Cherringham Sammelband X - Folge 28-30

Landluft kann tödlich sein
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. Mai 2020
  • |
  • 390 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-6966-3 (ISBN)
 
Very British - drei England-Krimis in einem Band!

Diese E-Book-Sonderausgabe beinhaltet die Fälle 28 - 30 der Cosy-Crime-Serie "Cherringham - Landluft kann tödlich sein" - ein Muss für Fans von Miss Marple und Sherlock Holmes!

Folge 28: Das "Spotted Pig" bekommt Konkurrenz! Bislang unangefochten das beste Restaurant in Cherringham verspricht das neu eröffnete "Bayleaf" nun ebenfalls ganz besondere Gaumenfreuden - und das mit einer sternegekrönten amerikanischen Küchenchefin. Doch dann wird das Bayleaf Ziel immer dreisterer Anschläge und aus der belebenden Konkurrenz wird eine verhängnisvolle Feindschaft. Jack und Sarah wollen herausfinden, was und vor allem wer hinter den Angriffen auf das neue Spitzenrestaurant steckt. Und entdecken, dass Küchenchefin Anna ein dunkles Geheimnis mit nach Cherringham gebracht hat, das nicht nur sie in Gefahr bringt ...

Folge 29: Als Charlie Clutterbucks Leiche in der Themse gefunden wird, überrascht das zunächst niemanden: Der Überlebenskünstler wohnte auf einem heruntergekommenen Hausboot, hatte ein Händchen dafür, sich in Schwierigkeiten zu bringen und schaute häufig zu tief ins Glas. Doch Charlies Kumpel Ray ist sich sicher: Charlie hatte keinen Unfall - es war Mord. Er bittet seinen Nachbarn Jack um Hilfe. Gemeinsam mit Sarah trifft dieser bei seinen Ermittlungen auf eine ganze Reihe zwielichtiger Gestalten, die mit Charlie eine Rechnung offen hatten. Doch für die Lösung des Falls müssen die beiden in noch viel tiefere Abgründe blicken ...

Folge 30: Bernard Mandeville liebt Züge. Jeden Sonntag kauft der elegante ältere Herr ein Ticket für die Great Cotswold's Dampfeisenbahn. Und jedes Mal nimmt er im Erste-Klasse-Abteil Platz und genießt die Fahrt in dem prächtigen Museumszug. Doch an diesem einen Sonntag geschieht etwas Merkwürdiges: Bernard verschwindet spurlos ... und die Zeugen sind sich sicher, dass der alte Herr den Zug nie verlassen hat! Die Familie engagiert Sarah und Jack, um nach dem vermissten Bernard zu suchen. Wurde er entführt? Die beiden Ermittler sind entschlossen, das Rätsel um den verschwunden Gentleman zu lösen, doch ihre Zugfahrt in der historischen Bahn birgt eine Menge Überraschungen ...

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!
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1. Die neue Saison


Helen Edwards blickte auf, als Julie einen kleinen Teller mit einem eiswaffelförmigen Etwas vor ihr auf den Tisch stellte.

Auch wenn sie nicht sogleich davon kostete, wusste Helen schon jetzt, dass es ein absolut köstlicher Auftakt für dieses besondere »Probe-Menü« sein würde - ein kulinarisches Erlebnis von entscheidender Bedeutung, um die Gerichte für das Spendendinner der Cherringham Opera Society auszuwählen.

Heute Abend speiste Helen mit der Schirmherrin der Operngesellschaft, Lady Repton.

Immer eine unterhaltsame Gesprächspartnerin bei einem Dinner.

Für eine Frau, die über so ein großes Vermögen verfügte, hatte sie kaum Allüren.

Während die kleinen Teller hingestellt wurden, nippte Helen an ihrem Cotswold-Gin-Tonic; die Grapefruitscheibe darin war eine Offenbarung.

Unterdessen genoss Lady Repton einen Manhattan. Helen kannte diesen Drink nicht; sie hatte lediglich gehört, dass er ziemlich stark sein sollte.

Und Lady R. nimmt keineswegs kleine Schlucke.

Lady Repton hatte bereits zugesagt, wieder einmal als Gastgeberin der diesjährigen Veranstaltung zu fungieren, die außerdem eine Liveübertragung von Turandot aus der Metropolitan Opera in New York bieten würde.

»Nun, Lucinda, was hältst du von dem Amuse-Bouche?«

Sie beobachtete, wie Lady Repton von der winzigen Waffel probierte, den Happen einen Moment auf ihrer Zunge ruhen ließ und sich ein Lächeln gestattete.

»Nun, meine Liebe, amüsieren tut es mich allemal!«

»Mich auch«, gestand Helen, die den Geschmack ebenfalls auskostete. »Ich kann mir nicht vorstellen, wie Sam es schafft, diesen Teig so leicht hinzubekommen.«

In dem Augenblick kam Julie, die mit ihrem Mann Sam, dem Koch, gemeinsam das Restaurant betrieb, zu ihnen herüber. Zuvor hatte sie die beiden von der Seite aus beobachtet.

»Schmeckt es den Damen?«

Helen lächelte. Sie und ihr Mann Michael waren Stammgäste im Spotted Pig, auch wenn man oft Wochen im Voraus reservieren musste.

Sie wusste, dass auch Lady Repton häufig hier speiste, obwohl sie in Repton Hall einen eigenen Koch hatte, der mehr als kompetent war.

Helen überließ es Lady R., als Erste zu antworten.

»Und ob es das tut, Julie. Gänseleber-Mousse, vermute ich? Kapern . ein Hauch von . Sherry vielleicht?«

»Vin Santo«, erwiderte Julie.

Lady Repton strahlte. »Ja, natürlich! Dieses nussige Honigaroma. Und die leichte Waffel - so hauchdünn! Perfekt.«

Nun war es Julie, die ein Strahlen im Gesicht hatte. Was sie gerade vernommen hatte, war ohne Zweifel ein hohes Lob von Lady Repton, die dafür berüchtigt war, dass man sie nicht leicht zufriedenstellen konnte.

»Wie war es für dich, Helen?«, fragte Julie.

»Oh, ganz wunderbar. Ich kann die anderen Gänge kaum erwarten.«

Lächelnd wollte Julie sich wieder ihren Pflichten widmen, als Lady Repton sie sacht am Arm berührte.

»Julie, falls es heute Abend in Ihrem Restaurant nicht allzu geschäftig zugeht, könnte Sam dann eventuell zu uns kommen und mit uns einige Punkte besprechen, während wir mit dem Essen fortfahren?«

Julie nickte lächelnd, aber Helen sah, wie sich ihre Miene ein wenig umwölkte.

Vielleicht stellte dieses spezielle Probe-Menü - selbst wenn nur zwei Leute daran teilnahmen - eine Aufgabe dar, die ein wenig beängstigend für das kleine Restaurant war.

Obwohl das Pig gewiss schon früher solche Herausforderungen gemeistert hatte.

Dann aber kam Helen ein anderer Gedanke: Ist heute Abend womöglich der Druck zu groß?

Anfangs hatte Julie nur wenigen Leuten von ihrer Schwangerschaft erzählt, doch inzwischen ließ sie sich nicht mehr verheimlichen. Das erste Baby! Aber Säuglinge bedeuteten zusätzliche Kosten, und dann war da selbstverständlich die Frage, wer sich hier während der ersten Monate nach der Geburt um den Service kümmerte.

Kaum war Julie fortgegangen, wandte sich Lady Repton an Helen.

»Übrigens, hast du schon dieses neue Lokal ausprobiert, das Bayleaf?«

»Noch nicht. Wenn Michael und ich gut essen gehen wollen, kommen wir am liebsten hierher.«

Lady Repton nickte.

»Verständlich. Aber ich wollte es unbedingt testen und war schon einmal dort. Und weißt du was?« Sie senkte die Stimme. »Es ist absolut fantastisch. Das Enten-Confit? Weltklasse.«

Helen sah, wie ihre Freundin und Schirmherrin zur Seite blickte, bevor sie fortfuhr: »Ich fürchte, unsere Freunde hier im Spotted Pig haben es mit ernst zu nehmender Konkurrenz zu tun bekommen.«

Helen nickte. Erklärte das womöglich, warum Julie ein wenig angespannt wirkte?

»Also«, sagte Lady Repton, »wollen wir das Dinner besprechen?«

Helen trank einen Schluck von ihrem Gin-Tonic. »Unbedingt.«

»Für die Liveübertragung ist alles vorbereitet. Diese Techniker aus Chipping Norton verstehen wirklich etwas von ihrem Fach. In unserem kleinen >Theater< werden wir uns alle fühlen wie in der ersten Reihe in der Met! Stell dir vor: Puccinis Turandot, live aus New York - und das in Repton Hall!«

Helen wusste, dass die Leute wirklich gespannt waren. Sogar ihre Tochter Sarah, die eigentlich kein großer Opernfan war, wollte unbedingt kommen, sowohl wegen der Übertragung als auch wegen des zweifellos hervorragenden Dinners.

Sarah würde ihren amerikanischen Freund Jack mitbringen, der sicherlich »sein« New Yorker Opernhaus bestens kannte.

»Wir sind übrigens ausverkauft«, sagte Helen. »Und mit dem Spendenanteil aus dem Kartenverkauf .«

»Ja, von den zusätzlichen Spenden aus der stillen Auktion ganz zu schweigen . Tja, unsere kleine Operngesellschaft wird solventer dastehen denn je.«

Helen erhob ihr Glas, um mit Lady Repton anzustoßen, und die tat es ihr gleich.

»Ein Hoch darauf!«

Dann jedoch reckte Lady Repton einen Finger in die Höhe.

»Und das hat dazu geführt, dass ich auf eine besondere Idee gekommen bin.«

Lucinda Repton beugte sich vor, als wollte sie Geheimnisse über feindliche Truppenbewegungen ausplaudern.

»Eine Idee?«

Lady R. nickte. »Eine recht furchteinflößende überdies.«

Helen sah sie auch dann noch an, als sie bemerkte, dass die Bedienung von hinten mit zwei weiteren Tellern herbeigeeilt kam.

Sie wartete, während Lucinda Repton sich umschaute.

»Wie wäre es, wenn wir im nächsten Jahr . anstelle unserer üblichen Auswahl an saisonal abgestimmten Themen .«, fuhr sie langsam fort. »Also, wie wäre es, wenn wir an einem der Termine, vielleicht im Sommer, tatsächlich . eine komplette Oper aufführen?«

Eine komplette Oper?

Soweit Helen wusste, war das noch nie in Betracht gezogen worden. Und mit ihrer kleinen Gruppe war es, nun ja, keinesfalls umzusetzen.

»Nein, lass mich ausreden, Helen. Ich meine, mit dem Chor in seiner gegenwärtigen Größe - und stark, wie er ist - könnten wir es gerade so schaffen!«

Helen kamen spontan ein Dutzend Gründe in den Sinn, die allesamt schrien: Unmöglich!

»Aber, Lucinda, du weißt doch, was es bedeutet, eine Oper auf die Beine zu stellen. Die Mittel, die wir bräuchten, die Sänger für die Hauptrollen, die Stunden an Proben, die Kostüme, das Bühnenbild . Und so wundervoll die Idee auch scheint, ist solch ein Vorhaben für unsere kleine Operngesellschaft gewaltig, noch dazu in, wie viel, sechs Monaten? Tja .«

Lady Repton lächelte.

»Ich weiß, aber mein Plan ist folgender: Wir suchen einen Einakter aus, etwas, das für die kleine Bühne in unserem Theater geeignet ist und auch unseren musikalischen Möglichkeiten entspricht. Etwas, das für unser tolles Cherringham Philharmonic machbar ist.«

Ungeachtet der hochtrabenden Bezeichnung handelte es sich weniger um ein Philharmonie-Orchester, sondern eher um eine erweiterte Kammermusik-Gruppe - die sich bisweilen in eine Kapelle verwandelte - mit wenigen Blechbläsern und einer großen Basstrommel als einzigem Trumpf.

Zum Glück waren einige der Musiker wirklich begabt.

Helen fiel etwas ein.

»Du meinst, etwas wie Pagliacci? Machbarer Umfang und .«

»Genau! Das oder Cavalleria rusticana oder Puccinis Gianni Schicchi. Das ist sehr lustig. Aber ich denke, was das Drama und die Musik angeht . ja, Pagliacci trifft es auf den Punkt.«

Lady Repton hob ihren nun fast leeren Manhattan an, um abermals mit Helen anzustoßen.

»Wir holen uns ein oder zwei Gastkünstler. Jemanden für die letzten ein oder zwei Proben. Überleg mal! Eine echte Opernproduktion, hier bei uns. Wir müssten wahrscheinlich an mehreren Wochenenden hintereinander aufführen. Jeder wird kommen wollen!« Sie grinste. »Was meinst du?«

Helen erwiderte ihr Grinsen. Die Idee war ein bisschen verrückt. Aber vielleicht - nur vielleicht - umsetzbar. »Weißt du was? Ich finde . Na ja . ich finde, es ist eine glänzende Idee. Und diese Oper ist ideal!«

Die Dame, deren finanzielle Mittel ein solches Unterfangen möglich machen könnten, klatschte begeistert in die Hände.

»Fabelhaft«, sagte Lady Repton. »Wir können gleich heute Abend mit der konkreten Planung beginnen und .«

Doch in diesem Moment war eine kleine Unruhe aus der offenen Küche zu hören: Mehr Teller wurden durchgereicht, und Julie und die andere Bedienung brachten die nächste Runde »Proben«, während Sam, der Koch,...

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