Tödliches Idyll (Krimi)

Ein Fall für Constable Evans
 
 
booksnacks (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 2. August 2018
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96087-461-4 (ISBN)
 

Spannung von der New York Times Bestseller-Autorin! Liebenswert und mörderisch - Agatha Christie auf Walisisch!

Ruhe und Beschaulichkeit sind alles, was sich Constable Evan Evans wünscht, als er sich in das kleine walisische Dorf Llanfair versetzen lässt. Das schlimmste Verbrechen, das dort jemals begangen wurde: der Raub eines Apfelkuchens. Doch dann verunglücken zwei Touristen in den malerischen Bergen tödlich. Während alle an einen Unfall glauben, ist sich Constable Evans sicher, dass die beiden ermordet wurden. Nur von wem? Milchmann-Evans, Tankwart-Roberts und Mrs Powell-Jones haben es manchmal faustdick hinter den Ohren. Genau wie Betsy, die im Pub Red Dragon arbeitet und dem Constableschöne Augen macht. Obwohl Evan nicht glauben möchte, dass jemand von den liebenswert-kauzigen Bewohnern Llanfairs der Mörder ist, nimmt er seine Ermittlungen auf ...

Erste Leserstimmen "eine klare Leseempfehlung für alle Fans von Elizabeth George" "Das malerische Dorf birgt neben unverwechselbaren Charakteren auch so manches Mysterium ..." "Walisische Geheimnisse vom Feinsten!" "ich konnte mit dem Lesen nicht mehr aufhören" "Mehr von Constable Evans, bitte!"

Über die Autorin Rhys Bowen wuchs in England auf, lebt und arbeitet in San Francisco. Zunächst schrieb sie Kinderbücher, doch auf einer Reise in ihre malerische walisische Heimat fand sie die Inspiration für ihre Constable-Evans-Krimis. Diese Kriminalgeschichten sind mittlerweile Kult und wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,64 MB
978-3-96087-461-4 (9783960874614)

PROLOG


Der Bus kam ächzend die Straße von der Küste herauf und stieß eine Wolke Dieselqualm aus, ehe er kurz vor dem kleinen Dorf anhielt.

»Llanfair!«, rief der Fahrer und drehte sich zu einem jungen Mann um, der hinter ihm saß und einen Rucksack umklammert hielt.

»Das ist es?«, fragte Tommy zweifelnd, während er durch die Windschutzscheibe auf eine Reihe schiefergedeckte Cottages spähte.

»Näher dran kann ich nicht halten«, erklärte der Fahrer in singendem walisischem Tonfall. »Fragen Sie im Dorf. Man wird es Ihnen von dort aus erklären.«

Tommy stieg aus und hievte den Rucksack auf die Schultern. Aufheulend fuhr der Bus davon, eine dunkle Qualmspur hinter sich herziehend. Der junge Mann blieb einen Moment stehen und nahm den ungewohnten Anblick in sich auf: Sauber aufgereihte Cottages, einige davon weiß verputzt, die meisten jedoch graue Steinhäuser. Wahrscheinlich, vermutete Tommy, waren sie aus dem Schiefer des Steinbruchs gebaut, den er weiter unten an der Passstraße gesehen hatte. Dicht gedrängt schmiegten sich die kleinen Häuser an die steilen Hänge, die von parallellaufenden, glitzernden Wasserbändern durchzogen waren.

Hoch oben konnte Tommy weiße Punkte erkennen. Das waren bestimmt Schafe und die zwei dunklen Flecken, die um sie herumsprangen, Hütehunde. Hingerissen beobachtete er, wie die weißen Punkte zu einem großen Klecks verschmolzen, der sich langsam in Bewegung setzte. Jetzt, wo der Bus weg war, konnte er ihr entferntes Blöken hören, das der Wind zu ihm heruntertrug.

Wie friedlich es hier war - überhaupt nicht so, wie er es in Erinnerung hatte. Es war nichts zu hören außer dem Wind, der durch die Gräser strich, und dem Gluckern des Wassers, das unter der gewölbten Steinbrücke hindurchfloss. Alles war sauber wie nach einem Frühjahrsputz. Und es roch so frisch: grün und feucht. Tommy war froh, dass er sich schließlich doch entschieden hatte, herzukommen, denn er brauchte Abstand zum Lärm und zur Hektik der Stadt, und er wollte endlich einen Schlussstrich unter diese ganze traurige Geschichte ziehen. Er war erleichtert darüber, dass er nicht der Einzige war, der sich schuldig fühlte für das, was vor so vielen Jahren geschehen war - auch wenn man eigentlich niemanden dafür verantwortlich machen konnte. Nachdenklich schaute er zu den fernen Gipfeln hinauf, die sich scharf gegen einen klaren, blauen Himmel abzeichneten. Wie anders es doch damals gewesen war: die beißende Kälte, keine zehn Meter Sicht, der Wind, der ihnen den Atem verschlagen hatte, und der eisige Regen, der so tückisch in Schnee übergegangen war .

Er schulterte den Rucksack noch etwas höher. Es würde guttun, den alten Stew wiederzusehen und vielleicht auch Jimmy. Einer von den beiden musste ihm diese Karte geschrieben haben, denn sie konnte nur von einem von Dannys engsten Freunden aus ihrer kleinen Clique von Stube 19 stammen.

Tommy überquerte gerade die Brücke, als er bemerkte, dass jemand regungslos wie eine Statue im Schatten einer Bergesche auf dem Brückengeländer saß. Im Näherkommen erkannte er die Uniform des Briefträgers und registrierte belustigt, dass dieser in die Lektüre der Post vertieft war.

»Entschuldigen Sie«, sagte er, »bin ich hier richtig zum Everest Inn

Der Briefträger sah auf und starrte ihn so geistesabwesend an als sei er ein Marsmensch.

»Everest Inn?«, wiederholte Tommy und fragte sich, ob der Angesprochene überhaupt Englisch verstand.

Hastig raffte der Mann die Briefe zusammen, stopfte sie in seine Tasche und lief mit großen Schritten davon.

Tommy zuckte mit den Schultern und ging langsam die Dorfstraße hinauf. Keine Menschenseele war zu sehen. Sogar der Pub schien geschlossen zu sein. Wahrscheinlich hielten sie sich in diesem gottvergessenen Winkel von Wales noch immer an die strengen Alkoholgesetze. Er erinnerte sich daran, wie unfreundlich sie damals gewesen waren, wie sie gelangweilt aufgeschaut hatten und ins Walisische verfallen waren, sobald er und seine Freunde die Bar betreten hatten.

Dem Pub gegenüber lag eine kleine Ladenzeile. Direkt neben dem Milchladen von R. Evans befand sich die Metzgerei G. Evans. Lediglich der Gemischtwarenladen von T. Harris störte das Evans-Monopol. Tommy sah, dass sich hinter der Theke der Metzgerei jemand bewegte, also stieß er die Ladentür auf und trat ein.

»Bore da, guten Tag«, begrüßte ihn ein großgewachsener, rotwangiger Mann mit schmutziger Schürze auf Walisisch.

»Hallo«, antwortete Tommy mit seinem fröhlichen Cockney- Akzent. »Schöner Tag, nicht wahr? Ich suche das Everest Inn

Das Gesicht des Mannes wurde augenblicklich abweisend.

»Das Everest Inn

»Ja. Man hat mir gesagt, es sei hier.«

»Sie können es gar nicht verfehlen«, sagte der Metzger und fügte murmelnd hinzu: »Verflucht hässliches Monstrum!«

»Was ist denn damit?«

»Kein Mensch hat gewollt, dass es hier gebaut wird. Zieht jede Menge Fremde an und zu viel Verkehr.«

Tommy lächelte. Seit er aus dem Bus gestiegen war, hatte er kein einziges Auto gesehen. Der Mann war nach hinten gegangen und hatte ein halbes Lamm geholt, das er jetzt auf der Marmorplatte mit einem mörderisch aussehenden Hackbeil in rhythmischen Schlägen zerteilte.

»Wie komme ich denn da nun hin?«, fragte Tommy vorsichtig.

Der Mann schaute nicht auf und hackte weiter. »Gehen Sie durchs Dorf, an den Kapellen vorbei und den Hügel hoch. Sie können's nicht verfehlen.«

»Danke. Und tschüs«, sagte Tommy und hob die Hand zu einem freundlichen Winken. Als er aus der Tür in die warme Frühlingssonne trat, war gerade ein Milchwagen vorgefahren, und ein langer, dünner Mann mit einer Kappe auf dem Kopf kam die Stufen hoch. Er nickte kurz in Tommys Richtung, rief dann dem Metzger etwas auf Walisisch zu und lachte laut. Tommy drehte sich um und konnte gerade noch sehen, wie der Metzger das Hackbeil drohend in die Richtung des Milchmanns schwang und ihm etwas nachschrie, das nach einem Schwall walisischer Beleidigungen klang. Die Worte wurden von den nahen Bergwänden als Echo zurückgeworfen.

»Reg dich wieder ab, Fleischer-Evans!«, rief der Milchmann, immer noch lachend. »Ich hab doch nur einen Witz gemacht. Du nimmst einfach alles viel zu ernst.«

»Ach ja? Nun, besonders komisch finde ich deine Witze nicht, Milchmann-Evans!«, brüllte der Metzger zurück. »Und glaub bloß nicht, du könntest mich beleidigen. Du stammst aus einem ganz untergeordneten Familienzweig.«

»Untergeordnet? Welchem denn, wenn ich fragen darf?«

»Kannst du vielleicht deine Vorfahren bis zum Großen Llewellyn zurückverfolgen? Du bist mit diesem Schwachkopf aus dem Postamt verwandt, so sieht es doch aus!«

Der Rest der Auseinandersetzung verlor sich, während Tommy die Straße hinaufging. Er für seinen Teil würde es niemals gewagt haben, Beleidigungen mit einem Mann auszutauschen, der eine Lammhälfte zerkleinerte, als würde er Butter schneiden.

Die Straße war noch immer wie ausgestorben. Das Schild vom Pub Red Dragon schaukelte sanft im Wind. Als er an der Schule vorbeikam, hörte er Kinderstimmen und sah etwa zwanzig kleine Kinder in Schuluniformen im Kreis um eine schlanke junge Frau herumspringen. Sie trug einen langen Rock, eine weiße Bluse und eine bestickte Trachtenweste. Ein weizenblonder, geflochtener Zopf hing ihr auf den Rücken, und sie sah aus, als sei sie geradewegs einem Mittelalterliebesroman mit König Artus entsprungen. Tommy blieb stehen und sah zu, wie sie den Rhythmus klatschte und die Kinder hüpften und sangen. Er versuchte, den Text zu verstehen, doch dann begriff er, dass sie Walisisch sangen. Das war das Mühsame an Wales - man meinte, man sei in keinem fremden Land, aber genau das war man.

Der Rucksack lastete schwer auf seinen Schultern, und vom Pass her blies der Wind nun heftiger herunter. Die Straße machte einen Knick, und da konnte er die beeindruckende Silhouette des Everest Inn sehen, die am höchsten Punkt des Passes die grüngeschwungene Hügelkette unterbrach. Im Näherkommen erkannte er, dass das Gebäude im Stil eines etwas überdimensionierten Schweizer Chalets gebaut war, mit geraniengeschmückten Balkonen und zahllosen Verzierungen im Zuckerbäckerstil. Kein Wunder, dass die Einheimischen es nicht mochten - es war ein verflucht hässliches Monstrum. Die letzten beiden Gebäude des Dorfs waren Methodistenkapellen, wie sie in diesem Teil der Welt üblich waren: zwei graue Schieferbauten mit bescheidenen Turmspitzen. Vor beiden standen Kästen für Aushänge. Im einen stand: »Bethel-Kapelle. Sonntagsschule um 10 Uhr, Andacht um 18 Uhr (Gottesdienst in Englisch).« Der andere informierte auf Walisisch:

»Beulah-Kapelle. Sonntagsandacht 10 Uhr und 18 Uhr. Gottesdienst in Englisch und Walisisch« - die englische...

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