Verbannt

Tales of Partholon
 
 
MIRA Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2011
  • |
  • 368 Seiten
 
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978-3-86278-090-7 (ISBN)
 
Tales of Partholon: Shooting-Star P.C. Cast begeistert mit dem zweiten Teil ihrer Serie!

Shannon liebt ihr Leben in Partholon! Lächelnd bleibt sie vor dem Bach stehen, blickt auf das Wasser - und sieht mit einem Mal Orte ihrer Vergangenheit vor sich. Es ist, als würden sie nach ihr rufen . und plötzlich ist Shannon zurück in Oklahoma!

Als sie aufwacht, hört Shannon eine vertraute Stimme und blickt in das Gesicht eines Mannes, der ClanFintan zwar zum Verwechseln ähnlich sieht, sich aber als Clint Freeman vorstellt. Staunend erfährt sie, was sich im vergangenen halben Jahr ereignet - und was Rhiannon alles angerichtet hat. Und dennoch sehnt Shannon sich nur danach, nach Partholon und dem Leben als Eponas Hohepriesterin zurückzukehren! Clint bietet ihr seine Hilfe an . Doch Shannon ist nicht die Einzige, die auf magische Weise nach Oklahoma gelangt ist. Eine dunkle Macht, die Shannon nur allzu gut kennt, hat sich in diese Welt geschlichen und kennt nur ein Ziel: Shannons Tod.
  • Deutsch
  • Köln
  • 0,60 MB
978-3-86278-090-7 (9783862780907)
3862780902 (3862780902)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1. KAPITEL


Wie Tinte, die über ein schwarzes Blatt Papier läuft, waberte die Dunkelheit am Rand meines Blickfelds, und ein Schauer der Vorahnung rieselte mir über den Rücken. Was, zum Teufel, war da los? Ich durchbohrte die Schatten mit meinem Blick. Nichts. Nur eine leere, Sternenlose Nacht, kalt und windig.

Ganz offensichtlich war ich drauf und dran, den Verstand zu verlieren.

Der Krieg mit den Fomorianern war schon seit Monaten vorbei. Keine geflügelten Dämonen warteten mehr darauf, mich zu überfallen. Ich meine, bitte, ich war in meinem eigenen Tempel, und trotz seiner Schönheit war er eine Festung. Selbst wenn irgendein gruseliges Monster auf die Welt losgelassen worden wäre (und in dieser Welt konnte man nie wissen), wäre ich hier sicher. Wirklich, ich lief größere Gefahr, zu Tode gehegt und verwöhnt zu werden, als hier einem Ungeheuer zu begegnen. Dennoch hatte ich dieses schreckliche "Jemand geht über mein Grab"-Gefühl. Dies war nicht die erste Nacht, in der ich den Eindruck hatte, etwas war völlig falsch.

Als ich dem mit Marmor gepflasterten Weg folgte, der zum Monument führte, grübelte ich über dieses Gefühl der Vorahnung, das ich seit Tagen, vielleicht sogar seit Wochen mit mir herumschleppte. Verdammt! Jetzt, wo ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass ich mich seit mindestens zwei, wenn nicht gar drei Wochen so seltsam fühlte. Ich hatte keinen richtigen Appetit - das für sich allein genommen war schon bizarr, denn ich liebe es zu essen. Daran mochte vielleicht eine leichte Magenverstimmung oder Stress schuld sein. Was mich jedoch viel mehr irritierte, war meine Schreckhaftigkeit. Jeder Schatten schien dunkel und undurchdringlich und mit etwas unsagbar Bösem erfüllt zu sein.

Okay, ja, ich hatte gerade einen wirklich unschönen Krieg erlebt, in dem die Guten (die natürlich auf meiner Seite waren) grausame, dämonische Kreaturen bekämpfen und die Welt vor der Versklavung und Vernichtung retten mussten. Das ist wörtlich gemeint. So etwas konnte ein Mädchen schon mal ein wenig schreckhaft machen. Vor allem wenn das Mädchen in Wahrheit eine Highschool-Lehrerin aus Oklahoma war, die aus Versehen den Platz mit der Inkarnation einer Göttin getauscht hatte und sich in einer Welt wiederfand, die eine wüste Mischung aus dem alten Schottland und dem Griechenland der Mythen und Sagen war. Diese Welt hatte nichts gemein mit Broken Arrow, Oklahoma (einem lieblichen Vorort von Tulsa). Das ist alles richtig, aber der Krieg war vorbei. Die Dämonen waren ausgelöscht, und die Welt war (angeblich) wieder in Ordnung. Warum also fühlte ich mich dann, als würde das böse Popelmonster nur darauf warten, mich aus einer dunklen Ecke anzuspringen?

Meine Güte, ich bekam wieder Kopfschmerzen.

Als ich das MacCallan-Denkmal erreichte, versuchte ich, meine rotierenden Gedanken zu beruhigen, indem ich tief durchatmete und mich auf die Stille und die Ruhe einließ, die mich an diesem Ort immer wie eine schützende Decke umfingen. Hohe, elegante Säulen umrahmten ein dreistufiges Marmorpodium, auf dem ein reich verziertes Podest stand. Darauf befand sich die schwere Urne, die mit stets brennendem, süß riechendem Öl gefüllt war.

An diesem Abend kräuselte sich der silbergraue Rauch träge hinauf zum runden Loch im kuppeiförmigen Dach. Ich ging langsam auf die Urne zu und erfreute mich an der stetig brennenden Flamme, die sich hellgelb gegen den dunklen Nachthimmel abhob. Ich hatte darauf bestanden, dass diese Gedenkstätte keine Wände erhielt, nur Säulen, eine Kuppel und diese immerwährende Flamme. Ich war überzeugt, die Männer, derer man hier gedachte, würden die dadurch symbolisierte Freiheit zu schätzen wissen.

Eine Brise zerzauste mein Haar, und ich zitterte. Die kalte Luft war beinahe feucht. Ich war froh, dass ich mich von Alanna dazu hatte überreden lassen, meinen hermelingefütterten Mantel zu tragen, auch wenn das Denkmal nicht weit von meinen Räumen entfernt war.

"Lady Rhiannon!"

Eine junge Magd eilte zwischen den Säulen auf der anderen Seite des Gebäudes auf mich zu. Sie blieb lange genug stehen, um sich in einer fließenden Bewegung bis beinahe auf die Erde zu verbeugen.

"Darf ich Ihnen ein wenig warmen Wein bringen? Die Nacht ist sehr kühl geworden."

"Nein." Zerstreut warf ich ihr einen kurzen Blick zu und durchsuchte mein Gedächtnis nach ihrem Namen. "Danke, Maura. Ich brauche nichts. Geh wieder zurück ins Bett."

Sie lächelte mich scheu an. "Ja, Herrin." Dann sprudelte es aus ihr heraus: "Aber Sie werden mich rufen, wenn Sie etwas brauchen, Ja?"

Ich schenkte ihr ein müdes Lächeln. "Ja, das werde ich tun."

Sie lief davon.

Ich schaute die Urne kopfschüttelnd an und verdrehte die Augen. "Der anstrengende Übermut der Jugend", murmelte ich in Richtung der rauchenden Flamme. "Ich belle aber vermutlich den falschen Baum an. Verdammt, du findest sehr wahrscheinlich, ich sei von jugendlichem Übermut durchdrungen." Ich erhielt keine Antwort, und natürlich hatte ich auch keine erwartet. Ich stieg die Stufen des Podestes hoch und setzte mich seufzend hin. Dann zog ich die weichen Falten meines Mantels enger um meine Knie und stützte mein Kinn in eine Hand. "Eigentlich habe ich überhaupt keine Ahnung, was du denken würdest. Ich habe dich ja nie wirklich gekannt." Ich seufzte noch einmal und zog abwesend an der vorwitzigen Locke, die sich aus meiner Frisur gelöst hatte und meine Wange kitzelte.

Ich hatte gehofft, ein Besuch der Gedenkstätte würde meine Laune heben, wie es normalerweise der Fall war, aber heute Nacht gelang es mir nicht, die Depression abzuschütteln, die mich zu ersticken drohte. Ich rieb mir die linke Schläfe, hinter der der Kopfschmerz mit jedem Schlag meines Herzens wie ein Nadelstich brannte.

Eine weitere Brise bauschte meinen Mantel. Wieder richteten sich die Haare in meinem Nacken gespenstisch auf. Ich drehte meinen Kopf und überprüfte den Lederriemen, der meine dichten Locken aus meinem Gesicht hielt, dabei nahm ich eine Bewegung wahr. Flüssig und dunkel jagte etwas gerade am äußeren Rand meines Blickfeldes dahin. Ich vergaß die Sorge um meine Haare und setzte mich aufrechter hin, bereit, denjenigen, der es wagte, in meine Privatsphäre einzudringen, zur Rede zu stellen.

"Wer ist da?", verlangte ich gebieterisch zu wissen.

Stille.

Ich musterte meine Umgebung. Tief hängende Wolken bedeckten den Himmel. Das einzige Licht kam von der ruhig brennenden Flamme vor mir. Ich konnte nichts Ungewöhnliches erkennen - abgesehen davon, dass die Dunkelheit der Nacht meine Stimmung widerspiegelte. Nichts Unheilvolles rührte sich, lauerte oder krabbelte in den Schatten.

Mein Gott, Shannon. Reiß dich zusammen, Mädchen!

Es war sicher nur der Wind in den Bäumen, gemischt mit einer gehörigen Portion meiner ständig aktiven Fantasie. Ja, ganz bestimmt. Alles war in Ordnung ...

Eine weitere Bewegung am Rande meines Blickfelds. Schnell schaute ich mich um, aber alles, was ich sah, war Dunkelheit - eher Tinte, die über ein schwarzes Blatt Papier lief. Ich zitterte, und mir kam eine Erinnerung. Was hatte Alanna mir kurz nach meiner Ankunft in Partholon erzählt? Irgendetwas über dunkle Götter, die besser ohne Namen blieben. Mein Magen zog sich in einem unerklärlichen Anfall von Angst zusammen. Was stimmte nur nicht mit mir? Ich hatte mich ganz gewiss nicht mit dunklen Göttern eingelassen. Ich wusste ja noch nicht einmal etwas Genaues über sie. Warum sollte also allein schon der Gedanke an sie mir Angst einflößen?

Irgendetwas stimmte hier definitiv nicht.

Wie schon seit Wochen nagte ein Gefühl an mir, das zu bedrückend war, um es Traurigkeit zu nennen, und zu dick, um als Einsamkeit durchzugehen. Ich verbarg mein Gesicht in den Händen und unterdrückte ein Schluchzen.

"Ich wünschte, du wärst noch am Leben, Dad. Ich wünschte, ich könnte mit dir darüber reden, was, zum Teufel, mit mir los ist."

Er ist nicht dein echter Vater. Meine umherirrenden Gedanken verspotteten mich. Das hier ist auch nicht deine Welt. Eindringling. Hochstaplerin. Betrügerin.

"Inzwischen ist es doch meine Welt!", rief ich und versank in einen schier endlosen Tränenausbruch. Die Härte meiner Stimme zerschnitt die Nacht. Das Echo hallte wie eine gruselig läutende Glocke von den Säulen wider und erschreckte mich. Was für eine unerwartete Reaktion. Ich musste über meine eigene Dummheit lachen.

"Was, zum Teufel, tue ich hier, schreie mich selber an und stelle mir vor, dass das Popelmonster in den Schatten lauert?" Die Fröhlichkeit in meiner Stimme half mir, meine miese Laune zu vertreiben. Als ich mir die Tränen von den Wangen wischte und einen tiefen Atemzug nahm, brach der beinahe volle Mond durch die Wolkendecke und warf sein Licht über die entfernt stehenden Bäume. Ich lächelte vor Freude über die ätherische Schönheit dieses zeitlosen Himmelskörpers.

"Es ist mir egal, dass ich nicht in diese Welt hineingeboren worden bin. Es gefällt mir hier. Genau hier möchte ich sein, und hier gehöre ich hin", sagte ich entschlossen.

Natürlich stimmte es auch. Rhiannon, die echte Inkarnation und Geliebte der keltischen Pferdegöttin Epona, hatte mich aus meinem Amerika des einundzwanzigsten Jahrhunderts gerissen - genauer gesagt aus Broken Arrow, Oklahoma -, wo ich ganz zufrieden gewesen war, Shannon Parker, eine attraktive, schlagfertige und stets unter Geldmangel leidende Englischlehrerin an der Highschool zu sein. Rhiannon hatte erfolgreich einen Zauber gewirkt, durch den wir beide den Platz tauschten. Vor...

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