Deutsche Kolonien in Afrika

Afrikaner unter deutscher Flagge
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. März 2021
  • |
  • 396 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7534-3256-4 (ISBN)
 
Geschichte der deutschen Kolonien in Afrika.
Geographie, Bevölkerung, Alltag, deutsche Kolonialpolitik, Entwicklung staatlicher Strukturen,
wirtschaftspolitische Aspekte, Imperialismus, Rassismus
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,73 MB
978-3-7534-3256-4 (9783753432564)
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Jahrgang 1944, verheiratet, 6 Kinder, Jurist und Ägyptologe. Ehrenprofessor der Finanzakademie von Irpin in der Ukraine.
Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen über Ägypten und altägyptische Rechtsgeschichte, die Bibel,
die koptische Kirche, Kolonialismus
sowie Steuer- und Insolvenzrecht.
Der Regierungsdirektor a.D. arbeitet als Rechtsanwalt, vornehmlich in den Bereichen Steuer- Insolvenz- und Asylrecht und ist Treuhänder zahlreicher gemeinnütziger Stiftungen.

A. Allgemeines

Afrikanische Länder unter deutscher Flagge oder nach einer heute durch den Gebrauch des N- Wortes als rassistisch gebrandmarkten Bezeichnung des früheren Gouverneurs von Deutsch- Ostafrika von Rechenberg Negerländer unter deutschen Flagge, waren die Kolonien Deutsch-Ostafrika, Südwest, Togo und Kamerun.

I. Rassismus, Kolonialismus und die Black Lives Matter Bewegung

Die Themen Rasse und Rassismus sind im Zusammenhang mit Kolonialpolitik und der Black Lives Matter Bewegung momentan zentrale Themen in der öffentlichen Diskussion1). Die Herkunft des Wortes Rasse ist nicht eindeutig geklärt. Erklärungsversuche weisen auf die lateinischen Substantive radix, Wurzel und auf generatio, Generation und Zeugungsfähigkeit hin. Der Terminus Rasse stammt ursprünglich aus der Tierzucht und wurde danach in der Biolgie auch zur Klassifizierung von Organismen verwendet.

Der Begriff Rasse findet sich heute nicht nur im Grundgesetz, sondern auch in völkerrechtlichen Abkommen wie in der Erklärung der Menschenrechte von 1948, in der Europäischen Menschenrechtskonvention von 1950 und in der EU-Grundrechtscharta von 2009.

Nachdem die französische Regierung den Begriff Rasse im Jahre 1998 ersatzlos aus ihrer Verfassung gestrichen hatte, forderte die Partei Die Grünen nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd und dem weltweiten Erstarken der Black-Lives Matter Bewegung mit einer Änderung des Art.3 des Grundgesetzes ein Gleiches für die deutsche Verfassung. Diese Forderung griff nunmehr auch die Bundesregierung auf, indem sie bekräftigte: Das Grundgesetz muss vor Rassismus schützen, ohne dabei von Rasse zu sprechen. Nach einem ersten Entwurf soll der Artikel 3 des Grundgesetzes folgenden Wortlaut erhalten:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung,seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft,seines Glaubens,seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder rassistisch benachteiligt oder bevorzugt werden.

Geblieben ist der Schutz vor rassistischer Benachteiligung, der zum Hauptanliegen der Black-Lives-Matter Bewegung geworden ist. Die Black-Lives Matter Bewegung (englisch für Schwarze Leben zählen) ist eine internationale Bewegung gegen Rassismus, die innerhalb der afroamerikanischen Gemeinschaft in den USA entstanden ist und sich gegen Gewalt gegen Schwarze bzw. People of Color einsetzt. Black Lives Matter organisiert regelmäßig Proteste gegen die Tötung Schwarzer durch Polizeibeamte sowie wie bei anderen rassistischen Problemen wie Racial Profiling und Polizeigewalt.

Die Bewegung begann 2013 mit der Benutzung des Hashtags Black Lives Matter in den sozialen Medien nach dem Freispruch von George Zimmermann nach dem Todesfall des afroamerikanischen Teenagers Trayvon Martin. Sie erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt am 25. Mai 2020, nachdem der Afroamerikaner George Floyd im Verlauf einer gewaltsamen Festnahme in Minneapolis getötet worden war. Danach begannen ausgedehnte Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus in zahlreichen Städten in den USA. Diese weiteten sich weltweit aus nach Australien, Asien und Europa. In Wien kamen trotz Corona am 4. Juni ca. 50.000 Menschen zur Demonstration Black Lives Matter Vienna gegen Rassismus und Polizeigewalt. Am 6. Juni 2020 demonstrierten nach Polizeiangaben ca. 15.000 Menschen in Berlin und bis zu 25.000 in Menschen gegen Rasismus trotz Corona.

In Großbritannien kam es am 7. Juni zu Großdemonstrationen. Dabei sürzten Demonstranten in Bristol die Bronzestatue des Politikers und Sklavenhändlers Edward Colston (1636-1721) vom Sockel ins Hafenbecken. In Richmond im US Bundesstaat Virginia stürzten Demonstranten ein Standbild des Seefahrers und Entdeckers Amerikas Christoph Kolumbus. In Antwerpen veranlasste die Stadtverwaltung am 9. Juni die Entfernung einer Statue Leopolds II. (1835-1909), der für die grausame belgische Herrschaft im Kongo Freistaat verantwortlich gemacht wird. In Hamburg beschmierten Unbannte das Bismarck Denkmal im Stadtteil Altona mit roter Farbe.

Statt weitere Statuen vom Sockel zu stoßen, sollte man sich kritisch mit Personen und rassistischen Meinungen auseinandersetzen. Dies gilt auch für die Person Kants, dem berühmtesten Philosophen der Aufklärung, dem vielfach Rassismus vorgworfen wird.

1. Die Ursprünge des Rassismus, Aufklärung, Kant und Hegel


Die Black Lives Matter Bewegung führt auch zu den Ursprüngen von Rassismus, die sich bis zur Aufklärung und deren Vertreter, die Philosophen Immanuel Kant sowie Hegel als Philosophen der Aufklärung zurückverfolgen lassen 2). Kant hat nicht nur Rassen definiert, sondern auch eine Hierarchie von Rassen aufgestellt. Diese Thesen hat er jedoch im Laufe seines weiteren philosophischen Wirkens, bei dem im Zuge eines universalistischen und kosmopolitischen Denkens, welches jedem Menschen die gleiche Menschenwürde zumisst, aufgegeben. Seine Rassentheorie hat Kant in einem Aufsatz: Von den verschiedenen Rassen der Menschen in Kants gesammelte Schriften Bd. II S. 429-443 niedergelegt. Diese Theorie vertrat er vor allem auch in seiner Vorlesung zur Physischen Geographie. Nach Kant gehören Weiße und Schwarze zwar zu ein und derselben Naturgattung Mensch, wobei er die Gattung als die Tatsache der Zeugung von Nachkommen ansah. Schwarze und Weiße waren für Kant nicht verschiedene Arten von Menschen, jedoch verschiedene Rassen. Insgesamt teilte Kant die Menschheit in vier verschiedene Rassen ein, von denen er alle weiteren ableitete:

  • die Rasse der Weißen,
  • die Negerrasse
  • die hunnische Rasse
  • die hindistanische Rasse.

Zur ersten Rasse der Weißen zählte Kant neben den Europäern die Mauren, den türkisch- tartarischen Volksstamm und die Perser. Zur zweiten Rasse gehören die afrikanische Negerrasse, zur dritten die Reiterstämme östlich des Uralgebirges und zur vierten Rasse die Völker Indiens. Von diesen Rassen leitete Kant alle weiteren Volksstämme ab, z.B. die Amerikaner (Ureinwohner, Indianer) wegen der Ähnlichkeit in der Hautfarbe und dem bartlosen Kinn als eine noch nicht völlig eingeartete hunnische Rasse.

Kant ging dabei davon aus, dass alle Spielarten der Menschen im Menschen selbst schon vorhanden sein müssen. Sie würden dann durch ihre jeweilige Umgebung und Umwelt gleichsam hervorgebracht. Insoweit ist nach Ansicht Kants der Mensch schon für alle Bedingungen des Lebens geschaffen. Sonne und Luft seien die Ursache der Verschiedenheit der Menschen. Darüber hinaus sah Kant einen Zusammenhang zwischen körperlichen Eigenschaften und Charaktereigenschaften. Für Kant ist der Neger, welcher in feuchter Hitze beheimatet ist, einerseits stark, fleischig und gelenk, andererseits aber auch faul, weichlich und tändelnd. Diese angeborenen negativen Charaktereigenschaften können nach Kant nur durch Zwang gemäßigt werden.

Für die Entwicklung des Menschen ist für Kant vor allem die Lokalmodifikation entscheidend. Darunter versteht Kant die Anpassung der Menschen an den jeweiligen Boden, d.h. an seine Umgebung. Kant glaubt, dass es eine Stammgattung der Menschen gegeben habe, die verschollen oder noch nicht entdeckt sei. Den Ursprung dieses Menschen vermutet er im Norden, wo die Umgebung infolge einer glücklichen Mischung von Kälte und Hitze für die Entwicklung der Menschenrasse am günstigsten sei. Diesem Ideal kommt nach Kant der Nordeuropäer, zu dem er den Deutschen zählt am nächsten. Ausgehend von dieser Feststellung stellt Kant eine Stammgattungstabelle auf aus wertvollen, weniger wertvollen bis zu minderwertigen Menschenrassen.

Die Einwohner des gemäßigten Erdstriches, also die Europäer sind nach Ansicht Kants schöner an Körper, arbeitsamer, scherzhafter, gemäßigter in ihren Leidenschaften, verständiger als irgendeine andere Gattung der Menschen in der Welt. Die Menschheit gibt es nach Kant in ihrer größten Vollkommenheit in der Rasse der Weißen. Die gelben Indianer haben ein geringes Talent. Die Neger sind weit tiefer und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. Kant, der zeitlebens seine Heimatstadt Königsberg niemals verlassen hat, wird deshalb in seinem Leben niemals auf einen Afrikaner getroffen sein. Er kannte die unterschiedlichen, von ihm beschriebenen Rassen nur aus der damals in Preußen zugänglichen Literatur. Kants Schüler Friedrich Wilhelm Hegel kam zu ähnlichen Schlussfolgerungen. So schrieb Hegel:

Der Neger stellt einen Naturmenschen in seiner wilden und ungezähmten Natur dar. Wenn man ihn richtig verstehen und behandeln will, muss man allen Respekt vor Menschen, sowie Moralität und Gefühle beiseitelegen. Es ist nichts an das Menschliche anklingende in diesem Charakter zu...

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