Eine Tote im Fluss

Ein Wittgenstein-Krimi
 
 
ratio-books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Juli 2019
  • |
  • 363 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96136-063-5 (ISBN)
 
Kriminalkommissar Jens Lukas kommt in Schleudern. Ausgerechnet an dem Sonntag, an dem er allein Bereitschaftsdienst schiebt, finden spielende Buben die total entstellte Leiche einer jungen Frau in der Eder. Schnell ist klar: Das war eiskalter, brutaler Mord.
In Arfeld kommt Unruhe auf. Nicht nur wegen des grauenhaften Fundes. Sondern auch, weil zwei Tage zuvor die junge Studentin Hanna nach einem Bad in der Eder spurlos verschwand.
Für die Bad Berleburger Kripo werden die Suche nach der Identität der Toten und die fieberhafte Fahndung nach dem oder den Tätern zur Kärrnerarbeit. Zumal in der Gegend auch ein Gangsterpaar sein Unwesen treibt. Haben die Fremden etwas mit dem Mord zu tun?
Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse.
  • Deutsch
  • Lohmar
  • |
  • Deutschland
  • 1,24 MB
978-3-96136-063-5 (9783961360635)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Wolfgang Breuer ist Wittgensteiner mit Leib und Seele. Und das, obwohl er schon deutlich länger im Badischen lebt als er je in seinem Geburts- und Heimatort Berghausen zubrachte. Doch es war nicht etwa das Fernweh, das den gelernten Journalisten in den deutschen Südwesten führte. Es war vielmehr sein Beruf. 1983 wechselte er das Medium und ging von der WESTFALENPOST in Bad Berleburg zum Fernsehen nach Baden-Baden.
Knapp 36 Jahre lang arbeitete Breuer beim Südwestrundfunk als Nachrichten- und Magazinreporter. Im Frühjahr 2016 begann er, in seiner Freizeit Kriminalromane zu schreiben. Und das macht der glücklich verheiratete Familienvater und Großvater neuerdings auch im Ruhestand. "Eine Tote im Fluss" ist sein sechster Wittgenstein-Krimi.
Freitag, 3. August 2018
Sonntag, 5. August 2018
Montag, 6. August 2018
Dienstag, 7. August 2018
Mittwoch, 8. August 2018

Montag, 6. August


"Guten Morgen Frau Fischer, ich hoffe, Sie hatten ein schönes Wochenende." Unausgeschlafen und geplagt von schlechten Träumen war Klaus Klaiser an diesem Morgen ins Kommissariat gekommen. Am Tag eins nach dem "Horrorfund von Arfeld", wie der 'Westfalenkurier' auf Seite 1 getitelt hatte.

"Ach danke, mein Wochenende war schön, wenn auch leider wieder viel zu heiß. Aber Ihres scheint ja noch um einiges heißer gewesen zu sein. Nach all dem, was ich an Berichten der Kollegen und in der Zeitung lese."

"Es war wirklich ein Horror", bestätigte der Kripo-Chef seiner Kriminalassistentin. "Und zwar für alle Beteiligten. Ohne Ausnahme. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie furchtbar die Leiche zugerichtet war."

"Doch", sagte sie, "kann ich. Ich habe den kompletten Bildersatz gesehen, den Herr Steiner von der KTU gesendet hat. Wirklich entsetzlich", fügte sie noch an und reichte dem Chef den Ausdruck des ersten Berichts aus der Kriminaltechnik, dem, so ging aus dem Papier hervor, ein weiterer folgen sollte.

"Das ging ja wirklich zügig, danke. Aber von dort ist ja so viel auch nicht zu erwarten. War ja fast alles entweder im Wasser oder platt getrampelt." Klaiser hörte Schritte die Treppe herauf und zu seinem Büro hin kommen. Die konnten nur zum 'Freak' gehören. Und tatsächlich kam zwei Sekunden später Sven Lukas herein.

Sein "Guten Morgen" machte auch nicht gerade den Eindruck, als komme es aus fröhlicher Brust. Doch immerhin hatte ihr Besitzer eine Tüte voller frischer Brötchen und Croissants mitgebracht.

Der Duft, den die Backwaren und frischer Kaffee entfachten, entschädigte ein wenig für die seltsame Stimmung, die wie ein feuchtwarmer Lappen über der Morgenrunde lag. Klar, dass der Mordfall Priorität im Bericht des 'Freaks' hatte. Er war heute Morgen dran mit der "Lage", die täglich von einer anderen Person vorgetragen wurde. Darüber hinaus hatten sich aber auch noch einige andere Fälle ergeben, die es zu berichten und zu bearbeiten galt.

Lukas war bereits beim Studium der Wochenendakte ins Schleudern gekommen. Denn es hatte, für Wittgensteiner Verhältnisse, exorbitant viele Vorfälle gegeben. Ein Einmietbetrug in Weidenhausen, ein erschossenes Pferd auf einer Koppel in Leimstruth, ein Tankstellenüberfall in Erndtebrück und ein versuchter Raubüberfall auf ein Ladengeschäft in der Berleburger Poststraße. Allesamt Fälle, die die Schutzpolizei an die Kripo weitergegeben hatte.

"Ja, Ihr Lieben, das werden ein paar ganz heftige Tage, die uns da bevorstehen. Schön, dass Rüdiger Mertz heute wieder zu uns gestoßen ist, quasi als so eine Art Dauerleihgabe", gab Klaus zum Besten. Applausklopfen empfing ihn.

"Außerdem werden uns die mehr oder weniger frisch gebackenen Kommissare Sam Weinrebe und Theo Schöneborn immer wieder mal unterstützen. Das habe ich gestern Abend noch mit Bernd Dickel vereinbart. Hab ihn telefonisch an seinem Urlaubsort erwischt."

Wieder veranstalteten die Beamten ein wohlwollendes Klopfkonzert auf dem großen runden Tisch im Besprechungsraum. Und die beiden Letztgenannten bekamen rote Ohren.

"Also, was haben wir?", begann Klaiser mit der Abfrage der wesentlichen Infos zu den 'Sachverhalten', wie auch die schlimmsten Verbrechen in der Amtssprache eindeutig zu nüchtern beschrieben werden.

Sven Lukas, am Tage zuvor Einsatzleiter, weil diensthabender Kripo-Mann, begann mit seinen Erklärungen. Wobei er bereits seinen Bericht des Vorabends vervielfältigt und mit Genehmigung Klaisers an die Kolleginnen und Kollegen herausgegeben hatte. Er sparte dabei nicht mit detaillierten Anmerkungen zu der Art der Verletzungen, die dem Opfer zugefügt worden waren.

"Ausgesprochen dankbar müssen wir dabei Harry Senftleben und seinem Suchtrupp sein, dass bereits gestern am späten Nachmittag der Ort gefunden wurde, an dem das Opfer mutmaßlich umgebracht wurde. Dabei zeigte sich die Vermutung unseres Rechtsmediziners als bestätigt, dass der Mord bereits Tage zurückliegt. Die einzelnen Positionen und Ortsangaben findet Ihr im Übrigen auf Seite 2 des Anhangs zu meinem Bericht."

"Wissen wir eigentlich mittlerweile mehr über die Identität des Opfers?", fragte Claudia Siegemund.

"Nein, noch nicht", schaltete sich Klaus Klaiser ein, während er auf seinen Tablet-Computer schaute. "Die werden wir vermutlich erst haben, wenn die Rechtsmedizin die DNA-Abgleiche fertig hat. Aber die liegen noch nicht vor."

"Ja, aber wir haben einen ziemlich konkreten Verdacht", führte der 'Freak' weiter aus. "Wie Ihr weiter hinten im Bericht lesen werdet, gibt es die Vermutung, dass es sich bei der Toten um Hanna Marie Klinkert, geboren am 5.8.1994, BWL-Studentin aus Arfeld, handeln könnte. Sie ist spurlos verschwunden. Aber unweit des Tatortes, in einem Wäldchen an der Eder, wurden Textilien aus ihrem Besitz gefunden.

Darüber hinaus hat sich ein Ganovenpärchen deren Personalausweis angeeignet. Das Pärchen war in dem Anwesen der Eltern, als diese aus ihrem Urlaub in Italien heimkehrten. Kollegen des Polizeireviers Laasphe haben die beiden in Amtshilfe festgenommen und an uns übergeben. Sie sitzen unten im Arrest. Der Bericht der Kollegen liegt gesondert bei."

"Wieso eigentlich 'in Amtshilfe'?", kam die Frage aus der Runde.

"Hast Du Dich mal umgeschaut, wie viel Personal wir noch auf der Wache haben?", fragte der 'Freak' dagegen. Und dann musst Du Dir mal vorstellen, was der Leichenfund gestern in Arfeld für Wellen geschlagen und an Kollegen gebunden hat. Wir mussten dankbar sein, dass uns da Hilfe angeboten wurde. Und das war darüber hinaus auch noch sehr erfolgreich."

Obwohl es noch nicht einmal acht Uhr am Morgen war, wurde es schon jetzt wieder unheimlich warm. Denn die Sonne hatte sich bereits über den Höllscheid, den Berleburger Hausberg im Osten, erhoben und feuerte ihre Strahlen gnadenlos in Richtung Polizeirevier ab. Was mancher als "Jahrhundertsommer" feierte, hatte bei Menschen wie denen im 'Bullenkloster' einen ganz anderen Namen bekommen. Nämlich 'unerträgliche Scheißhitze'.

Aber nicht nur deshalb begann Sven zu schwitzen. Sondern vor allem bei der Schilderung der Begegnung mit den Eltern der Vermissten. Und ähnlich erging es Klaus, der weiter ausführte, dass man die Klinkerts erst verlassen habe, nachdem ein Arzt nach ihnen geschaut hatte.

"Ach übrigens, Rüdiger. Habt Ihr den Wagen auf der Industriebrache gefunden? Ich habe noch keinen Bericht von Dir", monierte Klaiser.

"Doch, den müsstest Du in Deinem Mail-Account haben. Hab' ihn erst gerade abgeschickt. Das war gestern einfach zu spät. Weil wir noch Trouble mit den beiden Ganoven hatten."

"Okay", bat Klaus, "dann erzähl mal kurz."

"Tja, was gibt's da zu erzählen? Das ist kein herkömmlicher Pick-up. Ein 'fahrbares Wohnklo mit Kochnische', wenn Dir das was sagt. Ein rollendes Baubüro, allerdings mit 'nem satten Drei-Liter-Diesel", erklärte der Autokenner Mertz weiter.

"Wundert mich übrigens nicht, dass die den schneller trocken gefahren haben, als sie einem 'n paar Cent aus der Tasche ziehen konnten. Wenn das Motörchen mal so richtig losblubbert, dann kannst Du's im Tank regelrecht schlürfen hören. So schnell, wie der Karren den Sprit wegsäuft, fährt kein Tankwagen."

Gelächter der Kollegen quittierte Rüdigers Beschreibung. 'Lass' sie', dachte Klaiser. Das Thema drum herum ist schlimm genug für die Leute.

"Naja, als ich sie höflich um die Schlüssel und die Papiere für den Wagen gebeten habe, meinten sie nur, das 'alles drin' sei. Das heißt, er sagte das. Die Lady hat nur Gift und Galle gekotzt."

"Okay. Und wie weiter?", drängte der Chef nun.

"Langer Rede kurzer Sinn: der Karren war unverschlossen, der Schlüssel steckte. Und die Papiere waren im Handschuhfach. Das Fahrzeug ist zugelassen auf eine Firma "Kubisch & Partner" aus Hamm, Kennzeichen HAM-KP 3312. Das ist, wie ich recherchiert habe, ein Unternehmen, das auf Fernwasserleitungsbau spezialisiert ist. Konnte leider weder gestern, noch heute Morgen jemanden in der Firma erreichen."

"Dann können wir ja wahrscheinlich davon ausgehen, dass der VW-Amarok gestohlen wurde", mutmaßte Pattrick Born. Denn tatsächliche Vertreter der Firma hätten ja wohl nicht trocken fahren und in fremde Häuser einbrechen müssen."

"Das sehe ich genauso", pflichtete ihm...

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