Durch Blut und Feuer

Die Geheimnisse des Schattenmarktes 8
 
 
Goldmann (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. Dezember 2018
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-23888-9 (ISBN)
 
Nach einem Jahrhundert des Wartens sind Jem Carstairs und Tessa Gray endlich vereint. Und schon stellt sich ihnen eine gemeinsame Aufgabe: Eines der Kinder des Schattenmarktes braucht dringend Hilfe. Es handelt sich um einen verlorenen Herondale, den seine Familie aus Furcht und Misstrauen lange zwischen den Gassen des Marktes vor den anderen Schattenjägern verborgen gehalten hat. Doch nun müssen Tessa und Jem ihn dringend finden - bevor seine Feinde es tun .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Goldmann
  • 0,55 MB
978-3-641-23888-9 (9783641238889)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Cassandra Clare ist eine internationale Bestsellerautorin. Ihre Bücher wurden weltweit über 50 Millionen Mal verkauft und in 35 Sprachen übersetzt. Die beiden Serien »Chroniken der Unterwelt« und »Chroniken der Schattenjäger« gehören zu ihren größten Erfolgen. Auch ihre neue Reihe, die »Chroniken der Dunklen Mächte«, wurde zum großen Besteller. Cassandra Clare lebt in Massachusetts, USA.Robin Wasserman, 1978 in Philadelphia geboren, studierte an der Harvard University und an der University of California, Los Angeles. Bevor sie Autorin wurde, arbeitete sie in einem Jugendbuchverlag. Sie hat schon viele Romane für Jugendliche geschrieben und lebt heute in Brooklyn, New York City.

Es war einmal ein Junge in einem nicht allzu weit entfernten Land, der nicht zur Welt hätte kommen dürfen. Der Junge war das Kind zweier in Ungnade gefallener Krieger - mit himmlischem Blut, aber seines Geburtsrechts beraubt, noch während er ahnungslos im Bauch seiner Mutter schlief. Ein Kind, das man für die Sünden seiner Väter zum Tode verurteilt hatte. Ein Junge, vor den Augen des Gesetzes verborgen, das sein Todesurteil verfügt hatte, und den Augen einer Familie entzogen, die nicht ahnte, wie sehr sie eines Tages auf ihn und seine Nachkommen angewiesen sein würde.

Es war einmal ein Junge, der als verschollen galt - oder zumindest behaupteten das all jene, die so töricht waren, ihn verloren zu geben. Aber niemand gibt sich selbst jemals verloren.

Denn der Junge hatte sich schlicht und einfach versteckt. Und sein Kind und dessen Kindeskinder lernten ebenfalls, sich zu verstecken und all jenen zu entkommen, die ihnen auf den Fersen waren - manche suchten nur Vergebung, andere Vernichtung . bis eines Tages all das, was verborgen gewesen war, unweigerlich zutage trat: Der verlorene Junge wurde gefunden.

Und das war das Ende.

Als Jem Carstairs später versuchte, sich an den Anfang vom Ende zu erinnern, kehrten seine Gedanken zu dem Moment zurück, als Tessas Haare seine Nase gekitzelt hatten, während er sich über sie gebeugt und ihren Duft tief eingeatmet hatte - jenen Lavendelduft, der an diesem Tag in ihren Locken gehangen hatte. Da sie gerade durch die Provence reisten, roch natürlich alles nach Lavendel. Aber Tessa verströmte dieses Aroma förmlich. Wenn er ihren Duft einatmete, hatte er das Gefühl, auf einer sonnendurchfluteten Wiese zu stehen, in einem Meer aus violetten Blüten, und den Frühling schlechthin zu atmen. Daran sollte Jem sich später erinnern. Und an den Wunsch, die Zeit anhalten und sie beide in diesem perfekten Moment einfangen zu können. So fühlte sich vollkommene Zufriedenheit an, hatte er voller Verwunderung gedacht.

Als Tessa Gray in Gedanken zu diesem Moment zurückkehrte - dem Moment, bevor es geschah -, schmeckte sie wieder den Honig auf den Lippen, den Jem auf ein Stück Baguette geträufelt und ihr in den Mund geschoben hatte. Jener Honig, frisch vom Bienenkorb hinter dem Haus und fast schon zu süß. Er hatte an ihren Fingern geklebt. Als Tessa sie sanft auf Jems glatte Wangen gepresst hatte, hatten sie ihn nicht mehr freigeben wollen. Und Tessa hatte es ihnen nicht verübeln können.

Erinnerungen neigen dazu, den Alltag zu umnebeln. In Wahrheit waren Jem und Tessa damals mit anderen Dingen beschäftigt: Sie stritten darüber, ob der am Morgen gekaufte Käse von einer Ziege oder Kuh stammte und wer von ihnen beiden so viel davon gegessen hatte, dass ein zweiter Einkaufstrip zur Fromagerie erforderlich war. Es handelte sich um ein träges, liebevolles Streitgespräch, das perfekt zum Nachmittag im warmen Halbschatten passte. Sie hatten sich in dieses Haus im ländlichen Frankreich zurückgezogen, um ihre nächsten Schritte auf der Suche nach der verschollenen Herondale zu besprechen - einer jungen Frau namens Rosemary, die, wie sie kurz zuvor erfahren hatten, sowohl die Erbin des Lichten wie des Dunklen Hofs war und die in viel größerer Gefahr schwebte, als sie es sich je hätten ausmalen können. Das Haus, das Magnus Bane ihnen zur Verfügung gestellt hatte, bildete einen sicheren, ruhigen Rückzugsort für ihre weiteren Planungen. Rosemary hatte gegenüber Jem keinen Zweifel daran gelassen, dass sie nicht gefunden werden wollte. Aber Jem befürchtete, das lag nur daran, dass sie das Ausmaß der Gefahr noch nicht einmal erahnte. Tessa und er mussten sie unbedingt finden. Sie warnen. Jetzt mehr denn je.

Die Situation drängte zum Handeln, aber Jem und Tessa waren nicht in der Lage, tatsächlich etwas an dieser Situation zu ändern - was zu vielen untätigen Stunden führte, in denen sie träge die umliegende Hügellandschaft betrachteten . und einander.

Tessa wollte fast schon nachgeben und einräumen, dass Jem recht hatte, was die Herkunft des Käses betraf (Ziege), allerdings nicht, wenn es um die Frage ging, wer am meisten davon gegessen hatte (Tessa), als plötzlich ein winziger Lichtfunke zwischen ihnen aufflammte wie eine Sternschnuppe. Er schwebte in der Luft, leuchtete immer stärker und nahm schließlich eine vertraute Gestalt an. Tessa schnappte hörbar nach Luft. »Ist das .?«

»Ein Reiher«, bestätigte Jem.

Viele Jahre zuvor hatte Jem einen silbernen Anhänger in Gestalt eines Reihers mit einem Zauber versehen und einer jungen Frau mit Herondale-Blut in die Hand gedrückt. Sie hatte in Gefahr geschwebt, seine Hilfe damals aber kategorisch abgelehnt.

Mithilfe dieses Anhängers kannst du mich jederzeit finden, hatte er ihr mit seiner telepathischen Stimme versprochen. Jem war damals noch Bruder Zachariah gewesen und hatte die Robe der Stillen Brüder getragen, aber dieser Auftrag - und dieses Versprechen - hatte nichts mit der Bruderschaft zu tun. Jem fühlte sich noch immer daran gebunden . jetzt und bis in alle Ewigkeit. Ich vertraue darauf, dass du mich zu Hilfe rufst, wann immer du mich brauchst. Und bitte glaub mir: Ich werde sofort auf deinen Hilferuf reagieren.

Die Frau, der er den Anhänger gegeben hatte, war die letzte Nachfahrin der verschollenen Herondales, und der silberne Reiher bedeutete, dass sie nach all den Jahren seine Hilfe benötigte. Während Jem und Tessa atemlos zusahen, zeichnete der Reiher feurige Buchstaben in die Luft.

Einst habe ich dein Angebot abgelehnt, aber jetzt brauche ich deine Hilfe. Ich dachte, ich würde das alles allein schaffen, aber die Reiter haben mich umzingelt. Wenn du nicht mir zu Hilfe kommen willst, dann tu es wenigstens für meinen Jungen. Irrtümlicherweise habe ich gedacht, ich könnte durch mein Leid sein Leben erkaufen. Ich habe gedacht, wenn ich ihn verlasse, wäre er in Sicherheit. Aber das stimmt nicht. Bitte komm schnell, ich flehe dich an. Rette mich. Rette mein Kind.

Rosemary Herondale

Das Licht erlosch. Doch Jem und Tessa hatten sich bereits in Bewegung gesetzt. Obwohl sich während der langen Jahre, die sie einander kannten, vieles verändert hatte, galt eine Gewissheit auch weiterhin: Wenn ein Mitglied der Herondales um Hilfe rief, wurde dieser Hilferuf sofort erhört.

Der Stau in Los Angeles war nicht so schlimm, wie alle immer behaupteten - er war noch viel, viel schlimmer: Sechs Spuren, auf denen der Verkehr fast vollständig zum Erliegen gekommen war. Während Tessa den Wagen zentimeterweise vorwärtsbewegte und bei jeder sich bietenden Lücke die Spur wechselte, hatte Jem das Gefühl, vor Ungeduld gleich aus der Haut zu fahren. Sie hatten sich von Frankreich nach L.A. teleportiert, waren aber nicht in unmittelbarer Nähe zur Quelle des Notrufs gelandet. Magnus hatte sein hiesiges Netzwerk von Helfern kontaktiert und ihnen einen Wagen für die restliche Strecke besorgt. Das türkisblaue Cabrio war zwar nicht unbedingt das, was man als »unauffällig« bezeichnen würde, doch es reichte, um sie die letzten Kilometer von Echo Park zu Rosemary Herondales Haus in den Hügeln Hollywoods zu bringen. Die Fahrt hätte eigentlich nur wenige Minuten dauern sollen, aber es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an.

Einst habe ich dein Angebot abgelehnt, aber jetzt brauche ich deine Hilfe.

Die Worte gingen Jem nicht mehr aus dem Kopf. Er hatte jahrzehntelang nach den verschollenen Herondales gesucht und Rosemary endlich gefunden . nur um sie gleich wieder zu verlieren. Aber nachdem sie sein Angebot abgelehnt hatte, hatte er ihr ein Versprechen gegeben: Sollte sie einmal in eine Situation geraten, in der sie sich allein nicht mehr helfen konnte, brauchte sie ihn nur zu rufen. Und er würde sofort kommen. Er würde sie retten, wenn sie gerettet werden musste.

Ich dachte, ich würde das alles allein schaffen.

James Carstairs kam einem Mitglied der Familie Herondale immer zu Hilfe. Er ruhte nie, die Liebe, die sie ihm geschenkt hatten, zu erwidern.

Rosemary hatte ihn mithilfe des Anhängers gerufen, und er würde alles in seiner Macht Stehende tun, um sein Versprechen einzuhalten, aber .

Bitte komm schnell. Ich flehe dich an. Rette mich.

Aber jetzt stand mehr als nur das Leben eines einzigen Menschen auf dem Spiel.

Rette mein Kind.

Was wäre, wenn sie zu spät kamen?

Tessa legte eine Hand auf Jems. »Es ist nicht deine Schuld«, sagte sie.

Natürlich wusste sie genau, was er dachte. Wie immer.

»Ich hatte sie gefunden, aber habe sie wieder gehen lassen.« Vor seinem inneren Auge sah er die Brücke in Paris, als er Rosemary Herondale im Morgengrauen angefleht hatte, seinen Schutz anzunehmen. Er hatte ein Mitglied der Herondales um Vertrauen gebeten, war aber als unwürdig befunden worden.

»Du hast sie gar nichts tun lassen«, widersprach Tessa. »Sie hat ihre eigene Entscheidung getroffen.«

»Wie alle Herondales«, bemerkte Jem trocken.

»Du hast ihr gesagt, dass du immer für sie da sein wirst, wenn sie dich braucht. Und nun, da sie deine Hilfe braucht .«

». sitze ich acht Kilometer entfernt und drehe Däumchen.«

»Jetzt reicht's.« Tessa riss das Steuer herum, lenkte den Wagen auf den Standstreifen, raste an den wartenden Autos vorbei und die nächste Ausfahrt hinab. Doch anstatt die Geschwindigkeit zu drosseln, drückte sie aufs Gas und fädelte sich blitzschnell zwischen den anderen Autos auf der Straße hindurch. Endlich erreichten sie den Weg in die Hügel - eine enge, einspurige Serpentinenstraße mit schwindelerregend...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen