Die gekaufte Braut des Griechen

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Januar 2018
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-0991-4 (ISBN)
 
Er sieht aus wie ein griechischer Gott! Atemlos beobachtet Calli den Mann, der die Poolanlage der Villa sanieren wird, in der sie arbeitet. Eigentlich hat sie nach einer desaströsen Affäre der Liebe abgeschworen. Doch Stavros ist zu sexy, um ihm zu widerstehen, und in spätestens zwei Wochen wird er sowieso aus ihrem Leben verschwinden. Also genießt sie seinen heißen Kuss. Ein Fehler? Denn kaum hat Stavros das Projekt abgeschlossen, zeigt er sein wahres Gesicht: Er ist ein Milliardär undercover - und macht ihr ein ungeheuer unmoralisches Angebot ...
  • Deutsch
  • 1,70 MB
978-3-7337-0991-4 (9783733709914)
3733709918 (3733709918)

1. KAPITEL

Viereinhalb Monate später .

In einer elfenbeinfarbenen aufblasbaren Muschel trieb sie im Pool in der Sonne, ihr Einteiler mit dem geometrischen Muster in Pink und Grün ein starker Kontrast zu ihrer gebräunten Haut. Ihr schwarzes Haar hing ins Wasser. Sie hatte eine Sonnenbrille aufgesetzt und die Fußnägel knallrot lackiert.

Sie schlief.

Stavros musterte ihre perfekte Figur ausgiebig, Verlangen regte sich. Er malte sich aus, wie er ins Wasser tauchen und sie aus ihrer Muschelschale in seine Arme drehen würde, sie entführen würde wie ein Gott der Mythen eine Nymphe entführte, und wie er sie dann auf der Korbliege lieben würde, vom künstlichen Wasserfall vor neugierigen Blicken geschützt. Das Plätschern des Wasserfalls war auch der einzige Laut in dem von hohen Mauern umschlossenen Innenhof. Die fallenden Tropfen blendeten jedes andere Geräusch aus.

Leise stellte Stavros die Werkzeugkiste ab, dazu Vorschlaghammer, Schaufeln, Klebekomponenten, dann riskierte er noch einen langen Blick. So ein Job als Poolboy war vielleicht doch nicht so schlecht, auch wenn er gestern Abend noch in dem winzigen Ein-Zimmer-Apartment - ohne Klimaanlage! - gestanden und Sebastien laut verflucht hatte.

Seine zweiwöchige Herausforderung hatte begonnen. Sein Zuhause für diese Zeit lag direkt über einer Kaffeerösterei, und noch hatte er nicht entschieden, was schlimmer war - Fenster geöffnet oder geschlossen. Der Geruch war in beiden Fällen penetrant. Beim Prüfen seiner Ausstattung hatte er es auf jeden Fall offen gelassen.

Zumindest war er durch Antonio vorgewarnt gewesen. Da Antonio nach Mailand geschickt worden war, hatte Stavros bereits vermutet, dass er nach Griechenland "versetzt" werden würde, und ja, hier war er also.

Immerhin verschaffte ihm diese Wette eine Auszeit. Ihm war gleich, ob er dabei seine Yacht verlor, und wenn Sebastien seine großzügige Geste wahrmachen wollte, dann konnte er das auch ohne ihn tun.

Stavros war inzwischen von so vielen Klippen und aus so vielen Flugzeugen gesprungen, da hätte es ein Leichtes sein müssen, den Fuß von der Fähre auf die Insel seiner Geburt zu setzen. Doch er hatte gezögert . und war sich wie ein Feigling vorgekommen. Er hatte sich zwingen müssen, von Bord zu gehen und zu dem Apartment zu laufen, in dem er ein prähistorisches Mobiltelefon und ein Bündel Bargeld - zweihundert Euro - vorgefunden hatte, genau wie Antonio damals. Doch während Antonio mit Blaumann und klobigen Arbeitsschuhen ausgestattet worden war, waren Stavros Surf-Shorts und Badelatschen zur Verfügung gestellt worden.

Zwei Wochen ohne Vermögen und den bekannten Namen war eine Sache, aber dass er auch seine Würde am Empfang hatte abgeben müssen .! Dieser Aufzug war schlicht geschmacklos - gelb-weiß gestreifte Shorts und kanariengelbe T-Shirts. Den griechischen Schriftzug auf dem T-Shirt las Stavros ebenso flüssig wie jedes englische Wort: Zante Pool Reinigung. Sebastien hatte wirklich Nerven! Stavros als Poolboy?

Mit dem Uralt-Handy hatte er Fotos geschossen und sie an Antonio und Alejandro geschickt, darunter der Text: Ist das ernst gemeint?

Ja, war es wohl. Antonio hatte bei der Herausforderung seinen Sohn entdeckt. Welche Überraschung stand Stavros also bevor? Ein Kind, von dem er nichts wusste, sicher nicht. Mit zwölf war er von der Insel nach Amerika geholt worden, und zu dem Zeitpunkt hatte er gerade einen ersten Kuss gewagt. Von da an allerdings war Risikobereitschaft zu seinem zweiten Vornamen geworden. Seine Unschuld hatte er mit vierzehn mit einer älteren Schülerin der Privatschule, die er besuchte, verloren. Sie hatte dunklen Eyeliner und roten Lippenstift bevorzugt - und Jungs, die wissbegierig lernen wollten, wie man einer Frau Vergnügen bereitete. Ganz besonders hatte sie rebellische Jungs gemocht, und zu denen gehörte er auf jeden Fall.

Ein Jahr später hatte er die Sekretärin seines Großvaters verführt sowie die Nanny seiner jüngsten Schwester. Stolz war er nicht darauf, aber er bereute es auch nicht. In jenen Tagen war Sex eines von den wenigen Dingen gewesen, die ihn glücklich gemacht hatten.

Eine heiße Affäre mit der Frau dort in der Muschel würde die nächsten vierzehn Tage jedenfalls sehr viel erträglicher machen.

Erneut meldete sich Ärger an. Bei diesen zwei Wochen ging es nicht nur einfach darum, wie Otto Normalverbraucher zu leben. Sebastien hatte ihm eine Nachricht hinterlassen:

Vielleicht erinnerst du dich noch an unser Gespräch letztes Jahr, als ich mich von dem Lawinenunglück erholte. Du hattest einen ganz exquisiten Scotch geöffnet, dafür möchte ich dir nochmals danken.

Damals hast du mir erzählt, dass deine Entschlossenheit, mich aus dem Schnee auszugraben, daher rührte, dass du deinen Vater verloren hast. Du hast mir auch anvertraut, wie sehr du es deinem Großvater verübelst, dass er dich nach New York geholt und dir einen amerikanischen Namen aufgezwungen hat. Ich vermute, du wolltest mir damit sagen, dass du nicht wirklich Lust hast, sein Erbe zu sein.

Damals hatte Sebastien ihn kritisiert, keine Wertschätzung für Familie und Tradition zu besitzen, schließlich hatte Sebastien das nie gekannt. In der Notiz hieß es weiter:

Deshalb erfülle ich dir heute deinen Wunsch. Für zwei Wochen existiert Steve Michaels mit all seinem Geld und Einfluss nicht mehr. Du bist Stavros Xenakis und arbeitest als Poolboy für Zante Pool Reinigung. Melde dich morgen früh um sechs im Laden, liegt gleich am Ende der Straße.

Antonio hat die zwei Wochen überstanden, ohne dass seine Tarnung aufgeflogen ist, so habe ich ein Drittel der fünf Milliarden für den Rettungsdienst festgeschrieben. Sieh zu, dass dir das auch gelingt, Stavros. Du könntest damit Leben retten. Und nutze die Zeit, um Frieden mit deiner Vergangenheit zu schließen.

Sebastien

Stavros war noch lange wach geblieben, teils wegen des Jetlags, hauptsächlich aber, weil er hin und her überlegte, wie er sich aus der Wette herauswinden konnte. Außerdem war es viel zu heiß zum Schlafen, und so wälzte er sich auf dem schmalen Bett hin und her. Nur sein eigenes Ehrempfinden ließ ihn schließlich die Situation akzeptieren und noch ein paar Stunden Schlaf finden.

Früher als nötig hatten die ihm direkt ins Gesicht scheinenden ersten Sonnenstrahlen ihn dann geweckt, und bei den vorbeirumpelnden Lastern brauchte man ohnehin keinen Wecker. Mit Abscheu hatte er staubtrockenes Müsli hinuntergewürgt - Milch musste er erst noch besorgen - und sich auf dem Weg zur "Arbeit" einen Kaffee to go gekauft.

Ionnes, sein Chef, hatte ihm dann ein Clipboard mit dem Auftrag und eine Landkarte in die Hand gedrückt. Dann hatte er ihm einen Schlüssel vor die Nase gehalten, auf den Pick-up mit Material und Werkzeug gezeigt und ihn gewarnt, alles Notwendige vor Ort zu entladen, da ihm der Truck ab morgen nicht mehr zur Verfügung stand.

Zu gern hätte Stavros sich da schon ein Flugticket nach Hause besorgt, aber seine Kreditkarte lag, wie verlangt, in New York. Nun, seit der Universitätszeit hatte er viele von Sebastiens Herausforderungen gemeistert, und keine davon hatte ihn umgebracht, oder?

Dennoch wurde ihm die Kehle eng, als er, der Straßenkarte folgend, zu der Adresse fuhr. Die Hügel und Kurven kannte er nur zu gut, sie waren in seine Erinnerung gebrannt, auch wenn er das letzte Mal vor achtzehn Jahren hier gewesen war. Vielleicht ging es hier gar nicht darum, dem eigenen Tod zu trotzen, sondern dem Verlust seines Vaters und den düsteren Erinnerungen, sich den Veränderungen an dem Heim zu stellen, in dem sie gelebt hatten, bis das Kentern eines Bootes ihrer aller Leben abrupt und für immer geändert hatte.

Die Villa war gut gepflegt, wenn auch bescheiden im Vergleich zu seiner jetzigen Bleibe. Für seine Mutter war es damals das Traumhaus gewesen. Sie war ein einfaches Mädchen aus einem Fischerdorf hier auf der Insel gewesen, hatte darauf bestanden, dass ihr Mann dieses Haus als Basis nutzte, um bei seiner Familie Entspannung zu finden. Ihrer Meinung nach war er ein Workaholic gewesen, der die eigene Familie aus den Augen verlor, weil er zu viel Zeit in Amerika verbrachte, um sich um das Familienunternehmen drüben zu kümmern.

Schon damals war die Villa nicht neu gewesen, vieles hatte repariert und erneuert werden müssen. Stavros hatte den Auftrag vom Vater erhalten, die Auffahrt neu zu pflastern, während sich die Mädchen zusammen mit der Mutter des Gartens angenommen hatten. Inzwischen rankte sich die Bougainvillea wuchernd über die weißen Hauswände.

Die Erinnerungen waren so schmerzhaft, dass Stavros minutenlang im Truck sitzen blieb und am liebsten den Rückwärtsgang eingelegt hätte. Aber wohin sollte er? Zurück zu seinem Großvater, um sich von dem kritischen Blick sezieren zu lassen, weil sein Vater nicht mehr da war, um das Erbe anzutreten?

Stavros verfluchte Sebastien laut und überflog den Arbeitsauftrag. Nein, er sollte nicht den Pool reinigen, sondern zerbrochene Fliesen austauschen. Déjà-vu mit Pflasterarbeiten! Die Herrin des Hauses würde ihn einweisen.

Er schnaubte angewidert. Er hasste es, wenn jemand ihm sagte, was er zu tun hatte!

Da keine Reaktion erfolgte, als er an der Haustür klingelte, ließ er sich durch das Gartentor ein und ging die Stufen in den Seitenhof mit Blick aufs Meer hinunter. Die schlafende Venus in ihrer Muschel bemerkte seine Ankunft nicht.

Noch ein Blick über ihren Astralkörper,...

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