Die Stadt

Roman
 
 
Heyne Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. April 2011
  • |
  • 592 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-04137-3 (ISBN)
 
Zwischen Himmel und Hölle

Nach einem Unfall ist es für Benjamin Harthman, eines der Opfer, schon zu spät: Er ist tot. Doch dann wacht Harthman wieder auf, mitten in einer seltsamen Stadt, einer Stadt voller verstorbener Menschen. Ist es das Paradies oder gar die Hölle? Benjamin Harthman macht sich auf die gefahrvolle Suche nach dem Geheimnis dieses seltsamen Ortes .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 0,51 MB
978-3-641-04137-3 (9783641041373)
3641041376 (3641041376)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, hat mit seinen Romanen die deutsche Science-Fiction-Literatur der letzten Jahre entscheidend geprägt. Spektakuläre Zukunftsvisionen verbunden mit einem atemberaubenden Thrillerplot sind zu seinem Markenzeichen geworden. Etliche seiner Romane wurden preisgekrönt und zu Bestsellern. Andreas Brandhorst hat viele Jahre in Italien gelebt und ist inzwischen in seine alte Heimat in Norddeutschland zurückgekehrt.
Der Ballon (S. 254-255)

37

Der Platz war rund und nicht so groß wie jener, auf dem der Gefangenenaustausch stattgefunden hatte. Zweistöckige Giebelhäuser umgaben ihn, mit Balkonen aus verwittertem Holz. In der Mitte des Platzes führten drei Stufen zu einer Plattform, auf der zwei schwarze Pferde standen. Benjamin ging langsam um sie herum und betrachtete sie von allen Seiten. Das linke Pferd hatte den Kopf halb gesenkt, und er glaubte fast, ein Schnauben von ihm zu hören.

Das rechte wirkte temperamentvoller und schien Anstalten zu machen, auf die Hinterläufe zu steigen. Er berührte seine Flanken und erschrak fast, als er Wärme fühlte, wie von lebendigen Körpern. Aber das schwarze Material, aus dem die beiden Pferde bestanden – wie Obsidian – nahm nur die Wärme der Sonne auf. Auch die Luft war warm; dieser Teil der Stadt blieb vom Winter verschont. »Dakota und Delight«, murmelte er und sah sich die Augen an.

Sie spiegelten den Sonnenschein wider, aber es schien noch ein anderes Licht in ihnen zu geben, ein Funkeln in der Tiefe, das darauf wartete, nach oben zu steigen. »Man könnte sie für lebendig halten, wie in einem Moment erstarrt. Man könnte glauben, dass sie sich gleich bewegen, vom Sockel springen und über den Platz galoppieren.« Wie über die Wiese. Vor dem inneren Auge sah er die beiden Pferde auf der anderen Seite des weißen Zauns, bei ihnen die junge Frau, die Muriel hieß und Townsends Tochter war. Er musste sich auf die Zehenspitzen stellen, um sie durch das Fenster mit den Gitterstäben zu sehen.

Während er sie beobachtete, stellte er sich vor, wie er Muriel tötete, so wie er auch Townsend töten würde – oder hatte er das schon getan? –, sich anschließend auf den Rücken eines der beiden schwarzen Pferde schwang und in die Freiheit ritt. »Ben?« Er blinzelte im Licht der Sonne. »Ja?« »Was ist mit dir?«, fragte Louise. »Nichts«, sagte er und versuchte, seine wild umherfliegenden Gedanken einzufangen. Woher kamen jene seltsamen Bilder? »Es ist alles in Ordnung.«

»Du hast die Namen der Pferde genannt.« Als Benjamin nicht antwortete, fügte Louise hinzu: »Du bist komisch, Ben. Erst rennst du einige Kilometer, weil du es so eilig hast, und dann stehst du hier und bestaunst die beiden Pferdestatuen.« Benjamin wandte sich mit einem Ruck von den Pferden ab. Dakota und Delight, dachte er. Ich kenne euch. Wie kommt ihr hierher? Wie kommt ihr in meinen Kopf? »Die alten Fabriken«, sagte er. »Von dort ist der Testballon gestartet.

Sie sind hier in der Nähe, hat Laurentius gesagt. Kennst du sie?« »Ich bin vor einigen Monaten dort gewesen, auf der Suche nach dem Arsenal«, erwiderte Louise und streckte den Arm aus. »Die Straße dort. In einer halben Stunde können wir da sein.« »Also los.« Stille umgab sie, als sie dem Verlauf der Straße folgten und dabei so weit wie möglich im Schatten der Häuser blieben, die während des ersten Kilometers dicht an dicht standen.

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