Die Frucht des Ölbaums

Der Kreuzritter
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
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  • 532 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-7259-4 (ISBN)
 
Frankreich anno 1247. Die Katharer sind vernichtet, das Languedoc dem Papst und dem König unterworfen. Der Baron Olivier de Termes muss Frau und Kind verlassen und seinen Kreuzzugseid einlösen, um seiner Ächtung als Ketzer zu entgehen. Er zieht mit König Ludwig IX. von Frankreich in den Kampf für das Heilige Land. Die Kreuzritter erdulden unsägliche Strapazen und Leid, und Olivier gewinnt das Vertrauen des Königs. Doch er verliert das seines Sohnes und seiner Landsleute, mit denen er einst für die Freiheit ihres Glaubens und Landes gekämpft hatte. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und in seinem Mühen als Befehlshaber der königlichen Kreuzfahrertruppen das Königreich Jerusalem mit allen Mitteln, nötigenfalls auch mit einem ungeheuren Betrug, zu retten, findet er wieder die Liebe. Aber sein Glück ist nicht von Dauer.

Blut, Schwerterklirren, die Suche nach der wahren Liebe und ein südfranzösischer Ritter, der Gott dienen und Frieden schaffen wollte!

Band 3 des dramatischen Historienromans über das Leben des Barons Olivier de Termes; geboren 1200, gestorben 1274.
Ein Roman gegen Gewalt und Machtmissbrauch. Ein Buch, das berührt und uns unsere tiefsten menschlichen Abgründe bewusst machen, aber auch Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben soll.

Überarbeitete Neuauflage
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,94 MB
978-3-7504-7259-4 (9783750472594)
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Geboren und aufgewachsen ist die Autorin im Jahre 1965 im Südwesten Deutschlands, wo sie noch heute mit ihrer Familie lebt. Mit dem Schreiben hat sie begonnen, als ihr ältester Sohn aufgrund mehrfacher Behinderungen besonderer Förderung bedurfte. So entstand das erste Bilderbuch von G. C. J. Couillez "Die Taten des tapferen Ritters Bruno" zunächst nur für den Hausgebrauch. Andere Geschichten folgten, die ab 2003 nach und nach veröffentlicht wurden.
Nach einigen Jahren hat sich die Autorin dieser besonderen Bilderbücher für Kinder auch auf das Schreiben von historischen Romanen für Erwachsene verlegt, von denen nach langer Recherche und Schreibarbeit ihr Debütroman "Die Frucht des Ölbaums" erstmals im Sommer 2011 als ungekürztes Hörbuch veröffentlicht wurde. Nach verschiedenen Verlagserfahrungen hat Gabrielle C. J. Couillez viele ihrer Bücher nun wieder in die eigene Hand genommen, überarbeitet und selbst neu aufgelegt.
Weitere Werke der Autorin in verschiedenen Genres und zu anderen historischen Themen sind inzwischen ebenfalls veröffentlicht oder in Planung.

Outre-Mer


Herbst 1248

Im Hof und unter den Arkaden des Templerkastells von Limassol sammeln sich die Vorräte, die König Louis zur Versorgung seiner Mannschaften für seinen Feldzug nach Damiette in Ägypten einplant. Olivier geht zwischen Reihen von Kisten und Amphoren hindurch und um Stapel von gefüllten Säcken und Lederschläuchen herum zur Kommandantur des Ordensmeisters, um Neuigkeiten aus der Heimat zu erfahren, die nicht aus der Quelle des Königs und dem zynischen Munde seiner beiden vor drei Tagen gelandeten Brüder, stammen. Graf Raymond de Toulouse ist noch immer nicht eingetroffen und keines der anlegenden Händlerschiffe hat Nachrichten über seinen Verbleib. Die Herbststürme kündigen sich bereits durch heftigere Winde an. Wenn der Graf nicht bald mit seinem Schiff im Hafen einläuft, wird die Weiterfahrt über das Meer für uns alle unangenehm und unsicher, denkt Olivier und beschleunigt seinen Schritt, als ob er damit auch die Ankunft der okzitanischen Armee vorantreiben könnte.

"Das Schiff des Grafen von Toulouse war bei unserer Abreise von Marseille noch nicht vor Anker", berichtet ihm ein junger, blondhaariger und blauäugiger Tempelritter freundlich. Die Edelmänner hatten sich im Hafen einquartiert und wollten noch ein paar Tage darauf warten. "Geduldet Euch noch ein wenig, Baron de Termes. Noch kam es auf dem Meer zwischen hier und Italien zu keinem Sturm, der Anlass zur Sorge gäbe."

Ich sorge mich eher um etwaige verschleierte Absichten, die Raymond im Kopf herumgehen und von denen ich nichts weiß, hätte Olivier am liebsten geantwortet, aber er beißt sich auf die Lippen, äußert ein kurzes Danke und verlässt die Kanzlei wieder.

Anfang November wird auch der König unruhig und bestellt die okzitanischen Barone zu einer Audienz. Die Schifffahrt ist aufgrund der inzwischen tobendenden Herbststürme mit heftigen Gewittern beinahe gänzlich eingestellt und sie sitzen nun allesamt auf dieser Insel fest und können weder vorwärts noch zurück. Auch Nachrichten vom Festland erreichen sie nicht mehr und die Mutmaßungen über das Verhalten des Grafen von Toulouse sind bisweilen von Hass erfüllt. Die bissigen Bemerkungen und Anfeindungen der Franzosen sind für Olivier und seine Kameraden unerträglich geworden. Auch das Blau in den Augen des Königs blitzt gefährlich, als er die Adligen von Termes, Trencavel, Cucugnan, Minerve und Congost vor sich versammelt hat.

"Wir verlangen unverzüglich Aufklärung über die Pläne Graf Raymonds in Bezug auf Unseren Kreuzzug und seine Absichten für das Languedoc", brüllt er so ungehalten, wie Olivier ihn noch nie gesehen hat, "oder Wir lassen Euch allesamt arretieren!"

Wozu, denkt Olivier lethargisch, wir können doch ohnehin nicht entfliehen, während Trencavel neben ihm auf dem Boden kniet und mit zitternder Stimme antwortet, dass er von anderen Plänen seines Vetters, als dem seiner Teilnahme an diesem Kreuzzug, nichts wisse.

Um den Mund von Alphonse de Poitiers, der zur Seite seines älteren Bruders Louis steht, spielt ein harter Zug gepaart mit hämischem Grinsen. Seine Gemahlin Joana de Toulouse, die ihrem Vaterhaus in der Kindheit entrissen wurde, sitzt wie erstarrt, mit steifem Rücken und gesenktem Haupt neben ihrer Schwägerin Königin Marguerite. Welchen Angriffen sie durch ihren Gemahl in der Vergangenheit bei einem Fehlverhalten ihres Vaters ausgesetzt war, wagt Olivier kaum zu erwägen.

"Sperrt sie ein, Bruder", rät Charles d'Anjou dem König mit unverhohlener Verachtung für die sich demütig vor ihnen verbeugenden Okzitanen, "wir können sie nicht unbehelligt über ihre Truppen verfügen lassen. Sie werden nicht umsonst noch für ein katalanisches Kontingent zur Verstärkung gesorgt haben."

Louis nickt stumm. Dann gibt er den in den Ecken stehenden Templern die Anweisung: "Sperrt sie ein!"

Der Blick, den Olivier von ihm auffängt, während er sein Schwert ablegt und sich erhebt, ist voller Traurigkeit und Enttäuschung. Er kann den König wohl verstehen. Aber er kann auch Graf Raymond verstehen, wenn der die Gelegenheit der Abwesenheit des Königs und seiner Truppen nutzt, mit seiner unter den Augen von König und Kirche legitim aufgestellten und gerüsteten Armee das Land erneut an sich zu reißen.

Eskortiert von vier Tempelrittern in ihrer weißen Ordenstracht mit dem roten Tatzenkreuz gelangen die fünf Gefährten in eines der hochgelegenen Turmzimmer.

"Die Kellerräume sind leider bis auf den letzten Platz mit Vorräten gefüllt, so dass Ihr mit diesem hier vorliebnehmen müsst", lächelt Olivier ein bekanntes, junges Gesicht mit Sommersprossen und blauen Augen an. "Doch ich denke nicht, dass Ihr lange hier verbleiben müsst."

"Euer Wort in Gottes Ohr", sagt Trencavel niedergeschlagen und setzt sich auf einen der Strohsäcke.

"Es wird für unsere Ansprüche reichen", dankt Olivier dem Tempelritter, der ihn schon in der Kanzlei der Kommandantur so zuvorkommend behandelt hatte. Ein Page stellt einen Krug Wasser und eine Schale mit Orangen auf dem Boden ab. Dann dreht sich der Schlüssel im Schloss. Peire de Cucugnan lässt sich ächzend auf einen Strohsack fallen. Olivier tritt zu der kleinen Fensteröffnung und blickt hinaus auf die dunkelblaue Wasserfläche unter dem grauen Himmel. Kein Schiff ist weit und breit am Horizont zu erkennen. Nur ein paar Fischerboote mit dreieckigen Segeln kreuzen, begleitet von kreischenden Möwen, vor der Küste.

"Nun sprecht endlich", bricht Guilhem de Minerve ungeduldig das Schweigen, nachdem er eine Weile angestrengt an der Tür gelauscht hat. "Sie sind alle weggegangen. Wir sind alleine. Was hat Graf Raymond vor?"

"Das möchte ich auch gerne wissen", sagt Olivier und dreht sich vom Fenster weg. Vorwurfsvoll sieht er auf Trencavel, der mit gesenktem Haupt auf seinem Strohsack sitzt.

"Ich habe keine Ahnung", erwidert der verzweifelt. "Ich weiß nicht mehr als ihr."

"Dann können wir nur hoffen, dass wir hier nicht bis in alle Ewigkeit verrotten", schimpft Roger de Congost und tritt in den Strohsack zu seinen Füßen. "Oder glaubt ihr, dass sie uns ein Schiff zur Befreiung schicken werden, wenn unser Graf wieder im Vollbesitz seiner Macht ist?"

"Ich glaube nicht, dass Raymond jemals irgendetwas anderes im Schilde geführt hat als seine Teilnahme an diesem Kreuzzug", bedeutet Olivier besonnen und blickt wieder zum Fenster hinaus. "Es muss etwas dazwischen gekommen sein."

"Was macht dich plötzlich so sicher?", drängt Guilhem de Minerve.

"Chabert war nicht beim Heer, als sie in Aigues-Mortes Station machten. Und Pons hat sich abfällig über dessen königfeindliches, engstirniges Verhalten geäußert."

"So lasst uns hoffen, dass sich diese Ungewissheit alsbald zu unseren Gunsten aufklärt und wir hier herauskommen", nörgelt Peire de Cucugnan und greift nach einer Orange. "Mich gelüstet es nach Deftigerem als Obst."

"Euer Arrest ist beendet", teilt der junge Tempelritter mit den fröhlich leuchtenden, blauen Augen den gerade erwachten Männern am frühen Morgen mit.

"Weshalb hat der König seine Entscheidung zurückgenommen?", forscht Guilhem de Minerve nach.

"Ein Handelsschiff aus Genua ist angekommen und an Bord war auch ein Dominikaner, der dem König im Auftrag des Papstes ein Schreiben mitgebracht hat, in welchem sich auch Graf Raymond de Toulouse für sein Fernbleiben entschuldigen lässt. Sein Schiff kam zu spät, als dass er die Überfahrt bei den drohenden Herbststürmen noch wagen wollte. Er wird mit der ersten Nef im Mai nachkommen."

"Gottlob", ruft Trencavel erleichtert aus, "es ist nichts Schlimmeres geschehen!"

"Ich habe Euch doch gesagt, dass Ihr nicht allzu lange Gefangene sein werdet", lacht der Tempelritter. "Wir haben unser Schiff bereits erwartet."

"Wie ist Euer Name, Glücksbote mit dem freundlichen Lächeln", fragt ihn Olivier.

"Guillaume de Béarn."

"Guillaume de Béarn, habt Dank", erwidert Olivier und drückt dem Tempelritter die Hand.

Mai 1249

"Nein, Wir werden nicht eher nach Jerusalem ziehen, bis Wir den Kopf der Regierung entmachtet haben, welche die Heilige Stadt genommen hat! Am letzten Tag dieses Monats werden Wir nach Damiette aufbrechen! Mit oder ohne Graf Raymond!"

Ungeduldig läuft der König im Saal der Templerburg auf und ab. Seine Füße machen dabei trotz der hastigen Schritte kein Geräusch.

Warum, verdammt, lässt Raymond so lange auf sich warten, flucht Olivier in sich hinein, während er die vorwurfsvollen Gesichtszüge der französischen Adligen deutet, die ihr menschliches Urteil gefällt haben und ihre Meinung über den...

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