Trinity - Verzehrende Leidenschaft

 
 
Ullstein Ebooks in Ullstein Buchverlage
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. Januar 2017
  • |
  • 450 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8437-1483-9 (ISBN)
 
Ein neues Leben. Eine große Liebe. Eine tödliche Gefahr.
Der erste Band der Trinity-Serie

Ich liebe dich. Ich will dich. Ich werde dich nie verlassen. Beim Gedanken an diese Worte bekommt Gillian Callahan Panik. Jahrelang wurde sie von ihrem gewalttätigen Ex-Freund misshandelt. Jetzt ist sie frei und arbeitet für Safe Haven, die Hilfsorganisation, der sie ihre Rettung verdankt. Das Thema Männer hat sie abgehakt. Bis sie bei einer Konferenz den Vorsitzenden von Safe Haven, Chase Davis, kennenlernt. Der attraktive Milliardär ist so sexy, dass Gillian schwindelig wird. Außerdem bekommt er immer, was er will - und er will Gillian.
In ihr kämpfen Lust und Angst gegeneinander. Wird sie Chase vertrauen können? Ist sie bei ihm wirklich sicher? Und wie gefährlich ist ihre dunkle Vergangenheit?

Die neue Serie von der Autorin des Mega-Bestsellers Calendar Girl!
weitere Ausgaben werden ermittelt
Audrey Carlan schreibt mit Leidenschaft heiße Unterhaltung. Ihre Romane veröffentlichte sie zunächst als Selfpublisherin und wurde daraufhin bald zur internationalen Bestseller-Autorin. Ihre Serien »Calendar Girl«, »Trinity« und »Dream Maker« stürmten auch in Deutschland die Charts. Audrey Carlan lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Kalifornien.

KAPITEL 1

Ich möchte einfach ein normales Leben - eines ohne Schmerzen. Mit meinen vierundzwanzig Jahren habe ich schon mehr körperliche und emotionale Schmerzen erlitten als die meisten Frauen in ihrem ganzen Leben. Die Menschen sehen es oft als selbstverständlich an, wie leicht sie es haben. Sie laufen herum und fragen sich nie, wann alles um sie herum mit einem lauten Knall in sich zusammenfällt. Ich beneide solche Menschen und will unbedingt eines Tages so sein wie sie. Mein neues Motto lautet, fürs Morgen zu leben. Jede Entscheidung bringt mich einer Zukunft näher, die von Licht erfüllt ist. Einem Licht, das nicht von der erbarmungslosen Wirklichkeit oder unvorhergesehenen Unannehmlichkeiten getrübt werden kann. Ich kann meine Träume in die Tat umsetzen. Ich bin nicht mehr das Mauerblümchen, das sich von anderen verletzen lässt.

Mein Job als Spendenmanagerin einer der größten Wohltätigkeitsorganisationen für Frauen in den Vereinigten Staaten hat mich in diese Bar geführt, in der ich nun sitze. Nach einem langen Reisetag mit zwei Zwischenaufenthalten lasse ich mich in den weichen Sessel sinken. Sanft schmiegt sich das Polster an meine Kurven. Als ich mich umsehe, bin ich froh, dass ich meinen Arbeits-Blazer und eine dunkle Jeans angezogen habe. Die Peeptoes mit den halsbrecherischen Absätzen von BCBG und eine lange Perlenkette peppen den lässigen Geschäfts-Look etwas auf.

Ich fühle mich ein wenig fehl am Platz. Männer und Frauen in makellosen Anzügen und Cocktailkleidern versammeln sich in kleinen Gruppen und genießen die »Happy Hour«. Das ist nicht meine Welt. Würde die Vorstandssitzung der Save Haven Foundation nicht in diesem Hotel abgehalten werden, würde ich wohl in einem gemütlichen Pyjama zu Hause sitzen, Wein trinken und mit meiner Mitbewohnerin Maria einen Mädelsfilm anschauen.

Die tiefen Rillen in den abgerundeten Kanten des Tresens bilden ein perfektes Wirbelmuster. Die Bar ist von hinten beleuchtet, und das Licht scheint durch die Flaschen mit Hochprozentigem wie die Sonne durch einen Kristall. Die Farben der Flaschen werden in alle Richtungen gestreut und lassen das Ganze eher wie ein Kunstwerk wirken als wie Glasregale voller verschiedener alkoholischer Getränke. An jeder Seite befindet sich eine große Leiter, damit der Barkeeper auch an die »höchsten« Genüsse herankommt. Diese Ehrenplätze sind den Sachen vorbehalten, die ein paar hundert Dollar pro Flasche kosten, vielleicht sogar pro Glas.

Als ich die Weinkarte studiere, muss ich an meine Stellung im Leben denken. Da ich im Land des Weines wohne, habe ich eine ziemlich gute Vorstellung davon, welcher Rebensaft gut, in Ordnung oder regelrecht Essig ist. Alle Weine auf dieser Karte werden flaschenweise angeboten, wobei die billigste an die hundert Dollar kostet - nicht mal ansatzweise meine Gehaltsklasse.

Ein haariger kleiner Mann hinter der Bar lächelt mir zu, wischt die Stelle vor mir mit einem feuchten Tuch ab und legt einen Untersetzer hin. »Was darf ich Ihnen bringen?« Sein Akzent ist eine Mischung aus Italienisch und Chicagoer Dialekt.

»Äh, ich weiß nicht. Kann man hier auch ein einzelnes Glas Wein bestellen?«

»Sie sind wohl nicht von hier?« Seine Frage klingt aufrichtig und freundlich.

Mit der Wahrheit fahre ich wahrscheinlich am besten. »Nein, ich bin geschäftlich in der Stadt.«

»Ausgezeichnet, ich hole Ihnen was«, sagt er und schlägt auf den Tresen. »Weiß oder rot?«

»Weiß, bitte. Danke.«

Diese Bar ist der Wahnsinn. Ich war mir nicht sicher, ob ich herunterkommen sollte, aber jetzt bin ich froh, es getan zu haben. Die Erschöpfung von der Reise legt sich allmählich. Der Barkeeper stellt mir ein großzügig gefülltes Glas Wein hin. Das sind deutlich mehr als die üblichen hundertzwanzig Milliliter. Ich lächele breit und zeige dabei wahrscheinlich eine Menge Zahnfleisch und Zähne. Er grinst und widmet sich dann einem anderen Gast.

Aus versteckten Lautsprechern ertönt die Stimme von Amy Winehouse, die leise davon singt, nicht gut für ihren Mann zu sein. Die Leute um mich herum plaudern untereinander. Ich nippe an meinem Wein und werde von der sanften, buttrigen Note des Chardonnay überwältigt. Mir fällt das kleine Weingut ein, das meine Seelenschwestern und ich letztes Jahr in Napa besucht haben. Der Wein dort war genau so ein seidiger Gaumenschmeichler. Er schmeckt nach Geld. Ich kann nur hoffen, dass mich der Spaß nicht mehr als zwanzig Dollar kostet. Ansonsten war es das mit meinem Tagesbudget.

Ich drehe mich zur Seite und betrachte die Kombination aus moderner Kunst und gedimmten Deckenleuchten, die den Raum der Bar beherrscht. In der Ecke steht ein glänzender schwarzer Konzertflügel. Mattes Licht ist darauf gerichtet, als könnte jeden Moment eine einsame Seele anfangen, die Tasten anzuschlagen. Ein Mann legt eine Hand auf die glatte Oberfläche des Instruments und reißt mich aus meiner Trance. Mein Blick wandert von der Hand den Arm hinauf und fällt auf das attraktivste männliche Gesicht, das ich je gesehen habe. Sein Bild könnte ohne weiteres jedes High-Fashion-Magazin zieren. Kräftige dunkle Augenbrauen lenken den Blick auf vermutlich ebenso dunkle Augen. Seine ausgeprägten Wangenknochen heben sich, als er lachend den Kopf zurückwirft. In seinem tiefschwarzen Anzug, der - höchstwahrscheinlich - den perfektesten Körper einhüllt, der mir je untergekommen ist, wirkt er wie der Inbegriff von groß, dunkel und gutaussehend. Er ist umwerfend.

Ich lasse den Blick von seinen Designerschuhen aus Leder über die erlesen geschneiderte Hose schweifen, die auf diese gewisse aufreizende Art an seiner schlanken Hüfte hängt, die man sonst nur auf der Leinwand sieht. Ich trinke hastig einen Schluck Wein. Er ist viel zu groß, und das Brennen des Alkohols schärft mein Bewusstsein, während ich den breiten Oberkörper des Mannes betrachte. Unter dem seidigen Stoff befinden sich wahrscheinlich kräftige, wohlgeformte Brust- und Bauchmuskeln. Seine Krawatte ist gelockert. Bestimmt hat er gerade erst Feierabend gemacht und hat es jetzt eilig, sich in der Innenstadt von Chicago mit den Jungs auf ein Bier zu treffen.

Nein, das kommt nicht hin. Er ist zu elegant für Bier. Das wäre eher der Typ Mann, mit dem ich sonst ausgehe. Dieser Mann, Mr Superman, ist dafür viel zu stilvoll. Er hat ein Glas mit honigfarbener Flüssigkeit in der Hand, was ebenfalls von gutem Geschmack zeugt. Scotch oder Whiskey on the rocks.

Wie er da am Klavier gelehnt steht und trinkt, ist er der personifizierte Sex. Ich stelle mir vor, wie die Flüssigkeit in seinem Hals brennt. Mit Sicherheit wärmt ihm der starke Alkohol den Bauch und sorgt nach einem anstrengenden Tag für Entspannung. Vermutlich ist er Firmenanwalt oder Banker. Vielleicht hatte er genau in diesem Hotel eine Besprechung und schmiert den Männern um ihn herum gerade Honig um den Bart. Oder noch besser, sie versuchen, ihn zu beeindrucken. Ja, so schon eher.

Ich lenke meine Aufmerksamkeit auf sein Gesicht und stelle entsetzt fest, dass er mich unverhohlen anstarrt. Ich will den Blick abwenden, aber ich kann nicht. Es ist, als würde er mich mit den Augen fesseln. Mir wird ganz heiß in der Magengegend, als sich unsere Blicke treffen und umeinander herumtanzen, den anderen begutachten und abschätzen. Wieder versuche ich vergeblich, woanders hinzuschauen. Nach einer gefühlten Ewigkeit zuckt er mit einer seiner dunklen Brauen, und ein durchtriebenes Grinsen huscht über sein Gesicht. Umwerfend war nicht das richtige Wort. Der Typ ist atemberaubend.

Mit langen Fingern fährt er sich durch das dunkle Haar. Es bildet verführerische Strähnen, die ich liebend gerne einmal anfassen würde. Mir laufen Schauer über den Rücken, als wir den Anstarrwettbewerb fortsetzen. Ich bin kurz davor, ohnmächtig zu werden, weil ich so lange die Luft angehalten habe, da blickt er weg. Als hätte jemand Sand auf eine lodernde Flamme geworfen. Das Feuer ist aus. Vorbei. Kalt. Nur noch Asche übrig.

Was war das denn bitte?

Der Tag hat mir anscheinend nicht gutgetan. Ich habe noch nie einen Mann so ungeniert angestarrt, und ich war auch noch nie so hin und weg von einem. Ich wette, er ist gut im Bett. Der Gedanke geistert mir durch den Kopf, aber ich würge ihn ab. Solche Gedanken sind gefährlich. Gut, dass der Typ weggeschaut hat. Noch besser, dass er den stummen Sirenengesang nicht gehört hat, der ihn herüberlocken wollte, damit er das Begehren stillt, das mir durch alle Poren rauscht. Er bräuchte nur ein Streichholz, und ich würde in Flammen aufgehen wie ein Haufen vertrocknetes Laub.

Mit aller Macht drehe ich mich wieder zur Bar und versuche, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren als auf den Mann in der Ecke. Vorsichtig fahre ich mit dem Finger über den Rand des Weinglases, um es zusammen mit der Musik im Raum zum Singen zu bringen. Befriedigt stelle ich fest, dass es mir tatsächlich gelingt, ein leises Summen in passender Tonlage zu produzieren.

»Netter Trick«, höre ich eine tiefe Stimme hinter mir. Eine Stimme, die einem in den Bauch fährt und einen dort von innen kitzelt.

Ich wirbele so schnell herum, dass mein Weinglas über die Bar schlittert. Ein Arm greift rasch über mich und hält es fest, bevor auch nur ein Tropfen verschüttet wird. Ich bin zwischen einem breiten Oberkörper und...

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