Jerry Cotton 3295 - Krimi-Serie

Tod einer Mafia-Prinzessin
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. August 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9963-9 (ISBN)
 
Eigentlich war die Razzia, die das NYPD in einem illegalen Klub in New York durchführte, gar kein Fall für uns. Doch dann versuchte die festgenommene Klubchefin Tamara Kiss, mit dem FBI einen Deal zu machen. Sie behauptete, die Entführung der Mafia-Prinzessin Elena Wood beobachtet zu haben. Wenn das stimmte, konnte es schlimme Folgen nach sich ziehen: ein Krieg der Familien im Gangland! Sofort versuchten wir herauszufinden, wo sich Elena Wood aufhielt. Doch niemand schien sie zu vermissen, angeblich war sie auf einer Europareise. Als dann Tamara Kiss vor ihrem Transport nach Rikers Island ermordet wurde, überschlugen sich die Ereignisse ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,36 MB
978-3-7325-9963-9 (9783732599639)

Tod einer Mafia-Prinzessin

Elena Wood schlug die Augen auf. Dunkelheit umgab sie und dazu eisige Kälte. Wo war sie? Hatte man sie in einem Kellerloch eingesperrt? Sie versuchte sich zu erinnern. Sie hatte das Hotel verlassen, wollte ein Taxi nehmen und dann . Man hatte sie entführt! Eine Welle der Panik durchflutete sie, und mit ihr kam der Schmerz zurück. An ihrem Kopf pulste er im Takt des Herzschlags. Sie wollte sich bewegen, aber es ging nicht. Sie war gefesselt.

»Hallo?«, krächzte sie in die Dunkelheit. »Hallo - ist da jemand?«

Ihre Stimme verhallte. Sie musste sich in einem großen Raum befinden. Und während sie noch lauschte, hörte sie Schritte, die sich langsam näherten .

Inspector Hobbs trat auf die Bremse des Streifenwagens. Die Reifen quietschten. Neben ihm kamen weitere Einsatzfahrzeuge vom NYPD zum Stehen. Sofort sprangen die Beamten heraus.

Ihr Ziel war der unscheinbare Backsteinbau, der vor ihnen aufragte. Von außen wirkte er wie eines der vielen Bürogebäude, die es in Queens zu Hunderten gab. Doch Insider hatten berichtet, dass hinter den Mauern illegale Machenschaften abliefen. Es gab Prostitution, Drogenhandel und wahrscheinlich noch ein paar andere Sachen, deren Aufklärung Hobbs ein paar Pluspunkte in der Personalakte einbringen würde.

»Und Action«, rief Hobbs in das Mikrofon des Funkgeräts, und sofort setzten sich die mehr als zwanzig Polizisten in Bewegung.

»Du hättest Filmregisseur werden sollen, Kenneth«, sagte der Captain, der neben ihm im Wagen saß, und lachte.

Die Razzia lief planmäßig ab. Die Beamten, die allesamt wie Hobbs und der Captain Kevlarwesten trugen, stießen die Vordertür auf. Purpurfarbenes Licht ergoss sich auf die Straße. Zuerst dröhnte noch harter Techno in die Nacht, dann erstarben die Klänge, und man hörte von drinnen das Geschrei erschrockener Frauen.

Hobbs und sein Kollege stiegen aus und sahen zu, wie acht leicht bekleidete Prostituierte in die kalte Nacht herausgeführt wurden. Auch ein paar erschrockene Freier waren unter den Personen.

»Scheint sich gelohnt zu haben«, sagte Hobbs.

Nach ein paar Minuten meldete ihm einer der Beamten, dass das Haus sicher sei. »Jetzt ist nur noch Tamara Kiss übrig. Die wollten Sie doch selbst festnehmen, wenn ich das richtig verstanden habe.«

Hobbs spürte, wie ihn innere Befriedigung durchströmte. Die legendäre Tamara war die Chefin des Ladens. Das NYPD war ihr schon seit Monaten auf den Fersen. Man wusste, dass sie vor Jahren illegal aus Mexiko in die Staaten gekommen war und sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit hochgearbeitet hatte. Vor einem Jahr war sie Hobbs bei einer ähnlichen Aktion entwischt und hatte dabei sogar einen Beamten angeschossen. Das hatte Hobbs eine Menge Ärger eingebracht. Jetzt musste er die Scharte auswetzen, und es schien zu gelingen.

Er beauftragte den Captain, die anderen Festnahmen zu überwachen. Jetzt kamen weitere Beamte mit Plastikkisten heraus, in denen weiße Päckchen lagen. Erste Funde der Durchsuchung. Eine Vision streifte Hobbs' inneres Auge. Die Vision von der feierlichen Beförderung zum Deputy Chief.

Mit festen Schritten betrat er das Gebäude. Das purpurfarbene Licht strahlte immer noch. Einer der Beamten führte Hobbs durch einen großen Raum mit Sofas, Sesseln und einer Bar in einen schmalen Gang. An dessen Ende ging es in ein Büro, in dem normales Licht herrschte.

Zwei Cops standen links und rechts neben Tamara Kiss, die auf einem Chefsessel saß und mit Handschellen gefesselt war. Sie wirkte wie eine Sängerin kurz vor ihrem Auftritt. Ein enges rotes Kleid verhüllte ihren Körper, der schon viele in Aufregung versetzt hatte. Ihr schulterlanges Haar glänzte wie lackiert. Der Blick, mit dem sie Hobbs empfing, war hart.

»Sie haben sich wohl nicht getraut, mich selbst festzunehmen«, sagte sie abschätzig.

»Deswegen bin ich hier«, erklärte Hobbs. »Tamara Kiss, Sie sind festgenommen wegen Förderung der Prostitution und Drogenhandel. Sie haben das Recht zu schweigen .«

»Lass den Scheiß!«, zischte sie. »Wenn du Eier in der Hose hättest, wärst du selbst herkommen, anstatt eine ganze Hundertschaft vorzuschicken.«

»Glaubst du, ich hätte Lust darauf, wieder einen meiner Leute verletzt oder diesmal sogar tot zu sehen?«, gab Hobbs zurück.

Tamara Kiss lächelte kalt. »Habe ich dir das letzte Mal Angst gemacht?«

Ja, das hatte sie, aber das hätte Hobbs niemals zugegeben.

Ihre Handgelenke waren auf dem Rücken gekreuzt und zusätzlich an den Stuhl gefesselt. Von ihr ging keine Gefahr aus. Hobbs gab den beiden Beamten ein Zeichen, den Raum zu verlassen.

»Was nun?«, fragte sie, als die Kollegen draußen waren. »Warum willst du mit mir allein sein? Hast du eine Überraschung für mich?« Sie zeigte nicht die geringste Spur von Angst.

»Ich will Informationen«, antwortete Hobbs.

Tamara Kiss lachte kalt.

Der Inspector ließ nicht locker. »Geschäftspartner. Kunden. Geldgeber. Irgendwer muss dir geholfen haben, den Laden aufzubauen.«

Sie kniff die Lippen zusammen und sagte nichts.

»Nun komm schon. Ist dir nicht klar, dass sich das zu deinen Gunsten auswirkt? Weißt du, welche Strafe dich erwartet? Ich kann beim Staatsanwalt ein gutes Wort für dich einlegen.«

Tamara Kiss sagte immer noch nichts. Allerdings ging eine Veränderung in ihr vor. Ihr Körper entspannte sich. Sie sackte ein wenig in dem Stuhl zurück. Als hätte sie sich mit ihrer Festnahme abgefunden.

Das werden wir ja sehen, dachte Hobbs.

Er öffnete die Tür und holte die beiden Polizisten wieder herein. »Nehmt sie mit«, ordnete er an. »Wir treffen uns im Revier.«

Während er aus dem Gebäude trat, brodelte er innerlich vor Ärger. Er musste die entscheidenden Informationen aus Tamara Kiss herausbekommen, koste es, was es wolle. Er hatte keine Lust, diesen Ermittlungssieg seinem Nachfolger in der nächsten Schicht zu überlassen.

Als er ins Auto stieg, zeigte die Uhr neben dem Tacho kurz nach halb vier. Er hatte bis sieben Zeit, Tamara zur entscheidenden Aussage zu bewegen.

Der Captain war schon mit den anderen vorgefahren, und so saß er allein im Wagen, als er das kurze Stück zum 144. Polizeirevier zurücklegte, das gleich am Astoria Boulevard lag. Dort wurden die Verhafteten erst einmal hingebracht und verhört.

Hobbs sorgte dafür, dass Tamara Kiss eine Einzelzelle erhielt. Es war ein zweieinhalb Yards breiter und drei Yards tiefer weiß getünchter Raum mit einer Pritsche, einem Aluminiumwaschbecken und einer Toilette hinter einer halbhohen Abtrennung. Der Inspector ließ sie eine Stunde schmoren, dann startete er einen zweiten Versuch.

Die Klubchefin saß in ihrem roten Kleid auf dem improvisierten Bett und strahlte immer noch denselben Stolz aus wie in ihrem Büro.

Hobbs hätte am liebsten aufgegeben, doch dann sagte Tamara Kiss etwas.

»Ich hab's mir überlegt«, erklärte sie.

Er hatte sich schon wieder halb umgedreht und wandte sich der Frau zu. »Was?«, fragte er ungläubig.

»Hörst du schlecht? Ich sagte, ich hab's mir überlegt. Ich gebe euch Informationen und will dafür einen Deal mit dem Staatsanwalt.«

Hobbs entspannte sich innerlich. Endlich. Alles wurde gut. Am liebsten hätte er sich neben sie gesetzt, aber er musste Haltung wahren. »Dann schieß mal los.«

Sie sah ihn ungläubig an. »Nicht mit dir, Kleiner.«

»Nicht mit mir?«, rief er. »Mit wem sonst? Ich bin der Einsatzleiter der Razzia, ich .«

»Ich will jemanden vom FBI sprechen«, unterbrach sie ihn. »Und nicht irgendwen. Sein Name ist Jerry Cotton.«

Ein kalter Wind fegte um die Häuserblocks, als ich Phil an der gewohnten Ecke abholte. Schon von Weitem sah ich ihn, denn er trug eine dicke Steppjacke in Alarmrot.

»Willst du bei der Feuerwehr anfangen?«, begrüßte ich ihn. Mit ihm kam die eisige Luft in meinen Jaguar. Die Jacke war so dick, dass sich Phil in den Sportsitz quetschen musste.

»Heute Nacht hat es Minusgrade gegeben«, erklärte er. »Ich habe jedenfalls keine Lust auf eine Erkältung.«

Ich war Phils manchmal aufflackernden Hang zu extravaganter Kleidung gewohnt und grinste vor mich hin.

Wir hatten gerade im Berufsverkehr die Strecke bis auf Höhe des Times Square geschafft, da kam ein Anruf von unserem Kollegen Steve Dillaggio, der als Special Agent in Charge das Field Office des FBI in New York leitete. Er meldete sich nicht über mein Handy, sondern über Funk. Er wusste, dass wir gerade im Wagen saßen.

»Guten Morgen, Steve«, begrüßte ich ihn. »Schon im Büro?«

»Gerade angekommen«, sagte er. »Und da kam eine Nachricht vom NYPD, vom hundertvierzehnten Revier in Queens.«

»Was haben die für uns?«, fragte ich.

Steve fasste zusammen, was in der Nacht geschehen war. Die Razzia in dem illegalen Bordell, die...

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