Eden Prophecy

Thriller
 
 
Blanvalet (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2013
  • |
  • 480 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09483-6 (ISBN)
 
Eine uralte Prophezeiung erweckt das Böse im Menschen!

Der amerikanische U.N.-Botschafter erhält einen mit einem unbekannten Virus verseuchten Brief. Auf dem Umschlag findet man die Fingerabdrücke eines Genetikers - und bald darauf in Paris die grausam verstümmelte Leiche des Mannes. Kurz vor seinem Tod sandte er eine verzweifelte Bitte um Hilfe an den ehemaligen CIA-Agenten Hawker. Der setzt alles daran, die Mörder seines alten Freundes zu finden. Seine Hetzjagd führt ihn von Frankreich über Beirut bis in die erbarmungslose iranische Wüste. Dort verfolgt eine rätselhafte Sekte ihre dunklen Pläne, die der Menschheit ein neues Eden bescheren könnten - oder aber die Hölle auf Erden .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Blanvalet
  • 0,65 MB
978-3-641-09483-6 (9783641094836)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Der leidenschaftliche Pilot Graham Brown hält Abschlüsse in Aeronautik und Rechtswissenschaften. In den USA gilt er bereits als der neue Shootingstar des intelligenten Thrillers in der Tradition von Michael Crichton. Wie keinem zweiten Autor gelingt es Graham Brown verblüffende wissenschaftliche Aspekte mit rasanter Nonstop-Action zu einem unwiderstehlichen Hochspannungscocktail zu vermischen.

Prolog

Südlicher Iran, 1979

Der Wüstenwind heulte wie ein tödlich verwundetes Tier. Ahmad Bashir lauschte ihm, während er im Schatten eines hastig errichteten Zelts kauerte. Die dünnen Zeltwände schlugen im Sturm und zerrten an ihren Stangen. Der Sturm wurde schlimmer, nicht besser.

Er gab sich Mühe, nicht darauf zu achten, und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem freigelegten Grab vor ihm zu. Dort lag, beleuchtet von einer Laterne und dem bisschen Sonnenlicht, das durch die Zeltplane drang, ein teilweise ausgegrabenes Skelett auf dem Grund eines anderthalb Meter tiefen Grabens.

Nicht weit von den Füßen des Skeletts war eine Steintafel zum Vorschein gekommen, und die Hand umklammerte noch eine Röhre aus Metall. Bashir untersuchte das Metallrohr. Es schien aus Kupfer zu sein, an manchen Stellen hingen noch Reste von einer Art Leder daran. Bashir nahm an, das Rohr war früher einmal in eine Tierhaut gewickelt gewesen, deren Gewebe die Wüste im Laufe von siebentausend Jahren verschlungen hatte.

Hinter Bashir fummelte ein von der Sonne verbrannter junger Mann mit blondem Lockenhaar und langen Koteletten an einem Transistorradio herum und versuchte, den BBC-Nachrichten über den Radau des Sturms hinweg zu lauschen. Jedes Mal, wenn es ihm gelang, den Empfang geringfügig zu verbessern, schien der Wind eine Idee zuzulegen und das Gerät wieder zu übertönen.

»Komm schon«, sagte der junge Mann und drehte ein winziges Stück an dem Regler.

Bashir sah zu ihm hinüber und winkte ihn zu sich. »Leg das weg, Peter. Komm lieber hierher und sieh dir das an.«

Peter McKenzie war ein amerikanischer Anthropologe, der gerade erst sein Studium beendet hatte. Er war zusammen mit mehreren anderen in den südlichen Iran gekommen, um bei Bashirs Ausgrabung mitzuarbeiten. Die Hauptunternehmung fand dreißig Kilometer weiter östlich statt, wo sie nach Bashirs Überzeugung eine der ältesten Siedlungen im Iran gefunden hatten - älter sogar als die Stadt Ur jenseits der Grenze im Irak. Sie hatten außerdem Wegweiser zu einer Handelsstraße gefunden, die sie wiederum zu dem Grab geführt hatten, über dem sie nun standen.

Nach dessen Entdeckung hatten Bashir und McKenzie das Zelt aufgestellt, um die Grabung vor den Elementen zu schützen, doch die beiden Männer hatten nicht erwartet, selbst darunter Zuflucht suchen zu müssen. Dafür hatte ein wütender Sandsturm gesorgt, der sie seit zwei Tagen gefangen hielt. Da es sonst nichts zu tun gab, hatten sie die Ausgrabung fortgesetzt, zumindest bis die Ereignisse in Teheran McKenzie abgelenkt hatten.

»Es wird übel«, sagte der junge Mann.

»Woran merkst du das?«

»Ich kriege das eine oder andere mit«, beteuerte McKenzie. »Sie haben den Flughafen geschlossen. Flüge werden in andere Länder umgeleitet.«

Als die Demonstrationen gegen den Schah und den amerikanischen Einfluss begannen, hatten die meisten von Bashirs Amerikanern das Land verlassen, aber McKenzie war einer von zweien, die geblieben waren, eine Entscheidung, die er jetzt zu bedauern schien.

»Es heißt, der Schah ist verschwunden oder tot«, verkündete McKenzie. »Sie nehmen Geiseln.«

Seit Monaten herrschte Unruhe. Nach Jahrzehnten der Verfolgung wendete sich das Blatt. Und auch wenn Bashir fand, dass ein Wandel überfällig war, hatte er schwere Bedenken hinsichtlich der Männer, die diesen Wandel anführten.

Manche Leute erwarteten, dass sie eine Demokratie einführten, aber die meisten waren überzeugt, sie würden den Iran bei einem Sieg ins Mittelalter zurückwerfen. Bashir betete zu Allah, es möge nicht so kommen, aber das Pendel war unter dem Schah so weit in die eine Richtung ausgeschlagen, dass es zwangsläufig in die andere über das Ziel hinausschießen musste, sobald er fort war.

»Teheran ist weit weg«, sagte er. »Glaubst du wirklich, sie fahren mitten in einem Sandsturm ein paar hundert Kilometer durch die Wüste, nur um nach zwei Amerikanern zu suchen?«

McKenzie sah sich um und hörte, wie der Wind das Zelt sandstrahlte. Bashirs Logik schien ihm einzuleuchten,

»Und überhaupt«, sagte Bashir, »bist du inzwischen sehr braun. Ich stecke dich in eine Burka, damit man dein Gesicht nicht sieht, dann werden sie dich für meine Frau halten.«

»Bei dieser Vorstellung geht es mir nicht viel besser«, sagte McKenzie.

Bashir lächelte. »Was denkst du wohl, wie es sich für mich anhört?«

Der junge Amerikaner wirkte nicht weniger beunruhigt, aber schließlich schüttelte er den Kopf und fing zu lachen an. Er legte das Radio weg, ließ es aber eingeschaltet.

Er kroch zu dem Graben hinüber. »Was versetzt dich denn nun so in Aufregung hier?«

»Schau genau hin«, sagte Bashir und zeigte auf das Metallrohr. Markierungen waren darauf zu sehen, nicht aufgemalt oder gezeichnet, sondern in die Oberfläche gehämmert wie mit einem Riesenstempel.

McKenzie riss die Augen auf. »Wie die Kupferschriftrolle vom Toten Meer.«

»Genau«, sagte Bashir. »Wenn unsere Theorie stimmt, könnte dieses Ding so alt sein wie die Behausungen, die wir gefunden haben. Siebentausend Jahre. Es könnte uns unschätzbare Informationen liefern.«

Behutsam kletterte Bashir in den Graben und dann zu der Steintafel. Er fegte den Sand darauf mit einem Pinsel aus Pferdehaar fort und studierte die Symbole. Erst jetzt erkannte er, dass die Tafel gar nicht aus Stein war, sondern aus einer Art gebranntem oder in der Sonne getrocknetem Ton oder Lehm. Das Material schien extrem dicht zu sein, aber ihre Oberfläche musste immer noch sehr viel weicher sein als Stein.

Mit äußerster Vorsicht blies er in die Ritzen und legte mit zarten Pinselbewegungen die Markierungen frei.

McKenzie richtete eine Taschenlampe auf die Oberfläche.

Mithilfe der zusätzlichen Beleuchtung konnte Bashir den Typus der Schrift identifizieren.

»Was siehst du?«, fragte McKenzie.

Ein Hochgefühl durchströmte Bashir, in das sich sofort wehmütige Enttäuschung mischte.

»Elamische Bilderschrift«, sagte er. Es war eine der ältesten Schriftformen, die der Menschheit bekannt waren. Zu Bashirs Unglück war sie außerdem nicht lesbar. Sie war nie übersetzt worden.

Bashir brummte verdrießlich. Welche Geheimnisse auch immer auf der Tontafel enthalten sein mochten, es würden Geheimnisse bleiben. Er sah wieder zu der Kupferrolle und vermutete, dass die Informationen in der Hand des Toten sicher in derselben Schrift verfasst waren.

»Pech«, sagte McKenzie, der offenbar das Gleiche dachte. »Aber es ist trotzdem ein unglaublicher Fund.«

Bashir nickte, aber er hörte nicht richtig zu. Ein Zeichen in der Mitte der Tafel hatte seine Aufmerksamkeit geweckt. Ein Kreis mit vier Kerben darauf, wie eine Windrose. Innerhalb des Kreises war ein Quadrat, und in dem Quadrat befand sich ein senkrecht stehendes Rechteck.

Das Symbol unterschied sich von der elamischen Bilderschrift, sowohl was die Art der Zeichnung als auch die Tiefe anging, in der sie eingemeißelt war. Es passte zu nichts anderem auf der Tafel. Und doch hatte er es schon einmal irgendwo gesehen.

Das Geräusch eines Reißverschlusses, der aufgezogen wurde, und ein plötzlicher Windstoß lenkten ihn ab. Als er den Kopf wandte, sah er Jan Davis, den anderen Amerikaner, im Eingang stehen. Auf seinem Gesicht stand panische Angst.

»Schließ das Zelt«, sagte Bashir, da der Sturm Sand und Staub hereinblies.

»Wir müssen hier weg«, sagte Davis direkt an McKenzie gewandt, ohne Bashir zu beachten.

»Jan«, rief Bashir. »Bitte.«

»Sie kommen«, erwiderte Davis. »Sie waren bei der anderen Ausgrabung und haben nach den Amerikanern gesucht.«

McKenzie sah Bashir an.

»Als Nächstes kommen sie hierher«, fuhr Davis fort. »Männer mit Waffen in LKWs. Wir müssen fort.«

»Bist du dir sicher?«, fragte McKenzie.

»Sie haben Ebi und Fahrid beschuldigt, Verräter zu sein und sie erschossen. Der Rest ist geflohen.«

Bashir wandte sich wieder der Tafel zu, in seinem Kopf drehte sich alles, und ihm wurde schlagartig übel. Ebi und Fahrid waren Iraner wie er, von seiner Universität. Zwei seiner besten Studenten, jetzt tot durch die Hand der Revolutionäre.

»Wir müssen weg, Ahmad«, flehte McKenzie.

Bashir wusste, dass Peter recht hatte. Er wusste, er hatte unterschätzt, in welchem Ausmaß sein Land den Verstand verloren hatte.

»Horcht«, sagte Davis und stellte das Radio auf volle Lautstärke.

Durch das statische Rauschen hörten sie Fetzen der Reportage.

» . haben sie inzwischen die amerikanische Botschaft gestürmt, sie paradieren in den Straßen, verbrennen Flaggen, rufen >Tod den Amerikanern< .«

»Wir müssen los.«

Bashir nickte, er fand sich langsam damit ab. Doch als McKenzie aufstand und ein paar Sachen zusammensuchte, gingen seine Gedanken unerklärlicherweise zu der Tontafel zurück. Wo hatte er dieses Symbol schon einmal gesehen?

Jan Davis verschwand aus dem Blick. McKenzie war schon halb aus dem Zelt. »Ahmad, du musst mitkommen.«

»Mir passiert nichts.«

»Von wegen. Sie wissen, dass du mit Amerikanern gearbeitet hast. Sie werden es an dir auslassen, wenn sie uns nicht finden können.«

Bashir musste ihm recht geben, aber er wollte nicht gehen. Er spürte, sie waren nahe dran an einer wichtigen Sache, an etwas, das mehr zählte als Revolutionen, Waffen und hässliche...

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