Was macht der Krebs mit uns?

Kindern die Krankheit ihrer Eltern erklären
 
 
BALANCE Buch + Medien Verlag
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen im September 2011
  • |
  • 168 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86739-749-0 (ISBN)
 
Rund 200.000 Kinder und Jugendliche sind jedes Jahr allein in Deutschland mit betroffen, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt. Für die Eltern kommt zu all dem persönlichen Stress im Umgang mit der Erkrankung noch das Problem, die Kinder einzubeziehen, ihnen all das zu erklären, was nun kommt und kommen kann.
Das Buch orientiert sich am Verlauf der Krankheit, macht Eltern die Wahrnehmung der Kinder deutlich und gibt viele Anregungen, wie und wann was getan werden sollte. Dabei geht es hauptsächlich darum, eine familiäre Kommunikation zu ermöglichen, um Kindern bei der Bewältigung der elterlichen Erkrankung zu helfen - und zwar bis hin zum Versterben des Elternteils.
Frau Brütting hat zudem Kinder und Jugendliche ihrer Gruppenangebote eingeladen, zu bestimmten Aspekten selbst etwas zu schreiben. Diese O-Töne geben dem Buch eine besondere Note. Sehr offen werden hier sowohl die Nöte als auch die Wünsche und Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen ausgedrückt.
2. korr. Auflage 2015
  • Deutsch
  • Breite: 140 mm
  • 0,59 MB
978-3-86739-749-0 (9783867397490)
386739749X (386739749X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Sabine Brütting ist Gestalttherapeutin und Heilpraktikerin. Sie arbeitet in eigener Praxis und zudem im Frankfurter Verein »Hilfe für Kinder krebskranker Eltern« mit.
1 - Cover [Seite 1]
2 - Titel [Seite 5]
3 - Impressum [Seite 6]
4 - Inhalt [Seite 7]
5 - Vorbemerkung [Seite 11]
6 - Sensible Eltern [Seite 13]
7 - Mutige Eltern [Seite 17]
8 - Das erste Gespräch [Seite 20]
9 - Ehrlichkeit im Hinblick auf die Prognose [Seite 26]
10 - Wenn Eltern Gefu¨hle zeigen [Seite 29]
11 - Erklären, was Krebs ist [Seite 32]
12 - Erklärungen zu Therapie und Nebenwirkungen [Seite 36]
13 - Verständnis in Kindergarten und Schule [Seite 47]
14 - Veränderungen im Alltag der Familie [Seite 53]
15 - Hilfe annehmen [Seite 56]
16 - »Normalität« sichern [Seite 60]
17 - »Krebsfreie Zonen« - Spaß haben mit Freunden [Seite 68]
18 - Offenheit auch bei Erwartungen [Seite 71]
19 - Auf die seelische Not der Kinder reagieren [Seite 76]
19.1 - Umgang mit Wut und Schuldgefu¨hlen [Seite 80]
19.2 - Mut zum Reden [Seite 84]
20 - Pubertierende Jugendliche [Seite 90]
21 - Freunde, die mitfu¨hlen und verstehen [Seite 95]
22 - Ehrlichkeit auch nach u¨berstandener Krankheit [Seite 99]
23 - Umgang mit dem veränderten Körper [Seite 103]
24 - Weiterhin sorgende Eltern [Seite 106]
25 - Viel gemeinsame Zeit verbringen [Seite 109]
26 - Wenn Eltern schwierig werden und sich verändern [Seite 114]
27 - Getrennt lebende Eltern [Seite 120]
27.1 - Wenn Veränderungen unvermeidlich sind [Seite 122]
28 - Zeit fu¨r den Abschied [Seite 130]
28.1 - Sagen, was zu sagen ist [Seite 134]
28.2 - Nähe »tanken« [Seite 137]
28.3 - Bewusst Abschied nehmen [Seite 140]
29 - Schlussbemerkung [Seite 156]
30 - Dank [Seite 158]
31 - Anhang [Seite 159]
31.1 - Beratungsangebote fu¨r Kinder [Seite 159]
31.1.1 - Regionale Anlaufstellen [Seite 161]
31.2 - Nationale Anlaufstellen [Seite 168]
32 - Literatur [Seite 169]
Ehrlichkeit auch nach überstandener Krankheit (S. 97-98)

Zum Glück wird für viele Krebspatienten nach überstandenen Operationen und Therapien irgendwann auch wieder Entwarnung gegeben. Der Krebs ist verschwunden, der Alltag kann wieder stattfinden. Trotz aller Erleichterung bleibt die Angst: Wird der Krebs wiederkommen? Diese Frage stellen sich nicht nur Erwachsene, auch Kinder leben mit der Angst, die Krankheit könne erneut ausbrechen. Doch selten wird diese Angst ausgesprochen. Besonders schwer fällt es Kindern, über ihre Angst zu reden, wenn das Thema innerhalb der Familie tabuisiert wird. Geben sich die Eltern ausschließlich optimistisch und stark, so haben Kinder keinen Raum, um eigene Ängste zu zeigen und anzusprechen.

Manche Kinder und Jugendliche fallen erst einige Jahre nach der krisenhaften Lebenssituation durch Probleme auf. Besonders dann ist es für Eltern oft schwierig, den Zusammenhang zwischen der akuten Störung und der Belastung durch die Jahre zurückliegende Krebserkrankung zu sehen.

Manchmal ist auch die Erkrankung anderer ausschlaggebend für die erneut auftretenden Ängste von Kindern. Ein achtjähriges Mädchen war vier Jahre nach der Krebserkrankung der Mutter, der es wieder sehr gut ging, plötzlich nicht mehr in der Lage, längere Zeit von der Mutter getrennt zu sein. Jeden Tag gab es vor dem Schulbesuch herzzerreißende Szenen und viele Tränen, auch an ein Übernachten bei der Freundin war nicht mehr zu denken.

Auslöser für das klammernde Verhalten des Mädchens war die Krebserkrankung einer Lehrerin. Plötzlich war die Sorge, auch ihre Mutter könne erneut erkranken, sehr real geworden und zeigte sich in der 98 Panik, von der Mutter getrennt zu sein. Während die Mutter ihre Angst, die Krankheit könne erneut ausbrechen, verdrängte und sich stark zeigte, lebte die Tochter die Angst jetzt aus und war völlig überfordert damit. Eltern sollten sich klarmachen, dass ihre eigenen, unausgesprochenen Ängste oft von den Kindern gespürt und übernommen werden.

Können sich Erwachsene ihrer eigenen Angst und ihrem Schmerz zuwenden, entlastet es auch ihre Kinder. Kinder, die die Krebserkrankung eines Elternteils miterlebt haben, haben ein verändertes Verhältnis zu Gesundheit. Sie beobachten sich selbst und auch die Eltern intensiv, ob wirklich keine Anzeichen von Krankheit zu erkennen sind. Bereits eine Erkältung wird kritisch beobachtet und löst häufig Angst aus. Ob es wirklich nur eine Erkältung ist oder doch der Vorbote für eine neuerliche Krebserkrankung?

Ein elfjähriges Mädchen, dessen Mutter vor zwei Jahren an Brustkrebs erkrankt war, war fest davon überzeugt, ihre Mutter sei erneut an Krebs erkrankt, als diese wegen einer harmlosen Schilddrüsenoperation für wenige Tage wieder ins Krankenhaus musste. Durch ein sehr aggressives Verhalten gab das Kind seiner Befürchtung und Angst Ausdruck. Anregung Nehmen Sie die Sorgen Ihres Kindes bei einer Erkrankung (auch einer harmlosen) ernst. Vermitteln Sie Ihrem Kind in einem in aller Ruhe geführten Gespräch, worum es bei der jetzigen Erkrankung geht und dass kein Zusammenhang mit der Krebserkrankung besteht.

Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie zum Lesen die kostenlose Software Adobe Reader, Adobe Digital Editions oder einen anderen PDF-Viewer Ihrer Wahl (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie die kostenlose App Adobe Digital Editions oder eine andere Lese-App für E-Books (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nur bedingt: Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

11,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
PDF mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok