Bluthochzeit mit dem Highlander

 
 
HarperCollins (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. Januar 2017
  • |
  • 320 Seiten
 
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978-3-7337-6829-4 (ISBN)
 
Schottland, 1717. Ein Schrei gellt durch die nächtliche Burg. Alarmiert stürmt Viscount Owen Duff in Maggie McCallums Schlafgemach. Hat irgendwer etwas seiner Verlobten angetan? Nichts darf ihre gemeinsamen Hochzeitspläne zerstören, ihre Leidenschaft und den Frieden zwischen ihren Clans! Doch als er die schluchzende Maggie unversehrt in seinen starken Armen hält und sie sich zitternd an ihn schmiegt, macht sie ihm ein entsetzliches Geständnis: Sie hatte im Traum eine schreckliche Vision. Darin hat sie Owen blutüberströmt gesehen, in ihrer gemeinsamen Hochzeitsnacht. Sie ist überzeugt: Wenn sie heiraten, bedeutet es seinen Tod .

PROLOG

Schottland, 1717

In dem Herbst, den sie beide mit ihren Familien in Edinburgh verbrachten, war Maggie McCallum gerade sechzehn geworden und Owen Duff achtzehn. Maggies Mutter fand, dass sie noch zu jung für einen Verehrer war, darüber machte Maggie sich lustig, sobald die Mutter sich außer Hörweite befand. Sie hatte schon gemerkt, dass die Männer sie in letzter Zeit anders anschauten, und sie gestattete sich immer häufiger, diese Blicke zu erwidern.

Auf einem Tanzabend traf sie dann Owen, den Viscount Duncraggan, der eines Tages den Grafentitel von Aberfoyle erben würde. Sie war ihm schon einmal begegnet, als sie mit ihren Eltern zu einem Abendessen eingeladen gewesen war. Damals war sie zwölf, er vierzehn, und er hatte sie keines Blickes gewürdigt. Jetzt stand sie neben ihrer Freundin, die kicherte und mit dem Finger auf genau diesen jungen Mann zeigte.

"Er gehört zum Clan der Duffs", sagte ihre Freundin. "Sogar ich weiß, dass sich die McCallums und die Duffs noch nie leiden konnten."

Maggie nickte, ohne ihr wirklich zuzuhören. Stattdessen starrte sie Owen neugierig aus weit aufgerissenen Augen an. Er trug keinen Tartanüberwurf mit Gürtel wie die Männer aus ihrer Familie, sondern einen teuren maßgeschneiderten Anzug mit Weste und Kniebundhosen. Wenn er über die Tanzfläche schritt, um sich vor einem der errötenden Mädchen zu verbeugen, funkelte das auf Hochglanz polierte Schwert an seiner Hüfte im Schein der Kerzen. Er hatte ein schmales Gesicht und eckige Schultern, die bereits die Kraft des Mannes erahnen ließen, der er einmal werden würde. Sein sandfarbenes Haar war im Nacken nur nachlässig zusammengebunden, sodass sich Strähnen aus seinem Zopf gelöst hatten und seine Wangen streiften. Man konnte den Eindruck erlangen, er sei zu beschäftigt, um sich lange mit seiner Frisur zu befassen.

"Soll dein Bruder nicht seine Schwester heiraten? Ihr gehört dann doch quasi zur selben Familie."

Familie hin oder her, Maggie war unter den Augen ihrer Mutter ganz bestimmt nicht diejenige McCallum, die einfach so auf einen Duff zuging. Vielmehr dachte sie daran, wie unglücklich ihr Bruder war, weil er eine Frau heiraten musste, die er nicht kannte, geschweige denn liebte. Mit dreizehn hatte er erfahren, welches Schicksal ihm bevorstand, und war darüber so wütend geworden, dass er eine Menge Dummheiten gemacht hatte. Er hatte Maggie leidgetan und insgeheim hatte sie sich ein wenig schuldig gefühlt, weil sie froh war, dass man sie nicht dazu zwang, einen Duff zu heiraten.

Auch die nächste Begegnung mit Owen stand unter keinem glücklichen Stern - sie hatte ihn zufällig auf der Treppe vor ihrer Wohnung in der High Street getroffen, während sich gerade die Dämmerung in dunklen Wellen über Edinburgh senkte. In dem hohen Gebäude mit seinen zwölf Stockwerken wohnten alle möglichen Leute, vom Schornsteinfeger im Keller bis zum Tanzlehrer in der Mansarde. Die besten Stockwerke jedoch waren der Aristokratie vorbehalten, und auch wenn ihr Vater keinen Titel besaß, so war er doch der Chief des McCallum-Clans, und ihre Mutter hatte außerdem darauf bestanden, dass sie diese Wohnung mieteten, um in der Nähe des Earls zu bleiben. Sie fand das klug, weil ihr Sohn in dessen Familie einheiratete, aber sie wollte auf keinen Fall, dass ihre Tochter sich über die allgemeine Höflichkeit hinaus mit dessen Familie einließ.

Als er Maggie erblickte, blieb Owen auf der Treppe stehen und sah sie mit einem Grinsen an, das sie noch viele Jahre in ihren Träumen verfolgen sollte. Seine warmen braunen Augen hatten die Farbe heißer Schokolade, die die feinen englischen Damen zum Frühstück bevorzugten. Er musterte sie von Kopf bis Fuß, und sie wollte ihn schon seiner Frechheit wegen zurechtweisen, weil er sie so unverblümt ansah, doch dann bemerkte sie die Apparatur, die er unter dem Arm hielt.

"Ist das etwa ein Teleskop?", wollte sie wissen.

Im Funkeln seiner Augen lag mehr als nur Wärme. "Aye, ich will nach draußen, um mir die Sterne anzusehen. Habt Ihr schon einmal durch ein Teleskop gesehen?"

Sie schüttelte den Kopf. Ihre geistigen Tätigkeiten beschränkten sich darauf, in der Bibel zu lesen - etwas anderes erlaubte man ihr nicht, insbesondere alle anderen Bücher waren verbotenes Terrain. Es schmerzte und frustrierte sie, zu wissen, dass es dort draußen eine ganze Welt von Geheimnissen gab, die ihr verschlossen blieb.

Er streckte eine Hand aus. "Mein Name ist Owen. Wollt Ihr mich begleiten?"

Als ihr klar wurde, dass er sie nicht erkannt hatte, zögerte sie erst. Doch dann dachte sie, dass ihre Großeltern ohnehin schon dabei waren, sich zum Schlafengehen fertig zu machen, dass sie ihre Mutter gerade zu einer Sänfte begleitet hatte, die sie zu einem Treffen mit Freunden bringen würde, und dass ihr Bruder in seiner eigenen Wohnung in der Nähe der Universität war. Sie war ganz allein.

Owen war ein paar Stufen unter ihr stehen geblieben, sodass sie sich beinahe in die Augen sehen konnten. Sie starrte ihn an und die Bewunderung und Neugier in seinem Blick ließen sie erblühen wie eine Knospe im Frühling.

Aber sie musste ehrlich sein. Sie holte tief Luft und sagte: "Ich bin Maggie McCallum. Mein Bruder wird demnächst Eure Schwester heiraten."

Er sah sie lange an. Währenddessen stiegen bereits Bedauern und Resignation in ihr auf.

Doch Owen hatte es nicht eilig, wegzukommen, sondern streckte ihr seine Hand entgegen und sagte: "Freut mich, Euch kennenzulernen, Maggie. Wollt Ihr trotzdem mitkommen, auch wenn ich einer dieser fürchterlichen Duffs bin?"

Sie musste sich auf die Lippen beißen, damit sie nicht anfing zu kichern wie ein albernes Mädchen. Immerhin war sie sechzehn und eine Frau. Er konnte sich offensichtlich nicht an ihre früheren Zusammentreffen erinnern. Vielleicht war das auch gut so. Sie nahm seine Hand und ließ sich von ihm hinaus in die Abenddämmerung führen.

In den nächsten Wochen war Owen die einzige Abwechslung an Tagen, die ihr ansonsten öde und immer gleich erschienen. Sie schlich sich hinaus ans Ufer des Flusses Firth of Forth, um mit dem Boot zu fahren, Edinburgh Castle zu erkunden oder auch nur durch die Läden zu streifen, die hier die Straße säumten. An Owens Seite kam ihr das alles wie ein großes Abenteuer vor.

Dass ihre Freundschaft verboten war, hielt sie nicht davon ab, im Gegenteil, sie wurde deshalb viel zu furchtlos. Er war so anders als die anderen Männer, die sie kannte. Er redete mit ihr über Physik und Chemie und Astronomie, als ob sie genauso klug wäre wie er. Sie bemerkte, wie sehr ihn die Wunder der Natur faszinierten, und fragte ihn deshalb, ob er Wissenschaftler werden wollte. Daraufhin nahm sein Gesicht einen versteinerten Ausdruck an, und er entgegnete, dass sein Vater es ihm verboten habe. Er würde den Grafentitel erben, und der einzige Zweck seiner Ausbildung sei es, ihn darauf vorzubereiten. Wenn er sich nicht mit den Klassikern der Literatur auskannte, sorgte sein Vater dafür, dass er die Universität nicht weiter besuchen durfte.

Maggie hatte Mitleid mit ihm und versuchte ihn von seinem Ärger und seiner Traurigkeit abzulenken, aber sie musste zugeben, dass die Situation sie verwirrte. Mit jedem Moment, den sie mit Owen verbrachte, kam es ihr mehr vor, als würde sie ihn wirklich gut kennen; es war fast so, als hätten sie sich schon als Kinder gekannt, auch wenn er geschworen hatte, dass das nicht stimmte. Manchmal kam es ihr vor, als ob eine Traumgestalt sie bis hierher verfolgt hätte, und dann schauderte sie.

Ihre Träume durfte man wirklich nicht auf die leichte Schulter nehmen. Mehr als ein Mal hatte sie von etwas geträumt, das später wirklich eingetreten war. Die Familie eines kleinen Jungen, der verschwunden war, zum Beispiel war schon davon überzeugt gewesen, dass er ertrunken war, und wollte gerade die Suche nach ihm einstellen, als ein Traum sie zu dem verstörten Jungen geführt hatte, der sich unter einem überhängenden Felsen zusammengekauert hatte. In einem anderen Traum hatte sie den Selbstmord einer jungen Frau vorhergesehen, die von Maggies Vater missbraucht worden war. Wie so oft konnte Maggie nicht verstehen, was sie sah, bis es wirklich eintrat, und dann war es zu spät, um dem Mädchen zu helfen. Maggies Mutter hatte sie nach diesem Vorfall weg von Larig Castle nach Edinburgh gebracht, um sie vor ihrem Vater in Sicherheit zu bringen.

Aber was war mit Owen? War es möglich, dass sie ihn in einem ihrer Träume gesehen hatte und sich nur nicht mehr an alles erinnern konnte? Der Gedanke ließ sie nicht los, wann immer sie nicht mit ihm zusammen war, aber die Stunden, die sie zusammen verbrachten, waren erfüllt von fröhlichem Gelächter, angeregten Diskussionen und endlosen Augenblicken, in denen sie ihn ansah und versuchte sich vorzustellen, wie es wäre, mit ihm verheiratet zu sein. Vielleicht wollte etwas in ihrem Inneren ihr einfach nur sagen, dass er ihr Schicksal war, dass sie füreinander bestimmt waren. Sie wünschte sich, dass er sie küsste, aber er war ein echter Gentleman - oder vielleicht ging er davon aus, dass die jahrhundertealte Fehde zwischen ihren Clans eine engere Beziehung zwischen ihnen von vornherein unmöglich machte. Sie konnten nie darüber sprechen.

Aber er berührte sie zuweilen, dabei hätte sie jedes Mal vor Freude dahinschmelzen können. Er nahm ihre Hand, wenn sie über eine Wiese liefen, er führte sie, indem er sie am Ellenbogen fasste, und er legte seine Hand sanft an ihre Taille, wenn sie gemeinsam zusahen, wie die Sonne unterging in einem Wirbel von orange- und rosafarbenen Wolken,...

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