Codex Alera 4

Der Protektor von Calderon
 
 
Blanvalet Taschenbuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Januar 2011
  • |
  • 608 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05344-4 (ISBN)
 
Das neue Abenteuer aus einem der beliebtesten heroischen Fantasy-Epen der letzten Jahre!

Die Armee der wolfsähnlichen Canim marschiert in Alera ein und treibt die Menschen immer weiter zurück. Tavi und die erste aleranische Legion versuchen, sie aufzuhalten, aber der junge Kommandeur verfügt über viel zu wenig Soldaten. Endlich trifft Verstärkung ein, doch anstatt ihn für seine Verdienste zu belohnen, wird Tavi des Befehls enthoben. Verzweifelt bemüht er sich dennoch, das Schlimmste für seine Männer zu verhindern. Dabei ahnt er nicht, dass sein Tod längst beschlossene Sache ist.

  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Blanvalet
  • 0,95 MB
978-3-641-05344-4 (9783641053444)
3641053447 (3641053447)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prolog Im langsamen Sinkflug näherte sich Amara durch kalten, kräftigen Regen dem Lager der Kronlegion. Cirrus, ihr Windelementar, trug sie auf einem Miniatursturmwind, und obwohl sie wie alle Flieger in Leder gekleidet war, hatte sie inzwischen das Gefühl, den Wind auf der nackten Haut zu spüren, und zitterte vor Kälte. Drei Gestalten in Rüstung erhoben sich in die Lüfte und flogen ihr auf den eigenen Elementarwinden entgegen. Amara setzte die Geschwindigkeit nochmals herab und schwebte auf der Stelle, um sie zu erwarten. Sie hatte die dritte und letzte Umgrenzung des Lagers erreicht, und einer der Ritter fragte sie mit Handzeichen nach der Parole, während die anderen über ihr Position einnahmen, damit sie jederzeit eingreifen konnten. Amara kannte die Männer vom Sehen, und ihnen war sie sicherlich ebenfalls nicht unbekannt, doch in diesen unruhigen Zeiten bedeutete das noch lange nicht, dass man der gleichen Seite angehörte. Sie erwiderte das Zeichen, und erst jetzt nahmen die drei Ritter Aeris die Hände von den Waffen und gruppierten sich neben ihr, um sie die letzte Meile bis zum Lager zu geleiten. Amara landete nicht an dem vorgesehenen Punkt vor der Palisade des Lagers. In den vergangenen drei Tagen hatte sie über dreitausend Meilen zurückgelegt, und allein bei dem Gedanken, zu Fuß durchs Lager zu gehen, hätte sie umkippen können. Sie setzte einfach vor dem Zelt des Kommandanten auf, obwohl das gegen die Vorschriften verstieß und Cirrus' Wind viel Staub aufwirbeln würde. Ihre Beine zitterten, waren weich vor Müdigkeit, als sie ihr Gewicht plötzlich tragen mussten, aber dann hatte die Anstrengung, Cirrus lenken zu müssen, endlich ein Ende. »Gräfin«, murmelte ein kleiner, schlanker Mann. Die spärlichen Überreste seines grauen Haars waren kurzgeschoren, wie in der Legion üblich. Er wirkte recht elegant in seiner feinen Tunika, aber Amara wusste, dass Enos als früherer Kursor sein Messer so todbringend führen konnte wie nur wenige in Alera. Die milde Missbilligung in seiner Stimme wirkte sich nicht auf sein Lächeln aus. »Wie verwegen, einfach hier zu landen.« »Tut mir leid, dass ich dir Extraarbeit mache, Enos«, erwiderte Amara, während sie aus dem Regen unter das Dach eines Pavillons traten. »Nicht der Rede wert. Ich hole einen unserer Subtribune Logistica, der kann sich ums Saubermachen kümmern. Wir Burschen sind für solche Arbeiten zu wichtig, weißt du.« Er bot ihr ein warmes Handtuch an, und nachdem sie sich damit Gesicht und Hände getrocknet hatte, hielt er ihr einen dampfenden Becher entgegen. Amara nippte an der kräftigen Brühe und seufzte zufrieden. Nach langen Flügen war sie immer völlig ausgehungert, und in den letzten Tagen war sie vor lauter Fliegen kaum zum Essen gekommen. »Du bist ein Schatz, Enos.« »Aber nicht doch, Gräfin«, antwortete er. »Das ist das Mindeste, was ich für jemanden tun kann, der den schnellsten Flug von hier in die Hauptstadt um einen ganzen Tag unterboten hat.« »Der Erste Fürst bezahlt mich ja auch nicht fürs Faulenzen«, sagte Amara und schenkte ihm ein Lächeln. »Wie viel hast du gewonnen?« »Vierzehn Silberbullen«, sagte Enos selbstgefällig und ohne die geringste Verlegenheit. »Fürst von Aquitanias oberster Bursche kann sich offensichtlich nicht beherrschen, wenn es ums Wetten geht.« Amara hatte die Brühe leergetrunken, und Enos drückte ihr nun einen Becher Tee in die Hand. Sie nippte daran. Köstlich. Vielleicht würde sie es sogar auf ihren eigenen Füßen bis zu einer warmen Pritsche schaffen, ehe sie zusammenbrach. »Ist er zu sprechen?« »Der Hauptmann ist in einer Besprechung mit Fürst Aquitania«, antwortete Enos, »hat aber darauf bestanden, ihn sofort zu benachrichtigen, sobald du eintriffst.« »Aquitania«, murmelte Amara. »Sehr gut. Danke, Enos.« Enos neigte lächelnd den Kopf, und Amara ging hinüber zum Zelt des Kommandanten. Die Winter hier im Süden waren nicht annähernd so hart wie oben in den nördlicheren Gefilden von Alera, trotzdem war das Wetter um diese Jahreszeit für gewöhnlich kalt, nass und unfreundlich. Das Zelt war doppelwandig, eins war über ein anderes aufgestellt, was für einen gewissen Wärmepuffer sorgte. Amara öffnete eine Klappe nach der anderen und betrat das Zelt von Hauptmann Miles. Es war geräumig und wurde von drei Elementarlampen erhellt, die an dem mittleren Pfosten hingen. Der Pfosten ragte aus einem großen Tisch mit Sand, der die Landschaft zwischen Legionslager am einen Ende und der Stadt Kalare am anderen nachbildete, wobei kleine Figuren für die Stellungen der verschiedenen Armeen standen. Des Weiteren sah sie einen Schreibtisch, mehrere Feldhocker und einige persönliche Gegenstände von Miles, eine kleine Truhe sowie das Bettzeug auf einer Pritsche. »Und ich sage dir, das ist die einzige Möglichkeit«, knurrte Miles. Er war ein Mann von mittlerer Größe, aber dabei gebaut wie eine Festungsmauer, stämmig und stark. Seine Rüstung war verbeult und zerkratzt, die Male der Kampfhandlungen, die seit dem Anfang von Kalares Rebellion andauerten. Sein kurzes dunkles Haar war von grauen Strähnen durchsetzt, und während er jetzt vor dem Sandmodell auf und ab ging und es betrachtete, fiel auf, dass er leicht hinkte. »Wenn wir nicht gemeinsam marschieren, dann riskieren wir, einzeln geschlagen zu werden.« »Nun werd nicht gleich panisch«, erwiderte der zweite Mann im Zelt, der auf einem Feldhocker saß. Er war ein ganzes Stück größer als Miles, langgliedrig, und strahlte solche Zuversicht aus, dass seine Gegenwart im Zelt stärker zu spüren war als Miles'. Er hatte etwas Löwenhaftes an sich, angefangen bei der dunkelgoldenen Mähne, die ihm über die Schultern fiel, über die dunklen Augen bis hin zu der deutlich wahrnehmbaren Körperkraft. Aquitanius Attis, Hoher Fürst von Aquitania, war mit einem roten Seidenhemd und einer dunklen Lederhose bekleidet. Offensichtlich hielt er es nicht für nötig, eine Rüstung zu tragen. »Wenn uns die zwei Jahre hier eins gezeigt haben, dann die Tatsache, dass sich Kalare im Sumpf auch nicht schneller bewegen kann als wir. Die Gefahr, dass er deine Streitmacht einholt, ist vernachlässigbar.« Miles blickte den anderen Mann an. »Es fällt auf, dass deine eigenen Truppen vor allen Gefahren geschützt sind, wenn wir deinen Plan ausführen.« »Wenn er aber gelingt«, hielt Aquitania dagegen, »mischen wir Kalares bewegliche Truppen auf, ehe der Sommer richtig begonnen hat, und zwei Wochen später stehen wir vor seiner Stadt.« »Und wenn nicht, treten meine Männer allein gegen alles an, was Kalare zurückgelassen hat.« »Wir befinden uns im Krieg«, antwortete Aquitania milde. »Gelegentlich ergibt sich da das eine oder andere Risiko.« Miles brummte etwas vor sich hin und legte die Hand auf den Schwertknauf. Aquitania fletschte die Zähne und grinste katzenhaft. »Hauptmann, sollten wir nicht lieber die Gräfin anhören, ehe wir die Sache weiter besprechen?« Erst jetzt blickte Miles über die Schulter und bemerkte Amara. Seine Wangen waren gerötet, und in seinen Augen funkelte Zorn. Er starrte Amara kurz böse an, schüttelte den Kopf, fand die Kontrolle über seine Miene wieder und nickte ihr knapp zu. »Gräfin, willkommen.« »Danke, Hauptmann.« Sie nickte Aquitania zu. »Hoheit.« Aquitania starrte sie forschend an und lächelte höflich. Amara gestattete sich nicht, das Unbehagen zu zeigen, das der Blick dieses Mannes in ihr auslöste. Vermutlich gab es niemanden im ganzen Reich, der Aquitania an Elementarkräften übertraf, abgesehen vom Ersten Fürsten selbst - und Gaius war kein junger Mann mehr. Obwohl sie nie mit eigenen Augen gesehen hatte, wie Aquitania seine Kräfte anwandte, wusste sie, über welche Macht er verfügte. Deshalb war sie nicht gerade entspannt, als sie nun im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit stand. »Was gibt es Neues von der Krone?«, fragte Miles. »Es wurde ein Rat gebildet, der für den Kriegsausschuss die Vorgaben für den Feldzug des Sommers erteilen soll«, erklärte Amara. »Der Erste Fürst bittet um deine Anwesenheit, Hauptmann, und auch um deine, Fürst von Aquitania.« Miles schnaubte ungehalten. »Zuerst ein Ausschuss, und jetzt ein Rat!« »Ein Ausschuss für den Ausschuss«, murmelte Aquitania, dessen Ton darauf schließen ließ, dass er zumindest bei diesem Thema voll und ganz mit dem Hauptmann einer Meinung war. »Lächerlich.« »Wann?«, wollte Miles wissen. »Und wo?« »In drei Wochen, von gestern an gerechnet, meine Herren - an der Elinarcus.« »An der Elinarcus, wie?«, meinte Miles. Er schnaubte. »Wird schön sein, diesen jungen Virtuosen zu treffen, der die Erste Aleranische führt. Habe schon viel über ihn gehört.« Aquitania sagte unverbindlich: »Falls Kalarus sich dazu entschließt, unsere Stellungen persönlich anzugreifen, während wir« - mit »wir«, so vermutete Amara, meinte er sich selbst - »unterwegs sind, könnten unsere Truppen unter Druck geraten.« Miles zuckte mit den Schultern. »Die Berichte der Späher lassen vermuten, dass er tatsächlich geschwächt ist. Wie ich gehört habe, hat er bei dem Absturz schwere Verletzungen davongetragen, was wir dem Grafen von Calderon zu verdanken haben. Dadurch ist er persönlich weitgehend außer Gefecht gesetzt.« »Vielleicht sollen wir das ja auch nur...

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