Wo die Ewigkeit endet

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Oktober 2020
  • |
  • 220 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-3372-6 (ISBN)
 
Ein köstlicher Lesegenuss. Witzig, spritzig und ergreifend schildert die Autorin das Leben vor der Eisenzeit, so lebendig, als wäre man dabei. Unwiderstehlich, fesselnd und erschütternd zugleich. Man kann nicht mehr aufhören zu lesen. Für einen besonderen Lesegenus, um alles zu verstehen, sollte man vorher unbedingt die Bücher: Satans Rache ISBN 9783752829907 und Herrin der Welt ISBN 9783752848595 gelesen haben.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 1,78 MB
978-3-7526-3372-6 (9783752633726)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Nach einem turbulenten Leben, in selbst gewählter Ruhe und Abgeschiedenheit, in einem kleinen Harzdörfchen, widmet sie sich nun ausschließlich ihrem Hobby, dem Schreiben utopischer Abenteuer Romane und Mystery-Triller.

Kap. 4: Die Lebenden und die Toten


Günter versuchte Ruhe zu bewahren, doch es wollte ihm nicht gelingen. Sie war lange fort, zu lange. Er ahnte was das zu bedeuten hatte. Zweifel zehrten an seinen Nerven.

Unruhig, mit einem unguten Gefühl, durchmaß er den großen Raum, der ihnen als Schlafgemach, Wohnzimmer und gleichermaßen als Küche diente, seit er mit viel Herzblut die Feuerstelle gebaut hatte. Der Raum zog sich über die ganze Etage, nur getrennt durch eine Wand, hinter welcher sich einst Justins Refugium befand.

Sie hatten sich nicht die Mühe gemacht, ihn leer zu räumen. So lagerten dort noch seine geheimen Aufzeichnungen und Berechnungen, Papierkram, der sie beide verwirrte.

Fast drei Stunden war sie nun schon bei "Ihm" seinem größten Rivalen. Der Gedanke an ihre Untreue schmerzte fürchterlich. Aber ich werde es stillschweigend ertragen, habe aus der Vergangenheit gelernt und weis, dass sie immer wieder zu mir zurückkommt. Ich werde sie nicht fragen und nichts sagen. So ist es nicht geschehen.

Verdammt, immer wieder sorgt dieser Kerl für Unfrieden und vergreift sich an meiner Kleinen. Doch das Maß ist voll, es wird Zeit zum Handeln. Er ballte die Fäuste, als ein unerklärlicher Lärm seine Aufmerksamkeit erregte.

In diesem Moment, öffnete sich die Tür und seine Liebste erschien auf der Schwelle.

Mit angstverzerrtem Gesicht, stürzte sie sich in seine Arme.

"Liebster, es geschieht etwas Fürchterliches, schau aus dem Fenster. Sie sind schon überall. Sie morden und plündern. Ich habe es gerade noch ungesehen hierher geschafft, aber sie werden auch uns finden und töten!"

"Bei Gott, ein Überfall, aber dieses Mal ist es ein ganzes Heer einer kriegerischen Truppe. Wie konnten sie unbemerkt in unser Reich eindringen? Jonny hat doch die modernsten Waffen zur Abwehr zur Verfügung!"

"Das ist nicht etwa Dschingis Khan oder Attila, denn die trieben ja erst viel später ihr Unwesen!" Bemerkte ich dümmlich.

"Nein gewiss nicht, doch herumziehende, meuchelnde Banden - Kriegsführer und sogenannte Eroberer, wüteten schon zu allen Zeiten. Sie haben ganze Völker niedergemetzelt, ja geradezu ausgerottet und deren Lebensraum verwüstet und dem Erdboden gleichgemacht!

Doch unsere Festung werden sie nicht einnehmen," polterte er Siegessicher und zog die Kiste mit den Waffen unter dem Schrank hervor.

"Wir müssen alle Gewehre laden, helf mir dabei, wir dürfen keine Zeit verlieren!" Drängte er.

Während wir dem sich nähernden Schlachtenlärm lauschten, merkte ich wie meine Hände zitterten, fürchterliche Angst ergriff mich. Nie zuvor hatte ich solche Furcht empfunden. Mit bebenden Fingern, tat ich wie mir geheißen.

"Wir werden aus dem Fenster feuern und sie alle abknallen, wie die Kaninchen," bemerkte er noch, als wir ein polterndes Getöse, unten im Haus vernahmen.

"Oh Liebster es ist zu spät, sie sind bereits im Hause," wimmerte ich entsetzt.

Im nächsten Moment wurde die Tür scheppernd aufgebrochen.

"Hier haben sie sich verschanzt, Hauptmann, wir haben sie, den besagten Heiler und sein Liebchen, welche sie eine Göttin nennen!" Grölten die Eindringlinge und stürmten mit vorgehaltenen Lanzen auf uns zu.

"Nehmt sie gefangen, bindet sie und schafft sie zu den anderen Gefangenen!" Bellte der Hauptmann, der nun teuflisch grinsend hinter ihnen hervortrat.

Ein furchteinflößender Kerl, krafttrotzend, breit wie ein Schrank, mit verwittert - grausamen Gesichtszügen, die über einem zottigen, roten Bart hervorstechen.

"Oh welch eine leuchtende Erscheinung. Das ist also die Göttin, von der man mir gekündet. So seid ihr von Stund an meine persönliche Göttin, ha, ha. Rührt sie nicht an, ich selbst werde mich ihrer mit Vergnügen annehmen!

Sie steht unter meinem Schutz. Und der hier, ist also der große, ruhmvolle Heiler, von dem die Alten so respektvoll sprechen. Nun auch den können wir dringend gebrauchen.

Packt und bindet ihn Kerle, der darf uns nicht entkommen!"

Günter ließ sich nicht einschüchtern. Er stand hoch aufgerichtet wie ein Riese. Mit fliegenden Fäusten um sich boxend und derbe Flüche brüllend, gelang es ihm etliche Kämpfer niederzustrecken, denn die mit Waffen kampferprobten Angreifer, waren im Faustkampf nicht geübt. Doch die Überzahl der Angreifer war zu groß.

Er wurde niedergerungen und gefesselt. Ich sah das Entsetzen in seinen Augen, als er überwältigt, abgeführt wurde und meinen Blicken entschwand.

Ich bin nicht die Göttin, wie ihr glaubt. Die wahre Göttin ist eine Andere, wollte ich sagen, doch die Furcht ließ mich schweigen. Auch ich wehrte mich mit Händen und Füßen, so dass ich von einem der Barbaren unsanft gepackt wurde. Ein derber Fausthieb mich traf, demzufolge ich Sterne sah und dann gar nichts mehr.

Ich erwachte aus meinem Taumel, auf einem Pferd festgezurrt, so dass ich mich kaum rühren konnte.

Meine Augen versuchten, meinen Liebsten in dem Getümmel von Leibern und Reitern auszumachen.

"Ihr bürgt mir dafür, dass diese Beiden nimmer mehr aufeinandertreffen. Garantiert mir das bei eurem Leben!"

Riss mich eine herrische Stimme, direkt neben meinem Ohr aus meiner Lethargie.

Erst jetzt merkte ich, das ich vor ihm, dem Hauptmann, auf dem Pferd kauerte. Das Dorf war ein rauchendes Schlachtfeld, übersät von unzähligen geschundenen Körpern. Die Erde war rotgefärbt von Blut.

Aufgeschlitzte Leiber aus denen das Gedärm quoll, mutwillig - unnötig übertötet aus purem Sadismus.

Sie waren noch warm, denn es war ja gerade erst geschehen. So befand sich noch ein Rest Leben in den misshandelten Körpern. Sicher war noch Leben in einigen, entschwindenden Seelen, denn mir war, als bewegten sich noch Beine, reckten sich noch Arme gen Himmel, im Ringen mit dem Tode. Niemals hatte ich Schändlicheres gesehen. Das Entsetzen das ich empfand, konnte nicht mehr ansteigen. Ein tierischer Schrei entrang sich meiner Kehle. Das war mehr als ich ertragen und verkraften konnte. So geriet ich in einen erbarmenden Schockzustand, aus dem mich merkwürdige Geräusche weckten.

Träumte ich? War das alles nur ein böser Albtraum?

Warum ging es so langsam voran?

Ich wusste nicht, ob ich mich darüber freuen oder ärgern sollte, bis mir der Grund klar wurde, als ich das Blöken und Muhen wahrnahm. Ich riss die Augen auf und sah neben mir ein Meer von wabernden Tierrücken. Rinder Schafe und Ziegen mit angstvoll geweiteten Augen, denn sie rochen das Blut und Verderben. Gewaltsam aus ihren heimischen Gehegen gerissen, zusammengepfercht, mit Stockschlägen angetrieben. Eine willkommene Beute, doch alles was sie nicht gebrauchen konnten, hatten die Teufel erbarmungslos abgeschlachtet und niedergebrannt.

Doch auch von ihnen, hatten Einige dran glauben müssen, sie lagen verstreut am Wegesrand und wurden mit finsteren Minen aufgesammelt.

Aus ihrer Brust ragten Armbrustgeschosse, von den wehrhaften Untoten abgeschossen.

So zogen wir des Weges, begleitet von den letzten Überbleibseln, aus unserem Leben, die liebevoll aufgezogenen Haustiere, die gewiss nicht für diese mörderische Bande bestimmt waren. Eine harmlos erscheinende Prozession. Sie bestimmten und minderten das Tempo, in dem wir vorankamen. Welches jedoch meinem Peiniger in seiner Ungeduld und seinem ungezügelten Temperament zu langsam war. Er trieb das Pferd, auf dem ich mit ihm ritt, ungezügelt raus aus dem Gedränge, das uns in wilden Galopp davontrug.

Es trug mich fort, immer weiter fort aus meinem Leben, in eine ungewisse Zukunft. Durch einen Tränenschleier, sah ich unsere Heimat entschwinden. Ich sah nicht die orangenen Wolken ziehen, nicht die untergehende Sonne, die ein rotes überirdisches, feuriges Licht auf die endlose Heide zauberte. Ich konnte einen wehmütigen Schluchzer nicht unterdrücken.

Seine Hand legte sich beruhigend, wie beschützend auf meine Schulter. Ich zuckte unter der Berührung zusammen, wollte dem Druck entfliehen. Doch ich war jetzt seine Gefangene, Eigentum des Stammesführers, nicht mehr als seine Sklavin, ausgeliefert und bewacht von Barbaren, die jedoch nicht nur eine übermütige, rauflustige Bande aus einem der Nachbarorte war, die einzig auf Raub auszogen, das hier war eine kampferprobte Armee. Der Anführer und ein Teil seiner Männer, wohl hochrangige Krieger, trugen im Kampf, prächtige Schilde und einige gar Körperpanzer, die in der Sonne, golden glitzerten und führten edle Rosse.

Nachziehendes Fußvolk, gab es schon lange nicht mehr.

Wir jagten weit voraus, doch Ture, mit dem ich das Pferd teilte, trieb es immer wieder zurück und umkreiste die gemächlich dahinziehende Horde wie ein Hütehund.

Ich beobachtete Sie aus blinzelnden Augen.

Seltsamerweise hatte sich der Druck im Magen gelegt, die lähmende Furcht, war einer Neugier gewichen.

Ich tat gut daran, mich ruhig zu verhalten und mich meinem...

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