Digitalisierung

Sirenentöne oder Schlachtruf der kannibalistischen Weltordnung
 
 
Westend (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. August 2020
  • |
  • 350 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86489-785-6 (ISBN)
 
Digitalisierung ist Staatsaufgabe höchster Priorität. Das Feld ist bereits gut vorbereitet. Dennoch regen sich Kritik und zum Teil auch Widerstand gegen einen weiteren, intensivierten Ausbau der Digitaltechnologie: Die Möglichkeit einer digitalen Totalüberwachung wird ebenso vorstellbar, wie der Verlust von immens vielen Arbeitsplätzen, von Privatheit, persönlicher Freiheit und demokratischer Teilhabe, psychischer und physischer Unversehrtheit. Der Band stellt sich dem Thema der Digitalisierung in unterschiedlichen Facetten und Bereichen: Telematik und Digitalisierung der Psychotherapie, Digitalisierung der Arbeitswelt, des Gesundheitswesens, der Schule und des Bildungswesens, Digitalisierung der Militärischen Einsätze, Überwachung und soziale Kontrolle, und die Perspektiven des Widerstands dagegen. Mit (u.a.) Jürgen Hardt, Detlef Hartmann, Christoph Marischka, Werner Meixner, Bijan Moini, Bernd Nielsen, Werner Rügemer, Jorinde Schulz, Werner Seppmann, Friedrich Voßkühler

Klaus-Jürgen Bruder ist Psychoanalytiker, Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin, Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie, sowie unter anderem Herausgeber der Schriftenreihe 'Subjektivität und Postmoderne' im Gießener Psychosozial-Verlag.
  • Deutsch
  • Frankfurt am Main
  • |
  • Deutschland
  • 2,99 MB
978-3-86489-785-6 (9783864897856)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Klaus-Jürgen Bruder ist Psychoanalytiker, Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin, Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie, sowie unter anderem Herausgeber der Schriftenreihe "Subjektivität und Postmoderne" im Gießener Psychosozial-Verlag.
  • Intro
  • Inhalt
  • Vorwort
  • Mit Zuckerbrot und Peitsche. Der Diskurs der Digitalisierung
  • Vorbemerkung zur durch die Corona-Krisen-Politik veränderten Situation1
  • Herrschsüchtiger Diskurs
  • Die Aufgaben des Herrschers von den Beherrschten erledigen lassen
  • Psychotherapeuten, Psychologen und Ärzte wehren sich
  • Die »Religion der Produktivkräfte«
  • Die Wiedergeburt des Autoritären
  • Die Verleugnung
  • Die »Opposition« bewegt sich nach rechts? Inwiefern? Weshalb?
  • Digitalisierung accomplished
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Kritik im digitalen Zeitalter
  • Vom Faszinosum und der Aura des Digitalen oder wo Fundamentalkritik in einer total digitalisierten Kultur ansetzen könnte
  • Die Aufgabe
  • Worum geht es?
  • Vom Versagen intellektueller Kritik
  • Auf der Suche nach einem Standpunkt
  • Was heißt Kultur?
  • Medien im Kulturprozess
  • Eine kurze Mediengeschichte
  • Die digital-libertäre Postmoderne
  • Politik als Spektakel
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Rückkehr zur Vernunft in Zeiten totaler Digitalisierung
  • Neodigitaler Super-GAU
  • Machtpolitische Kernschmelze
  • Wissenschaftlich-kultureller Paradigmenwechsel
  • Ethos und Nation
  • Rückkehr zur Vernunft
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Kritik der digitalen Ideologie. Kapitalismus, Schizophrenie, Digitalisierung
  • Über den Autor
  • Technologie der Desinformation und Kommunikationszerstörung. Historische Kritik der binär-digitalen IKT und Plädoyer für die Wiedererlangung einer humanen und analogen Perspektive
  • Vorabnotiz: Digitalisierung in »Coronaren Zeiten«
  • Vorbemerkung
  • Vorgeschichte der binär-digitalen IKT
  • Technikgeschichte im Nachgang
  • Alan Turings Symbolische Maschine
  • John von Neumanns Binär-Digital-Rechner
  • Digitale Angriffslogik [militant - ökonomisch - paranoid - apokalyptisch - robotisch]
  • Übergangslogik
  • Logos des Menschlichen, Natürlichen und Analogen
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel. Zu psychologischen, ethisch-philosophischen und politischen Aspekten
  • Einleitung
  • Digitalisierung, Algorithmisierung, Künstliche Intelligenz, Cyborgs, Androide
  • Qualitative Veränderungen durch Digitalisierung
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Widerstand
  • Der digitale Sicherheitsstaat: Eine besondere Herausforderung für die Grundrechte
  • Über den Autor
  • Zerstreutes Arbeiten. Kommunikation und Hörigkeit im Digitalen Kapitalismus
  • Das Ende des Massenarbeiters: Die diffuse Fabrik
  • Lenkung neuer Freiheiten: Die Kontrollgesellschaft
  • Fabbrica diffusa und digitale Kommunikation
  • Verfügbarkeitsregime des Digitalen
  • Ängstliche Hörigkeit, fürsorgliche Macht
  • Über die Autorin
  • Literatur
  • Die Rolle der IT-Industrien in der gegenwärtigen Offensive kapitalistischer Reorganisation und die Perspektiven von Widerstand und sozialer Revolution
  • Operationsfelder der digitalen Innovationsoffensive
  • Widerstand
  • Corona, das »digitalisierende Virus«
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Arbeit
  • Arbeit demokratisieren - Digitalisierung gestalten. Bisherige Formen des organisierten und arbeitsrechtlichen Widerstands
  • Neue Technologien im Kapitalismus
  • Digitalisierung aus dem Silicon Valley
  • Disruptive innovation
  • Menschenrechtlich gestaltete Arbeit
  • »Wenn du Frieden willst, sorge für Gerechtigkeit«
  • Das Recht auf Arbeit
  • Gegen die Menschenrechts-Vergessenheit der EU
  • Menschenrechtliche Gestaltung digitalisierter Arbeit
  • International vernetzt gegen Amazon
  • Ein Bummelstreik in Polen
  • 10,5-Stunden-Schicht mit unbezahlter Pause
  • Solidarnosc zieht jetzt auch mit
  • »Einer der wichtigsten Arbeitskämpfe«
  • Gig Worker gründen eigene Kooperative
  • Hedgefonds-Spekulant organisiert die neue Arbeiterklasse
  • Crowdworking: Isoliert, ungeschützt, schlecht bezahlt
  • Klage auf den Status als Arbeitnehmer
  • Über den Autor
  • Literaturverzeichnis
  • Chance oder Risiko? Über die Auswirkungen des Computers in der Arbeitswelt
  • I
  • II
  • III
  • IV
  • V
  • VI
  • VII
  • Der Autor
  • Literatur
  • Digitalisierung und Psychotherapie
  • Der Widerstand gegen die Telematik im Gesundheitswesen. Persönliche Erfahrungen
  • Vorbemerkung
  • Historie der Telematikinfrastruktur
  • Aktuelle Anforderungen des Protestes
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Privilegien 5.0 - Cyborgs und Psyborgs mit intersektionalem Privilegienbewusstsein?
  • Intersektionalität
  • Identitäten de- und rekonstruierende Dilemmaspirale
  • Soziale Ungleichheiten anhand (digitaler) Technologien
  • Vom Cyborg zum Psyborg
  • Uneindeutiger Ausblick für neue Verbindungen
  • Über die Autor*in
  • Literatur
  • Subjektivitäten
  • »Innerlichkeit« als digitale Ware versus Subjektivität als psychologischer Ausdruck der Person. Vom Überwachungskapitalismus zum humanen und analogen gesellschaftlichen Wandel
  • Kommunikation als Rohstoff
  • Die Verdinglichung der Subjektivität
  • Psychologische Aspekte der Digitalisierung: Die Eroberung des Unbewussten
  • Digitalisierung als Ent-Demokratisierung
  • Und die spekulative Finanzwirtschaft immer vorne mit dabei
  • Beharren auf Subjektivität. Der Schlüssel zur Welt liegt im Anderen
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Analoges Bekenntnis zu einer humanen Digitalität: Die neuen Grenzziehungen von »Gesellschaft-Gemeinschaft« und »Öffentlichkeit-Privatheit«
  • Begrifflich-konzeptionelle Grundlagen des Gesellschaft- und Gemeinschaft-Begriffes
  • Gesellschaft und Gemeinschaft vor dem Hintergrund des digitalkulturellen Wandels
  • Begrifflich-konzeptionelle Grundlagen des Öffentlichkeit- und Privatheit-Begriffes
  • Öffentlichkeit und Privatheit vor dem Hintergrund des digitalkulturellen Wandels
  • Die Sphärenverschiebungen als Anzeichen einer analogen Revolution?
  • Über die Autorin
  • Literaturverzeichnis
  • Online-Dating - Digitalisierung des Eros als »Befreiung des Alltags«?
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Schule, Krieg und eine Alternative
  • Imperativ Digitalisierung: Bedrohung oder Chance? Zu den Widersprüchen des Diskurses um die Digitalisierung von Schule
  • Einleitung
  • Der bildungspolitische Digitalisierungsdiskurs: Fortschrittgläubigkeit, Subjektlosigkeit, Kontrollphantasien
  • Der gesundheitspolitische Diskurs
  • Jugendliche Perspektiven auf die Nutzung und den Einfluss digitaler Medien: »Der digitale Wandel ist unverkennbar und wird bei den Menschen Anpassungen in der Lebensart erfordern.«
  • Zusammenführung und Fazit
  • Über die Autorin
  • Literatur
  • Digitalisierung, moderne Kriegsführung und ihre Akteure/Profiteure
  • Vorbemerkungen zum »technischen Fortschritt«
  • »Fighting at Machine Speed«
  • Tolstoi und die Ursprünge der Cloud
  • Beispiel Atos
  • Kapital- und Beratungsgesellschaften
  • ». as a Service«: Digitalisierung als Outsourcing
  • Begründetes militärisches Zögern
  • Der geopolitische Diskurs und die dahinterstehenden Koalitionen
  • Über den Autor
  • Literatur
  • Eine andere Digitalisierung ist möglich! Das Beispiel der Zapatisten
  • Einführung
  • Wer sind die Zapatisten?
  • Die Zapatisten als Initiatoren einer emanzipatorischen Digitalisierung
  • Das Problem der Kontrolle des Internets
  • Fazit
  • Über die Autorin
  • Literaturverzeichnis

Mit Zuckerbrot und Peitsche. Der Diskurs der Digitalisierung


Odysseus und die Sirenen. Ausschnitt aus einem attischen rotfigurigen Stamnos, ca. 480-470 v. Von Vulci.

Vorbemerkung zur durch die Corona-Krisen-Politik veränderten Situation1


Wenige Tage nach dem Kongress im März 2020, auf dem dieses Referat vorgetragen worden war, war die Welt eine andere geworden, einem Kulissenwechsel im Theater vergleichbar: Die Corona-Krisen-Politik hat geschafft, was die Propagandisten der Digitalisierung sich in ihren kühnsten Zukunftsvorstellungen nicht hätten träumen lassen.2

Die »Digitalisierung der Gesellschaft« - Thema des vorliegenden Bandes - ist galoppierend Wirklichkeit geworden.

Gewiss: »Digitalisierung« hat seit geraumer Zeit immer weitere Anwendungsfelder erobert. Aber die neue Entwicklung hat die Perspektive einer »Durch-Digitalisierung« der Gesellschaft realisierbar werden lassen.

Das »neuartige« Corona-Virus erlaubt und rechtfertigte umfassende und tiefgreifende Eingriffe in das öffentliche Leben bis hin zur Stilllegung ganzer Produktionsbetriebe und der Schließung alle Gaststätten, Cafés, Kaufhäuser, Schulen, Kitas. Das Parlament wurde auf ein Viertel seiner Mitglieder ausgedünnt, öffentliche Kundgebungen auf die Zahl einer kleinen Großfamilie gepresst, mit eineinhalb Meter Abstand voneinander. Das hat natürlich nicht das Virus selbst geschafft, sondern die Politik, beziehungsweise die Politiker*innen haben aus der Existenz des Corona-Virus Erlaubnis und Rechtfertigung für die viel zu tief greifenden und viel zu wenig differenzierten Maßnahmen hergeleitet. Teil dieser Legitimationsstrategie ist auch die Rede von der »Neuartigkeit« des Corona-Virus. Mit dieser verhält es sich genauso wie mit der Digitalisierung: Jeder Virologe kann bestätigen, dass es Corona-Viren schon immer gab. Genauso wie die schon früher begonnene Digitalisierung sich verändert hat, hat sich auch ein neuartiger Virus entwickelt, der aber nicht völlig neu ist. Er ist immer noch sehr verwandt mit bereits bekannten Corona-Viren und daher sowohl neuartig als auch bekannt.

Die nach den mit dem Virus begründeten Kontaktverbotsmaßnahmen einzig noch verbliebene Kommunikationsmöglichkeit der Isolierten ist die digitale: Digitaler Unterricht, digitale Heimarbeit, Homeoffice, Homeschooling, Homefighting. in der Sprache von Bill Gates verbrämt geht es gleich besser runter! So wie »Social Distancing« Kontaktverbot geradezu schick macht, und was früher »in« war, ist heute »viral«.

Es ist wie bei jenen Eingeborenen, die ihre Goldschätze gegen Glasperlen getauscht haben, die ihnen die weißen Eroberer angeboten hatten. Die Digitalisierung wird mit offenen Armen und strahlenden Gesichtern begrüßt - wie der Einzug eines langersehnten Befreiers.

In unserem Fachbereich, der Psychotherapie sind die Debatten über IT und Widerstand wie weggeblasen. Der Gipfel der Verkehrung, zuckersüß: Digitale Therapie! Das Grundprinzip der Therapie: geschützter Raum, zwischen zweien, in dem in nicht alltäglicher Weise und in ungewöhnlicher Offenheit alle Gedanken und Phantasien ausgesprochen werden dürfen, unabhängig davon, wie akzeptiert sie in der Normenwelt außerhalb dieses Raumes sein mögen - nicht nur der Staatstrojaner kann sich einschleichen, die zertifizierten Anbieter überhäufen uns mit »selbstlosen« Angeboten, ihren Videosprechstundendienst kostenlos zu nutzen, und die großen Internetfirmen freuen sich über Daten und Metadaten aus einem besonders kostbaren Bereich: dem Gesundheitssektor.

Ebenso über den Haufen geworfen wie das Grundlegende jeder Demokratie ist die öffentliche Diskussion der Betroffenen, zumindest ihrer Vertreter. Erinnern wir uns nur daran, dass Kritiker der von der Regierung verordneten Maßnahmen zunächst einmal gar nicht in den Mainstream-Medien vorkamen und ganz einseitige Beratung durch die Politiker*innen in Anspruch genommen wurde, die alternative fachkundige Meinungen überhaupt zunächst nicht in Erscheinung treten ließen. Diese anderen Meinungen legten dar, dass spezifische Gruppen unbedingt geschützt werden müssen, aber nicht ein Lockdown für die gesamte Gesellschaft mit den schlimmen Folgen die einzige Möglichkeit gewesen wäre, mit der Situation umzugehen. Bei jeder wichtigen medizinischen Maßnahme wird eine zweite Meinung eingeholt, worauf hier völlig verzichtet wurde! Zynisch dabei ist, dass in fast allen beobachteten Staaten gerade die besonders schutzbedürftigen Gruppierungen keinen ausreichenden Schutz erfahren haben. Das Ganze will sagen, dass eben diese Diskussion frühzeitig nicht an der Stelle stattgefunden hat, wo sie hingehört hätte: in den öffentlichen Raum mit jenen, die Entscheidungen treffen und Meinungen und Gegenmeinungen beachten und abwägen (sollten). Und mittlerweile beginnt sogar das RKI, die eigenen Zahlen zu relativieren und statistische Fehler, auf die es schon frühzeitig von anderen aufmerksam gemacht wurde, zu korrigieren. Auf diese Weise hat sich eine sinnvolle Realangst (mit angemessener Vorsicht als Folge) für viele in nahezu neurotische Angst verwandelt.

Man kann es nicht anders als einen Notstand nennen, ohne dass dieser erklärt worden wäre, vielmehr wurde er mit dem Seuchenschutz begründet. Anstelle des Geistes der Verfassung trat der Buchstabe des Gesetzes, der von der Exekutive durchgesetzt werden sollte: Was soll eine »Kundgebung« von zwanzig Leuten, die nicht über den Kreis der Anmeldenden hinausgehen, auf durch die Polizei leergefegten Plätzen? Wenn das die »Väter des Grundgesetzes« - die Mütter nicht zu vergessen - gewusst hätten! In fast diktatorischer Weise wurde ein medizinischer Notstand behauptet, der mit dem Schutz der Reglementierten legitimiert werden sollte, die zum Teil in die Isolation geschickt wurden, um einen befürchteten Notstand der medizinischen Versorgung zu kompensieren. Eine digitale Sterbebegleitung gibt es eben nicht.

Und am Ende dieses politisch-viralen Geschehens bleibt als strahlender Sieger die »Digitalisierung« übrig und damit die freiwillige Unterwerfung unter ein Orwellsches 1984 oder eine brave new world à la Huxley: eine perfekte Kontrolle der Subjekte für den Reset der alten Strukturen der kapitalistischen Ökonomie.

Ursprünglich hatten wir das Thema unseres Kongresses aus zwei Gründen gewählt:

»Digitalisierung« war zu diesem Zeitpunkt das Thema des politischen, gesellschaftlichen Diskurses, das alle anderen Themen getoppt hat. Und das macht ja das Programm unserer Kongresse aus, als die einer Gesellschaft für politische, gesellschaftskritisch sich einbringenden Psychologie, an einem solchen Punkt zu intervenieren, an dem die Bildung des Unbewussten quasi labormäßig beobachtet werden kann.

Darüber hinaus - oder sollten wir sagen an erster Stelle - betrifft uns dieses Thema der Digitalisierung - ebenso wie die Ärzte - ganz direkt und unmittelbar, weil wir nicht nur als Citoyens in den Strudel des Diskurses hineingezogen werden, sondern uns als im Gesundheitsbereich arbeitende Bourgeois an der vordersten Front der Mobilisierung und der Durchsetzung dieses Projekts finden.

Das Thema unserer diesjährigen Jahrestagung: »Digitalisierung« - Sirenengesänge oder Schlachtruf der »Kannibalischen Weltordnung« haben wir aus zwei Gründen gewählt:

»Digitalisierung« ist gegenwärtig das Thema des politischen, gesellschaftlichen Diskurses, das alle anderen Themen toppt. Und das macht ja das Programm unserer Kongresse aus, als die einer Gesellschaft für politische, gesellschaftskritisch sich einbringende Psychologie, an einem solchen Punkt zu intervenieren, an dem die Bildung des Unbewussten quasi labormäßig beobachtet werden kann.

Darüber hinaus - oder sollten wir sagen an erster Stelle - betrifft uns dieses Thema der Digitalisierung - ebenso wie die Ärzte - ganz direkt und unmittelbar, weil wir nicht nur als Citoyens in den Strudel des Diskurses hineingezogen werden, sondern uns als im Gesundheitsbereich arbeitende Bourgeois an der vordersten Front der Mobilisierung und der Durchsetzung dieses Projekts finden.

Für die Bildung des Unbewussten - des Diskurses des Anderen - sind bei uns in allererster Linie die sogenannten Medien zuständig. Vielleicht trifft diesen Tatbestand der Begriff der »Unbewusstmachung« von Mario Erdheim am besten: Was wir erfahren, wahrnehmen, erleben, hören, wird dem Bewusstsein entzogen - weil es unerträglich ist (hatte Freud gemeint, er hat dabei von »Zensur« gesprochen).

Weil wir daraus keine Konsequenzen ziehen sollen (sagt die FAZ) - gewiss auch das ist unerträglich! Es gehe der Zensur nicht primär darum, nur Inhalte zu unterdrücken, totzuschweigen, was jeder bereits weiß, sondern darum, den letzten, viel wichtigeren Schritt zu verhindern, nämlich dass Menschen handeln; beziehungsweise zu fördern, dass ihr Handeln sich in die gewünschte Richtung bewegt.

Die FAZ, kann sich diese Offenheit leisten, denn hinter ihr steckt immer ein kluger Kopf - die Dummerchen erschreckt sie mit Erzählungen über die Zensur in China.3

»Verstecken durch Zeigen« haben Chomsky und Bourdieu die Formel dieser Methode der Unbewusstmachung genannt.

Dies ist die Arbeitsweise...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

19,99 €
inkl. 5% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen