Lüge oder Liebe?

 
Michelle Celmer (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 1. März 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-693-7 (ISBN)
 
'Sie sind mein Verlobter?' Ungläubig sieht Melody den attraktiven Fremden an. Sie hätte es doch niemals vergessen, wenn dieser Traummann um ihre Hand angehalten hätte! Der diamantbesetzte Ring, den Asher Williams ihr gegeben hat, überzeugt Melody nicht. Aber das Video? In seinem Luxusloft schaut sie sich den Film an. Die Atmosphäre ist überraschend ... intim. Errötend sieht Melody sich und Asher halbnackt auf dem Bett, als ein vertrautes Begehren in ihr erwacht. Wenn er jetzt hier wäre ... Ob seine Küsse ihre Erinnerung zurückbringen können? Oder spielt Asher ein falsches Spiel?
Baccara Romane | 1656
Deutsch
0,48 MB
978-3-86349-693-7 (9783863496937)
3863496930 (3863496930)

2. KAPITEL

Melody wollte nicht glauben, was der Arzt ihr gerade eröffnet hatte, und schüttelte unwillig den Kopf. Auch wenn sie es nicht begründen konnte, irgendetwas schien nicht zu passen.

Vielleicht lag es daran, dass der Mann sie ansah, als habe sie ihn mit diesem Unfall gekränkt - statt dass er über den glimpflichen Ausgang froh gewesen wäre!

Warum freute er sich nicht? Wieso nahm er sie nicht erleichtert in den Arm?

"Nein", sagte sie. "Sicher nicht."

Der Arzt runzelte die Stirn, und der sogenannte Verlobte wirkte irritiert.

"Heißt das, Sie erinnern sich?", fragte Dr. Nelson.

"Nein. Ich weiß es einfach. Er kann nicht mein Verlobter sein."

"Würden Sie uns einen Augenblick allein lassen, Herr Doktor?"

Melody bekam Angst. Mit diesem Fremden wollte sie auf keinen Fall allein bleiben, seine Nähe verunsicherte sie.

"Ich möchte, dass Dr. Nelson hierbleibt."

"Bedauere, auf mich warten noch andere Patienten", entschuldigte sich der Arzt diplomatisch. "Wenn Sie etwas brauchen, klingeln Sie einfach nach der Schwester."

Das klang nicht sehr tröstlich, wie Melody fand. Was wusste man hier im Krankenhaus von dem Fremden? Waren seine Daten und Angaben überhaupt überprüft worden? Oder hatte man ihm seine Geschichte einfach so geglaubt? Vielleicht war er ein Verbrecher, der sich auf unschuldige Frauen mit Gedächtnisverlust spezialisiert hatte. Oder war er vielleicht derjenige, dem sie das Geld geklaut hatte? Und jetzt war er hier, um es ihr heimzuzahlen .

Melody zog die Tasche unter der Bettdecke fester an sich.

Ein Gedanke schoss ihr plötzlich durch den Kopf: Lass dir niemals anmerken, dass du Angst hast! Auch wenn sie nicht wusste, wo sie das schon einmal gehört hatte, schien es ihr ein sinnvoller Rat zu sein. Also hob sie tapfer das Kinn, während der Mann einen Stuhl an das Bett heranschob.

Dann zog er sein Jackett aus, hängte es über die Lehne und setzte sich. Rein körperlich betrachtet war an ihm nichts Einschüchterndes, er war eher groß und schlank als muskulös. Also warum verspürte sie das Bedürfnis, vor ihm davonzulaufen?

Als er näher zu ihr rückte, zuckte sie merklich zusammen. So viel zu dem Thema, keine Angst zu zeigen! Sicher lag es aber auch an seinem selbstsicheren, fast anmaßenden Auftreten.

"Du brauchst dich nicht vor mir zu fürchten", sagte er.

"Soll ich Ihnen etwa einfach so glauben, dass wir verlobt sind?", fragte Melody. "Sie könnten irgendjemand sein."

"Hast du deinen Personalausweis hier?"

"Wozu?"

Als er eine Bewegung in Richtung seiner hinteren Hosentasche machte, erschrak Melody aufs Neue. "Keine Angst. Ich hole nur meine Brieftasche heraus, dann kannst du dir die Adresse auf dem Personalausweis ansehen."

Daraufhin gab er ihr die komplette Brieftasche. Als Melody sie aufklappte, fiel ihr als Erstes auf, dass weder Fotos noch andere persönliche Dinge darin waren. Das Zweite, was sie bemerkte, war jede Menge Bargeld.

Sie betrachtete die Adresse auf dem Personalausweis, die tatsächlich mit ihrer eigenen übereinstimmte. Erst am Vortag hatte sie sie auswendig gelernt und dabei inständig gehofft, dass sich eine Erinnerung an ihre Wohnung einstellen würde - leider vergebens.

Melody gab dem Mann die Brieftasche zurück, und er steckte sie wieder ein. "Das beweist gar nichts! Wenn wir wirklich verlobt sind, wo ist dann mein Ring?", sagte sie und hielt die Hand hoch. Reiche Männer in den USA ließen sich in dieser Hinsicht gewöhnlich nicht lumpen und überraschten ihre Partnerin beim Heiratsantrag mit einem kostbaren Diamantring.

Der Fremde schaute Melody an, dann nahm er ein Etui aus der Hemdtasche und klappte es auf. Darin befand sich ein Ring mit einem großen Stein, dessen Funkeln und Glitzern Melody beinahe den Atem raubte. "An der Fassung war etwas beschädigt. Deshalb hat der Juwelier ihn repariert."

Aber als er ihr den Ring geben wollte, schüttelte sie den Kopf. Ein derart kostbares Schmuckstück konnte sie unmöglich annehmen. Andererseits . würde jemand einen solchen Ring, der ein kleines Vermögen gekostet haben musste, einer Frau schenken, mit der er nicht verlobt war?

Aber Melody blieb misstrauisch. Vielleicht hatte sie es doch mit einem Kriminellen zu tun? Eine schlimme Vorstellung, die sie sich sofort wieder verbat.

"Vielleicht sollten Sie ihn . solltest du ihn erst mal noch behalten", schlug sie vor.

"Nein, er gehört dir, egal ob du mir glaubst oder nicht", sagte er, stand auf und steckte Melody den Ring an den Finger. Er passte genau.

Konnte das bloßer Zufall sein? Oder war es nicht eher ein weiterer Beweis für das, was der Mann behauptete?

"Ich habe noch etwas mitgebracht", sagte er und nahm einen Stapel Fotos aus seinem Jackett. "Und falls du dich nicht an meinen Namen erinnerst . Ich heiße Asher. Asher Williams."

Zurückgelehnt wartete er, wie Melody auf die Bilder reagieren würde.

Auf allen war sie mit diesem . Asher zu sehen. Sie lächelten einander an, lachten und scherzten und . Melody errötete. Einige Fotos waren einigermaßen freizügig.

Ash lachte. "Ein paar sind ziemlich . persönlich, damit du mir auch glaubst."

Auf einem Foto trug er nur Boxershorts. Beim Anblick seines schlanken Körpers und der nackten Haut durchlief Melody unerwartet ein heftiges Prickeln. Eine Art Erinnerung oder nur die natürliche Reaktion einer Frau auf einen gut aussehenden Mann?

"Videos habe ich auch", sagte er. Melody verzichtete auf die Frage, was das für Filme waren, denn Ashs Gesichtsausdruck sprach Bände. Seine Augen schimmerten so erregt, dass Melody schier dahinschmolz. "Da sie etwas . intimer sind, habe ich sie lieber zu Hause gelassen", fügte er hinzu.

Melody konnte sich nicht vorstellen, dass sie sich in einer verfänglichen Situation aufnehmen ließ - von und mit einem Mann, dem sie nicht restlos vertraute.

Also stimmte es sehr wahrscheinlich: Asher Williams war ihr Verlobter.

Im ersten Moment hatte Ash geglaubt, Melody würde ihre Amnesie nur vortäuschen. Aber welchen Grund sollte sie dazu haben? Außerdem konnte er sich nicht vorstellen, dass sie in ihrer momentanen Verfassung den Ausdruck des Erstaunens darüber, mit ihm verlobt zu sein, so überzeugend spielen konnte.

Was sie aber geschafft hatte, war, ihr Verhältnis und die Schwangerschaft zu verheimlichen. Nachdem sich Ashs erster Schock über die Entdeckung gelegt hatte, empfand er nichts als Wut. Drei Jahre lange hatte er Melody finanziell unterstützt, ihr das Studium ermöglicht, sie mit Kreditkarten ausgestattet, damit sie sich jeden Wunsch erfüllen konnte - und nun das! Ohne mit der Wimper zu zucken, hatte sie ihn verlassen und sich einem anderen Mann zugewendet.

Seltsamerweise genau wie Ashs Exfrau. Auch damals hatte er nichts geahnt. Und nun war ihm das zum zweiten Mal passiert.

Aber inzwischen war ihm eine Idee gekommen: Dieses Mal würde er das nicht einfach so auf sich sitzen lassen - er würde sich rächen!

Er würde an der Geschichte mit der Verlobung festhalten, damit Melody mit ihm nach Hause kam. Dann würde er alles tun, dass sie sich in ihn verliebte und ihm vertraute. Und schließlich würde er sie ebenso herzlos betrügen wie sie ihn.

Ein schlechtes Gewissen darüber würde er gar nicht erst aufkommen lassen.

"Was habe ich denn so allein in Texas gemacht?", fragte Melody.

Hierauf hatte Ash sich bereits eine Antwort zurechtgelegt. "Du hast recherchiert."

"Wirklich? Was denn und wozu?"

"Etwas für dein Studium."

Erstaunt sah sie ihn an. "Ich studiere?"

"Ja. Rechtswissenschaften. In einem Jahr kannst du die Anwaltsprüfung ablegen."

Melody rieb sich die Schläfen. "Ich kann mich an nichts von dem, was ich gelernt habe, erinnern."

"Egal was die Ärzte sagen, ich glaube fest daran, dass dir alles wieder einfällt", tröstete Ash sie und drückte ihr die Hand. Dieses Mal zuckte sie nicht zusammen.

Als sie ihn dankbar anlächelte, fühlte er sich beinahe schuldig. Aber nur beinahe.

"Und für dich war es kein Problem, dass ich allein gefahren bin?"

"Ich vertraue dir, Melody." Das stimmte - leider. Denn nie hätte er vermutet, dass sie ihn betrügen würde.

"Wie lange war ich denn von zu Hause weg?"

"Ein paar Wochen. Als ich dich telefonisch nicht mehr erreicht habe, habe ich mir Sorgen gemacht. Zuerst habe ich auf eigene Faust nach dir gesucht. Ich war wirklich außer mir vor Angst um dich, Melody. Ich wusste ja nicht einmal, ob du überhaupt noch lebst." Sogar für ihn selbst klang dieses eingeübte Bekenntnis ausgesprochen echt, und Melody fiel darauf herein. "Als selbst die Polizei nichts herausbekam, habe ich einen Privatdetektiv engagiert."

"Und jetzt bist du da."

Er nickte. "Ja. Und wenn es dir nichts ausmacht, würde ich meine Verlobte jetzt gern in den Arm nehmen."

Voller Verbundenheit streckte ihm Melody die Arme entgegen. Eindeutig, sie hatte...

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