Die drei ??? Dämon der Rache (drei Fragezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. August 2013
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-14082-6 (ISBN)
 
Bei einer Ballonfahrt entdeckt Peter in der Nähe einer abgelegenen Villa ein Monster - eindeutig ein neuer Fall für die drei ???! Ihre Ermittlungen führen die Detektive zur seltsamen Mrs Pembroke und ihrem Neffen Luke. Die beiden werden von der grässlichen Gestalt bedroht. Luke bittet Justus, Peter und Bob um Hilfe. Doch schnell wird klar: Der Dämon der Rache ist nicht aufzuhalten .
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,22 MB
978-3-440-14082-6 (9783440140826)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Das Dunkelhaus


Die restliche Ballonfahrt verlief ohne weitere Zwischenfälle. Knapp eine Stunde später setzte Mr Lloyd am vorgesehenen Punkt nahe Paradise Cove, nordöstlich von Malibu, zur Landung an. Nachdem der Ballon auf dem Anhänger eines Pick-ups verstaut war, ging es zurück nach Rocky Beach. Während der Fahrt rang sich Peter nach einiger Überzeugungsarbeit von Justus und Bob zu dem Eingeständnis durch, dass es sich bei der ganzen Sache auch um einen makabren Scherz gehandelt haben könnte. Schließlich waren den drei Detektiven im Laufe der Zeit schon so einige exzentrische Menschen mit höchst merkwürdigen Hobbys begegnet. So beschlossen sie, den »Hai-Zombie« auf der Notfall-Skala einige Stufen he­runterzusetzen und vor dem Besuch des Küstenhauses zunächst zum Abendessen nach Hause zu fahren.

Daheim angekommen, stieß der Erste Detektiv beinahe mit einer auffällig gekleideten Dame zusammen, die soeben das Gelände des Gebrauchtwarencenters T. Jonas verließ. Verdutzt erkannte er, dass es sich um die »Kakadu-Lady« handelte - eine etwa fünfzigjährige Kundin, die vor einiger Zeit schon einmal zu Besuch gewesen war. An jenem Nachmittag hatte Justus sie nur von Weitem gesehen, aber ihm war sofort ihr schriller Kleidungsstil ins Auge gefallen, dem sie nun ihren Spitznamen verdankte.

Neben dem grell pinkfarbenen Sommerkleid hatte vor allem ihr buschiges Federhütchen, das sie auch jetzt trug, sofort Assoziationen an den Kopfschmuck eines Kakadus geweckt. Hinzu kam, dass die Frau geradezu süchtig nach Kürbiskernen zu sein schien, die sie ständig aus einer Tüte gezupft und mit den Zähnen geknackt hatte.

Jetzt erkannte der Erste Detektiv seinen Onkel in der Freiluftwerkstatt und ging lächelnd auf ihn zu. »Na, was wollte die Kakadu-Lady denn heute?«

»Kakadu trifft den Nagel auf den Kopf«, erwiderte Onkel Titus schmunzelnd. »Sie war noch mal wegen der scheußlichen Porzellanuhr hier. Du weißt schon, dieses schwülstige Ding mit dem weißen Kranich obendrauf.«

Justus nickte amüsiert. »Ein echter Kitsch-Traum. Die stammte doch aus dem Räumungsverkauf dieses großen Second-Hand-Warenhauses in Solana Beach, bei dem du letzten Monat mächtig zugeschlagen hast, stimmt's?«

»Genau«, bestätigte Onkel Titus. »Wegen irgendwelcher Komplikationen hat sich die Auslieferung bis jetzt verzögert, aber in Kürze wird's wohl so weit sein. Allerdings wollte die Dame nicht so lange warten und hat schon heute bezahlt, damit ihr auch ja niemand das Prachtstück wegschnappt.«

»Woher wusste sie eigentlich, dass du der neue Besitzer bist?«, wollte Justus wissen.

»Sie hatte wohl wie ich den Flyer des Warenhauses gelesen, kam aber zu spät. Vom Eigentümer hat sie dann den Namen des Käufers erbeten. Damals ist sie direkt hergekommen, um ihr Interesse an der Uhr anzumelden, und heute hat sie sie dann im Voraus bezahlt.« Er zwinkerte belustigt. »Das nennt man echten Einsatz.«

Der Erste Detektiv grinste. »Kein Wunder - Kakadu und Kranich passen ja auch ideal zusammen.«

Gegen acht Uhr trafen sich die drei Detektive wie verabredet am Schrottplatz und machten sich von dort aus mit ihren Fahrrädern auf den Weg. Als sie zwanzig Minuten später ihr Ziel erreichten, brach bereits die Dunkelheit herein. Erst jetzt bemerkten die Jungen, dass die mächtigen Heckenreihen nicht den einzigen Schutz des Grundstücks darstellten. Ein gut zwei Meter hoher eiserner Zaun umschloss das gesamte Gelände. Nachdem sie ihre Räder angeschlossen hatten, nahmen sie das Eingangstor in Augenschein. Neben der mächtigen Pforte waren zwei Briefkästen angebracht: ein altmodisch verschnörkelter, auf dem mit Messingbuchstaben der Namen PEMBROKE stand, und darunter ein moderner Briefkasten aus Aluminium, auf den jemand mit Filzstift FORRESTER geschrieben hatte.

Da er nirgendwo eine Klingel fand, öffnete Justus kurzerhand das stark quietschende Tor. Zögernd beschritten die Detektive einen ungepflegten Kiesweg, der durch den weitläufigen Garten führte. Die aufziehende Dunkelheit verstärkte noch die düster-abweisende Stimmung, die über dem Gelände lag. Das Grundstück wirkte deutlich größer als aus der Luft, beinahe wie ein Park. Der See schimmerte wie ein schwarzer Spiegel im Mondlicht.

Argwöhnisch blickte Justus sich um. »Was auch immer uns erwartet, eines können wir schon jetzt festhalten: Dieser Ort ist alles andere als einladend.«

»Das ist noch milde ausgedrückt«, erwiderte Peter angespannt. »Hier würde sogar Dracula eine Gänsehaut kriegen.«

»Ich möchte die Stimmung ja nicht zusätzlich trüben«, meldete sich nun Bob zu Wort und blickte skeptisch auf sein Handy, »aber ich fürchte, wir befinden uns hier in einem fetten Funkloch. Wenn's wirklich brenzlig wird, müssen wir alleine klarkommen.«

Der Zweite Detektiv schnaufte kopfschüttelnd. »Na wunderbar, das wird ja immer besser 

Wenig später ragte das verwinkelte Wohnhaus mit dem großen Eckturm als finsterer Schatten vor den Jungen auf.

Irritiert wanderte Bob mit seinem Blick die von zahlreichen Erkern und Giebeln gesäumte Fassade ab. »Seltsam . nirgendwo ist Licht zu sehen.«

»In der Tat eigenartig«, stimmte Justus zu. »Entweder ist niemand im Haus - oder die Fenster sind alle verhängt. Mal sehen, was zutrifft.« Zielstrebig stieg er die Stufen der rund um das Haus herumreichenden Veranda hinauf und betätigte in Ermangelung eines Klingelknopfs den schweren Ring eines altmodischen Türklopfers. Nur wenige Sekunden später erklangen dumpfe Schritte. Ein Schlüssel wurde mehrfach im Schloss herumgedreht und die Tür öffnete sich mit einem lauten Knarren.

Peter, der unwillkürlich den Atem angehalten hatte, zwinkerte überrascht. Vor ihnen stand ein spindeldürrer, hohlwangiger Mann in der abgewetzten Uniform eines Butlers. Seine weiß behandschuhte rechte Hand umschloss einen achtarmigen Kerzenhalter, der abgesehen vom Mond die einzige Lichtquelle darstellte. Das Seltsamste waren jedoch die Haare des Mannes. Er war nahezu vollkommen glatzköpfig, bis auf die beiden schwarzen Zöpfe, die knapp oberhalb der Ohren ansetzten und bis zur Hüfte hinabreichten. Sie rahmten das knochige Gesicht des Butlers ein wie ein groteskes Porträtbild. Mit stechenden Augen fixierte der Mann die Jungen.

»Was wollt ihr?«, fragte er mit schneidend scharfer Stimme.

Instinktiv beschloss Justus, Vorsicht walten zu lassen und zunächst auf die Erwähnung des schaurigen Fischmenschen zu verzichten. Stattdessen setzte er sein freundlichstes Lächeln auf und deutete auf Bob und Peter.

»Meine Freunde und ich haben eine Wanderung unternommen und dabei müssen wir irgendwie vom Weg abgekommen sein.« Bei einem unauffälligen Blick in den dunklen Flur entdeckte er an der Garderobe mehrere altertümliche Damenhüte. Hier schien also tatsächlich eine Frau zu wohnen. »Könnten Sie die Hausherrin bitte fragen, ob wir kurz ihr Telefon benutzen dürfen?«

»Ausgeschlossen«, erwiderte der Butler barsch. »Mrs Pem­broke hat sich bereits zur Ruhe begeben und duldet keinerlei Störung. Verschwindet!« Damit ließ er die verdutzten Detektive einfach stehen und schloss die Tür wieder.

»Wie überaus gastfreundlich«, murmelte Bob grimmig. »Ich dachte schon, diese bezopfte Vogelscheuche zieht gleich einen Zauberstab und verwandelt uns in Sumpfkröten.«

»Zumindest wissen wir jetzt, dass ich mich nicht geirrt habe!«, stellte Peter mit Genugtuung fest. »Ich habe heute Nachmittag eine Frau gesehen, hinter der dieser Monster-Harpunier her war. Und jetzt ist sie im Haus.«

»Für diese Mutmaßung gibt es noch keinerlei handfesten Beweis«, entgegnete Justus und runzelte die Stirn. »Ich gebe jedoch zu, dass mich dieses sonderbare Haus und das feindselige Verhalten des Butlers stutzig machen. Rechnet man alle seltsamen Elemente einschließlich deiner Beobachtung zusammen, so bleibt unterm Strich doch ein recht beachtliches Fragezeichen, mit dem wir dieses Haus versehen sollten. Daher schlage ich vor, dass wir eine kleine Außenbegehung unternehmen. Die üppige Vegetation dürfte uns ausreichend Deckung für dieses Unterfangen bieten.«

So leise und vorsichtig wie möglich begannen die drei Detektive mit ihrer Späh-Aktion. Dabei ließen sie ihre mitgenommenen Taschenlampen natürlich ausgeschaltet, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Verwundert stellten sie fest, dass die Fenster, sofern einsehbar, tatsächlich alle mit dunklen Gardinen verhängt waren, die nicht den geringsten Blick ins Innere zuließen. Selbst die Fenster der angrenzenden Holzgarage waren mit Vorhängen zugezogen. Geräusche waren ebenfalls nicht zu vernehmen; es herrschte Totenstille. Soeben wollte Justus notgedrungen das Signal zum Aufbruch geben, da stieß ihn Bob plötzlich an.

»Da . da drüben am Fenster!«, flüsterte er aufgeregt.

Überrascht blickten Justus und Peter in die gewiesene Richtung. Und tatsächlich - am hintersten Erdgeschossfenster auf der Nordseite waren die Vorhänge ein wenig beiseitegeschoben worden. Das blasse Gesicht eines etwa dreizehnjährigen blonden Jungen starrte mit weit aufgerissenen Augen zu ihnen herüber. Er sah aus, als sei ihm gerade der Teufel persönlich begegnet. In seinem Blick spiegelte sich nackte Angst und er schien am ganzen Leib zu zittern.

Zögernd trat Justus aus der Deckung einer knorrigen Küsten­eiche in den matten...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

5,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen