Der Aufstieg der wissenschaftlichen Diktatur

Eine Untersuchung epistemischer Autokratie vom 19. bis zum 21. Jahrhundert
 
 
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  • 1. Auflage
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  • erschienen am 21. April 2020
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  • 426 Seiten
 
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978-3-7519-0881-8 (ISBN)
 
Das Sachbuch "Der Aufstieg der wissenschaftlichen Diktatur" zeichnet die Entstehungsgeschichte moderner Technokratien nach. Es handelt sich dabei um Regierungsformen, die streng an "wissenschaftlichen" Kriterien ausgerichtet sind bzw. sich der Erkenntnisse der modernen Wissenschaften zur Manipulation, Konditionierung und Steuerung der Massengesellschaften bedienen - beispielsweise der Soziologie, der Psychologie sowie der Naturwissenschaften.

Die Autoren belegen anhand zahlreicher Quellen die historischen, verdeckten (geo)politischen Hintergründe und ideologischen Grundlagen heutiger Regierungssysteme, die schlußendlich in einer "Global Governance", einer "Weltregierung" verschmolzen werden sollen - einer, wie Aldous Huxley sich einmal ausdrückte, "Wissenschaftlichen Diktatur", geführt von "Experten" - einer technokratisch-technologischen Elite. Oder in drei Worten: "Schöne neue Welt".

Die Autoren handeln das Thema dabei aus christlicher Perspektive ab.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,71 MB
978-3-7519-0881-8 (9783751908818)
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DEFINITION EPISTEMISCHER AUTOKRATIE

Epistemische Autokratie ist im wesentlichen die Vorherrschaft einer für eine herrschende Elite in politischer und sozialer Hinsicht zweckdienlichen Erkenntnistheorie. Durch das gesamte 20. Jahrhundert war der Empirismus die dominante Erkenntnistheorie. Empirismus arbeitet Hand in Hand mit der nominalistischen Behauptung, "alle Ideen [seien] in Wahrheit Bilder, also Eindrücke der Vorstellungskraft, die ihren Ursprung in sinnlicher Wahrnehmung haben" (Coomaraswamy). Nominalismus bestreitet die Fähigkeit des Menschen, "von den Dingen dieser Welt zu abstrahieren und die darunter liegende Realität zu durchdringen", wodurch er Metapyhsik zerstört. Ist die Metaphysik aus dem Weg geräumt, werden anti-metaphysische Sichtweisen vorherrschen. Rene Guenon zufolge sind solche anti-metaphysischen Ansichten

".... bezüglich ihres philosophischen Aspekts besser bekannt als »Pantheismus«, »Immanentismus« und »Naturalismus«, die alle eng miteinander verwandt sind und vor deren Konsequenz viele Menschen zweifellos zurückschrecken würden, wüßten sie, worüber sie da wirklich sprechen." (288)

Guenon argumentiert, daß dieses Klima anti-metaphysischen Denkens die Ziele einer Bewegung fördert, die "Gegen-Initiierung" genannt wird und die

"aus dem Blickwinkel operiert, ihre Agenten in »pseudo-initiierende« Organisationen einzuführen, wobei sie diese Agenten dazu nutzt, diese Organisationen zu »inspirieren«, was von den gewöhnlichen Mitgliedern nicht wahrgenommen wird und normalerweie auch nicht von den angeblichen Anführern, die sich des Zweckes, dem sie wirklich dienen, nicht mehr bewußt sind als die Basis; doch sollte darauf hingewiesen werden, daß solche Agenten in ähnlicher Manier und wo immer möglich auch in alle mehr auswärts gewandten »Bewegungen« der zeitgenössischen Welt eingebracht werden, sei es politischer oder sonstiger Ausrichtung, und wie zuvor bereits erwähnt wurde, auch in authentische initiatorische oder religiöse Organisationen, aber nur, wenn deren traditioneller Geist so geschwächt ist, daß sie einer so bösartigen Penetration nicht länger widerstehen können." (293-94)

Die Freimaurerei, die Albert Pike so freimütig als "die wahrhaftige Sphinx" charakterisiert, "bis zum Kopf vergraben im Sand, den die Zeitalter um sie angehäuft haben", gilt als eine dieser "»pseudo-initiatorischen« Organisationen". Die Kerndoktrinen und -prinzipien der Freimaurerei werden "von den gewöhnlichen Mitgliedern nicht wahrgenommen". Die Organisation verkündet eine interne Kultur des Obskurantismus, der die Basis mit Blick auf den "Zweck, dem sie wirklich dient", im Dunkeln hält. Die Täuschung beruht auf der Tatsache, daß die höheren Initiierten ermutigt werden, semiotische Kriegsführung gegen die niedrigeren zu führen. Niederstufigere Initiierte müssen eine Reihe labyrinthischer Rituale absolvieren, deren Bedeutung durch esoterische Symbole verhüllt wird. Indem sie dies tun, indoktriniert die Loge ihre Mitglieder unbewußt mit "Pantheismus", "Immanentismus" und "Naturalismus". Guenon zufolge laufen diese Konzepte

"... ganz buchstäblich auf eine »Umkehrung« von Spiritualität hinaus, auf ihren Ersatz durch ihr genaues Gegenteil, da sie unausweichlich zu ihrem schlußendlichen Verlust führen, was zum zutreffend so genannten »Satanismus« führt. Ob es in irgendeinem Einzelfall nun bewußt oder unbewußt geschieht, macht im Endergebnis keinen Unterschied; es sollte nicht vergessen werden, daß der »unbewußte Satanismus« mancher Leute, die in dieser Zeit, in der Chaos sich in jedem Wissensgebiet verbreitete, letzten Endes nicht mehr als ein Werkzeug in Diensten des »bewußten Satanismus« derjenigen darstellt, die stellvertretend für die »Gegen-Initiierung« stehen". (288-89)

Da die »Gegen-Initiierung« in diesem Zeitalter des anti-metaphysischen Denkens kräftig gedeiht, wohnt die Gesellschaft dem Aufstieg von etwas bei, das man den »Satanischen Staat« nennen könnte. Empirismus ist Teil des anti-metaphysischen philosophischen Klimas, das diesen Aufstieg begünstigt. Die Ablehnung von Kausalität durch den Empirismus erlaubt der Machtelite die Rationalisierung der philosophisch unmöglichen Position des Atheismus. Die Zurückweisung von Kausalität führt unausweichlich zur Ablehnung des Ersten Grundes, der Gott ist. Die Popularisierung des Atheismus wurde begleitet von Säkularisierung. Allerdings bedeutet diese, wie William Sims Bainbridge klarstellt, nicht die komplette Auslöschung von Religion. Stattdessen stellt sie den Startpunkt einer okkulten gegenkulturellen Bewegung dar:

"Säkularisierung bedeutet keine Abnahme des Bedürfnisses nach Religion, sondern nur einen Machtverlust für traditionelle Konfessionen. Religionsgeographische Studien zeigen, daß dort, wo die Kirchen schwach werden, Kulte und Okkultismus explodieren, um das spirituelle Vakuum zu füllen" (Religions for a Galactic Civilization, "Religionen für eine galaktische Zivilisation", Anm. d. Übersetzers).

Ist die Hauptantriebskraft enthront, könnte eine neue moralische Autorität errichtet werden. Natürlich wäre diese moralische Autorität gemäß der Grundprinzipien der Doktrin der herrschenden Klasse entworfen. Die neu entwickelte Gottheit, die von der Elite gefördert wird, war ohne jede Ausnahme immer der allmächtige Staat. Im Sattel des Staates sitzt die vergöttlichte »Vernunft« des Menschen. Das ist säkularer Humanismus, bei dem es sich in Wahrheit um Luziferianismus handelt, der auf Volksebene verbreitet wird (siehe Kapitel 3: Luziferianismus: Die Religion der Apotheose für weitere Erläuterungen).

Es kann nur wenig überraschen, daß die wissenschaftliche Diktatur, die ursprünglich die dominanten geistlichen Autoritäten der Geschichte ersetzte, unausweichlich in eine theokratische Machtstruktur zurückverwandelt werden wird. Empirismus, der eine ihrer Kerndoktrinen ist, läuft auf wenig mehr hinaus als akademisch gesalbten Okkultismus. Obwohl den mehr mystischen Erkenntnistheorien der Vergangenheit scheinbar unähnlich, war die Doktrin der Sinne wesensgemäß gewiß nicht weniger mystisch. Dies wird augenfällig in der ultimativen Ablehnung der Kausalität durch den Empirismus. Ohne Verursachung müssen alle wissenschaftlichen Entdeckungen sich auf Glauben stützen. So wird der Wissenschaftler effektiv zum wahrhaftigen Priester, der allen Schlußfolgerungen, die auch immer er für richtig hält, Stichhaltigkeit bescheinigt. Diejenigen Schlußfolgerungen, die der erkenntnistheoretischen Orthodoxie widersprechen, werden als häretisch betrachtet und vollständig ausgeblendet.

Die epistemische Autokratie der Elite wurde durch die British Royal Society fest etabliert, eine freimaurerische Institution, die beträchtliche Macht über wissenschaftliche Bildung für viele Jahre ausüben sollte.

DIE BRITISH ROYAL SOCIETY

Die neue säkulare Kirche und der Klerus der Elite nahmen ihren Ursprung in den Wänden der British Royal Society. Gegründet 1660 unter dem vollständigen Namen der "Royal Society of London for Improving Natural Knowledge" ["Königliche Gesellschaft Londons für die Verbesserung natürlichen Wissens", Anm. d. Übersetzers], ist sie das älteste wissenschaftliche Institut der Welt ("Royal Society"). Die Gründer der Royal Society waren ebenfalls Mitglieder von Freimaurerlogen. Baigent, Leigh und Lincoln in ihrem Buch Holy Blood, Holy Grail zufolgee waren

"... praktisch alle Gründungsmitglieder der Royal Society waren Freimaurer. Man könnte vernünftigerweise argumentieren, daß die Royal Society selbst, zumindest zu Beginn, eine freimaurerische Institution war - mittels der »Christlichen Gottliebenden Gesellschaften« Andreaes aus der »unsichtbaren Bruderschaft der Rosenkreuzer« abgeleitet." (144)

Jim Keith stellt klar, daß der freimaurerischen Loge "vorgeworfen wurde, ein Kanal für die Absichten einer gewissen Zahl elitistischer Interessen" zu sein (Casebook on Alternative_Three, 20). In Diensten der Elite sollten die Freimaurer der Royal Society erkenntnistheoretische Ansichten umformen und Propaganda verbreiten. Jim Keith liefert eine Kurzzusammenfassung der Rolle der Royal Society in den ihrer Gründung folgenden Jahren: "Die British Royal Society des späten 17. Jahrhunderts war der Vorläufer eines Großteils der Medienmanipulation, die folgen sollte" (Saucers of the Illuminati, 79).

Gewiß könnte man argumentieren, die Royal Society selbst sei nicht vollständig konspirativer Natur gewesen. Man könnte vermuten, die Mitglieder der frühen Royal Society seien hauptsächlich naive Baconisten gewesen, die an eine übersimplifizierte Erkenntnistheorie empirischer Wissenschaft ohne tiefere Absichten glaubten, ohne Arbeitshypothesen (Newtons hypotheses non fingo). Ohne Zweifel fielen viele der späteren Mitglieder der Royal...

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