Bushcraft - Erste Hilfe - Notfallversorgung in der Wildnis - schnell und einfach

 
 
Anaconda Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. August 2021
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-28756-6 (ISBN)
 
In diesem Praxisführer Erste Hilfe lernt man, sein eigener Ersthelfer zu sein. Die jahrelange Erfahrung der Autoren wird Wanderern und Rucksacktouristen helfen, mit einer Vielzahl von Notsituationen umzugehen, von Schnittwunden und Verbrennungen bis hin zu Knochenbrüchen und Kopfverletzungen. Hier steht, was man dabeihaben muss und wie man schnell und einfach Verbände anlegt. Zwei ausgewiesene Bushcraft-Experten erklären, wie man Pflanzen gezielt zur Behandlung von Erkrankungen einsetzt, und liefern alle Informationen, die Sie brauchen, um sich und andere auf dem Trail zu schützen.

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 5,03 MB
978-3-641-28756-6 (9783641287566)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dave Canterbury ist Mitinhaber und Lehrer in einer Pfadfinderschule in Ohio. Sie wurde von USA Today als eine der 12 besten Survival Schools der Vereinigten Staaten ausgezeichnet. Seinem YouTube-Kanal folgen über 600.000 Nutzer und seine Videos wurden knapp 100 Millionen Mal aufgerufen.

Kapitel 1


Einige Überlegungen vorab

Die Natur betrügt uns nie
Vielmehr betrügen wir uns immer selbst
.


JEAN-JACQUES ROUSSEAU

Sie gehen einen Wanderweg entlang und treten dabei fast auf eine Schlange. Das Tier schnellt hervor und beißt Sie ins Bein. Was sollten Sie jetzt tun?

Sie hacken Holz für das abendliche Lagerfeuer. Dabei rutscht Ihnen die Axt aus der Hand und Sie schlagen sich eine klaffende Wunde ins Bein. Wie stoppen Sie die Blutung?

Während Sie über dem Feuer das Abendessen kochen, fassen Sie eine heiße Pfanne an und verbrennen sich die Hand. Wie behandeln Sie die Verletzung am beten?

Auf jedem Outdoor-Trip können Sie leicht in derlei Situationen geraten, und alle erfordern Grundkenntnisse in Erster Hilfe. An die Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen in der freien Natur sollte man sich nicht ohne vorherige Ausbildung wagen, und außerdem sollte jeder Trip gründlich geplant werden. Wenn Sie auf Notfälle vorbereitet sind, wird es ihnen leichter fallen, die Ruhe zu bewahren und die richtigen Schritte zu unternehmen.

Planung für den Notfall


Wahrscheinlich haben Sie schon einmal mit Ihrer Familie besprochen, was Sie tun, falls Ihr Haus brennt oder sintflutartige Regenfälle niedergehen - also bei Unglücksfällen, die zu Hause eintreten können. Ebenso sollten Sie für die Zeit, die Sie draußen verbringen, einen Notfallplan erstellen:

Informieren Sie Freunde und Familie zu Hause, wo Sie sich aufhalten werden und wann Sie zurück sein wollen, sodass Ihre Leute wissen, ab wann sie sich Sorgen machen müssen.

Richten Sie ein Partnersystem ein, damit niemand aus der Gruppe verloren geht. Das gilt vor allem, wenn Kinder dabei sind.

Machen Sie sich mit dem Gebiet vertraut, in dem Sie sich aufhalten werden, und vereinbaren Sie eine Stelle, an der Sie sich treffen, falls Teile der Gruppe verloren gehen.

Verfolgen Sie die Wettervorhersage und entscheiden Sie gemeinsam, was Sie tun werden, falls extreme Wetterverhältnisse eintreten.

Finden Sie heraus, wo der nächste Stützpunkt von Rettungskräften, von Berg- oder Wasserwacht oder das nächste Krankenhaus liegen, und schätzen Sie ab, wie lange die Einsatzkräfte in das Gebiet brauchen, in dem Sie sich aufhalten.

Stellen Sie sicher, dass alle Teilnehmer, auch Kinder und Jugendliche, eine Notfallausrüstung dabei haben und damit umgehen können.

Umgang mit Stress


Wer sich schon einmal bei einem Outdoor-Trip verletzt hat, weiß, dass man in einer solchen Situation großen Stress empfindet. Man ist weitab von der Zivilisation, kein Arzt kann einem helfen und die Schmerzen sind unerträglich (darüber hinaus erleidet man in der Regel ein nicht unbedeutendes Trauma wie etwa Blutverlust). Stress kann körperliche Verletzungen bekanntermaßen verschlimmern. Die anderen aus der Gruppe fühlen sich unter Umständen schuldig, weil sie irgendwie zu dem Unfall beigetragen oder ihn nicht verhindert haben. Dies gilt vor allem, wenn ein Freund oder ein Angehöriger betroffen ist.

Ist der Verletzte ein enger Freund oder ein Angehöriger, reagieren wir meist in einer der folgenden beiden Weisen: Entweder nehmen wir die Verletzung oder Erkrankung nicht so ernst, wie wir sollten, weil wir den Betroffenen ja gut kennen und finden, er solle »die Zähne zusammenbeißen«, oder wir reagieren übertrieben und verbreiten grundlos Panik, weil wir glauben, dass er übermäßig viel Blut verliert oder sich eine Extremität verrenkt hat. Als Ersthelfer sollten Sie in so einer Situation Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Das können Sie durch Ihr Verhalten und durch Worte erreichen.

Indem Sie Unfallopfern mit dieser Einstellung begegnen - auch wenn es sich um jemanden handelt, der Ihnen nahesteht -, verhindern Sie, selbst in Panik zu verfallen. Nervös zu werden, ist das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, denn dann treffen Sie möglicherweise falsche Entscheidungen oder wissen nicht mehr, was Sie tun sollen. Wenn Sie sich frühzeitig auf Notfälle vorbereiten, handeln Sie im Ernstfall mit größerer Selbstsicherheit.

Wenn Sie mit einer Notsituation konfrontiert sind, atmen Sie zunächst ein paar Mal tief durch und überlegen Sie in Ruhe, was Sie tun müssen, um dem Problem zu begegnen. Planen Sie immer nur den nächsten Schritt - so können Sie sich besser auf Ihr Handeln konzentrieren und vertreiben sorgenvolle Gedanken. Grübeln Sie nicht darüber nach, was morgen oder in einer Woche ist.

Gerät ein Mitglied der Gruppe in Panik, überträgt sich das oft auf die anderen. Wenn eine unverletzte Person in Panik gerät, raten Sie ihr dazu, mehrmals tief durchzuatmen und sich zu beruhigen. Bestimmen Sie jemanden, der dafür sorgt, dass die Gruppe ruhig bleibt. Falls das nicht gelingt oder Sie dazu keine Zeit haben, können Sie Personen, die in Panik geraten sind, auch bitten, sich vom Schauplatz zu entfernen. Allgemein gilt: Wenn Sie selbst die Ruhe bewahren, bleiben auch die anderen ruhig.

Gerät der Verletzte in Panik, versuchen Sie, ihn während der Behandlung zu beruhigen. Ermuntern Sie ihn dazu, tief durchzuatmen (falls sein Zustand dem nicht entgegensteht), und lenken Sie seine Aufmerksamkeit auf die positiven Apekte seiner Lage, anstatt den Teufel an die Wand zu malen. Falls möglich, bitten Sie jemand anderen aus der Gruppe, Ihnen zu helfen, den Verletzten ruhig zu halten. Erklären Sie dem Betroffenen immer, was Sie gerade tun. Machen Sie ihm keine Vorwürfe - er hat schließlich Schmerzen und steht möglicherweise unter Schock. Strahlen Sie Ruhe und Sicherheit aus und zeigen Sie, dass Sie wissen, was Sie tun.

Ist der Verletzte bei Bewusstsein und versteht, was mit ihm geschieht, beziehen Sie ihn mit ein und fragen Sie ihn, was er vorschlägt. Sie müssen dem nicht immer Folge leisten, doch je mehr Sie ihn in die Entscheidungen bezüglich seiner Versorgung einbinden, desto wohler wird er sich während der Behandlung fühlen.

Infektionen vorbeugen


Wenn Sie Erste Hilfe leisten, denken Sie immer daran, dass dabei eine gewisse Infektionsgefahr besteht. Blut und Speichel enthalten Viren und Bakterien, die Krankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose, Lungenentzündung und hartnäckige Hautinfektionen übertragen können.

Überprüfen Sie daher Ihre Hände auf Wunden und offene Stellen, bevor Sie den Betroffenen untersuchen. Wenden Sie das Gesicht ab, wenn er hustet, und atmen Sie nach Möglichkeit keinen Auswurf ein. Keime sind winzig, können aber tödlich sein, weshalb Sie gut daran tun, grundsätzlich von einer gewissen Ansteckungsgefahr auszugehen.

Aber wie können Sie eine Verletzung behandeln, ohne das Unfallopfer zu berühren? So wie ein Arzt: indem Sie sich schützen. Natürlich haben Sie weder OP-Kittel noch Mundschutz dabei, aber Sie können Einmalhandschuhe verwenden. Auch eine Schutzbrille und ein paar Gesichtsmasken sollten sich in Ihrer Erste-Hilfe-Ausrüstung befinden. Wenn Sie diese Dinge nicht zur Hand haben, verwenden Sie Abfalltüten oder Plastikbeutel anstelle von Handschuhen, und eine Sonnenbrille oder eine gewöhnliche Brille als Augenschutz. Zum Schutz vor Keimen können Sie sich auch ein Halstuch vor den Mund binden.

Hilfeleistung im Team


Wenn Sie in einer Gruppe unterwegs sind und einer der Teilnehmer erkrankt oder verunfallt, sollte einer aus der Gruppe die Regie übernehmen, damit kein Durcheinander entsteht. Wenn es einen Leiter gibt oder ein Arzt mit dabei ist, sollten alle den Anweisungen dieser Person folgen. Ist kein Leiter vorhanden - etwa wenn Freunde gemeinsam unterwegs sind -, nimmt in Notfällen meist derjenige die Zügel in die Hand, der einen kühlen Kopf bewahrt. Falls diese Rolle Ihnen zufällt, scheuen Sie sich nicht, sie anzunehmen und den anderen aus der Gruppe Aufgaben zuzuteilen.

Handelt es sich um einen schwerwiegenden Notfall, dann sollte einer aus der Gruppe die Evakuierung organisieren, während ein anderer den Betroffenen versorgt. Nach Möglichkeit sollte ein Dritter demjenigen assistieren, der die Erste Hilfe leistet, etwa indem er Hilfsmittel herbeischafft oder den Verletzten beruhigt.

Beispiel aus der Praxis

Sie sind mit Ihrer Kirchengemeinde auf einer Missionsreise in Honduras. Sie kennen Ihre Mitreisenden gut, zählen sie aber nicht zu Ihren engsten Freunden. Während eines Trips in den Urwald zieht sich einer aus der Gruppe durch eine Machete eine Schnittwunde am Arm zu. die Wunde blutet stark. Sie wissen, dass die Blutung durch unmittelbaren druck verlangsamt oder gestillt werden kann, aber Ihr Erste-Hilfe-Set und der Arzt, der die Gruppe betreut, befinden sich in einem dorf, das etliche Kilometer entfernt liegt. Was tun Sie?

Lösung

Spülen Sie die Wunde mit Trinkwasser aus, um Schmutzpartikel wie etwa Pflanzenreste zu entfernen. Wenn Sie keine Spülspritze zur Hand haben, halten Sie sich an die Devise »Viel hilft viel«. Spülen Sie mit großzügigen Mengen von sauberem Wasser, um die Wunde zu reinigen. Verbliebenes Material wie etwa Reste von Schmutz oder Baumrinde entfernen Sie mit der Spitze eines Messers, einem Multitool oder auch einem Zahnstocher.

Nachdem Sie die Wundregion gereinigt haben, legen Sie einen Verband aus Baumwollstoff an, etwa aus einem Halstuch oder einem T-Shirt, und drücken dann fünfzehn Minuten lang auf die Wunde. Dabei hilft es, wenn der Verletzte den Arm nach oben streckt. Überprüfen Sie nach fünfzehn Minuten, ob die Blutung schwächer geworden ist oder schon aufgehört hat. Wenn sie schwächer ist, aber noch anhält, können Sie...

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