Mit den scharfen Waffen einer Frau

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Juni 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-193-2 (ISBN)
 
Natürlich wusste Daisy Saxon nicht, dass sie erst ein Überlebenstraining absolvieren muss, bevor sie bei King Adventure als Köchin anfangen kann. Trotzdem hält sie an ihrem Plan fest. Erst recht, als sie Jericho King gegenübersteht. Denn er sieht verboten gut aus. Aber deshalb hat sie ihn nicht ausgesucht, sondern weil er ein enger Freund ihres verstorbenen Bruders war. Jericho soll ihr helfen, die Familie zu bekommen, die sie sich wünscht! Während er ihr beim Survivaltraining hilft, setzt Daisy die scharfen Waffen einer Frau ein - gegen die er praktisch chancenlos ist .
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,51 MB
978-3-86349-193-2 (9783863491932)
3863491939 (3863491939)

1. KAPITEL

"Da kommt was auf uns zu." Wenn Jericho King für etwas ein Gespür hatte, dann für Schwierigkeiten, die in der Luft lagen. Fünfzehn Jahre bei den Marines, einer Truppe der US-Streitkräfte, hatten seinen sechsten Sinn geschult - auf den konnte er sich verlassen. Er witterte Probleme, selbst wenn sie noch meilenweit entfernt waren.

Gerade war allerdings eines direkt vor seiner Nase. Genau genommen in der Auffahrt zu seinem Haus.

Jericho blinzelte in die Nachmittagssonne und starrte auf eine kleine, kurvige braun gelockte Schönheit, die sich in ein neongrünes Auto beugte.

"Nicht schlecht, was?", murmelte der ältere Mann neben ihm.

Jericho lachte. Da hatte Sam tatsächlich nicht ganz unrecht. Wer immer die Brünette sein mochte, ihr Po war wirklich hübsch anzusehen. Langsam ließ er den Blick über ihre nicht minder attraktiven Beine wandern. Sie trug leuchtend rote High Heels, deren Absätze im weichen Kies versanken.

"Wieso zwängen sich Frauen eigentlich in so was?", fragte Jericho, erwartete aber nicht wirklich eine Antwort.

"Schätze", murmelte Sam Taylor, "um die Aufmerksamkeit von Männern auf ihre Beine zu lenken."

"Aber dafür müssen sie sich doch nicht anstrengen." Jericho schüttelte den Kopf. "Was soll's. Wer immer sie ist, ich frage sie mal, wohin sie will. Ich wette mit dir, sie hat sich auf dem Weg zu diesem Wellnesstempel auf der anderen Seite vom Berg verfahren."

Er wollte gerade zu ihr gehen, da hielt Sam ihn zurück. "Warte mal, ich glaube, sie hat sich nicht verfahren. Sie ist bestimmt die, mit der ich wegen der Stelle als Köchin gesprochen habe. Du weißt hoffentlich noch, dass du mich gebeten hast, mich um einen Ersatz für Kevin zu kümmern?"

"Klar, aber eine Köchin?" Mit zusammengekniffenen Augen musterte Jericho die Frau, die immer noch in ihrem Wagen suchte. Was machte sie dort bloß so lange? "Meinst du wirklich?"

"Wenn das Daisy Saxon ist", sagte Sam, "dann schon."

"Saxon, Saxon ." Plötzlich erschrak Jericho, und er warf Sam einen scharfen Blick zu. "Sagtest du gerade Saxon?"

"Genau. Beruhigend, dass dein Gehör immer noch funktioniert", erwiderte sein Freund trocken. Dann fügte er hinzu: "Warum? Was ist das Problem?"

Was das Problem ist?

"Wo soll ich da anfangen?", murmelte Jericho, während die Frau sich endlich aufrichtete und sich zu ihnen umdrehte.

Schwungvoll hob sie eine riesige Tasche hoch, schlang den Riemen über die Schulter und ging mit wehendem Haar auf sie zu. Die vollen Lippen hatte sie resolut zusammengepresst, den Blick ihrer braunen Augen entschlossen auf ihn und Sam gerichtet.

Während er sie ebenfalls nicht aus den Augen ließ, wurde Jericho von einem unguten Gefühl übermannt. Diese Frau wird auf keinen Fall hierbleiben, schwor er sich. Wenn das wirklich Daisy Saxon war, dann hatte sie hier nichts verloren. Zum Teufel, dachte er, sieh sie dir nur mal an. Wenn das nicht die verführerischste Frau auf Erden ist! Wenn Frauen zum Training in sein Survival-Camp King Adventure kamen, waren sie für gewöhnlich entsprechend ausgerüstet, trugen Jeans und Wanderstiefel. Dieses Exemplar wirkte allerdings, als wäre es einem Lifestyle-Magazin entsprungen. Die Frau war anmutig und hübsch. Doch Anmut war etwas, was nicht in Jerichos raue Männerwelt passte.

Er würde einfach höflich sein, kurz mit ihr reden, sich wegen des Durcheinanders mit der Stellenausschreibung entschuldigen und sie wieder fortschicken. Das wäre für alle das Beste - vor allem für sie. Denn sie gehörte nicht hierher. Um das zu erkennen, genügte Jericho ein einziger Blick.

"Hübsches Ding", stellte Sam fest.

Jericho erwiderte darauf zwar nichts, gab seinem Kumpel aber stillschweigend recht.

Dann sah er, wie die Frau in den hohen Schuhen über den Rasen auf sie zustakste, über einen Sprenklerkopf stolperte, der Länge nach hinfiel und ihre übergroße Tasche auf das Gras flog.

"Herrgott noch mal." Jericho lief sofort zu ihr.

Genau in diesem Moment sprang eine kleine wollige Kreatur aus der Tasche und raste mit der Geschwindigkeit eines Pitbulls auf ihn zu. Obwohl das Gras nicht besonders hoch war, konnte Jericho gerade einmal die flatternden Ohren des rotbraunen Minipudels sehen.

Mit dünnem Gebell und gefletschten Zähnchen stürzte der kleine Hund auf Jericho zu und wollte ihn zweifellos in die Flucht schlagen.

Was ihm nicht gelang.

Sam brach in schallendes Gelächter aus.

"Oh mein Gott", murmelte Jericho.

Vorsichtig versuchte er, den kleinen Kläffer mit einem Fuß beiseitezuschieben. Doch der Hund blieb dichter hinter ihm, während er sich der Brünetten näherte, die gerade langsam aufstand.

Das Haar hing ihr in langen Strähnen vor der Nase, ihre Bluse war mit Grasflecken übersät. Und ihr stand ins Gesicht geschrieben, wie unendlich peinlich ihr die Situation war.

"Alles in Ordnung?", fragte er und streckte die Hand aus, um ihr aufzuhelfen.

"Bestens", murmelte sie, während sie seine Hand ergriff und sich hochzog. "Es geht doch nichts über eine Blamage, um eine Frau zum Erröten zu bringen." Nachdem sie wieder halbwegs sicher stand, beugte sie sich hinunter und schnappte sich den kleinen Hund. "Oh, Nikki, Liebling, du tapfere kleine Heldin! Was für ein gutes Mädchen, Mommy zu beschützen."

"Ja. Scheint, sie ist die geborene Kampfmaschine."

Für die Bemerkung warf Mommy ihm einen vernichtenden Blick zu. "Wenigstens ist sie mir gegenüber loyal. Ich weiß Loyalität sehr zu schätzen."

"Ich auch", entgegnete er und starrte in ihre braunen Augen. Ihr Farbton glich dem eines erstklassigen bernsteinfarbenen Whiskeys, wenn man ihn gegen das Licht hielt. "Wenn Sie allerdings einen Beschützer brauchen, sollten Sie sich vielleicht einen echten Hund zulegen."

"Nikki ist ein echter Hund", protestierte sie und drückte das Hündchen eng an ihre Brust. "Mein erster Eindruck auf Sie ist wohl nicht so gut geworden wie gedacht. Trotzdem würde ich gern mit Ihnen sprechen."

"Kenne ich Sie?"

"Noch nicht", antwortete sie. "Aber Sie sind doch Jericho King?"

"Ja", sagte er knapp und begegnete ihrem Blick.

"Na toll", murmelte sie leise, mehr zu sich als zu ihm. Dann hob sie den Kopf und sagte: "Ich bin Daisy Saxon. Persönlich sind wir uns noch nicht begegnet. Aber Sie haben mir vor einem Jahr geschrieben, nachdem ."

"Nachdem Ihr Bruder gefallen ist", beendete er den Satz. Jericho musste wieder an den Moment denken, in dem Brandon Saxon gestorben war. Es war während eines gefährlichen Einsatzes auf feindlichem Gebiet geschehen.

Jericho hatte schon viele Männer sterben gesehen. Zu viele, nachdem er in die Armee eingetreten war. Doch zu Brandon hatte er ein besonderes Verhältnis gehabt. Er war jung und euphorisch gewesen. Der Tod des Jungen hatte Jericho tief getroffen und letztlich dazu geführt, dass er um seine Entlassung gebeten hatte. Danach war er hierher, in die Berge, auf seinen Berg, gezogen.

Und plötzlich stand er Brandons Schwester gegenüber, die auf ihn wie die personifizierte Stimme des Gewissen wirkte. Durch sie kam das quälende Gefühl zurück, schuld am Tod ihres Bruders zu sein.

Schmerz flackerte in ihren Augen auf. "Ja."

Deutlich sah Jericho das Gesicht von Brandon Saxon vor sich, wie er ausgesehen hatte, kurz bevor er gestorben war. Erst hatte der Junge mit seinem Schicksal gehadert, es dann aber akzeptiert. Jericho erinnerte sich auch an das Versprechen, das er seinem Kameraden auf dem Sterbebett gegeben hatte. Er hatte ihm sein Ehrenwort gegeben, dass er sich um seine Schwester kümmern würde, wenn sie Hilfe brauchte.

Aber hatte er etwa nicht sein Bestes gegeben, um sein Versprechen zu halten? Was war mit dem persönlichen Kondolenzbrief, den er an sie geschrieben hatte? Was mit seinem Anruf, um ihr seine Hilfe anzubieten? Doch sie hatte höflich abgelehnt, ihm für seinen Anruf gedankt und aufgelegt. Für Jericho war die Sache damit erledigt gewesen. Bis jetzt.

Wieso zum Teufel tauchte sie plötzlich auf seinem Berg auf, obwohl sie seine Unterstützung abgelehnt hatte?

"Ich weiß, es ist viel Zeit seit unserem letzten Telefonat vergangen", sagte sie und riss Jericho aus den Gedanken. "Aber als Sie mich damals nach Brants Tod angerufen haben, sagten Sie, ich könne mich jederzeit an Sie wenden."

"Ja", erwiderte er und verschränkte die Arme vor der Brust. "Da ich aber nichts mehr von Ihnen gehört habe ."

"Es hat eine Weile gedauert, bis ich über Brants Tod hinweggekommen bin", erklärte sie. Dann warf sie Sam, der immer noch auf dem Rasen stand und sie beobachtete, einen kurzen Seitenblick zu. "Könnten wir vielleicht drinnen weiterreden?"

Einen Moment lang war Jericho verunsichert. Er wollte nicht in ihrer Schuld stehen, wusste aber, dass er es tat. Denn er hatte sein Wort gegeben, und zwar nicht nur ihrem Bruder, sondern auch ihr. Und Jericho King würde sein Wort niemals brechen. Also musste er sich wohl oder übel...

Dateiformat: EPUB
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