Der zweite Kuss des Judas

Roman
 
 
Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. August 2011
  • |
  • 253 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0882-9 (ISBN)
 
Österliche und andere Ergötzlichkeiten - eine kriminalistische Reise in Siziliens Vergangenheit Vigàta, 1890. Ein mysteriöses Geschehen hält die Bewohner des sizilianischen Küstenstädtchens in Atem: Am Karfreitag, während der Aufführung des Passionsspiels, verschwand auf rätselhafte Weise der den Judas verkörpernde Direktor der örtlichen Bankfiliale. Hat ein Verrückter im religiösen Wahn den Verrat an Jesus Christus gerächt? Oder hat ein verschuldeter Bankkunde die Gelegenheit genutzt, sich des Gläubigers zu entledigen? An phantasievollen Theorien mangelt es nicht, doch als sich die Wahrheit herausstellt, sorgt diese für eine gewaltige Überraschung.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • 1,76 MB
978-3-8387-0882-9 (9783838708829)
3838708822 (3838708822)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KÖNIGLICHES POLIZEIKOMMISSARIST VIGÀTA (S. 176-177)

An denSignor QuestoreMontelusa An denCapitano Comandanteder Kgl. CarabinieriMontelusa Vigàta, den 10. April 1890 Tgb.-Nr. 222Betreff: Ermittlungen im Fall des verschwundenen Patò In den vergangenen Tagen hat uns ein zuverlässiger Informant berichtet, dass der berüchtigte Calogero Pirrello, der anerkannte Mafiachef, zu dessen Hofstaat Gerlando Ciaramiddaro (siehe unsere früheren Berichte) gehört, sich vor indiskreten Ohren sicher fühlend, folgende Drohung ausgestoßen haben soll: »Si lu trovanu vivu, ci pensu io a ammazzarilu.« (Wenn sie ihn lebend finden, dann bring ich ihn um.)

Jedermann war augenblicklich klar, dass Pirrello damit Filialdirektor Patò meinte, und da dies für uns von größtem Interesse ist, erteilten wir dem Informanten Weisung, die Beweggründe von Pirrellos Ressentiments möglichst weitgehend zu klären und uns Bericht zu erstatten. Nun hat uns der Informant am heutigen Tag eine Geschichte erzählt, die, sofern wahr und belegt, unsere Ermittlungen mit neuen, unvorhergesehenen Elementen bereichern würde. Anscheinend hat Pirrello am Donnerstag, dem 20. März d. J., nach den Proben zum Passionsspiel gesehen, wie Patò das Portal der Bank aufschloss; er trat zu ihm und sagte, er habe eine beträchtliche Summe Bargelds in der Tasche, das er einzahlen wolle.

Patò wies ihn darauf hin, dass die Filiale eigentlich geschlossen sei, und es war in der Tat kein Angestellter anwesend. Auf Pirrellos Drängen hin schlug Patò vor, die Summe vorübergehend im Geldschrank der Bank aufzubewahren. Wenn der Hauptkassierer, Buchhalter Vitantonio Tortorici, nach den Feiertagen seinen Dienst wieder aufnahm, würde die Summe ordnungsgemäß Pirrellos Konto gutgeschrieben. Pirrello willigte ein, denn er hatte in Bankangelegenheiten schon seit langem mit Patò zu tun und vertraute ihm. Der Filialdirektor stellte ihm eine vorläufige Empfangsbestätigung aus.

Doch bei der Nachricht, dass Patò verschwunden sei, beschlichen Pirrello Zweifel. Er begab sich in die Filiale, um sich der erfolgten Gutschrift zu vergewissern, und musste von Buchhalter Tortorici erfahren, dass Patò diesem weder Geld zur Gutschrift gegeben hatte noch im Geldschrank auch nur eine Spur von der Summe war, von der Pirrello behauptete, sie gehöre ihm und müsse sich dort befinden. Da beschloss Pirrello, sich nichts anmerken zu lassen.

Freilich hätte er die von Patò ausgestellte Empfangsbestätigung vorlegen können, aber er wusste genau, dass sie, da sie keinen Stempel trug, keinerlei Beweiswert hatte. Außerdem wäre das der unumstößliche Beleg dafür gewesen, dass Patò ihn hinters Licht geführt hatte, womit er das Gesicht verloren hätte und unter seinesgleichen zum Gespött geworden wäre. Auf unsere Frage hat Buchhalter Vitantonio Tortorici Pirrellos Besuch in der Filiale bestätigt. Aber Tortorici stellt eine bedenkenswerte Vermutung auf. Nach seinem Dafürhalten wurde die Summe nie abgegeben, weil die Prozedur höchst irregulär gewesen wäre und Filialdirektor Patò sich niemals zu etwas hergegeben hätte, das alles andere als korrekt war."

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