Unbequem

Konsequent erfolgreicher als andere
 
 
Ariston (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. Oktober 2013
  • |
  • 304 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-11229-5 (ISBN)
 
Habe Respekt, aber niemals Angst

Utz Claassen zählt zu den erfolgreichsten und gleichzeitig zu den streitbarsten Managern in unserem Land. Sein herausstechendes Merkmal, das ihn für Unternehmen wie für Medien gleichermaßen interessant macht: Er ist ein unbequemer Mensch, der Dinge anspricht, die andere nicht hören wollen, und der seinen Prinzipien treu bleibt - das Geheimnis seines ungewöhnlichen Erfolgs!

In zwei Jahrzehnten als Topmanager in internationalen Großkonzernen und Unternehmen hat Utz Claassen unzählige Erfahrungen gemacht, die ihn vor allem eines gelehrt haben: Man muss zu seinen Maximen auch gegen äußeren Widerstand stehen, auch einmal etwas riskieren und querdenken, um seine Ziele konsequent zu erreichen. In Unbequem gibt er spannende Einblicke in die oftmals zweifelhafte Kultur der Führungs-etagen und zeigt, warum man keineswegs Everybody's Darling sein muss, um Karriere zu machen und zu den Erfolgreichsten zu zählen!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 1,47 MB
978-3-641-11229-5 (9783641112295)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1. HABE RESPEKT, ABER NIEMALS ANGST

Schon vor mehr als 2000 Jahren lebte Gaius Julius Caesar, der große römische Feldherr und Namensgeber aller Kaiser- und Zarendynastien, konsequent nach dem Motto, dass ihn die anderen keineswegs lieben müssten, solange sie ihn wenigstens zu respektieren wüssten. Das ist letztlich nichts anderes als die klare Erkenntnis der eigenen Unbequemlichkeit wie auch die deutliche Einsicht in die Nützlichkeit dieser Unbequemlichkeit.

Wer so unbequem war wie Caesar, der konnte nicht von den Massen geliebt werden. Wer aber so erfolgreich war wie er, dem war zwangsläufig Respekt entgegenzubringen. Und Respekt heißt ausdrücklich nicht: Angst. Caligula, jener römische Kaiser, der den Wahnsinn des Nero, die Verklärtheit des Claudius und die Bösartigkeit des Commodus in einer einzigen Tyrannengestalt vereinte, pervertierte Caesars Einsicht später, indem er den Respekt durch die Furcht ersetzte und diese gar zum Selbstzweck erhob: »Es macht mir nichts aus, wenn man mich nicht liebt. Es reicht, wenn man mich fürchtet.« Oder auch: »Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten.« Doch Caligula wurde zum Bösewicht der römischen Geschichte, und Caesar ist auch heute noch immer ihr Held.

Mit großem Mut zur Unbequemlichkeit revolutionierte Caesar erst Rom und prägte dann mit seinem Namen die Titel für Kaiser und Zaren und damit 2000 Jahre die Welt. Caesars Erfolg kann noch heute als Maßstab für den nachhaltigen Erfolg des Unbequemen gelten. Und hätte Caesar - so wie etwa 200 Jahre später Marcus Aurelius, der Philosoph auf dem Caesarenthron, - seine eigenen »Selbstbetrachtungen« neben den Kriegsbetrachtungen von »De bello Gallico« und »De bello civili« veröffentlicht, dann hätten sie zweifelsfrei auch unter dem Titel »Incommodus« erscheinen können, dem lateinischen Wort für »unbequem«. Vielleicht auch unter dem Titel »Incommodesticus«, zumal unbequem ja allenthalben als lästig gilt.

Das Thema dieses Buches ist also seit mindestens 2000 Jahren gesellschaftlich und geschichtlich relevant, und vermutlich wird es auch in 2000 Jahren noch so aktuell sein wie heute.

Ein besonderes Problem unserer Zeit ist die Frage nach dem Unbequemen, zumal man zunehmend den Eindruck gewinnen muss, dass das Bequeme, dass Weichgespülte, der Weg des geringsten Widerstandes und die Bequemlichkeit kaum je zuvor eine solche Hochkonjunktur hatten wie in der heutigen Periode der ersten Jahrzehnte eines neuen Jahrtausends. DER SPIEGEL setzte im August 2013 über das Auftaktstück einer Serie zur Bestandsaufnahme vor der Bundestagswahl nicht ohne Grund den Titel »Die bequeme Republik«.

Die Beispiele der aktuellen Zeitgeschichte dafür, dass das Entlanghangeln an Gemengelagen und die Beliebigkeit der demoskopischen Opportunität inzwischen geradezu zum politisch-gesellschaftlichen Dogma geworden sind, sind so mannigfaltig und eindeutig, dass sie allein eine ganze Reihe von Sachbüchern füllen würden. Wer so unbequem ist, in wichtigen Gremien der Wirtschaft unangenehme Fragen zu stellen, der darf sich nicht wundern, wenn man ihn zum Gesetzlosen der Seilschaftsökonomie erklärt. Und wer so unbequem ist, im politischen Wahlkampf auch noch die Wahrheit zu sagen, darf sich nicht wundern, wenn er schlussendlich als unwählbar gebrandmarkt wird.

Wahrheit gleich Unbequemlichkeit gleich Dummheit. Das ist die Gleichung, die in der postmodernen Mediendemokratie an die Stelle der Einsicht getreten ist, mit der der Feldherr Gaius Julius Caesar einst als Konsul zum faktischen Imperator Roms aufsteigen konnte. Das ist aber auch eine Gleichung, die für Politik und Wirtschaft, für Unternehmen und Behörden, für Wohlstand und Zukunft, im Ergebnis also für uns alle und ganz besonders für unsere Kinder und Kindeskinder vorrangig, wenn nicht sogar ausschließlich Nachteile mit sich bringt. In Wirklichkeit ist das Weichgespülte nämlich nicht die Lösung der Probleme unserer Gesellschaft, sondern vielmehr ihr größtes Problem. Am Weichgespülten geht langfristig alles zugrunde, durch das Weichspülen geht irgendwann alles kaputt.

Denn die Wahrheit bleibt doch stets die Wahrheit, die Fakten bleiben die Fakten, die Zahlen bleiben die Zahlen, und Adam Ries alias Adam Riese wird auch weiterhin nicht besiegt. Der Sieg des Bequemen über das Wahre und der Erfolg der Bequemlichkeit über die Wahrheit sind allenfalls von kurzer Dauer. Wer unbequem ist, ist konsequent erfolgreicher als andere. Das Bequeme und die Bequemlichkeit hingegen fahren uns an die Wand.

Grenzen überwinden - frei und ohne Angst

Dabei wollen und sollten wir in der langfristigen historischen Betrachtung Caesars mitunter brutale Rücksichtslosigkeit oder die Gräueltaten anderer historisch zu großem Ruhm gelangter Herrscher wie etwa Dschingis Khan oder auch Alexander dem Großen keinesfalls zum falsch verstandenen Synonym für Unbequemlichkeit, für das Unbequeme machen. Caesar und Alexander waren auch im positiven Sinne unbequem, sie stellten eine Weltordnung infrage, sie überwanden bis dahin als unüberwindbar geltende Grenzen. Und sie hatten davor und dabei keine Angst.

Die intellektuellen Revolutionäre der Aufklärung, die mutigen Vorkämpfer der Französischen Revolution, die noch mutigeren Widerstandskämpfer gegen den Naziterror: sie alle waren unbequem. Und auch Martin Luther und Sir Isaac Newton dürfen als Sinnbilder und Vorbilder der intellektuellen Unbequemlichkeit und des für ihre Zeit zutiefst Unbequemen betrachtet werden. Albert Einstein war gar so genial unbequem, dass er die Grundfeste einer Königswissenschaft aus den Angeln heben und eine ganze Disziplin der Wissenschaft für immer transformieren konnte.

Im Revolutionsjahr 1789 hielt Schiller seine epochale Antrittsvorlesung. Sie kann als besonders gutes Beispiel für eine fernab jeglicher Gewalt oder physischen Härte liegende intellektuelle Schärfe und Unbequemlichkeit gelten. Wie viel unbequemer kann man schon noch werden, als dem versammelten ehrwürdigen wissenschaftlichen Establishment den Gegensatz zwischen dem opportunistischen »Brotgelehrten« und dem wahrheitsliebenden »philosophischen Kopf« vor Augen zu führen? Es waren schon damals ganz überwiegend nicht die bequemen Lösungen, die wirkliche Antworten auf vorhandene Erfordernisse lieferten und zu selbst erworbener Mündigkeit führten. Ohne den unbequemen Mut von Aufklärung und Aufklärern müssten wir wohl noch heute um Bürgerrechte, Freiheit und Rechtsstaat kämpfen. Nicht die Bequemen, sondern die Unbequemen haben die Welt vorangebracht.

»Habe Respekt, aber niemals Angst!« Diese Aufforderung an sich selbst in Anknüpfung an die Caesarentradition und an die mutigen Thesen, die Schiller einst in Jena seinen Wissenschaftskollegen in die Feder diktierte, ist heute so aktuell wie ehedem. Und sie wird ganz sicher auch noch in 200 und in 2000 Jahren so relevant und bedeutsam sein wie heute.

Schiller hatte zweifelsfrei Respekt vor der Minderheit der philosophischen Köpfe, aber keinerlei Angst vor der Mehrheit der Brotgelehrten. Sir Isaac Newton, der wohl bedeutendste Wissenschaftler des vergangenen Jahrtausends, hatte sicherlich Respekt vor seiner Wissenschaft und auch vor der Royal Society, aber ganz sicher keine Angst vor dem wissenschaftlichen Wettbewerb und dem Neid seiner unterlegenen Kollegen. Martin Luther, der Gigant der Reformation, dem auf dem Heiligen Stuhl ein Zwerg gegenübersaß, hatte ohne jeden Zweifel höchsten Respekt vor Gott, vor seinem Glauben und seinen Mitmenschen, aber keinerlei Angst, in eine Konfrontation mit der vielleicht mächtigsten Institution der Menschheitsgeschichte einzutreten.

Und Margaret Thatcher, die ebenso wie Caesar von den Massen vielleicht nicht geliebt, aber doch zutiefst respektiert und auch bewundert wurde, hat bewiesen, dass auch in moderner Neuzeit und medienaffiner Gegenwart man nicht geliebt werden muss, um über alle Maßen erfolgreich zu sein. Seit dem großen Feldherrn Roms haben wohl nur wenige so wie die große britische Premierministerin das Motto verinnerlicht, dass die anderen sie keineswegs lieben müssten, solange sie sie wenigstens zu respektieren wüssten. Auch Maggie Thatcher wusste ganz genau um die Nützlichkeit ihrer eigenen Unbequemlichkeit. Kein anderer Premierminister hat Großbritannien so nachhaltig geprägt und verändert.

Sei nie zu langsam unterwegs!

Und nicht nur in der Welt von Wissenschaft oder Politik, von Religion oder Krieg gilt, dass diejenigen, die Respekt, aber keine Angst haben, erfolgreicher sind als andere. Auch in Unternehmen und Management kommen diejenigen zu besonderen Erfolgen, die zwar vor nichts und niemandem Angst haben, aber doch stets Respekt, auch vor dem Gegner und seinen Stärken - und ganz besonders vor der Verantwortung und der Größe ihrer Aufgabe.

Ferdinand Piëch wird gemeinhin als der bedeutendste Automobilmanager unserer Zeit gesehen. Vielleicht ist er sogar der erfolgreichste Entwickler und der eindrucksvollste Konzernlenker aller Zeiten. Angst kennt er nicht. Das würden ihm treue Weggefährten ebenso bestätigen wie seine größten Feinde. Er ist durch keine noch so große Bedrohung oder Gefahr von seinem Weg abzubringen, wenn er diesen für richtig hält. Gleichzeitig ist er jedoch nicht nur sehr respektvoll im persönlichen Umgang, sondern er hat geradezu höchsten Respekt vor Gefahren und Risiken, vor Herausforderungen und Unwägbarkeiten, vor den Stärken seiner Gegner wie auch vor deren Schlechtigkeit. Er fürchtet nichts und niemanden. Aber er unterschätzt auch nichts und niemanden. Diese Kombination von Mut und Demut macht ihn fast unbesiegbar. Und notfalls äußerst unbequem.

Daran habe ich mich stets zu orientieren bemüht. So war es für mich auch das...

"BILD meint: Lesen!"
 
"Die Offenheit des Ex-Chefs von EnBW oder Solar Millennium ist reizvoll."
 
Einstieg auf Platz 13 der Wirtschaftsbestsellerliste

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

15,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen