Sharpes Trafalgar

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. März 2011
  • |
  • 416 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0653-5 (ISBN)
 
Nach seinen Abenteuern in Indien segelt Richard Sharpe an Bord eines englischen Handelsschiffes zurück nach Europa. Schon nach kurzer Zeit auf See überschlagen sich die Ereignisse. Sharpe gerät in die Hände der Franzosen und wird kurz darauf von dem englischen Kapitän Chase befreit. Dieser jagt das französische Kriegsschiff Revenant, das brisante Dokumente an Bord hat. Sharpe schließt sich der Jagd an. Doch am Kap von Trafalgar hat sich die Kriegsflotte der Engländer unter Admiral Nelson gesammelt - die größte Seeschlacht der englischen Geschichte steht bevor, und Nelson braucht jeden Mann.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,50 MB
978-3-8387-0653-5 (9783838706535)
3838706536 (3838706536)
weitere Ausgaben werden ermittelt
KAPITEL 12 (S. 254-255)

Lord William lauschte dem Donnern der Geschütze. Es war unmöglich, aus dem Klang zu schließen, wie die Schlacht verlief, doch es war klar, dass sie eine neue Dimension des Zorns erreicht hatte. »Si fractus inlabatur orbis«, sagte er und blickte zur Decke. Grace schwieg. Lord William lachte. »Ah, komm schon, meine Liebe, sag mir nicht, du hast deinen Horaz vergessen. Das ist eines der Dinge, die mich am meisten an dir ärgern, dass du es nicht lassen kannst, meine Zitate zu übersetzen.«

»Wenn der Himmel herabfällt«, sagte Lady Grace dumpf. »Das ist kaum angemessen. Meinst du nicht auch?«, fragte Lord William ernst. »Ich gebe zu, dass du ›Himmel‹ für orbis nehmen kannst, obwohl ich ›Himmelsgewölbe‹ vorziehen würde, doch das Verb ›herabfallen‹ gefällt mir nicht. ›Einstürzen‹ wäre sicher besser. Du warst niemals die Lateinkennerin, für die du dich gehalten hast.« Er blickte wieder zur Decke, als ein dumpfer Schlag durch das untere Deck hallte.

»Das klingt tatsächlich, als ob der Himmel herabfällt. Hast du Angst? Oder fühlst du dich hier völlig sicher?« Lady Grace gab keine Antwort. Sie hatte keine Tränen mehr, fühlte sich zutiefst niedergeschlagen an diesem Ort, der von Geschützfeuer, Entsetzen, Boshaftigkeit und Hass heimgesucht wurde.

»Ich bin hier sicher«, fuhr Lord William fort, »aber du, meine Liebe, wirst gepeinigt von Ängsten, so sehr, dass du meine Pistole nehmen und sie auf dich selbst richten wirst. Ich werde sagen, dass du eine Wiederholung dieser amüsanten Episode auf der Calliope befürchtet hast, als dein Geliebter dich so tapfer rettete, und ich werde behaupten, dass es mir nicht möglich war zu verhindern, dass du dich selbst tötest. Ich werde natürlich tiefste, jedoch würdige Trauer über dein Ableben mimen. Ich werde darauf bestehen, dass deine kostbare Leiche nach Hause gebracht wird, damit ich dich in Lincolnshire beisetzen kann.

Bei der Beerdigung werden die Pferde vor dem Leichenwagen schwarze Federbüsche tragen, der Bischof wird die Trauerrede halten, und meine Tränen werden deine Gruft benetzen. Dein Grabstein aus feinstem Marmor wird deine Tugenden verkünden. Darauf wird nicht stehen, dass du ein geiles Lotterweib warst, das die Beine für einen gemeinen Soldaten breit gemacht hat, sondern, dass du Weisheit mit Verständnis kombiniert hast, Liebreiz mit Nächstenliebe, und dass du eine Geduld besessen hast, die ein leuchtendes Beispiel für die Weiblichkeit war. Möchtest du die Inschrift in Latein haben?«

Sie sah ihn stumm an. »Und wenn du tot bist, meine Liebe«, fuhr Lord William fort, »und sicher begraben unter einem Grabstein, der deine Tugenden preist, werde ich mich daranmachen, deinen Liebhaber zu vernichten. Ganz langsam und hinterhältig, so raffiniert, dass er niemals erfahren wird, wer die Quelle seines Unglücks ist. Ihn aus der Armee zu entfernen wird einfach sein, aber dann? Ich werde mir etwas ausdenken, und es wird mir ein Vergnügen sein, sein Schicksal zu bestimmen. Ich werde dafür sorgen, dass er aufgehängt wird. Na, wie gefällt dir das?

Vermutlich werde ich nicht in der Lage sein, zu beweisen, dass er den armen Braithwaite umgebracht hat, was zweifellos der Fall gewesen ist, aber ich werde mir etwas anderes einfallen lassen, das ihn bombensicher an den Galgen bringt. Und wenn er dort baumelt und zuckt und in seine Hosen pinkelt, werde ich lächelnd zuschauen und mich an dich erinnern.« Sie starrte ihn immer noch stumm an, das Gesicht ausdruckslos. »Ich werde mich an dich erinnern«, wiederholte er.

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