Planet hinter dem Nichts Band drei (Die Andromeda-Triologie)

Vvyyrrh
 
 
epubli (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. August 2019
  • |
  • 100 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7485-8156-7 (ISBN)
 
Lyra findet was sie benöigt, nur in einem Open World Egoshooter, den sie bewältigen muss. Chrispen sucht den Weg nach Vyyrrh. Die Fäden werden kürzer und scheinen sich zu verwirren... Lesen Sie Teil drei der Serie über die Menschen der Zukunft, die Quanteneigenschaften manipulieren können, einen seltenen Raumzeitsegler und die Geschichte des UWabangas!
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,21 MB
978-3-7485-8156-7 (9783748581567)
Ein junges Talent am Science Fiction-Autorenhimmel. Victor Carrapito erschuf den Open World-Egoshooter in Frida Seidels Debüt-Triologie Planet hinter dem Nichts.

Buch drei: Vvyyrrh

Der UWabanga


Nachdem sie Bernard bei den Ärzten auf Hed abgeliefert hatte, war Lyra nach Septum weitergeflogen. Andromeda verließ Vvyyrrh Richtung Orbit und schwebte irgendwo zwischen den Planeten des Systems herum, jedenfalls vermutete Lyra das.
Sie stand auf dem Flughafen von Sept am Rand der befestigen, östlichen Landebahn und sah dem abfliegenden Zeitensegler hinterher. Der Wind wehte durch ihre blonden Haare, die noch leicht feucht waren und ihr lose über die Schultern in großen, langen Wellen fielen. Sie fühlte sich erleichtert, da sie jetzt wusste, dass Bernard überleben würde, aber auch seltsam allein und leer. Sie drehte sich langsam um und ging zum Hauptgebäude. In der großen Eingangshalle sah sich kurz unschlüssig um, dann ging sie zu einer silberfarbenen Infotheke, hinter der ein junger Mann mit blauen, langen Haaren stand, die ungefähr einen Meter in alle Richtungen abstanden.
"Hallo. Ich brauche einen Transfer nach UuszizsuU. Welche Linie fährt dort hin?"
Er sah von einem Display auf, das hinter der Theke angebracht war, und lächelte sie freundlich und verbindlich an.
"Ihr könnt die e-Line 7b nehmen oder ein Taxi. Soll ich Euch eines rufen?"
Lyra zögerte. Eigentlich wollte sie lieber allein sein, nicht von Fremden umgeben in einem vollen Zug sitzen.
"Ja, ein Taxi wäre gut."
"Gerne, quittiert hier, bitte." Er schob ihr einen Fingerscanner hin, sie legte ihren Zeigefinger auf die Lesefläche.
"Ich warte am Taxistand.", sagte sie und drehte sich um.
"Gerne, Mrs. . Alyreia Shannon!?!" Er sah ihr erstaunt hinterher, aber sie war schon durch die Tür, er sah noch lange, blonde Haare über schwarzer Kleidung im schnellen Schritttempo wippen, dann schlossen sich die Türen lautlos hinter ihr.
Die Nachfolgerin, dachte er, sieh an, die gibt es tatsächlich! Und sie war bei mir, wow!

Das kugelrunde, durchsichtige Taxi brachte sie lautlos schwebend an den Rand der Siedlung, nachdem Lyra ein langsames Fahrttempo eingestellt hatte; sie wollte die ersten Augenblicke der Fahrt nicht hetzten, nachdem sie so lange Zeit nicht zu Hause gewesen war.
Am Ziel angekommen stieg sie aus, quittierte die Fahrt mit einem Tastendruck und ging langsam die Hauptstraße entlang. An beiden Seiten der mit Stein gepflasterten Straße zog sich ein dichter, grüner Wald entlang, dazwischen standen immer wieder einzelne, riesige Bäume, die teilweise zu sehr seltsam bizarren Formen gewachsen waren. Sie erkannte die meisten Bäume wieder, obwohl etliche mittlerweilen doch um einiges in den Himmel gewachsen oder von neuen Mitbewohnern umgeformt worden waren.
Sie schlenderte gemächlich den Weg entlang; ein älterer Mann mit grauen Haaren stand vor seinem Haus, das die Form eines Apfels hatte, und zupfte an einem Busch im Vorgarten herum. Als Lyra an ihm vorbei kam, sah er ihr erstaunt nach und rief etwas in sein Baumhaus hinein.
Dann stand sie vor Waiduu. Waiduu war ein großer, mächtiger Baum mit einer glatten, dunklen Borke und mächtigen, geschwungenen Luftwurzeln. Die Krone war dicht mit blauen, grünen und silbrigen Blättern gewachsen, die bei jedem Windhauch leise raschelten. Im Gegensatz zu vielen anderen Bäumen in dieser Waldsiedlung war Lyras Baum in seiner ursprünglichen, wilden Wuchsformgewachsen, zumindest von außen betrachtet.
Hallo Waaiduu, sagte sie und legte eine Hand auf eine große Wurzel neben der ovalen Eingangstüre, die wie eine Sitzbank für zwei Personen aussah und unter einem Fenster im moosigen Boden verschwand.
Lyra. Setz dich doch.
Du warst eine Weile nicht da.
Sie bewegte sich nicht, ließ ihre Hand auf dem Holz und spürte der Berührung nach, dann nahm sie auf der hölzernen Bank Platz.
Danke, sagte sie, dass du auf mich gewartet hast.
Warum sollte ich denn nicht warten? fragte Waaiduu.
Lyra schloss die Augen, die sich mit Tränen füllten.
Sie saß eine Stunde da, zwei, drei Leute gingen vorbei, kamen wieder zurück, sahen zu ihr, nickten ihr zu, sie bemerkte es nicht einmal. Als die drei Sonnen rasch nacheinander untergingen und die Schatten des Nachbarbaumes auf die Bank fielen, stand sie schließlich langsam auf und ging hinein.
Drinnen war alles beinahe wie früher, der Boden war etwas dichter bewachsen, die Räume ein bisschen größer, sogar ihr Bett im ersten Stock kam ihr länger und breiter vor. Sie zog sich aus bis auf die Unterwäsche, legte sich auf die weiche Moosunterlage ihres großen Bettes und sah zur Decke empor, die aus massivem Holz gewachsen war, mit einer wunderschönen, von dunkelbraunen Streifen durchzogenen Musterung, die in gebogenen Linien quer durch über die Zimmerdecke liefen. Verworrene Bilder zogen an ihr vorbei, blutige Leichen vor dem Flughafen, Carsten, Neil, Melissa, Bernard, Chrispen, Eleia, Sheeia, Ekysord, Trubelja, Morguaine, Giséle. Gesichter, Geschichten, Erinnerungen.
Und jetzt? dachte sie. Wie geht es weiter?
Sie fand keine Antwort, nur Leere, Stille, Müdigkeit, Ziellosigkeit.
Einfach nur hier bleiben, dachte sie, das wäre schön, einfach alles andere hinter sich lassen, alles vergessen, nur bleiben, auf einem Planeten jenseits der Zeit, jenseits aller übrigen Welten, den keiner findet.
Doch sie wusste, sie konnte nicht bleiben.

Als sie aufwachte, war es schon spät am Tag, beinahe Nachmittag.
Haben wir was zu essen da? fragte sie.
Was willst du? Ich besorge es dir.
Eine halbe Stunde später stand ein Lieferbote vor der Tür mit Kaffee, frischem Obst und ein paar anderen Dingen. Lyra quittierte und bedankte sich, dann ging sie in das Wohnzimmer und setzte sich auf den Boden, den Kaffee und einen Teller Obst stellte sie neben sich. Sie grübelte eine Weile vor sich hin, als Waiduu sie plötzlich ansprach.
Suni fragt, ob sie dich besuchen darf, sagte er.
Suni? Oh, gerne. Ich komme eh gerade nicht weiter, vielleicht lenkt mich das ab.
Suni hatte mit ihr zusammen auf der Priesterakademie studiert, damals waren sie sehr gute Freunde gewesen, bis ihre Wege sich getrennt hatten, weil Lyra den Planeten überstürzt verlassen hatte.
Zehn Minuten später hörte sie eine vertraute Stimme vor dem Haus: "Hallo? Lyra?"
"Suni!" Sie lief hinaus; vor ihr stand eine dunkelhaarige Frau mit leuchtend blauen Augen und sportlicher Figur und nahm sie in den Arm, dann schob sie sie eine Armlänge von sich weg.
"Du bist überhaupt nicht älter geworden, Lyra!", stellte sie stirnrunzelnd fest. Lyra bemerkte die Strähnen grauen Haares, die sich durch Sunis dichte, schwarze Haare zogen und lächelte.
"Ach was, natürlich bin ich das!", erwiderte sie. "Schön, dass du da bist! Woher wusstest du, das ich hier bin?"
Suni lachte. "Oh, was meinst du, was das Dorfgespräch gerade ist?" Lyra verdrehte die Augen und seufzte. "Ich will nicht Dorfgespräch sein! Komm rein."
Suni setzte sich an den Küchentisch, während Lyra für beide eine frische Kanne Tee aufbrühte. Dann erzählte Suni ihr von den letzten Jahrzehnten, was sich bei ihr alles zugetragen hatte. Lyra saß nur still da im Schneidesitz, mit einem leisen Lächeln, und hörte zu.
Endlich sagte Suni: "Und was ist mit Dir? Erzähl mir von Deinem Leben!"
"Oh nein, ich bin gerade zu müde! Lass uns eine Partie Qress spielen, hast Du Lust?"
"Oh, das habe ich ewig nicht gespielt! Ja klar, gern!"
Qress war eine Weiterentwicklung des alten Spieles "Schach", das noch von Terra stammte. Lyra gewann drei Partien, die vierte endete unentschieden, aber Suni wollte noch eine weitere Chance zur Revanche, also spielten sie nochmals weiter. Doch nach einer Weile verlor sich Lyra über dem Spiel, starrte die Figuren an und hing ihren Gedanken nach.
"Lyra? Du bist dran!"
Sie reagierte nicht, bis Suni sie schüttelte.
"Tut mir leid, ich. ich komme mir nur gerade selber wie ein Bauer vor, der herum geschoben wird, und ich frage mich, was eigentlich das Spielfeld ist!"
Sie strich sich mit der Hand über die Augen. "Tut mir leid, Suni, ich bin gerade mit den Gedanken völlig woanders! Lass uns aufhören."
Sie stellte das Spielbrett weg. "Willst Du ein Glas Wein?"
"Gerne, ja."
Sie setzten sich mit den Gläsern auf die Terrasse hinter dem Haus und sahen den Nachtfischen zu, die im Mondlicht nach schwebenden Mücken jagten, die über einen kleinen Bach hin- und herflogen, der direkt hinter dem Haus verlief und in einen klaren, grünen See mündete. Das Ufer war gesäumt von großen Bäumen mit herabhängenden Ästen, die teilweise bis ins Wasser hingen. Waiduu war einer von ihnen; aus den oberen Zimmern konnte man auf das Wasser sehen und von einem kleinen Balkon aus direkt hineinspringen.
Nach einer Weile sagte Suni in die Stille hinein: "Was bedrückt Dich, Lyra, was ist los? Wo warst Du solange, bleibst Du jetzt hier?"
Lyra schwieg.
"Willst Du nicht mit mir reden?"
Lyra sah sie nachdenklich an, dann sagte sie leise:"Ich bin nicht gekommen, um zu bleiben. Ich kam, weil ich einen Freund retten musste, der beinahe zu Tode gefoltert worden wäre. Und daran war ich schuld."
"Du?...?"
"Ich hätte es verhindern können, wenn ich nachgedacht hätte."
Suni sah sie von der Seite an, trank einen Schluck Wein und fragte plötzlich: "Du hast ihn hierher gebracht, . einen . Primaten??"
Lyra nickte.
"Und..?"
"Morguaine und der Priesterrat haben es akzeptiert, sie heilen ihn."
"Morguaine macht nie etwas umsonst.", stellte Suni fest.
Lyra lachte bitter auf. "Ja, da hast Du recht. Aber der Preis ist mir egal. Die Frage ist, was mache ich jetzt weiter."
Dann erzählte sie...

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