Drachenzähmen leicht gemacht (4). Mörderische Drachenflüche

 
 
Arena (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. März 2017
  • |
  • 240 Seiten
 
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978-3-401-80655-6 (ISBN)
 

Hicks ist verzweifelt! Sein bester Freund Fischbein schwebt in Lebensgefahr, denn er wurde vergiftet vom Stich des Stacheldrachen. Hicks und seine unerschrockene Freundin Kamikazzi haben nur wenige Stunden, um das Gegengift zu beschaffen. Doch dieses befindet sich ausgerechnet in der Hand der Tobsüchtigen, einem feindlichen Wikingerstamm. Wird Hicks der Hartnäckige auch diesmal als siegreicher Held heimkehren?

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  • Deutsch
  • Würzburg
  • |
  • Deutschland
  • 22,07 MB
978-3-401-80655-6 (9783401806556)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Cressida Cowell lebt mit ihrem Mann Simon, den Töchtern Maisie und Clementine sowie zwei Katzen namens Lily und Baloo in London. Neben der Aufzeichnung von Hicks' Memoiren hat sie auch verschiedene Bilderbücher geschrieben und illustriert, z. B. "Was ist los mit dem Buh-Huu-Baby?"Foto: Copyright by Hachette Children's Books
Clara Vath arbeitet seit 2012 als freie Illustratorin. Sie illustriert Bücher, Magazine und andere Produkte und bewegt sich dabei oft in abenteuerlichen und fantastischen Themenwelten.www.vath-art.deFoto © privat

1. DIE PFEIL-UND-BOGEN-JAGD-AUF-SKIERN-EXKURSION

Kalt waren die Winter im Land der Wikinger immer. Doch dieser Winter war der kälteste seit hundert Jahren. Er war so kalt, dass das trübe Meer zugefroren war und die Inneren Inseln zu einer einzigen riesigen, flachen, soliden Eiswüste erstarrt waren. Stellenweise war das Eis zwei Meter dick.

An diesem besonders kalten Morgen, mehrere Stunden vor dem Frühstück, war es, als hielte die ganze Welt den Atem an, eingefroren in der Zeit. Die Luft war schneidend scharf wie Glasscherben, kein Laut störte die reine schneebedeckte Stille.

Kein Laut, bis auf ein entsetzliches, irres Brüllen, das von irgendwo mitten aus dem Eis kam.

Denn eine kleine Gruppe von Jungen vom Stamm der Räuberischen Raufbolde und ihr Lehrer hatten sich von ihrer kleinen Heimatinsel Berk aufgemacht zur Schurkeninsel im Süden.

Natürlich nicht in einem Schiff, denn auf einem gefrorenen Meer kann man nicht segeln.

Sie rasten in einem riesigen Wikingerschlitten viel zu schnell über das Eis, gezogen von sechs schneeweißen Säbelzahnzugdrachen, die größer waren als Löwen und schneller als Geparden.

Das schreckliche irre Brüllen kam aus dem Mund des Mannes, der den Schlitten lenkte, Grobian der Rülpser. Grobian leitete das Seeräuberausbildungsprogramm auf Berk. Er war ein gewaltiges Monster von einem Mann, eingewickelt in mehrere Felle, und man konnte ihn leicht für einen Grizzly mit einem schmutzigen roten Bart und ausgesprochen schlechten Manieren halten.

»MACHTSCHONMACHTSCHON, IHR ELENDEN WEISSWÜRMER!«, brüllte Grobian die Säbelzahnzugdrachen an und ließ die Peitsche über ihren Köpfen knallen. »ICH HAB SCHON SCHNECKEN GEHABT, DIE WAREN SCHNELLER ALS IHR! MEINE OMA HÜPFT SCHNELLER ALS IHR UND DIE IST HUNDERTVIER! JIPPIIIIIIIIIE!!«

Ein gewaltiger Fellarm holte mit einer Peitsche aus, die sich durch die Luft schlängelte wie eine schwarze Riesenschlange, die andere Hand schüttelte in irrsinniger Raserei die Zügel, sodass die Zugdrachen schreckliche, unkontrollierte Sprünge machten.

Hinter Grobian auf dem Schlitten saßen seine zwölf Schüler. Zehn davon waren hässliche junge Schlägertypen, die vor Aufregung genauso laut schrien wie ihr Lehrer. »JIPPIIIIIIIIIE!«, jauchzten sie, als der Schlitten auf eine Schneewehe traf, zehn Meter durch die Luft segelte und mit Wucht wieder aufs Eis krachte.

»JIPPIIIIIIIIIE!«

Die letzten beiden waren kleiner als der Rest und längst nicht so aufgeregt.

»Bin ich froh«, keuchte Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Dritte, als der Schlitten mit einem grässlichen Kreischen unter einem Schauer von Eiskristallen auf einer Kufe dahinschlingerte, »bin ich froh, dass ich nicht gefrühstückt habe. Bestimmt müsste ich alles wieder ausspucken .«

Hicks ist tatsächlich der Held dieser Geschichte - auch wenn du ihm das bestimmt nicht angesehen hättest. Er war klein und rothaarig und sah ansonsten stinknormal aus.

Hicks' bester Freund Fischbein, eine magere Bohnenstange von einem Jungen, der unter Asthma litt und heftig schielte, hörte ihm gar nicht richtig zu. Er betete mit fest zusammengekniffenen Augen zu Thor. »Bitte, Thor«, bat Fischbein, »bitte lass es aufhören .«

Fischbeins Gebet würde gleich erhört werden.

Der Schlitten näherte sich viel zu schnell den hohen schwarzen Klippen Westgrobianiens, um noch rechtzeitig anzuhalten .

»Mach bloß nicht die Augen auf, Fischbein«, riet Hicks. Grobian der Rülpser richtete sich auf, legte sich mit einem gewaltigen »WOOOOOAH!!!« fast waagerecht nach hinten und zog an den Zügeln. Die Säbelzahnzugdrachen blieben so abrupt stampfend stehen, dass der Schlitten in einem weiten Bogen herumschwang . Bestimmt würden sie mit solcher Wucht gegen die Klippe krachen, dass sie alle zu Brei zerquetscht würden .

»AAAAAARGH!«, brüllte Hicks und schloss ebenfalls die Augen.

Kreischend und zitternd kam der Schlitten zum Stehen. Hicks öffnete die Augen wieder. Erstaunlicherweise lebten sie noch. Doch die glatte schwarze Wand der Klippe war nur Zentimeter von Hicks' Wange entfernt. Hicks hielt sich einen Augenblick am Fels fest, bis er nicht mehr zitterte.

»SCHÖN!«, bellte Grobian und kletterte völlig unbesorgt aus dem Schlitten. »WAS HOCKT IHR NOCH DADRIN? RAUS MIT EUCH UND STRAMMGESTANDEN, IHR JÄMMERLICHEN OHRWURMKÖTTEL!«

Gähnend und schwatzend holten die zwölf Jungen ihre Skier vom Schlitten und befestigten sie an den Sohlen ihrer Pelzstiefel.

Sechs Monate im Jahr lebten die Wikinger in EIS UND SCHNEE . also musste ein heldenhafter Wikinger ebenso gut SKI FAHREN können wie SEGELN.

Heute waren sie auf einer Pfeil-und-Bogen-Jagd-auf-Skiern-Exkursion. Die Jungen mussten auf Skiern das Schurkengebirge hinunterfahren, den höchsten Berg der Inneren Inseln, und mit ihren Pfeilen möglichst viele Wintersprossige Schneespechte schießen.

»Ich erwische mindestens FÜNFZIG«, prahlte Rotzgesicht Rotznase, ein groß gewachsener Rüpel mit riesigen Nasenlöchern und einem Schnurrbart, der sich wie eine kleine pelzige Raupe auf seiner Oberlippe krümmte.

»RUHE!«, donnerte Grobian und ließ die Peitsche knallen. Augenblicklich herrschte absolutes Schweigen. Erstaunlich, aber wahr - einem schwer bewaffneten, durchgeknallten, zwei Meter großen Lehrer, der eine Peitsche schwingt, gelingt es hin und wieder, sich die Aufmerksamkeit seiner Klasse zu verschaffen.

»Ich bleibe hier und bewache den Schlitten«, rief Grobian.

»Sobald ihr am Berg seid, übernimmt Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Dritte die Führung der Jagdgesellschaft.«

Zehn Jungen drehten sich stöhnend um und stierten Hicks wütend an.

JEDER EINZELNE war überzeugt, er würde einen besseren Anführer abgeben als Hicks.

Rotznase hatte drei Jahre in Folge den Hirnlose-Gewalt-Pokal gewonnen. Warzenschweini konnte mit bloßen Fäusten Stühle in Stücke hauen. Stinker der Dussel rülpste so laut, dass Glas zersprang.

Hicks dagegen war klein, mager und unscheinbar und machte nicht den Eindruck, als besäße er überhaupt irgendwelche Führungseigenschaften. Kleinlaut stand er auf einem Bein, dabei überkreuzten sich seine Skier und er fiel vornüber.

»Warum muss HICKS schon wieder die Führung übernehmen?«, wollte Rotzgesicht Rotznase mit zusammengebissenen Zähnen wissen.

»Weil Hicks der Sohn des HÄUPTLINGS ist und eines Tages FÜR IMMER die Zügel in der Hand hält, Thor steh uns bei .«, erklärte Grobian, half Hicks auf die Füße und klopfte ihm mit haariger Hand den Schnee ab. »Noch Fragen?«, dröhnte Grobian.

Fischbein meldete sich. »Nur eine kleine Frage«, sagte er.

»Wie wollen wir denn überhaupt auf den Berg rauf-kommen?«

»Die Säbelzahnzugdrachen SCHLEPPEN euch auf euern Skiern rauf«, antwortete Grobian. »Das dauert keine halbe Stunde.«

Unsicher betrachteten Fischbein und Hicks die großen weißen Geschöpfe, die gefährlich gedrückt auf dem Eis hockten. Zungen scharf wie Schwerter hingen ihnen aus dem Maul, und wenn sie ihre menschlichen Meister anblickten, lag in ihren katzengleichen Augen reinster Hass.

»Und damit basta«, sagte Grobian. »Ich warte hier auf euch und sehe euch in drei Stunden . Ich brauche wirklich ein NICKERCHEN . viel zu früh für mich .«

Grobian machte es sich auf den Fellen des Schlittens bequem und gähnte gewaltig. »Oh, eins noch . wie ihr wisst, ist die Schurkeninsel unbewohnt, aber gleich nebendran liegt die Tobsuchtsinsel und ich sollte euch warnen, dass um diese Jahreszeit Tobsüchtige in der Gegend sein könnten

»TOBSÜCHTIGE?«, quiekte Fischbein leicht - nun ja, tobsüchtig. »Aber die Tobsüchtigen sitzen doch auf der Tobsuchtsinsel fest, oder?«

Die TOBSÜCHTIGEN, sollte ich erklären, waren ein besonders blutrünstiger und durchgeknallter Wikingerstamm. Selbst die Westgrobiane hatten Angst vor ihnen. Hicks war noch nie einem begegnet, doch er wusste, dass Tobsüchtige dich zuerst umbringen und erst danach Fragen stellen.

Normalerweise ließen sie die anderen Stämme jedoch in Ruhe, denn drei Viertel der Insel endeten in schwindelerregend hohen Klippen, die direkt senkrecht ins tiefe Meer stürzten, und an der Nordküste lag die Zornige Meeresenge, in der ein unglaublich riesiger, monströser Meeresdrache lebte, ein HORRORSCHLUND.

Das Gute daran war, dass niemand auf die Tobsuchtsinsel gelangen konnte und - noch wichtiger - die Tobsüchtigen kamen nicht von der Insel weg.

Außer um diese Jahreszeit .

»Denn um diese Jahreszeit«, dröhnte Grobian fröhlich, »ist die Zornige Meeresenge zugefroren und der Höllenschlund ist unter zwei Meter dickem Eis gefangen. Falls ihr also zufällig einem Tobsüchtigen über den Weg lauft - was SICHER nicht passiert, dafür ist es...

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