Jerry Cotton 3290 - Krimi-Serie

Jagd auf den Zeugen
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Juli 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9958-5 (ISBN)
 
Phil und ich wurden zu einem Tatort gerufen. Das Opfer war Jacob Trent, ein stadtbekannter Mafioso. Es gab keine Kameraaufzeichnungen von dem Mord, also hörten wir uns in der Gegend um und versuchten so, an Informationen zu kommen. Eine erste heiße Spur ergab sich, als unser IT-Genie Ben Bruckner die Kameraaufzeichnungen der Umgebung analysierte und dabei beobachtete, wie unbekannte Männer einen jungen Mann verfolgten. Phil und ich waren uns ziemlich sicher, dass der Typ den Mord gesehen hatte und nun die Massini-Familie hinter ihm her war. Auch wir setzten alles daran, ihn zu finden. Doch die Jagd nach ihm war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen - nur viel gefährlicher ...
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,29 MB
978-3-7325-9958-5 (9783732599585)

Jagd auf den Zeugen

»Nein, Mister Massini, bitte nicht!«, flehte der kniende Mann mit Tränen in den Augen.

»Don!«, erwiderte der. »Nicht Mister. Ich bin Don Massini!«

»Ja, natürlich, Don Massini. Bitte, verschonen Sie mich. Ich . ich werde auch nichts sagen. Meine Lippen sind versiegelt.« Um seine Worte zu verstärken, strich sich der Mann mit den Fingern über die Lippen.

Don Massini schaute in die Runde. »Was meint ihr, Männer? Soll ich dieses Stück Dreck verschonen? Ihm Gnade zuteil werden lassen? Nach allem, was der Kerl uns angetan hat?«

Die Männer reagierten nicht. Sie kannten ihren Boss. Und wussten, dass er keine Antwort erwartete.

»Ich weiß nicht, soll ich dich verschonen?«, sinnierte Don Massini. »Ja . oder nein .?«

Eine Kugel aus der Waffe des Don traf den Mann mitten in die Stirn. Er war sofort tot.

Justin Marsters genoss es, nachts in der Gegend des Hudson River spazieren zu gehen oder zu laufen. Dort kannte er ein paar ruhige Ecken, wo er keiner Menschenseele begegnete. Genau das, was er nach einem Tag wie diesem in Manhattan brauchte. Ruhe. Entspannende Ruhe. Und keine Menschen!

Er joggte für sein Leben gern. Nach gut zwanzig Minuten hatte er sich eine Verschnaufpause verdient. Er verlangsamte seine Schritte und ging weiter. Atmete die kühle Nachtluft tief ein und aus.

Gerade als er wieder loslaufen wollte, bemerkte zwei Fahrzeuge auf einem dunklen Gelände in der Nähe des Flusses. Normalerweise war es verlassen.

Neugierig näherte er sich.

Erst konnte er niemanden sehen. Dann machte er schemenhaft eine Gruppe von fünf Männer aus, die gut achtzig Yards von den Fahrzeugen entfernt standen.

Einer der Männer kniete.

Schlagartig wurde Marsters misstrauisch und versteckte sich hinter einem der Wagen.

Da stimmt was nicht. Nein, ganz und gar nicht!

Der Mann auf den Knien flehte und bettelte. Und der Mann, der vor ihm stand, hielt ihm eine Waffe an den Kopf.

»Verdammt!«, fluchte Marsters und wurde sich bewusst, dass auch er in unmittelbarer Gefahr schwebte.

Ich rufe besser die Cops, dachte er und wollte sich gerade abwenden, als ein Knall ertönte.

Der Mann mit der Waffe hatte ohne Zögern geschossen. In den Kopf seines Opfers. Brutal und schockierend!

»Nein!«, stieß Marsters erschrocken hervor und schaute in das Gesicht des Mörders.

Der starrte ihm direkt in die Augen. Zögerte einen Augenblick und hob die Waffe erneut.

Marsters sprang zur Seite und rannte um sein Leben. Eine Kugel verfehlte ihn knapp. Die zweite streifte seine Schulter. Ihm war klar, dass die Männer auch mit ihm kurzen Prozess machen würden, wenn sie ihn in die Finger kriegten.

Marsters spürte sein Herz rasen. Seine Beine funktionierten präzise wie ein Uhrwerk. Innerhalb von Sekunden hatte er fast hundert Yards zurückgelegt.

Als er sich umdrehte, sah er zwei Männer, die ihn zu Fuß verfolgten. Und einen, der in eines der Fahrzeuge stieg.

Er war sich ziemlich sicher, dass er die beiden Männer abhängen konnte. Aber den Wagen? Das stand auf einem anderen Blatt. Dort wo die Wege breit waren, hatte er sicher keine Chance. Also musste er vom asphaltierten Weg runter!

Bei der nächsten Gelegenheit lief er eine mit Sträuchern bewachsene Böschung hinunter. Einige Äste schlugen ihm ins Gesicht.

Sein Vorteil war, dass er das Gelände kannte. Er war schon oft hier gewesen, wusste, wo sich die schmalen, verschlungenen Schleichwege befanden.

Das war es, was ihm das Leben rettete.

Gut zehn Minuten später hatte er seine Verfolger abgeschüttelt.

Keuchend lehnte er sich gegen eine Ziegelsteinmauer.

»Verdammt! Verdammt! Verdammt!«, fluchte er.

So hatte er sich seinen Feierabend nicht vorgestellt.

Kaum hatte Don Massini abgedrückt, ertönte ein Schrei.

Erschrocken fuhr er herum. Hinter seinem Wagen stand jemand. Ein junger Mann. Und er schaute ihn direkt an.

Der Don riss die Waffe erneut hoch, richtete sie auf den Mann und drückte ab. Zeugen konnte er nicht gebrauchen.

Die Kugel verfehlte ihr Ziel und schlug in die Karosserie des Wagens ein. Der Don feuerte weiter, doch der junge Mann war zu weit entfernt.

»Los, schnappt ihn euch!«, rief er seinen Männern zu. »Und erledigt ihn!«

Die Männer rannten los.

Der Don richtete den Blick nach unten. Zu dem Mann, den er getötet hatte.

Er versetzte der Leiche einen Tritt. »Du hast nur bekommen, was du verdient hast! Ich werde nicht zulassen, dass irgendjemand versucht, mir wegen dir etwas anzuhängen.«

Langsam ging er zu seinem Wagen und nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Das andere Auto war bereits losgefahren, um den jungen Mann zu verfolgen.

Der Don öffnete das Handschuhfach, entnahm eine Schachtel Zigarillos und zündete eines an. Er genehmigte sich einen tiefen Zug.

»Nach getaner Arbeit gibt es nichts Besseres, als zu rauchen«, sagte er zu seinem Fahrer. »Außer zwei junge Frauen natürlich, die man nacheinander vernaschen kann.«

»Da kann ich nicht widersprechen«, sagte der Fahrer beflissen und schaute auf die Uhr. »Wir sollten aufbrechen. Jemand könnte die Schüsse gehört und die Cops gerufen haben.«

Der Don nickte. »Ja, fahr los. Die anderen können nachkommen. Wir warten in angemessener Entfernung.«

Der Fahrer nickte und startete den Motor.

Keine fünf Minuten später hielt er unter einer Brücke. »Ist es hier recht, Boss?«

Der Don schaute sich um und verzog das Gesicht. »Nein, ich denke, es ist besser, wenn du mich nach Hause fährst. Ich habe Hunger. Auf was Deftiges. Maria soll etwas vorbereiten, damit ich nicht warten muss, wenn wir eintreffen.«

Der Fahrer folgte den Anweisungen.

Da es schon nach Mitternacht war, waren auf den Straßen nur wenige Fahrzeuge unterwegs.

Am Ziel angekommen stiegen sie aus.

»Schicke die Jungs zu mir, wenn sie wieder da sind«, sagte er zum Fahrer und betrat das Mehrfamilienhaus, in dem er und seine Familie lebten.

Für sie hatte er die beiden oberen Stockwerke reserviert. Unten wohnten seine engsten Vertrauten.

Von seiner Familie waren nur seine Frau und seine jüngste Tochter anwesend. Die beiden Söhne studierten in Kalifornien.

»Hallo, Daddy!«, begrüßte ihn die sechzehnjährige Tochter und umarmte ihn. »Geht es dir gut? Du siehst erschöpft aus.«

»Alles okay, mein Engel. War nur mal wieder ein anstrengender Arbeitstag«, antwortete er lächelnd.

Sie schaute besorgt drein. »Du solltest dich schonen! Das habe ich dir schon so oft gesagt. Aber du willst einfach nicht hören.«

»Ein Mann in meiner Position muss tun, was ein Mann in meiner Position tun muss«, sagte er charmant und zog ein kleines, in Geschenkpapier gewickeltes Päckchen aus der Tasche. »Hier. Das ist für dich!«

Sie nahm das Päckchen entgegen und öffnete es hastig. Zum Vorschein kam eine Smartwatch.

Sie umarmte ihn ganz fest. »Danke, Daddy, das ist genau die, die ich mir gewünscht habe!«

»Dann lass dich nicht aufhalten und probiere sie gleich aus«, sagte er.

Sie nickte. »Darauf kannst du wetten. Das werde ich sofort meinen Freundinnen twittern.«

»Und geh anschließend ins Bett. Da solltest du nämlich schon längst sein!«

Wenige Augenblicke später war sie in ihrem Zimmer verschwunden.

Jetzt bemerkte der Don den angenehmen Geruch frisch gekochten Essens, der aus der Küche kam. Seine Haushälterin Maria stand vor dem Herd und kochte sein Lieblingsgericht.

»Das riecht hervorragend.« Er stellte sich hinter sie und umschloss mit beiden Händen ihre Brüste. »Und es fühlt sich gut an.«

Sie lächelte verlegen und versetzte ihm einen zärtlichen Stoß in die Rippen. »Lass das. Deine Frau ist noch nicht schlafen gegangen. Ich möchte nicht, dass sie uns sieht und .«

»Lass das meine Sorge sein«, erwiderte er. »Emilia und ich, das ist eine andere Geschichte. Ich habe Lust auf dich.«

Sie drehte sich um, nach wie vor ein Lächeln auf ihren Lippen. »Dann lass es dir schmecken. Und später kannst du mir ja einen Besuch abstatten, in meinem Apartment.«

»Das werde ich«, sagte er, setzte sich an den Tisch und wartete, dass sie ihm sein Essen brachte.

Es gab eine heftige Explosion. Trümmer flogen durch die Luft, Scheiben zerbarsten. Der Held des Films, den ich gerade mit Phil im Kino schaute, blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

»Völlig realistisch!«, gab ich mit leisem Sarkasmus von mir.

Phil lächelte und flüsterte: »Ist so eine Art Zauberkraft. Der Typ wird vom magischen Drehbuch geschützt. Aber was soll's? Unterhaltung muss nicht realistisch sein.«

In dem Moment fing mein Handy an zu vibrieren.

Ich zog es aus der Tasche. »Mister High«, sagte ich, erhob mich und lief in Richtung Ausgang.

Mein Freund und Partner nickte und folgte mir.

»Guten...

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