Ratgeber Soziale Ängste und Leistungsängste

Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Oktober 2015
  • |
  • 53 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-8444-2537-6 (ISBN)
 
Zahlreiche Kinder und Jugendliche sind extrem schüchtern, sozial unsicher oder leiden unter sozialen und Leistungsängsten, insbesondere wenn sie sich einer Bewertungssituation ausgesetzt fühlen. Der Ratgeber beschreibt, wie sich soziale Ängste und Leistungsängste im Kindes- und Jugendalter äußern, wie sie entstehen und wodurch sie aufrechterhalten werden und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Der Ratgeber zeigt auf, wie soziale Ängste und Leistungsängste Schritt für Schritt mit verhaltenstherapeutischen Methoden abgebaut werden können und was Jugendliche selbst tun können, um ihre Ängste anzugehen. Eltern, Lehrer und Erzieher erhalten zahlreiche Hinweise dazu, wie sie betroffene Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung ihrer Ängste im Alltag, im Kindergarten und in der Schule unterstützen können.
1. Auflage 2015
  • Deutsch
  • 2,50 MB
978-3-8444-2537-6 (9783844425376)
10.1026/02537-000
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Ratgeber Soziale Ängste und Leistungsängste [Seite 1]
1.1 - Zielsetzung des Ratgebers [Seite 7]
1.2 - Inhalt [Seite 9]
2 - 1Kennen Sie das? [Seite 11]
3 - 2Woran erkenne ich Kinder und Jugendliche mit sozialen Ängsten oder Leistungsängsten? [Seite 13]
4 - 3Wann kann man von einer sozialen Angststörung sprechen? [Seite 15]
5 - 4Welche weiteren Ängste treten häufig noch auf? [Seite 17]
6 - 5Welche weiteren Probleme können noch auftreten? [Seite 18]
7 - 6Wie verläuft die weitere Entwicklung? [Seite 20]
8 - 7Was sind die Ursachen? [Seite 22]
9 - 8Wie werden soziale Ängste oder Leistungsängste aufrechterhalten? [Seite 24]
10 - 9Gibt es bei Jugendlichen spezielle Probleme? [Seite 25]
11 - 10In welchen Teufelskreis geraten Eltern und andere Bezugspersonen häufig? [Seite 26]
12 - 11 Was kann man tun? - 11.1 Was können Kinder und Jugendliche tun? [Seite 27]
13 - 11.2Was können Eltern tun? [Seite 40]
14 - 11.3Was können Lehrkräfte und Erzieher tun? [Seite 46]
15 - 11.4Wann kann eine Psychotherapie helfen? [Seite 48]
16 - 11.5Gibt es noch weitere Hilfen? [Seite 50]
17 - Anhang [Seite 51]
17.1 - Kinderbücher und Ratgeber zum Thema Ängste: [Seite 51]
17.2 - Zitierte Literatur [Seite 52]
17.3 - Checkliste fu?r soziale Ängste und Leistungsängste [Seite 53]
3 Wann kann man von einer sozialen Angststörung sprechen? (S. 13-14)

Angst an sich ist nicht immer etwas Schlechtes, im Gegenteil, sie schützt uns vor Gefahren. Jeder Mensch und jedes Tier hat Angst. Durch die Angst wird der Körper aktiviert und darauf vorbereitet, zu fliehen. Hätte man keine Angst, würde man Gefahrensituationen viel zu spät erkennen und hätte nicht genug Energiereserven, um schnell der Gefahr zu entkommen. Fast alle Menschen können über soziale Situationen berichten, in denen sie schon einmal Angst hatten oder sich sozial unsicher fühlten. Zum Beispiel, wenn man mit anderen Leuten zusammentrifft, die man noch nicht kennt, oder in Situationen, in denen man andere um einen Gefallen bitten oder eine Bitte ablehnen musste. Auch die meisten Kinder und Jugendlichen haben solche sozialen Ängste oder Leistungsängste. Zum Beispiel, wenn sie vor der Klasse etwas vorlesen oder ein Referat halten sollen oder wenn sie mit dem Lehrer oder der Direktorin sprechen müssen. Soziale Ängste im Kindesalter sind somit Teil einer normalen Entwicklung.

Erst wenn diese Ängste einen gewissen altersunüblichen Schweregrad erreicht haben, kann von einer Angst im Sinne einer psychischen Störung ausgegangen werden. So spricht man von einer sozialen Angststörung oder einer sozialen Phobie, wenn das Ausmaß der sozialen oder der Leistungsangst sehr viel stärker als bei anderen Gleichaltrigen auftritt und länger als sechs Monate anhält. Auch muss vom Kind beziehungsweise den Eltern ein Leidensdruck empfunden werden. Dies ist vor allem dann häufig der Fall, wenn das Kind oder der Jugendliche viele Situationen vermeidet und somit im Umgang mit anderen Menschen nicht das tun kann, was es oder er eigentlich gerne möchte. Es gibt jedoch einen fließenden Übergang von alterstypischen sozialen und Leistungsängsten hin zu einer sozialen Angststörung und in der Regel ist es sinnvoll, dass man auch schon Kindern und Jugendlichen hilft, die unter erhöhten sozialen oder Leistungsängsten leiden und noch keine Angststörung entwickelten haben, ihre Ängste zu bewältigen. Die im Anhang (vgl. Seite 51) zu diesem Ratgeber abgedruckte Checkliste soll dabei helfen, das Ausmaß an sozialer Angst einschätzen zu können. Wenn Sie sich mit der Checkliste eine erste Orientierung verschaffen möchten, sollten Sie aus Ihren Beobachtungen noch keine Diagnose ableiten, sondern dies der eingehenden Untersuchung durch einen spezialisierten Psychotherapeuten, Klinischen Kinderpsychologen oder Arzt überlassen. Da die Ängste sich meist in mehreren Lebensbereichen äußern, müssen Spezialisten in der Regel auch Lehrer oder Erzieher befragen, um eine entsprechende Diagnose abzusichern.

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