Toni der Hüttenwirt 180 - Heimatroman

Ein Herz wartet
 
 
Martin Kelter Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Januar 2018
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7409-2511-6 (ISBN)
 
Diese Bergroman-Serie stillt die Sehnsucht des modernen Stadtbewohners nach einer Welt voller Liebe und Gefühle, nach Heimat und natürlichem Leben in einer verzaubernden Gebirgswelt.Toni, der Hüttenwirt liebt es ursprünglich. In Anna hat er seine große Liebe gefunden. Für ihn verzichtete Anna auf eine Karriere als Bänkerin im weit entfernten Hamburg. Jetzt managt sie an seiner Seite die Berghütte. Ihre Serie hat Geschichte geschrieben. Die Idee dahinter hat exemplarischen Charakter. 'Toni, der Hüttenwirt' aus den Bergen verliebt sich in Anna, die Bankerin aus Hamburg. Anna zieht hoch hinauf in seine wunderschöne Hütte - und eine der zärtlichsten Romanzen nimmt ihren Anfang. Hemdsärmeligkeit, sprachliche Virtuosität, großartig geschilderter Gebirgszauber - Friederike von Buchner trifft in ihren bereits über 400 Romanen den Puls ihrer faszinierten Leser. Erfolgreiche Romantitel wie 'Wenn das Herz befiehlt', 'Tausche Brautkleid gegen Liebe' oder besonders auch 'Irrgarten der Gefühle' sprechen für sich - denn sie sprechen eine ganz eigene, eine unverwechselbare Sprache.
  • Deutsch
  • 0,22 MB
978-3-7409-2511-6 (9783740925116)

Die Sitzung des Gemeinderates war zu Ende.

»So Leut', des war es«, sagte Fritz Fellbacher. »Des ging ja schnell heute.« Er lachte laut. »Na ja, die Opposition war heute nicht hier. Der Huber liegt mit Bauchweh im Bett, hat mir der Martin gesagt. Net, dass ich einem Mitglied unseres Gemeinderates etwas Böses wünsche, aber es war gut, ohne Huber die Sache abzuschließen. Zweifellos wäre Huber überstimmt worden, aber reden und schimpfen und Unruhe stiften, des hätte er schon aus Prinzip gemacht. Aber so können wir jetzt früh heim, meine Frau wird sich freuen.«

»Fellbacher, auf ein Wort noch«, sprach ihn Albert Weißgerber an. »Weißt du, wie lange die Bollers den Laden noch zuhaben? Es ist schon beschwerlich, wenn man zum Einkaufen nach Kirchwalden muss.«

Fellbacher zuckte mit den Schultern. Er rieb sich das Kinn.

»Ich verstehe das auch nicht. Seit Montag ist der Laden zu. Es steht auch nicht dran, wie lange sie Urlaub machen, sie haben niemandem etwas erzählt. Gestern habe ich die Veronika im Auto wegfahren sehen. Ich habe ihr noch hinterhergerufen, aber sie ist einfach weitergefahren. Den Franz habe ich die ganze Woche nicht gesehen. Mir kommt des auch sehr seltsam vor, Albert. Die beiden hatten den Laden immer aufgehabt. Nie waren sie in Urlaub. Ich kann mir keinen Reim darauf machen.«

»Fellbacher, du musst herausfinden, was mit den Bollers los ist. Es sieht schlecht aus, wenn diese Einkaufsmöglichkeit fehlt.«

»Ja, ich werde mich darum kümmern.«

Die Gemeinderatsmitglieder verabschiedeten sich und gingen fort. Nur Heiner Zandler, der Pfarrer von Waldkogel, blieb zurück.

»Fritz, kommst du noch auf ein Bier mit rüber ins Pfarrhaus? Ich würde mit dir noch gern etwas bereden.«

»Hast du etwas auf dem Herzen? Kann die weltliche Macht der geistlichen helfen?«

»Hör auf zu spotten, Fritz!«, schimpfte Zandler. »Ich bin heute nicht gut gelaunt.«

»Was du nicht sagst? Seit wann darfst du als Pfarrer Launen haben? Musst du nicht über den Gefühlen stehen?«

»Des sagt sich leicht. Ich bin auch nur ein Mensch und habe meine täglichen Kämpfe auszufechten.«

»Hat dich die gute Träutlein wieder geärgert? Ja, warum soll des dir mit deiner Haushälterin besser ergehen, als uns Mannsbildern mit unseren Weibern? Jeder hat sein Los zu tragen.«

»Du redest heut' nur dummes Zeug, Fritz.«

»Mei, was bist du heute empfindlich, Heiner.«

Sie verließen zusammen das Rathaus und gingen über die Straße ins Pfarrhaus.

Helene Träutlein hatte ihren freien Tag. Heiner Zandler holte zwei Flaschen Bier. Sie setzten sich in die Studierstube des Geistlichen und prosteten sich zu.

»Was ist los?«, fragte Fellbacher.

»Es wird geredet, dass die Bollers Streit haben und seit Wochen nicht mehr miteinander reden. Die Frauen haben beim Kaffeekränzchen am letzten Mittwoch einiges erzählt. Es war allen aufgefallen, dass Veronika nicht mehr im Laden ist, und Franz Boller alles allein macht.«

»Das hat meine Frau auch schon erzählt. Franz gibt sich sehr verschlossen, wenn sich jemand nach seiner Veronika erkundigt.«

Pfarrer Zandler nickte.

»Ich weiß offiziell nichts, jedenfalls nichts, über was ich reden könnte. Helene Träutlein macht Druck. Sie jammert den ganzen Tag, dass es schlimm wäre, wenn der Laden ganz zumachen würde. Sie hat keinen Führerschein und will nicht mit dem Bus nach Kirchwalden einkaufen fahren. Sie sagt, ich solle einschreiten und mit den Bollers reden. Aber Franz hat sich auf die Berghütte verzogen und will seine Ruhe haben. Anna versucht, Veronika zu erreichen. Sie hat sie vergeblich angerufen, dann Zettel in den Briefkasten geworfen, mit der Bitte, sie möge sich bei ihr melden. Aber Veronika reagiert nicht.«

»Des hört sich nicht gut an, Heiner.«

»Du sagst es.«

»Ist die Krise zwischen den beiden so ernst, dass Veronika ein Treffen mit Anna ablehnt? Ich denke, dass Toni und Anna nur vermitteln wollen«, sagte Fellbacher.

»Es geht um etwas anderes. Veronika hat sich wohl in etwas verrannt. Sie will ein anderes Geschäft aufmachen, wird erzählt, und Franz ist dagegen. Aber da scheint etwas nicht zu stimmen mit der Geschäftsidee. Tonis Mutter, Meta Baumberger, hat beim Kaffeekränzchen Andeutungen gemacht. Genaues wusste sie auch nicht, doch es könnte für Veronika und Franz schlimm ausgehen. Anna will unbedingt mit Veronika reden, aber sie hüllt sich in Schweigen. Was kann man tun, Fritz? Man kann sie doch nicht zwingen, sich mit Anna zu treffen.«

Fritz Baumberger trank einen Schluck Bier.

»Heiner, manchmal muss man jemanden zu seinem Glück zwingen. Wir wollen doch alle, dass der Laden wieder geöffnet wird. Also muss etwas geschehen. Ich habe auch schon eine Idee. Wir gehen rüber und bleiben bei Veronika, bis Anna von der Berghütte heruntergekommen ist. Dann muss sie Anna zuhören. Einen Versuch ist es wert.«

Pfarrer Zandler nickte.

»Jedenfalls müssen wir uns nicht vorwerfen, wir hätten es nicht versucht. Aufi, gehen wir!«

Pfarrer Zandler und Bürgermeister Fellbacher klingelten an der Haustür der Bollers Sturm. Trotzdem dauerte es sehr lange, bis Veronika sich regte. Sie kam ans Fenster.

»Was soll das Gebimmel? Seid ihr narrisch? Wisst ihr net, wie spät es ist?«, rief sie.

»Wissen wir, Veronika! Aber es gibt Fragen im Gemeinderat, die müssen wir auf der Stelle mit dir klären. Mach auf!«

»Hat das nicht Zeit bis morgen?«

Pfarrer Zandler ergriff das Wort.

»Veronika, du machst sofort die Tür auf und lässt uns rein, sonst kannst du etwas erleben. Unterschätze mich nicht! Ich lasse von der Feuerwehr die Tür aufbrechen, wenn du mich dazu zwingst«, drohte er mit fester Stimme.

Veronika schloss das Fenster.

»Mei, Heiner, ich wusste nicht, dass du so hart sein kannst. Für einen Augenblick dachte ich wirklich, du meinst es ernst.«

»Auch ein Schäfer kommt an seine Grenzen, Fritz. Wenn ein Schaf bockt, dann muss er es auch einmal hart anpacken. Außerdem geht es um meinen Seelenfrieden. Helene Träutleins Gejammer raubt mir meine Ruhe.«

Kurz darauf ging die Haustür auf.

»Was ist?«, fragte Veronika knapp.

Pfarrer Zandler schob Veronika zur Seite und trat mit Fellbacher ein. Sie schlossen die Tür.

»Veronika, ganz Waldkogel wundert sich, dass der Laden geschlossen ist. Dein Mann macht Urlaub auf der Berghütte, und du igelst dich ein. Also verkaufe uns nicht für dumm! Was ist los? Anna versucht seit Tagen dich zu erreichen, und du meldest dich nicht.«

»Was wir für einen Streit haben, das geht niemand etwas an. Bestimmt hat Franz die Anna aufgehetzt. Sie soll bei mir gut Wetter machen. Aber ich lasse mir nicht reinreden. Ich ziehe meine Pläne durch. Jetzt erst recht, nachdem mir Franz die Konten gesperrt hat. Wenn er stur ist, bin ich es auch.«

Fellbacher und Zandler warfen sich Blicke zu.

»So geht das nicht, Veronika«, sagte Fellbacher. »Denk mal an die alten Leute hier in Waldkogel. Die können nicht nach Kirchwalden zum Einkaufen. Das ist zu beschwerlich für sie.«

»Dann sagt dem Franz, er soll den Laden aufmachen. Ich habe das Geschäft nicht geschlossen.«

»Gut, Veronika, wir sprechen mit Franz. Wir bringen ihn zur Vernunft. Aber zuerst hörst du dir an, was dir Anna zu sagen hat. Fellbacher wird jetzt auf der Berghütte anrufen und Anna herbitten. Wir bleiben hier, bis sie kommt.«

»Himmelsakrament, das ist Erpressung, Nötigung!«, schimpfte Veronika.

Fellbacher rief auf der Berghütte an und sprach mit Anna. Sie versprach, sofort zu kommen.

»Willst du uns nicht hereinbitten?«, fragte Zandler.

Sie standen noch immer im Hausflur. Veronika nickte. Sie ging voraus. Fellbacher und Zandler folgten ihr die Treppe nach oben in die Wohnung.

»Am besten, du machst einen Kaffee«, sagte Zandler. »Der wird uns allen guttun.«

Sie gingen in die Küche. Veronika schaltete die Kaffeemaschine ein und deckte den Tisch. Sie sprach kein Wort. Ihr grimmiger Gesichtsausdruck sprach Bände.

Dann tranken sie Kaffee.

Es dauerte einige Zeit, bis Anna kam. Als es klingelte, ging Fellbacher hinunter und öffnete.

»Danke für den Anruf, Fellbacher! Es war höchste Zeit. Franz macht uns große Sorgen. Er liegt den ganzen Tag in seiner Kammer und starrt an die Decke. Selbst zum Essen kommt er nicht heraus. Toni und ich wissen nicht mehr, was wir tun sollen.«

»Vielleicht kommt jetzt Bewegung in die Sache. Stimmt das, dass Franz seiner Veronika die Kontovollmacht entzogen hat?«

»Ja, ich habe ihm dazu geraten. Veronika ist in etwas hineingeraten, was beiden die Existenz kosten kann.«

»Was du nicht sagst?«, flüsterte Fellbacher.

»Franz hatte von Anfang an ein dummes Gefühl. Aber Veronika hat sich einwickeln lassen. Sie glaubt ihm nicht. Vielleicht kann ich sie überzeugen.«

Sie gingen hinauf.

»Sag, was du zu sagen hast, Anna. Dann kannst du wieder verschwinden!« So begrüßte Veronika Anna. »Aber ich kann mir schon denken, dass dich Franz geschickt hat. Er hat ja bei euch Unterschlupf gefunden.«

»Was bist du so garstig, Veronika!«, schimpfte Fellbacher. »Wir meinen es alle nur gut.«

Anna setzte sich. Fellbacher schenkte ihr eine Tasse Kaffee ein.

»Veronika, du willst, dass ich es kurz mache. Dann höre mir gut zu. Was du mit deinem Mann hast, das geht mich nichts an. Das ist eure Angelegenheit. Es steht keinem zu, euch in eure Ehe hineinzureden. Deshalb bin ich auch nicht hier.«

»So, warum bist dann hier?«, zischte Veronika.

»Du bist jetzt still und hörst Anna...

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