Noch immer brennt die Leidenschaft

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5510-2 (ISBN)
 
Als Maddy nach Jahren ihre erste Liebe Evan wiedersieht, ist aus der jungen Kellnerin eine selbstbewusste Frau geworden, die vor dem Abschluss ihres Jurastudiums steht. Erneut beginnen sie eine Affäre, und erneut erwacht die Angst in Maddy, dass die Standesunterschiede zwischen ihnen zu groß sind!
  • Deutsch
  • 1,75 MB
978-3-7337-5510-2 (9783733755102)
3733755103 (3733755103)

1. KAPITEL

Evan Blake hätte auch ohne Hilfe in seine neue Wohnung in Atlanta einziehen können. Trotzdem war er froh, dass es nicht nötig war. Beim Auspacken waren drei Paar Hände eindeutig besser als eines. Und wenn zwei dieser drei Paare guten Freunden gehörten, wurde die schwerste Arbeit zum Vergnügen.

Diese guten Freunde waren Chris und Lucy Banks. Evan kannte Chris schon seit dem Kindergarten. Sie waren in denselben gesellschaftlichen Kreisen von Chicago aufgewachsen. Während des Studiums in Harvard hatten sie sich eine Wohnung in Cambridge, Massachusetts geteilt. Hätte Evan sich einen Bruder aussuchen können, wäre seine Wahl eindeutig auf Chris gefallen.

Lucy, geborene Falco, hatte er kennen gelernt, als sie das erste Mal mit Chris verheiratet gewesen war. In dieser kurzen Zeit waren sie einander nicht sonderlich nahe gekommen, doch mit jedem Zusammentreffen hatte er sie mehr gemocht. Es hatte ihn überrascht und sehr getroffen, als sie und sein langjähriger Freund sich nicht einmal ein Jahr nach der Hochzeit trennten.

Umso mehr hatte er sich gefreut, als die beiden wieder zusammen fanden. Trotz der großen Gegensätze in Herkunft und Wesen hatte er stets eine besonders starke Bindung zwischen Christopher Banks und Lucy Falco gespürt. Darum fand er es richtig, dass sie nach einem Jahrzehnt der Trennung erneut einen gemeinsamen Weg beschritten.

Allerdings wunderte er sich schon über die reichlich seltsamen Umstände, die zur Versöhnung geführt hatten. Noch heute erinnerte er sich deutlich, wie Chris ihm die fast fünf Monate zurückliegenden Ereignisse zu Silvester geschildert hatte.

"Also schön", hatte Evan gemeint, als sein Freund die geradezu grotesken Vorfälle beschrieben hatte. "Und jetzt erzähl mir, was wirklich passiert ist."

Es dauerte eine ganze Weile, ehe er sich überzeugen ließ, dass alles zwar weit hergeholt klang, Chris ihm aber tatsächlich die Wahrheit gesagt hatte.

Folgendes war passiert: Chris war am letzten Tag des Jahres in Atlanta gestrandet, hatte erfahren, dass seine frühere Frau in der Stadt lebte, und beschloss, sie zu besuchen. Das tat er auch, und an ihrem zehnten Hochzeitstag waren Chris und Lucy von einem äußerst unfähigen Räubertrio gefangen genommen worden.

Es hätte eine Katastrophe werden können. Nur der Drehbuchautor einer Fernsehkomödie hätte es köstlich gefunden, ein getrenntes Ehepaar während eines versuchten Verbrechens in einem Abstellraum aneinander zu fesseln. Chris und Lucy hatten die erzwungene Nähe allerdings dazu genutzt, über die schmerzhaften Missverständnisse zu sprechen, die zu ihrer Trennung geführt hatten.

Bei dieser Gelegenheit hatten sie einander neu entdeckt und dabei das Fundament ihrer zerbrochenen Liebe repariert. Sie hatten die ersten Schritte zum Aufbau einer Beziehung unternommen, die viel stärker war als die erste Ehe.

Es berührte Evan seltsam, den beiden zuzusehen, wie sie beim Auspacken miteinander umgingen. Chris zeigte seine Gefühle nicht so deutlich wie Lucy und suchte auch nicht so oft wie sie körperlichen Kontakt. Trotzdem merkte Evan, wie verrückt er nach seiner Frau war.

Das erzeugte bei ihm einen für ihn völlig untypischen Neid, vor allem wenn er daran dachte, wie er seine eigenen Beziehungen zu Frauen verpatzt hatte. Einem anderen Mann war es im Gegensatz zu ihm gelungen .

"Ich bin euch beiden wirklich dankbar", sagte er hastig, weil er nicht länger über die eigenen Fehlschläge nachdenken wollte.

Er hatte ein neues Zuhause in einer neuen Stadt und sollte bald eine neue Stelle antreten, die wesentlich befriedigender zu werden versprach als die eines Spitzenmanagers in einer Börsenmaklerfirma. Mit fünfunddreißig konnte er sicher nicht mehr ganz von vorne anfangen, doch er begann einen neuen Lebensabschnitt. Und den wollte er nicht durch Erinnerungen an die Vergangenheit belasten.

"Wir helfen doch gern, Evan", erwiderte Chris lässig. "Dafür sind Freunde schließlich da."

"Außerdem war das für mich die perfekte Gelegenheit", sagte Lucy humorvoll, "deine gesamte Habe zu durchstöbern, ohne neugierig zu wirken." Sie ließ den Blick über die Kartons in Evans Hochhauswohnung wandern. "Und du hast eine ganze Menge. Chris wirft mir ja manchmal vor, ich hätte einen Sammlertick, aber im Vergleich zu dir bin ich harmlos."

"Aber nur im Vergleich zu ihm", warf ihr Mann ein und erhielt dafür einen vorwurfsvollen Blick.

"Nach der Scheidung habe ich so ziemlich alles Überflüssige abgestoßen", meinte Evan. Seine Exfrau Barbara war sehr zum Ärger seines Anwalts als reiche Frau aus der Ehe ausgestiegen. Allerdings wäre er bereit gewesen, noch viel mehr zu zahlen, um endlich frei zu sein. "Dann verkaufte meine Mutter letzten Monat das Haus in Chicago. Sie rief mich an, weil sie einige wenige Erinnerungsstücke besaß, die ich ihrer Meinung nach gern haben würde. Dabei erwähnte sie allerdings nicht, dass diese 'wenigen Erinnerungsstücke' ungefähr zwei Dutzend Kartons füllten."

Es war ein Schock gewesen, als ihn seine elegante Mutter auf den Dachboden führte und ihm die Unmengen zeigte, die sie für ihn aufbewahrt hatte. Er war sprachlos gewesen. Nie hätte er geahnt, dass sie so viel aus seiner Kindheit und Jugend gesammelt hatte. Zwar hatte seine Mutter ihn nie schlecht behandelt, war jedoch immer zurückhaltend gewesen. Und sie war noch mehr auf Distanz gegangen, als sein Vater plötzlich im Sommer vor seinem letzten Jahr an der High School starb.

"Ich stand unter Zeitdruck", fügte Evan hinzu. "Darum beschloss ich, die Kartons ungeöffnet herzubringen und sie erst nach meinem Einzug durchzusehen."

"Warum hast du das ganze Zeug nicht einfach weggeworfen?", fragte Chris und band einen vollen Müllsack zu.

Evan hielt das für eine sehr vernünftige Frage, die er sich selbst schon gestellt hatte. Leider hatte er darauf keine gleichermaßen vernünftige Antwort gefunden. "Naja ."

"Chris!", rief Lucy vorwurfsvoll und strich sich eine Strähne des dunkelbraunen Haars aus dem Gesicht. "Wie kannst du so etwas auch nur fragen? Dieses Zeug, wie du es nennst, stellt Evans Vergangenheit dar. Das wirft er doch nicht unbesehen weg. Er muss es durchforsten, um die Erinnerungen zu genießen."

"Das ist fast alles nur wertloses Zeug, Lucy", versicherte Evan. Sicher, es freute ihn, dass seine Mutter seinen ersten Baseball-Handschuh aufgehoben hatte. Und er fand es toll, für Sammler wertvolle Spiderman-Comic-Hefte zu besitzen. Aber neunundneunzig Prozent der Sachen waren wirklich reif für den Müll.

Er betrachtete die in der Mitte des Wohnzimmers aufgehäuften Abfallsäcke. Es war Zeit, sie zu den Mülltonnen zu schaffen.

"Wertloses Zeug kann großen sentimentalen Wert besitzen", erwiderte Lucy und lächelte ihrem Mann zu. "Ganz zu schweigen von der großartigen Möglichkeit, einiges davon für Erpressungen einzusetzen. Nimm nur als Beispiel dieses Foto, das ich vorhin entdeckt habe. Du weißt schon, das Foto von einem angeblich respektablen Mann, der ."

"Ich frage dich noch einmal, Evan", sagte Chris und wurde tatsächlich leicht rot. Chris neigte dazu, alles zu ernst zu nehmen, und kam daher nie gegen die kleinen Sticheleien seiner Frau an. "Warum wirfst du das Zeug nicht einfach weg?"

"Evan ist zwar kein Anwalt", antwortete seine Frau prompt, "aber sogar er weiß, dass man nie die Spuren eines Verbrechens zerstören darf."

"Eines Verbrechens?" Chris verzog das Gesicht. "Ich bitte dich, Lucy, das war höchstens ein Vergehen. Und das ist schon längst verjährt. Außerdem war ich erst in der sechsten Klasse!"

"Umso schockierender", behauptete seine Frau mit einem reizenden Lächeln und ging zu einem Stapel ungeöffneter Kartons. "Ich wüsste zu gern, was Tom, Butch und Dick dazu sagen würden, falls sie herausfinden, dass unser großer Anwalt ein ehemaliger Jugendstraftäter ist. Es würde ihren Glauben an unser Rechtssystem in den Grundfesten erschüttern."

Evan unterdrückte ein Lachen. Lucy sprach von den drei Männern, die sie und Chris zu Silvester gefangen gehalten hatten. Tom und Butch waren für mehrere Jahre hinter Gittern gelandet. Dick, der zum ersten Mal straffällig geworden war, hatte man auf Bewährung entlassen. Er jobbte jetzt in dem Reisebüro, in dem auch Lucy arbeitete. Evan hatte ihn zwar noch nicht kennen gelernt, aber schon so viel über ihn gehört, dass er ihn bei einer Gegenüberstellung bestimmt erkannt hätte.

Es war allerdings nicht wahrscheinlich, dass es jemals zu einer solchen Situation kommen könnte. Dick war einer Bewährungshelferin zugeteilt worden, einer gewissen Maddy, die offenbar absolut fähig war, ihn auf dem Pfad der Tugend zu halten.

"Du erzählst es doch nicht weiter!", rief Chris.

"Vielleicht nicht, vielleicht doch." Lucy lächelte ihm zu, griff nach einem Karton und genoss sichtlich die Betroffenheit ihres Mannes. "Maddy werde ich allerdings über deine lasterhafte Vergangenheit informieren. Dick verstößt nämlich unter Umständen gegen seine Bewährungsauflagen, wenn er sich mit zwielichtigen Gestalten einlässt - selbst wenn sie Anwalt geworden sind. Und da wir uns solche Mühe gegeben haben, ihn aus dem Gefängnis ."

"Lucy!", unterbrach Evan sie, als sich die Unterseite des Kartons, den sie hochgehoben hatte, drohend wölbte. "Pass auf ."

Es war zu spät. Der Boden des Kartons gab nach, und Papiere und alle möglichen Gegenstände landeten auf dem Fußboden.

"Verdammt!" Lucy stellte den...

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