Historical Saison 06

Mitgiftjäger wider Willen / Das Geständnis der verlorenen Braut / Stürmische Herzen im Herbst
 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 6. August 2011 | 384 Seiten
 
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978-3-86349-245-8 (ISBN)
 
Mitgiftjäger wider Willen von CORNICK, NICOLA
Heiraten? Ein Graus! Die hübsche Cassie zeigt sich von ihrer frechsten Seite, um die Mitgiftjäger abzuschrecken. Aber was sie diesen Herbst auch ausheckt: Einen Mann scheint sie nicht zu vergraulen, sondern zu bezaubern. Peter, Viscount Townend, wirbt beharrlich um sie ...

Das Geständnis der verlorenen Braut von ROLLS, ELIZABETH
Major Anthony Lyndhurst traut seinen Augen nicht: Die betörende Schönheit, die unter falschem Namen zu seiner House Party erscheint, ist tatsächlich seine Ehefrau Georgiana! Vor vier Jahren war sie spurlos aus seinem Leben verschwunden. Doch er liebt sie noch immer ...

Stürmische Herzen im Herbst von MAITLAND, JOANNA
Getarnt als Zofe, verschafft Amy sich Einlass auf Lyndhurst Chase. Sie sucht ihren Bruder - und entdeckt stattdessen einen unbekleideten Fremden im Ankleidezimmer des Gastgebers. Gegen ihren Willen spürt sie ein erregendes Prickeln beim Anblick dieses geheimnisvollen Mannes ...
Historical Romane
Deutsch
0,54 MB
978-3-86349-245-8 (9783863492458)
3863492455 (3863492455)

PROLOG

Major Anthony Lyndhurst

lädt für den 30. September 1819

herzlich zu einer House Party

nach Lyndhurst Chase

u. A. w. g.

September 1819

"Ich muss dich um einen Gefallen bitten, Peter", sagte Benedict Townend, Marquis of Quinlan, zu seinem ältesten Sohn. "Die Sache ist verdammt ärgerlich, aber nicht zu ändern. Es gibt keinen anderen Ausweg, und ich kann es nicht selbst erledigen. Der Alkohol, du weißt schon." Leicht angeekelt deutete er mit einer Flasche süßen Weins auf seinen Schritt. "Schlecht für die Männlichkeit. Macht verflucht schlapp."

Peter, Viscount Townend, stellte die weiße Einladungskarte aus edlem Papier wieder auf den Kaminsims des Gesellschaftszimmers, auf dem bereits all die anderen Einladungen aufgereiht waren, die zur Teilnahme an den letzten Festivitäten und gesellschaftlichen Höhepunkten der Saison aufforderten. Noch immer war der Marquis of Quinlan in einigen Häusern willkommen, obwohl sich seine Angewohnheit, den Weinkeller des Gastgebers leer zu trinken, längst herumgesprochen hatte. Allerdings nahm er seit geraumer Zeit keine Einladungen mehr an und verließ nur noch ganz selten das Haus.

Peter drehte sich zu seinem Vater um. Er war tief in seinen Lehnstuhl neben dem marmornen Kamin gesunken. Seine rechte Hand lag auf dem Griff eines abgenutzten Gehstocks, während er mit der Linken den Flaschenhals umfasste. Er verzichtete auf ein Weinglas und kippte die Flasche alle paar Minuten gegen seine leicht geöffneten Lippen. Er trug einen Morgenmantel, auf dem Jagdszenen abgebildet waren, und sein zerzaustes Haar war schon lange nicht mehr mit einem Kamm in Berührung gekommen.

Die Aufmachung des Marquis passte auf erschreckende Weise zu den dekadenten Wandmalereien, dem Reigen nackter Putti und mäßig bekleideter Schäferinnen. Weder Quinlan House noch sein Besitzer waren für einen verfeinerten Stil bekannt.

Peter hingegen kleidete sich elegant und maßvoll, als ob er unbewusst gegen die Ausschweifungen des Vaters rebellierte. Er trug einen strengen dunkelblauen Gehrock und helle Pantalons und wirkte inmitten des barocken Prunks wie ein Fremdkörper.

"Mein Mitgefühl ist Ihnen gewiss, Sir", erwiderte Peter höflich. "Aber ich weiß nicht, wie ich Ihnen helfen könnte."

"Du musst eine reiche Erbin heiraten", erklärte der Marquis und wischte sich den Mund mit dem Ärmel ab. "Heiraten, die Braut ins Bett legen, die Ehe vollziehen ."

"Ich verstehe, Sir", unterbrach Peter seinen Vater, um ihn an weiteren Ausführungen zu hindern. "Sie haben diese Bitte bereits vor einiger Zeit ausgesprochen."

"Diesmal bitte ich dich nicht, ich befehle es dir", fuhr ihn der Marquis gereizt an. "Ich will kein ewiges Hin und Her! Die Sache muss baldmöglichst in trockenen Tüchern sein."

Peter musterte ihn nachdenklich. Sein Vater wich den Blicken bewusst aus und konzentrierte sich ganz darauf, mit zittriger Hand die Falten seines Morgenmantels zu glätten. Wie immer verspürte Peter eine Mischung aus Abscheu und tiefem Mitleid. Seit Jahren trank der Marquis of Quinlan sich ins Grab und stellte seinen Besitz dem Untergang anheim.

Das Ausmaß des Problems war Peter erst bewusst geworden, als er vier Jahre zuvor aus dem Krieg zurückgekehrt war. Der körperliche Verfall seines Vaters hatte ihn furchtbar erschreckt. Doch all seine Bemühungen, den Marquis von der Flasche fernzuhalten, erwiesen sich als vergeblich. Um den Entwöhnungsprozess zu unterstützen, hatte er verschiedene Ärzte kommen lassen, die sich einen Ruf als Experten erworben hatten. Aber der Marquis hatte sie alle rasch abgefertigt, indem er rundheraus erklärte, dass ihm seit dem Tod von Peters Mutter nichts mehr bedeute als sein Weinkeller und er keinesfalls beabsichtige, daran etwas zu ändern.

Peter versuchte, ruhig zu bleiben. "Warum auf einmal diese Eile, Sir?"

Unruhig rutschte der Marquis auf dem Sessel hin und her, als ob er auf heißen Kohlen säße. Er hob die Flasche, bemerkte, dass sie leer war und ließ den Kopf auf die Brust sinken.

"Bank . Hypothek . Aufkündigung . keine weiteren Kredite .", waren die einzigen Wörter, die Peter aus dem undeutlichen Gemurmel seines Vaters heraushören konnte, aber sie reichten ihm völlig aus, um den Ernst der Lage zu erkennen. Der Marquis of Quinlan war bankrott.

"Wie viel?", fragte Peter leise.

Der Marquis wand sich und stöhnte, gab aber immerhin eine verständliche Antwort. "Dreißigtausend."

Im Geiste verdoppelte Peter die Zahl, um eine halbwegs realistische Einschätzung zu haben. Er verzog keine Miene. Als Erbe des verarmten Marquisats war ihm klar gewesen, dass die Aussicht auf seinen Titel eines Tages im Austausch für das Vermögen einer Dame zu Markte getragen würde. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, dass er zu diesem Schritt mit solch rücksichtsloser Hast getrieben werden würde. Dazu gab es nicht mehr viel zu sagen. Sein Vater hatte sein Erbe den Bach hinuntergehen lassen, und sofern er noch irgendetwas davon retten wollte, musste er unverzüglich heiraten.

Triumphierend zog der Marquis eine weitere Flasche unter dem Tischchen aus Walnussholz hervor und hob sie in die Höhe, als wollte er ein Prosit ausrufen. "Kein Grund zur Sorge, mein Junge. Du musst nicht lange herumpirschen, denn ich bin bereits für dich fündig geworden! Eine besonders fette Taube habe ich dir ausgesucht, du brauchst nur noch dein Gewehr herauszuholen und ."

"Bitte ersparen Sie mir Ihre Jagdmetaphern, und kommen Sie zur Sache", schnitt ihm Peter das Wort ab. Und spöttisch fügte er hinzu: "Wer ist die Glückliche, die Sie für mich auserwählt haben?"

"Es ist Anthony Lyndhursts Cousine", erwiderte der Marquis. "Nimm direkt den Ehevertrag mit meiner schriftlichen Einwilligung mit, dann kann alles geschwind erledigt werden, und keine Anstandsdame wird dir Hindernisse in den Weg legen."

Peter starrte auf die weiße Einladungskarte auf dem Kaminsims, deren schwarze Buchstaben bereits sein unausweichliches Schicksal anzukündigen schienen. Lyndhursts Cousine. Er runzelte die Stirn und versuchte, sich an die Lyndhurst-Familie zu erinnern.

"Ich wusste gar nicht, dass Anthony Lyndhurst noch enge weibliche Verwandte hat", sprach er langsam. "Ich dachte, der Earl of Mardon und sein Bruder, dieser William Lyndhurst-Flint, seien seine nächsten Angehörigen."

"Cousine ersten oder Cousine zweiten Grades, was macht das für einen Unterschied?" Der Marquis zuckte mit den Schultern, wodurch das wilde Muster seines Morgenmantels in Bewegung geriet. "Dieses Mädchen ist reich wie Krösus. Das ist das Einzige, was zählt."

"Und hat sie auch einen Namen, Sir?", erkundigte sich Peter mit einem bitteren Unterton in der Stimme.

Der Marquis hielt inne und wirkte ein wenig aus dem Konzept gebracht. "Einen Namen? Da es üblich ist, wird sie wohl einen haben. Nur dass er mir jetzt, verflucht noch einmal, nicht einfällt." Er trank einen Schluck Wein. "In der Familie Lyndhurst gibt es viel böses Blut und Schändlichkeit, aber das ist nicht zu ändern. Für ein Vermögen von einhunderttausend Pfund würde ich auch meinen Segen geben, wenn du den Teufel persönlich heiraten würdest."

"Sehr großzügig von Ihnen, Sir", murmelte Peter. Er fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Einhunderttausend Pfund. Das war eine gewaltige Summe.

Mit diesem Vermögen konnte er die Quinlan-Ländereien auf Vordermann bringen. Die neuesten agrarwirtschaftlichen Ideen, für die er sich so begeisterte, ließen sich damit in die Tat umsetzen. Es war eine verlockende Vorstellung. Früher war sein Vater ein guter Grundherr gewesen, bevor er der Trunksucht anheimfiel. Seitdem hatte er sich nicht mehr um die Landwirtschaft und um seine Besitztümer gekümmert.

"Ein Zeitvertreib für Landadlige", hatte der Marquis abgewinkt, als Peter ihn dazu bewegen wollte, dass er selbst die vernachlässigte Wirtschaft von Quinlan auf Vordermann brachte. "Das ist alles schön und gut für Landbarone, aber keine Beschäftigung für einen Viscount. Lass es gut sein."

Nach dieser Unterredung hatte Peter getan, was in seiner Macht stand, um wenigstens die Not der Pächter zu lindern. Dabei war ihm bewusst, dass sein Vater seine Einmischung missbilligte. Offenkundig wäre es dem Marquis weitaus lieber gewesen, wenn sein Sohn sich in der Stadt verlustiert, Frauen verführt und keinen Handschlag getan hätte, um den Familienbesitz zu retten, der durch schlechte Bewirtschaftung und lasterhafte Verschwendung völlig heruntergekommen war. Müßiggang schien in den Augen seines Vaters für einen verarmten Viscount das Angemessene zu sein.

Peters Vision von ländlichem Glück verschwand sofort wieder vor seinem inneren Auge. Niemals würde er diesen Traum mit dem Geld seiner künftigen Ehefrau verwirklichen. Vielleicht war er zu stolz, doch es ging ihm einfach gegen den Strich. Falls er eine Erbin heiratete, würde er so wenig wie möglich von ihrem Vermögen anrühren, lediglich die dringendsten Schulden begleichen und nur ein paar kleine Verbesserungen für die...

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