Tatortreiniger gesucht

Die schrägsten Berufe der Welt
 
 
Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. November 2011
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1134-8 (ISBN)
 
Morgens um halb zehn in Deutschland - gähnende Langeweile quer durch Betriebe, Banken und Büros. Dem kann abgeholfen werden, denn hier sind die wirklich außergewöhnlichen Jobs: Wie wäre es mit Pornosynchronsprecher? Praktische Erfahrung wird vorausgesetzt. Oder lieber Tatortreiniger? Der Arbeitsplatz wechselt beinahe täglich. Doch ob Partytester, Perlentaucher oder Dixiklo-Fahrer - für jeden Geschmack ist garantiert was dabei!
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • 1,38 MB
978-3-8387-1134-8 (9783838711348)
3838711343 (3838711343)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Mystery Shopper (S. 196-197)

Es gibt Fragen, die will man einfach nicht hören. Bei Männern steht »Schatz, bin ich zu dick?« ganz weit oben auf der Hitliste der furchtbarsten Erkundigungsversuche – dicht gefolgt vom scheinbar unvermeidlichen: »Was denkst du gerade?« Frauen können hingegen mit »Glaubst du wirklich, dass dir das steht?« und »Soll ich für dich einparken?« vergleichsweise wenig anfangen, was die viel zitierte These widerlegt, dass es nur dumme Antworten, nicht aber dumme Fragen gäbe. Quatsch.

Im Übrigen gibt es eine Frage, die beide Geschlechter häufig gleichermaßen unangenehm finden, wobei viel davon abhängt, wann sie gestellt wird. Sie kann grauenhaft nervig und aufdringlich rüberkommen, doch manchmal sehnt man sich auch nach ihr wie ein Verdurstender nach Wasser in der Wüste. Haben Sie’s schon erraten? Nein? Die Rede ist natürlich vom unvermeidlichen: »Kann ich Ihnen helfen?«

Nehmen wir mal an, Sie kommen gerade durch die Tür einer teuer aussehenden Boutique, haben rein zufällig ein paar Scheine in der Tasche und sind in der »Ich-gönn-mir-mal-was«-Laune. Noch bevor Sie sich ein wenig umschauen können, stürzt aus dem Hintergrund der hippen Bude mit violettem Trendanstrich eine stark geschminkte Hannah-Montana-Kopie im angeblich angesagten Glitzerlook und mit grellgrün lackierten Fingernägeln auf Sie zu und quietscht ein schrilles »Kann ich Ihnen helfen?« in Richtung Ihres Solarplexus. Was löst das aus? Einen Aggressionsschub? Einen Farbenrausch? Fluchtreflexe?

Und jetzt fangen wir noch mal von vorne an: Sie betreten denselben Laden, schauen sich in aller Ruhe um, finden das richtige Kleidungsstück, versichern sich bangen Blickes, dass das mitgeführte Bargeld noch ausreicht, wenn die Kreditkarte vor Ihren Augen zerschnitten werden sollte. Jetzt wollen Sie nur eins: erfragen, ob sich das textile Objekt Ihrer shopping-gestählten Begierde auch in Ihrer Größe in den Lagerregalen des erwählten Modetempels befindet. Suchend blicken Sie sich um, spähen hinter Vorhänge, räuspern sich Pickel in die Stimmbänder und wecken mit Ihrem flehend vorgetragenen »Hallooooo – ist da jemand?« sogar die Schaufensterpuppen im benachbarten C&A … Allein: Es ist niemand da.

Niemand kümmert sich, niemand nimmt sich Ihrer an, niemand will die Frage stellen: »Kann ich Ihnen helfen?« Zugegeben – das war eine lange Hinführung zum Thema, doch wir wollten Ihnen anhand dieses simplen und so vertrauten Beispiels vor Augen führen, wie wichtig eine gute Verkäuferausbildung ist. Es kann von größter Bedeutung für unser aller Wohlergehen sein, wenn das bedienende Personal in Sachen Einfühlungsvermögen nicht mehr auf dem Stand von Jack the Ripper ist. Und um dies zu gewährleisten, wurde der Beruf des Mystery Shoppers erfunden – eine Bezeichnung, die zwar romantisch klingt und im Zeitalter von RTL-II-Frauentausch-Doku-Soaps den gemeinen Leser an Mulder und Scully gemahnen mag, in der Realität jedoch eher prosaische Züge trägt.

Mystery Shopper werden eingesetzt, um Angestellte zu testen. Sie spielen einen Kunden und wollen einen ganz bestimmten Artikel käuflich erwerben. Wenn der betreffende Verkäufer darauf vorbereitet ist – also entsprechend im Vorfeld instruiert wurde –, hat er nun die Möglichkeit, sein erworbenes Wissen, seine Fähigkeiten und sein hoffentlich vorhandenes psychologisches Gespür in einer Art Prüfungssituation auszubreiten. Anschließend wird der Mystery Shopper zu Protokoll geben, wie er das Auftreten des Getesteten fand, und der Ausbilder gibt Tipps und Tricks, was noch anders oder besser werden könnte. Das ist die einfache Version, die häufig auch in Assessment-Centern durchgespielt wird.

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