auch nie groß Gedanken darüber gemacht, wie es wohl in anderen Ländern sein mochte. Erst jetzt fiel ihm auf, wie merkwürdig das war. Wahrscheinlich war er einfach davon ausgegangen, dass es überall genauso aussah wie zu Hause. Im Augenblick fühlte er sich allerdings viel zu müde und besorgt, um sich über seinen ersten Auslandsbesuch zu freuen. Schließlich war er ja nicht im Urlaub. Er war auf der Flucht.

Yannick Ertegun, der Koch von Viggos Restaurant, führte die kleine Gruppe an. Jimmy marschierte hinter seiner Mutter, gefolgt von der wunderschönen, dunkelhäutigen Saffron Walden, Viggos Freundin und außerdem wichtiges Mitglied seines Teams. Danach folgten Jimmys ältere Schwester Georgie und ihre Freundin Eva, hinter denen mit zusammengekniffenem Mund Felix Muzbeke trottete, Jimmys bester Freund.

Viggo blieb hinter der Gruppe zurück. Als sie durch den Obstgarten des Bauernhauses liefen, hielt er an und sammelte Laub vom Boden auf. Und sofort meldete sich Jimmys innerer Konflikt: Als Agent war ihm klar, dass er Viggo bei der Tarnung des Helikopters helfen sollte. Doch die Versuchung, den anderen ins Haus zu folgen, wo es warm war und Essen gab, war größer. Und so widerstand er seiner Konditionierung zugunsten seiner allzu menschlichen Bedürfnisse.

In der Tür des Bauernhauses stand eine winzige Frau, die auf Jimmy uralt wirkte. Yannick beugte sich zu ihr hinab und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Sie erwiderte ihn mit einem festen Klaps auf seinen Hinterkopf.

»Also, Leute, das ist meine Mutter«, grinste der Koch.

Als sie alle etwas verlegen an ihr vorbei ins Gebäude schlurften, lächelte Jimmy die Frau vorsichtig an. Sie blickte finster zurück. Ganz offensichtlich hatte sie nicht mit ihrem Besuch gerechnet. Das Bauernhaus wirkte im Inneren sehr geräumig, aber auch etwas düster und karg. Die Decke senkte sich in einem merkwürdigen Winkel, als würde sich ihr Hauptbalken dem offenen Kamin zuneigen, der den Raum beherrschte. Allerdings spendete er nicht sonderlich viel Wärme, wie Jimmy zitternd feststellen musste.

In einer Ecke des Raums führte eine Wendeltreppe nach oben und jede Wand hatte eine Tür. Yannicks Mutter stampfte durch eine der Türen hinaus, und durch den Spalt konnte man eine große, altmodische Küche erahnen. Yannick folgte ihr, wobei er unablässig auf sie einredete und flüsternd um ihr Verständnis bat.

Kurz darauf saßen sie alle mit riesigen Tassen heißer Schokolade um den Kamin.

»Wann fangen wir an, meine Eltern zu suchen?«, wisperte Felix in Jimmys Ohr. Jimmy starrte ins Feuer und zuckte mit den Schultern. Er hatte beinahe vergessen, dass Neil und Olivia Muzbeke verhaftet worden waren, weil sie ihm bei der Flucht vor dem NJ7 geholfen hatten. Er rügte sich im Stillen dafür, dass er so selbstbezogen war. Sogar in diesem Moment spürte er in seinem Inneren die unaufhörlich wachsenden fremdartigen Kräfte und die Kluft zwischen seinem menschlichen Empfinden und seiner Konditionierung. Im Moment konnte er diese Energie kontrollieren, aber nur indem er sie entschlossen unterdrückte. Die Vorstellung, dass seine menschlichen Anteile eines Tages gänzlich verschwinden könnten, beunruhigte ihn mehr als alles andere.

Jimmy musste immer wieder an die letzte Begegnung mit seinem Vater denken. Mit erschreckender Detailgenauigkeit sah er Ian Coates' Gesichtsausdruck vor sich, als dieser sich geweigert hatte, zusammen mit Jimmy vor der britischen Regierung zu fliehen. Jimmys Bestimmung sorgte mittlerweile dafür, dass seine Familie auseinanderfiel. Felix wollte gerade noch etwas hinzufügen, aber Jimmy machte ihm ein Zeichen, leise zu sein und stand auf. Er spürte ein Rumoren in seinem Bauch. Da waren sie wieder, seine...

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