Ein Liebesbrief mit Folgen

 
Laura Bradford (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 26. Juni 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-183-3 (ISBN)
 
Arroganter Schnösel! denkt die junge Malerin Phoebe, als der gut aussehende Tate Williams abschätzig die Farbkleckse auf ihrem Hemd mustert. Schnell überreicht sie ihm den geheimnisvollen Liebesbrief, der aus Versehen ihr in die Hände gefallen ist. Doch auch Tate ist nicht der richtige Empfänger. Phoebe bleibt nichts anderes übrig, als die Nobelvilla unverrichteter Dinge wieder zu verlassen. Bald darauf aber führt der schicksalhafte Brief sie erneut zusammen ...
Bianca Romane | 1790
Deutsch
0,41 MB
978-3-86349-183-3 (9783863491833)
3863491831 (3863491831)

2. KAPITEL

Phoebe schaute vom Gemälde für die Dolangers auf und streckte die Hand nach der Bogenleuchte rechts von ihrer Staffelei aus. Die Sonne ging gerade unter. Mit ihr schwand das Tageslicht, das Phoebe zum Arbeiten brauchte. Aber sie konnte nicht bis zum nächsten Morgen warten, um weiterzumachen.

Nicht, wenn ihr bis zum Abgabetermin am Freitag nur etwas mehr als sechzig Stunden Zeit blieben.

Und nicht, nachdem sie sich den Großteil des Tages Gedanken über einen Brief gemacht hatte, der gar nichts mit ihr zu tun hatte.

Sie nahm einen anderen Pinsel und tauchte ihn in den kastanienbraunen Farbton. Diese Farbe hatte sie extra gemischt, um die exakte Schattierung von Cara Dolangers Haar wiederzugeben. Mit ruhiger Hand wandte Phoebe sich wieder der Leinwand zu. Cara Dolanger hatte es ihr nicht gerade leicht gemacht, sie zu verewigen.

Aber dieser Job war ein echter Coup. Den Auftrag hatte sie nach einer kleinen Ausstellung ihrer Werke im Zentrum von Cedarville erhalten. Von Anfang an hatte Phoebe die Vorstellung begeistert, ein Bild der ältesten Familie der Stadt zu malen. So ein Auftrag konnte allein durch die Mundpropaganda Berge versetzen. Als Shane Dolanger ihr dann verraten hatte, wie viel er zahlen wollte, war sie beinahe in Ohnmacht gefallen. Sich im nächsten Jahr keine Sorgen um das Geld für Miete und Essen machen zu müssen war beinahe unvorstellbar. Genau wie die Erkenntnis, dass sie ihren Zweitjob nicht mehr lange brauchen würde - sie könnte endlich so über die Runden kommen.

Wie ein Traum war ihr das erschienen. Aber die Wirklichkeit hatte sie eingeholt, als sie von der kurzen Frist für ihre Arbeit erfahren hatte.

Drei Wochen.

Und die waren in drei Tagen vorbei.

Ein Abgabetermin, den sie auf keinen Fall verpassen durfte. Schon allein wegen der Party, die am selben Abend bei den Dolangers stattfinden sollte. Bei der ihr Gemälde bereits über dem Kaminsims hängen sollte.

Zum Glück war Phoebe ein echtes Arbeitstier. Sie war bereit, alles zu tun, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Verzicht auf Mahlzeiten und Schlaf eingeschlossen.

Unglücklicherweise hatte sie nicht damit gerechnet, dass ein vierzig Jahre alter Brief in ihrem Briefkasten landen würde. Und ganz gewiss hatte sie nicht damit gerechnet, Tate Williams über den Weg zu laufen.

Tate.

Seit sie das Haus im Starry Night Drive verlassen hatte, kehrten ihre Gedanken immer wieder zu dem Mann zurück. Er hatte etwas an sich. Es kam ihr vor, als könnte er nur mit einer einzigen Umarmung alle Probleme der Welt verschwinden lassen.

Und sein Haar? Das war wie gemacht dafür, die Finger darin zu vergraben.

Phoebe schüttelte den Kopf, um diese verrückten Gedanken zu vertreiben. Stattdessen zwang sie sich dazu, sich wieder auf die Leinwand zu konzentrieren. Es hatte keinen Zweck, von jemandem zu träumen, der so anders war als sie. So etwas konnte nie funktionieren.

Niemals. Diese Lektion hatte sie gelernt.

Sie warf einen Blick auf Kayla, die zufrieden an einem roten Baustein kaute. Doug hatte damals angeboten, ihr ein sorgloses Leben zu finanzieren. Dass er sich so von seiner Verantwortung als Vater loskaufen wollte, hatte sie unsagbar verletzt. Auch wenn es in gewisser Hinsicht befreiend gewesen war. Denn in diesem Augenblick war ihr klar geworden, dass sie und Kayla ihn nicht brauchten.

Ihre eigene Kindheit hatte sie schließlich auch genossen - dank ihrer Großmutter. Sie hatte Phoebe über alles geliebt und fest an sie geglaubt. Klar, sie waren immer knapp bei Kasse gewesen. Aber die Liebe in ihrem Zuhause hatte das mehr als wettgemacht.

Wenn Phoebe Dougs Angebot angenommen hätte, wäre sie in der Lage gewesen, Kayla alles zu geben. Als der Alltag sie einholte, fragte sich Phoebe immer wieder, ob sie ihrer Tochter einen schlechten Dienst erwiesen hatte.

Hatte sie bei ihrer Entscheidung wirklich nur daran gedacht, was das Beste für Kayla war? Hatte sie dabei nur den Wunsch im Sinn gehabt, ihrer Tochter zu zeigen, dass Träume und eine Vision sehr viel mehr bewirken konnten als Geld und Macht? Oder hatte sie nur instinktiv aus Wut und Hochmut so gehandelt?

Das war eine Frage, mit der Phoebe ständig zu kämpfen hatte. Denn so sehr sie sich wünschte, Doug zu vergessen: Sie schaffte es einfach nicht.

In ihren Gedanken war er immer da. Um ihr Selbstvertrauen zu untergraben und sie an sich und ihrem Talent zweifeln zu lassen. Wenn sie Kayla zu den Haskells brachte, damit sie arbeiten konnte. Aber sie sah ihn auch, wenn sie Kaylas rundes Kinn und ihre perfekt geformten Ohren betrachtete. Und das machte es Phoebe unmöglich, ihn zu hassen.

Ohne Doug gäbe es keine Kayla. Und ihre Tochter war das alles wert.

Ein lautes Klopfen an der Tür riss Phoebe aus ihren Erinnerungen und brachte sie wieder in die Gegenwart zurück.

Sie stellte den Pinsel in einen Becher mit Lösungsmittel, ehe sie die Hände an einem farbverschmierten Lappen abwischte und Kayla hochhob. Zusammen gingen sie die Holztreppe hinunter und zur Haustür. In der Dämmerung hatte sich das Verandalicht eingeschaltet und beleuchtete nun die zwei Nachbarn, die geklopft hatten.

Gertrude Applewhite und Tom Borden spähten durch die Glasscheibe der Tür. Es fiel Phoebe schwer, nicht zu stöhnen. Klar, sie mochte ihre Nachbarn. Aber der Abgabetermin ließ ihr wenig Zeit für Schwätzchen, Klatsch und Tratsch.

"Hi, Mrs Applewhite, Mr Borden. Was führt Sie zu mir?"

"Wir haben ein Problem, Phoebe. Und zwar ein großes." Tom schob seine Gehhilfe zur Tür herein.

Panik ließ Phoebes Magen zusammenkrampfen, als sie von Mrs Applewhites bleichem Gesicht zu Mr Bordens besorgter Miene schaute. "Was ist los? Ist Miss Weatherby gestorben?"

Eunice Weatherby lebte zwei Häuser weiter. Geistig war sie zwar rüstig, aber körperlich litt die Hundertjährige an einer ganzen Reihe von Gebrechen.

Mrs Applewhite rang die Hände, während sie in Phoebes Wohnzimmer ging. "Eunice geht's gut."

Phoebe holte tief Luft, um sich zu beruhigen. Neben Mr Borden nahm sie auf dem Sofa Platz. "Was ist dann los?"

"Es geht um den Stadtrat. Die Stadt will sich die Grünfläche in unserem Viertel unter den Nagel reißen", erklärte Mr Borden und fuhr sich mit der Hand durchs kurze graue Haar.

Mrs Applewhite gab einen zustimmenden Laut von sich. "Und warum? Weil sie behaupten, dass wir uns nicht darum kümmern. Als ob die Osterglocken, die ich jedes Jahr pflanze, nicht gut genug sind. Was wollen die denn noch?"

Phoebe wartete geduldig, bis Mrs Applewhite fertig war. "Was haben sie überhaupt damit vor?", fragte sie schließlich und sah dabei Mr Borden an.

"Etwas ganz anderes. Etwas Einzigartiges. Das gehört zu dieser 'Cedarville soll schöner werden'-Kampagne, über die alle reden. Aber unsere Grünfläche so aufzumöbeln, wie die sich das vorstellen, das kostet Geld. Geld, das wir schon lange nicht mehr haben."

"Was passiert, wenn wir das nicht tun?"

Mrs Applewhite verschränkte die Arme vor dem Bauch. "Wenn wir das nicht machen, nimmt die Stadt das in die Hand."

"Und was wäre daran so schlimm? Dann würden die eben für ihre Einzigartigkeit selbst bezahlen."

Mr Borden spielte an der obersten Stange seiner Gehhilfe herum. "Die Grünfläche hat bereits zu unserem Viertel gehört, als ich so alt war wie Kayla. Ich weiß, das bedeutet den Leuten heutzutage nicht viel. Aber mir schon. Ich bin nicht dumm, Phoebe. Ich weiß, dass es nur ein leeres Grundstück mit hübschen Blumen ist. Mir ist klar, dass es nicht so viel zu bieten hat wie ein richtiger Park. Doch wann immer wir den Platz nutzen, ist er voller Leben. Das war schon immer so."

Plötzlich ergab alles einen Sinn. Es ging hier um die Tradition.

Phoebe streckte die Hand aus und berührte die kalte, faltige Hand des alten Mannes. "Wir überlegen uns etwas. Wir finden bestimmt einen Weg, den Platz einzigartig zu gestalten."

Mr Borden nickte mit feuchten Augen. "Ich weiß nicht, wie wir an so viel Geld kommen sollen. Und du kommst doch selbst gerade mal so über die Runden, Phoebe."

"Wir finden eine Lösung. Wenn ich dieses Porträt rechtzeitig fertigstelle, bediene ich Freitagabend auf einer Riesenfeier. Bei dieser speziellen Party mache ich mit, weil die Bezahlung besser ist als sonst. Außerdem kann ich so Mäuschen spielen, wenn die Gäste mein Bild sehen. Dieses Geld können wir jedenfalls einsetzen."

"Was diese Leute sich unter 'einzigartig' vorstellen, wird wohl das Geld von mehr als einem Auftrag verschlingen", gab Mrs Applewhite traurig zu bedenken.

Mr Borden stand auf und forderte Mrs Applewhite mit einer Geste auf, ihm zu folgen. "Wir haben genug von Phoebes Zeit in Anspruch genommen. Lass uns gehen, Gertrude." Zu Phoebe sagte er: "Das ist ein wirklich liebes Angebot. Vielen Dank."

"Wenn wir vielleicht noch einen Kuchenbasar veranstalten .", murmelte Mrs Applewhite.

Phoebe folgte ihren Nachbarn den Flur hinunter. Die Bemerkung der alten Dame leuchtete ihr ein. "Das könnte funktionieren. Ein bisschen hier und ein bisschen da. Insgesamt könnte das eine ordentliche Summe ergeben. Wenn ich den Freitag erst mal hinter mich...

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