Glückswolkenträume

Roman
 
 
dotbooks Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Mai 2020
  • |
  • 296 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96148-884-1 (ISBN)
 
Mehr als nur eine schrecklich nette Familie: Der humorvolle Feelgood-Roman »Glückswolkenträume« von Marte Cormann jetzt als eBook bei dotbooks. Für Marlen läuft eigentlich alles perfekt: Die junge Journalistin macht Karriere, bewohnt ein wunderschönes Loft - und ums Eck gibt es den besten Italiener der Stadt, wo sie sich gemeinsam mit ihren besten Freundinnen ungestört über Männer und andere Zeitvertreibe amüsieren kann. Doch dann nimmt das unbeschwerte Single-Leben eine rasante Wendung, als Marlen sich durch eine Verkettung verrückter Zufälle mit einem Mal um ein kleines Baby kümmern muss! Dass sie keinerlei Ahnung von Kindererziehung hat, hält Marlen nach anfänglichen Zweifeln nicht davon ab, mit der bezaubernden kleinen Lisa und ihren Freundinnen eine chaotische, aber herzliche Patchwork-Familie zu bilden. Was nun noch fehlt? Ein Papa für Lisa! Und vielleicht könnte der auch Marlens Herz zum Tanzen bringen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der gefühlvolle Feelgood-und Freundinnen-Roman »Glückswolkenträume« von Marte Cormann. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
  • Deutsch
  • 1,78 MB
978-3-96148-884-1 (9783961488841)
Marte Cormann, geboren 1956 in Düsseldorf, begann neben ihrer Karriere als Verwaltungswirtin schon 1993 mit dem Schreiben von Romanen und Drehbüchern. Ihr erster Roman, »Ein Buchclub zum Verlieben«, wurde erfolgreich für das ZDF verfilmt. Die Autorin im Internet: www.martecormann.de. Marte Cormann veröffentlichte bei dotbooks bereits die folgenden Romane: »Cappuccinoküsse« »Glückswolkenträume« »Sommerglück und Liebeszauber« »Sommerregenzauber« »Ein Buchclub zum Verlieben« »Liebeszauber à la Carte« Daneben veröffentlichte sie einen Sammelband mit schwarzhumorigen Kurz-Krimis: »Bis der Tod euch scheidet« Unter dem Pseudonym Liza Kent veröffentlichte sie auch den Roman »Die Liebe der Zeitenwanderin«.

Kapitel 1


». Herr Weber wird uns gegen Ende des Jahres verlassen. Könnten Sie sich vorstellen, wer für seine Nachfolge in Frage kommt?«

»Ich!« rutschte es Marlen Sommer heraus. Sie war verantwortliche Redakteurin für den Bereich Reportagen bei der Frauenzeitschrift pleasure. Im selben Augenblick brach ihr vor lauter Aufregung auch schon der Schweiß aus, und ihr Herz schlug mindestens drei Takte schneller als sonst. Das Vier-Augen-Gespräch im Büro ihrer Chefin entwickelte eine überraschende Dynamik. Angelika Weigold, pleasure-Chefredakteurin, hatte sie mit dieser Frage völlig überrumpelt. Zwar munkelten Insider schon seit einiger Zeit hinter vorgehaltener Hand, der stellvertretende Chefredakteur habe ein lukratives Angebot von einem Privatsender erhalten, doch solche Gerüchte gehörten zum Redaktionsalltag. Lichtblicke im täglichen Einerlei der Routinearbeit.

Angelika Weigold beobachtete Marlen schmunzelnd. Selbstverständlich hatte sie damit gerechnet, daß ihre junge Kollegin den Hut in den Ring werfen würde. Marlen brannte vor Ehrgeiz. Und sie schrieb gut, sogar verdammt gut. Hervorragende Recherchen und eine flüssige, anschauliche Schreibe prägten ihren ganz persönlichen Stil. Doch leider ließ sie sich noch zu häufig von ihren Emotionen mitreißen, selbst dann, wenn eigentlich journalistische Abgeklärtheit gefragt war. Doch mit zunehmendem Alter und wachsender menschlicher Reife würde sie zu den Top-Journalistinnen in Deutschland zählen, da war Angelika Weigold sich sicher.

»Sie wissen, was ein solcher Job mit sich bringt? Einsatz, Einsatz und noch einmal Einsatz. Wie alt sind Sie?«

Irritiert schlug Marlen die Beine übereinander. »Mitte Dreißig.« Angelika Weigold sondierte das Terrain, soviel stand fest, doch welche Antworten wollte sie hören? Vermutlich nicht, daß Marlen von Ehe und Kindersegen träumte. »Und bevor Sie weiter fragen«, fuhr sie daher entschlossen fort, »solange ich denken kann, träume ich davon, eines Tages als Chefredakteurin für mein eigenes Blatt verantwortlich zu sein .«

». Sie haben es also auf meine Position abgesehen, mit anderen Worten?!« warf die Weigold ein, wobei ein süffisantes Lächeln um ihre Lippen spielte.

Nervös bemerkte Marlen ihren Schnitzer. Prompt begannen rote, unangenehm juckende Flecken ihren Hals hinaufzukriechen. Zum Glück würden sie unter dem buntgeblümten Seidentuch, das sie über dem Blazer trug, für die Weigold unsichtbar bleiben. Die war und blieb eben ein alter Drachen. Die winzigste Blöße reizte sie zum Angriff. Doch in Marlen sollte sie sich getäuscht haben. So rasch ließ sie sich nun auch wieder nicht ins Boxhorn jagen.

»Ich habe nicht gesagt, daß ich Ihren Platz einnehmen möchte. Aber wie jeder Mensch habe ich meine Träume. Und der Weg nach oben führt nun mal über die Stellvertretung. Einmal ganz davon abgesehen, daß ich für den Job die absolut Beste bin«, schloß sie selbstbewußt. Aber eigentlich hatte sie doch was anderes sagen wollen? Ach ja. »Und Kinder kommen für mich überhaupt nicht in Frage.« Ihre letzten Worte unterstrich sie mit einer energischen Handbewegung. Am liebsten hätte sie noch hinzugefügt, daß sie nicht wie ihre Mutter Büro gegen Herd tauschen wollte. Um später dann bei ihrer Tochter ewige Dankbarkeit einzufordern . Doch was ging die Weigold ihre Familiengeschichte an?

»Falsche Bescheidenheit gehört jedenfalls nicht zu Ihren Fehlern«, entgegnete diese. »Sie scheinen zu wissen, was Sie wollen. Mich brauchen Sie allerdings nicht vonIhren Fähigkeiten zu überzeugen, ich kenne ihren Wert. Im Gegensatz zu den Herren im Vorstand, die über Ihre Bewerbung zu entscheiden haben.« Dann schrieb sie in großen, fließenden Buchstaben auf ein Blatt Papier.

»Vermutlich haben außer mir noch andere Kollegen Interesse an der Stelle?« versuchte Marlen ihre Chancen auszuloten.

Doch die Weigold ließ sich nicht aus der Reserve locken. Statt dessen reichte sie Marlen das Blatt Papier, auf dem nun das Wort >Umstrukturierung< zu lesen war. »Hierüber sollten Sie sich Gedanken machen, wenn Sie sich ernsthaft bewerben wollen. Unsere Abonnentenzahlen sinken. Der Vorstand erwägt die Umstrukturierung von pleasure. Das Blatt soll moderner werden, hart am Wind der Zeit, sozusagen. Ein Magazin für die moderne, berufstätige Frau, die weiß, was sie will. Legen Sie Ihre Vorschläge schriftlich dar, möglichst mit Kostenanalyse. Leistung und Kreativität setzen sich immer durch.« Die Weigold zog eine prallgefüllte Unterschriftsmappe zu sich heran. Die Audienz war beendet.

Marlen verstand den Wink, trotzdem fragte sie: »Bis wann hätten Sie die Unterlagen gerne?«

»Am liebsten noch gestern, Marlen. Und um Ihre Frage nach weiteren Kandidaten zu beantworten: Wem aus der Redaktion trauen Sie diesen Job denn noch zu?«

Marlen schluckte trocken. Die Weigold war wirklich ein gemeines Aas. Erwartete sie ernsthaft von ihr, daß sie ihre Gegenkandidaten selbst in den Sattel hob? Doch andererseits - was hatte sie schon zu verlieren? Ihr eigener Ruf war tadellos und für den Vorstand würde sie eine Analyse vorbereiten, die alle überzeugte. Wenigstens hoffte sie das. Da konnte es auf keinen Fall schaden, auch mit Menschenkenntnis zu glänzen. Und mit sachlicher Unvoreingenommenheit. Dennoch blieb ein flaues Gefühl im Magen, als sie sagte: »Ich könnte mir Frau Kranach als mögliche Bewerberin vorstellen. Sie ist ehrgeizig und zielstrebig.« Allerdings würde Marlen sich eher die Zunge abbeißen, als auch nur ein positives Wort über die Arbeit der Kranach zu verlieren. Die war in ihren Augen nämlich unter Standard.

»Interessante Einschätzung«, antwortete die Weigold, ohne eine Miene zu verziehen. Dann schlug sie die Mappe auf und setzte ihre Unterschrift unter das erste Schreiben. Doch wiederum unterbrach sie sich. »Übrigens erwarte ich von meiner künftigen Stellvertreterin absolute Loyalität, Offenheit und die Fähigkeit zur Teamarbeit. Eine Bewerberin, die neben herausragender Leistung diese Eigenschaften mitbringt, verdient meine absolute Unterstützung.«

Behutsam zog Marlen die Tür hinter sich ins Schloß.

Hurra!!!!

»Wohl zuviel Tennis gesehen, gestern Abend?« grinste Rabuske, das Redaktionsfaktotum, als er Marlen dabei ertappte, wie sie in typischer Boris-Becker-Manier den Arm hochriß.

Übermütig strahlte sie den alten Mann an. »Von wegen Tennis. Die größten Schlachten werden heutzutage in den Büros geschlagen, Herr Rabuske.«

»Da haben Sie wohl recht«, nickte Rabuske eifrig. »Wissen Sie, was Meier aus der Fünften sich gestern Nachmittag wieder geleistet hat?«

Bloß das nicht! Rabuske kam im ganzen Haus herum und war daher eine schier unerschöpfliche Quelle für Bürotratsch aller Art. Doch im Augenblick stand Marlen wirklich nicht der Sinn danach.

»Keine Zeit, Herr Rabuske, ich muß dringend aufs Klo!« Marlen rettete sich hinter die Tür mit dem D-Schild. Marmorlook und saubere Waschbecken empfingen sie. Selbst die Kloschüssel funkelte wie frisch poliert. Ganz eindeutig Chefetage. Dagegen das Klo unten auf dem Sklavengang, dort wo auch sie ihr Büro hatte .

Aus dem Spiegel leuchtete ihr das Gesicht einer hinreißenden Frau entgegen. Erfolg macht schön, Marlen Sommer, du bist der lebende Beweis dafür, stellte sie verblüfft fest. Nun gut, ihre braunen, naturgelockten Haare trug sie schon seit Jahren bis auf die Schultern, doch trotz unablässiger Intensivpflege hatten sie noch nie so geglänzt wie heute. Ganz zu schweigen von ihren himmelblauen Augen, die mit den Diamantsplittern in ihren Ohrclips um die Wette funkelten. Sie würde Weber beerben, das schwor sie sich beim Anblick ihres Spiegelbildes. Sie war gut, sie war besser, sie war unschlagbar. Außerdem war die Weigold auf ihrer Seite, da war Marlen sich sicher. Auch wenn sie das nicht ausdrücklich gesagt hatte. Aber mehr als ihre letzte Bemerkung war von der damenhaft distanzierten Weigold auch nicht zu erwarten. Jetzt brauchte sie nur noch die Herren aus dem Vorstand zu überzeugen. Ob sie Rabuske schon um Umzugkartons bitten sollte?

»Oh Verzeihung, ich muß mich in der Tür geirrt haben?!«

Beim Klang der sonoren Männerstimme fuhr Marlen erschrocken herum. Sprachlos starrte sie den Fremden an, der in seiner stattlichen Länge den Türrahmen ausfüllte und nun unschlüssig einen Schritt zurück auf den Hur trat. Mit einem Blick auf das >D< vergewisserte er sich, daß tatsächlich er es war, der sich geirrt hatte. Verwundert schüttelte er den Kopf.

»Nichts für ungut«, murmelte er noch einmal hastig, fort war er.

Durchaus attraktiv, wahrscheinlich irgendein Promi auf Redaktionsbesuch, überlegte Marlen auf dem Weg zurück in ihr Büro. Schade, wenn man Rabuske brauchte, war er nirgends zu sehen. Er würde ihr bestimmt sagen können, wer der große Unbekannte war.

»Na, war's schlimm?« erkundigte Tanja sich mitfühlend bei ihr. Tröstend bot die Redaktionssekretärin Marlen eine Tasse mit frisch aufgebrühtem Kaffee an. Sie machte keinen Hehl aus ihrer Neugier. Die Vier-Augen-Gespräche bei der Weigold genossen legendären Ruhm, denn selten bedeuteten sie etwas Gutes. In der Regel hagelte es dann kompromißlose und mitunter ätzende Kritik, während sie ihre seltenen Belobigungen stets vor versammeltem Redaktionsstab verlieh. Ebenfalls ein zweischneidiges Vergnügen. Wer wollte schon als Streber der Nation den hämisch-neiderfüllten Blicken seiner Kollegen ausgesetzt werden?

Marlen verschanzte sich hinter einer betont gleichmütigen Miene und stöckelte an Tanja vorbei in ihr Büro. Um gleich darauf noch einmal den Kopf herauszustecken.

»Eine neue Artikelserie, nichts Besonderes. Bitte sorg dafür,...

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