Die Pilgerreise nach der Himmlischen Stadt Sion

Zwei Teile in einem Band. Illustrierte Ausgabe.
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 392 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-7254-9 (ISBN)
 
John Bunyans Pilgerreise - ein unvergänglicher Klassiker der religösen Literatur - nimmt den Leser mit auf die Wallfahrt einer Seele, die ihr Heim bei ihrem König und Schöpfer im himmlischen Jerusalem sucht.
Hier erfährt der Leser die Höhen und Tiefen, das Fallen und Wiederaufsteigen und den letztlichen Erfolg der strebenden Seele nach Glückseligkeit, sowie den ewigen Verlust der strauchelnden und lauen Gemüter.
Ein Buch voller Weisheit und Menschenkenntnis und ein wertvoller Begleiter für diejenigen, die sich ebenfalls auf diese Pilgerreise begeben möchten.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 2,49 MB
978-3-7504-7254-9 (9783750472549)
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Das Leben John Bunyans.

JOHN Bunyan, der Verfasser der Pilgerreise, war ein ebenso außerordentlicher Charakter als Schriftfeller. Er war einer von den wenigen Menschen, die trotz dem, daß sie, was Herkommen, Erziehung und früheres Leben anlangt, mit mannigfach mißgünstigen Verhältnissen zu kämpfen hatten, sich doch durch Originalität und Kraft des Genies weit über die große Masse der Gesellschaft emporarbeiteten und durch den Glanz dieser Vorzüge ihrem Vaterland und ihrem Jahrhundert Berühmtheit gaben. So viel sich ermitteln läßt, wurde er im Jahre 1628 zu Elston bei Bedford geboren. Seine Eltern waren redliche, aber arme Leute. Dies hat er selbst häufig erwähnt. Er lernte lesen und schreiben; hierin bestand seine ganze Erziehung, und selbst diese geringen Kenntnisse gingen ihm, da er sie gänzlich vernachlässigte, späterhin, ehe er sich einer tieferen Religiosität hingab, wieder verloren. Er war von seinen frühesten Jahren an ein höchst ausgelassener Bursche und war so voll Fluchens, Schwörens, Lügens und Lästerns, daß er schwerlich seinesgleichen hierin hatte; er sagte in späteren Jahren mit großem Herzeleid von sich selbst, daß er ein Stadtpopanz gewesen sei, d. h. ein Mensch, der als notorisch gottlos in der ganzen Stadt in allgemeinem Verruf stand, und bezeichnete sich als den Rädelsführer aller wilden Jungen bei Verübung mutwilliger und schlechter Streiche.

Aus einer Stelle seiner Bekenntnisse kann man fast abnehmen, daß er ein Vergehen, welches, wenn es bekanntgeworden wäre, ihn der öffentlichen Schande oder einem vorzeitigen Ende preisgegeben haben wür-de, sich entweder wirklich zuschulden kommen lassen, oder doch nahe daran gewesen, es zu begehen. "Ja eine solche Macht", sagt er, "hatte die Sinnes- und Fleischeslust über meine arme Seele gewonnen, daß ich, wenn nicht eine wunderbare himmlische Gnade mich gerettet hätte, nicht allein dem Zorn der ewigen Gerechtigkeit verfallen wäre, sondern mich auch der Schärfe des Gesetzes und der Schmach und Schande vor den Augen der Welt, die es über mich verhängen mußte, bloßgestellt hätte."

Noch sehr jung ließ er sich als Soldat anwerben und diente in der Parlamentsarmee bei der Belagerung von Leicester. Hier wurde ihm ein sichtbarer Beweis der Vorsehung Gottes zuteil. Er sollte Schildwache stehen und trat seinen Posten einem Kameraden ab, der ihn dringend darum gebeten hatte. Aber während der Letztere auf dem von Bunyan ihm überlassenen Posten stand, wurde er durch eine Flintenkugel, die ihm durch den Kopf ging, getötet. Dieser Lebensrettung hat Bunyan späterhin oft mit Dank gegen Gott Erwähnung getan.

Bunyan war zweimal verheiratet. Seine Verbindung mit seiner ersten Gattin erfolgte mutmaßlich schon, ehe er die Armee verließ, und als er erst 19 oder 20 Jahre alt war. Indem er hiervon berichtet, sagt er: "Ein Glück für mich war es, daß ich ein Weib bekam, die einen gottseligen Mann zum Vater hatte. Dies Weib und ich, wir kamen so arm zusammen, daß wir beide miteinander nicht einmal eine Schüssel oder einen Löffel als Hausrat aufzuweisen vermochten. Doch hatte sie ihrerseits: Der ehrlichen Leute Fußsteig gen Himmel und Die praktische Anweisung zur Frömmigkeit, welche ihr Vater ihr bei seinem Tode hinterlassen. In diesen zwei Büchern pflegte ich dann und wann mit ihr zu lesen, und ich fand darin manches, was mir wohlgefiel. Indes fühlte ich bis jetzt noch keine rechte innere Erweckung. Mein Weib aber erzählte mir oft von ihrem frommen Vater, und wie er das Laster sowohl in seinem Haus als unter seinen Nachbarn getadelt und verwarnt habe, und wie heilig und rechtschaffen sein ganzes Leben gewesen sei, sowohl in Worten als in Werken."

"Diese Bücher", sagt Bunyan weiter, "und diese Mitteilungen (nämlich die Erzählungen seines Weibes von der Religiosität ihres Vaters) machten zwar keinen so tiefen Eindruck auf mein Herz, daß ich mich aus meinem trübseligen und sündhaften Zustand herausgerissen hätte; sie ließen aber doch den Wunsch in mir entstehen, mein lasterhaftes Leben in etwas abzuändern und eifrig die äußerlichen Gebräuche der Religion in Obacht zu nehmen. So ging ich denn zweimal des Tages in die Kirche und war der erste darin, und ich konnte ganz andächtig singen und beten, wie es die anderen auch taten, und doch immer daneben meine schlechte Lebensweise beibehalten. Ich war durch und durch vom Aberglauben beherrscht und betete mit der größten Verehrung alles an, was zur Kirche gehörte, Hochaltar, Priester und Sakristan, Kleidungsstücke, kirchliche Gerätschaften und was es sonst sein mochte. Ich hielt alle diese Dinge für heilig und besonders den Priester und Sakristan für ganz glücklich und gebenedeit, weil dieselben, wie ich mir damals vorstellte, Diener Gottes und die Hauptpersonen in seinem heiligen Tempel seien, berufen, sein Werk darin zu vollziehen."

Dies scheint doch den ersten Grund zu der gänzlichen Veränderung seines Herzens und seines Lebens, die später so sichtbar hervortrat, gelegt zu haben. Er gedenkt neben den bereits erwähnten noch einiger anderer Umstände, welche dazu beitrugen, ihn auf das Verwerfliche seiner Lebensweise aufmerksam zu machen, und ihn zur Bekehrung zu führen. Der folgende mag hier Erwähnung finden.

Er wurde sehr oft durch Träume erschreckt und hatte beängstigende Visionen in der Dunkelheit. Er fürchtete, daß er wegen der Sünden, die er bei Tage begangen, in der Nacht von Teufeln ergriffen und, mit den Ketten der Finsternis gefesselt, für den großen Tag des Jüngsten Gerichts werde aufbewahrt werden. Diese Schreckensbilder befielen ihn schon öfters, als er noch kaum ein Alter von zehn Jahren erreicht hatte. Und er wurde nicht bloß zur Nachtzeit von ihnen heimgesucht, sondern häufig auch mitten unter seinen kindischen Spielen, und während er von seinen Kameraden umgeben war. In solchen Zuständen erfaßte ihn oft die größte Verzweiflung; er wünschte, es möge keine Hölle geben, oder doch, er möge selbst ein Teufel sein, indem er sich einbildete, die Teufel seien nur die Quäler anderer, hätten aber selbst keine Qualen zu erdulden. Und doch ging er, wenn diese Gedanken von ihm gewichen waren, seinen sündigen Vergnügungen mit allem nur möglichen Eifer nach, gleichsam als ob er diese trüben, verzweiflungsvollen Gedanken niemals gehabt hätte.

Gott nahte ihm zu verschiedenen Malen mit Warnungen sowohl als mit Strafgerichten; doch waren letztere stets von solcher Art, daß seine Barmherzigkeit dabei durchschimmerte. Einmal fiel er ins Meer und entging nur mit genauer Not dem Ertrinken. Ein anderes Mal fiel er aus dem Kahn heraus in den Bedford-Fluß1 und konnte nur mit der größten Mühe gerettet werden. Aber leider vermochten ihn damals weder die Langmut Gottes noch ein Strafgericht zur Besserung zu erwecken; er hatte sich ganz der Sünde hingegeben und ließ sich durch keinen Anstoß von dem bösen Pfad abbringen. Als er sich eines Tages mit seinen Genossen in Sly befand, glaubte er plötzlich eine Stimme vom Himmel zu hören, welche ihm zurief: "Willst du deine Sünde lassen und zum Himmel eingehen, oder deine Sünde behalten und zur Hölle fahren?" Dies erschütterte ihn so außerordentlich, daß er augenblicklich sein Spiel verließ; und indem er nun zum Himmel emporblickte, bildete er sich ein, er sähe den Herrn Jesus auf sich herabblicken, und zwar so, als ob er ungehalten auf ihn wäre und ihm wegen seiner Gottlosigkeit mit einer ernsten Strafe drohe.

"Einstmals", sagt er, "stand ich an dem Fenster eines Kaufladens und schwur und fluchte dort auf eine wahnsinnige Art und ganz in meiner gewohnten Weise. Innen am Fenster saß die Frau vom Haus und hörte mich; und obschon sie ein lockeres und gottloses Weib war, so warf sie mir doch vor, ich schwöre und fluche auf eine so fürchterliche Weise, daß sie es nur mit Zittern anhören könne, sagte mir auch, ich wäre der verruchteste Lästerer, den sie je in ihrem Leben gehört hätte, und ich wäre, wenn ich so fortführe, wohl imstande, die Jugend der ganzen Stadt zu verderben, wenn sie in meine Gesellschaft käme."

Von dieser Zeit an gewöhnte sich Bunyan das Schwören ab; dann begann er in der Bibel zu lesen, zunächst die geschichtlichen, später auch die Lehrbücher. Er zeigte jetzt auch oft Geneigtheit, mit religiösen Menschen zu verkehren, und hielt sich von seiner früheren schlechten Gesellschaft fern.

"Ich muß noch bemerken", fährt er fort, "daß ich früherhin sehr gern läutete; als aber mein Gewissen anfing erweicht zu werden, hielt ich es für ein unnützes Werk, und hielt mich davon zurück, indes überfiel mich doch oft eine ordentliche Sehnsucht danach; und dann ging ich zum Glockenturm und sah zu, wenn ich auch nicht selbst läutete. Nun dachte ich aber, auch dies schicke sich nicht zu einer...

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