Gentlemen's Club

Erotischer Roman
 
Primula Bond (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 22. Juli 2011 | 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1220-8 (ISBN)
 
Suki lässt sich als Hausdame eines exklusiven Herrenclubs in London anstellen. Sir Simeon hat den Club für betuchte Gäste gegründet, die sich auf klassische Art entspannen möchten. In diesem Buch erzählt Suki ihre unglaublichen Erlebnisse.
Allgemeine Reihe
1. Aufl. 2011.
Sandra Green
Deutsch
Breite: 125 mm
0,35 MB
978-3-8387-1220-8 (9783838712208)
383871220X (383871220X)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Zweites Kapitel

»Woher willst du wissen, dass du das kannst?«

Chrissie hatte schon gestern Abend geschnauft, als ich ihr die offenen Stellen vorgelesen hatte, zusammen mit den Anzeigen für Billigflüge in die ganze Welt, wofür ich sparen wollte. »Das hört sich wie ein Altersheim an.«

»Entweder das oder ein Massagesalon.« Im nächsten Moment bereute ich, es ihr überhaupt erzählt zu haben.

»Kann sein. Schließlich ist es in der Nähe von Shepherd Market, und dort trieben sich früher die Huren herum. Vielleicht auch heute noch. Aber der Name Gentlemen's Club kann auch auf einen Kochclub für Herren schließen lassen. Dabei kannst du gar nicht kochen, Suki. Du kannst auch nicht tippen, und du bist fast aus jedem Job geflogen. Im vergangenen Jahr hast du auf der faulen Haut gelegen und dich von irgendeinem reichen Prinzen ...«

Er war nicht wirklich ein Prinz, aber wir haben ihn alle so genannt, weil er aussah wie einer und sich auch wie einer benommen hat. »Und ich habe nicht auf der faulen Haut gelegen. Ich habe geholfen, seine Pferde zu trainieren.«

»Ja, und ich bin die Königin von Saba.« Chrissies Zunge war gefürchtet. »Ich schätze, für dich war das ein Karrieresprung, nachdem du in Rio de Janeiro als Model für Turnschuhe engagiert worden bist.«

»Und für Badeanzüge!«, protestierte ich. »Sie haben nicht nur meine Füße fotografiert, aber ich wollte nicht, dass sie mein Gesicht aufnahmen.«

»Warum nicht? Es ist gar nicht so schlecht, dein Gesicht, wenn du es richtig schrubbst. Ehrlich, Mädchen. Aber der einzige Job, aus dem du nicht geflogen bist, war bei Lord Wieheißternoch? Bei ihm hast du die Ställe ausgemistet.«

»Es gab einen guten Grund, warum er mich nicht rausgeworfen hat«, sagte ich und schüttelte mich bei der Erinnerung.

»Wieso? Hast du mit deinem Boss gepennt? Also wirklich, Suki ...«

»Sie haben mich gebeten zu bleiben. Ich war das Beste, was ihnen je passiert ist, und das kannst du nehmen, wie du willst«, sagte ich triumphierend. »Wenn meine Liste der vielseitigen Leistungen, die ich bisher erbracht habe, nicht überzeugt, verstehe ich die Welt nicht mehr.«

»Du nennst deine Leistungen vielseitig. Ich nenne sie unzuverlässig.«

Wir saßen uns bei einem Glas Wein gegenüber, und zwar auf der Dachterrasse, obwohl es ein kühler Herbstabend war. Ein Flugzeug erhob sich schwer in den Londoner Abendhimmel, und wie immer verrenkte ich mir den Hals, um mir vorzustellen, wohin es flog, wer an Bord war, wie heiß es an seinem Ziel sein würde.

»Wie wäre es, wenn ich Stewardess würde? Oder Flugbegleiterin, wie man das heute nennt. Das ist etwas, was ich noch nie versucht habe.« Ich nahm einen Schluck Wein und schlenderte über die Terrasse. Eine U-Bahn donnerte aus der Earls Court Station und erschüttete das ganze Haus.

»Du siehst nicht so aus«, sagte Chrissie und legte den Kopf schief, als wollte sie ihre Behauptung einer Überprüfung unterziehen. »Ich muss zwar zugeben, dass ich deine natürliche Haarfarbe vergessen habe ...«

»Mausgrau nennt man sie, glaube ich.«

»Aber deine Haare waren noch nie so rot und noch nie so lang. Unter den Schiffchen, die Flugbegleiterinnen tragen, lässt sich nichts verstecken. In dem zerknautschten T-Shirt und der zerrissenen Jeans siehst du eher wie eine Zwiebelverkäuferin aus. Aber hier bist du nicht mehr auf dem Kontinent.«

»Oh, Mann, ich wünschte, ich wäre da, Chrissie. Oder ich wünschte mir, ich wäre den Fernweh-Virus los.« Ich seufzte und atmete den Smog der Stadt ein. Ich zeigte mit dem Finger auf Chrissie. »Du hättest mich da besuchen sollen. Warum hast du das nicht getan?«

Chrissie schürzte die Lippen, und ich hätte ihr am liebsten einen Tritt versetzt. Wenn ich wie eine Zwiebelverkäuferin aussah, dann ähnelte sie einer Dresdner Schäferin, die kurzen Beine übereinandergeschlagen, die blonden Locken auf dem kleinen Kopf verteilt, die perfekt lackierten Fingernägel um den Stiel des Weinglases gelegt - ja, sie wäre die ideale Flugbegleiterin.

Aber der Job in der Parfumindustrie schien zu ihr zu passen. Sie liebte es, ihr natürliches, niedliches Gesicht mit einer dicken rosa Schicht auszustatten, die ihre blauen Augen mit dem glitzernden Schatten betonte, bis sie unschuldig aussah, ihre scharfen Zähne versteckt waren und die freche Zunge hinter dem perfekt aufgetragenen feuchten Lippenstift verschwand.

Am meisten aber liebte sie ihre Uniform, die das große Kaufhaus ihr zur Verfügung stellte. Sie musste sie tragen, wann immer sie über den glatten Marmorboden ihres Verkaufsbereichs schritt.

»Du weißt warum«, antwortete sie schließlich. »Ich habe zu viel zu tun. Ich muss an meine Karriere denken, und ich muss meinen neuen sexy Verlobten im Auge behalten. Und darüber hinaus hast du dich in verdammt zwielichtigen Kreisen herumgetrieben. Der viele Champagner und dann diese Pool Partys ... nein, ich hätte dich unmöglich besuchen können, selbst wenn ich gewusst hätte, wo du dich gerade aufhältst. Ich war nämlich auch besorgt um dich ...«

»Du warst besorgt, du könntest deinen Spaß an diesem Leben finden? Du bist nur eifersüchtig, dass ich die ganze Zeit von Männern ausgehalten werde. Komm schon, Chrissie, zieh den Stock aus deinem Arsch und entspanne dich. Und du brauchst auch nicht mehr so auszusehen, als wäre ich etwas, in das man nicht gerne tritt. Ich kenne dich schon lange, noch bevor du deine Unschuld verloren hast. Ich war sogar dabei, als du entjungfert worden bist, fällt mir gerade ein. Sammy Smithson und sein Bruder. Es war hinter dem Odeon, erinnerst du dich? Oje, jetzt kann ich mich wieder genau daran erinnern. Wir hatten uns Achteinhalb Wochen angesehen, und du warst heiß. Jeder Typ hätte es dir besorgen können. Aber die Smithson Brüder waren eben zur rechten Zeit am rechten Platz, nämlich bei dir.«

»Ich kann mich nur vage erinnern«, schniefte sie.

Ich lachte mich halbtot. »Es war besser als alles, was sie an diesem Tag auf der Leinwand zeigten«, beharrte ich, amüsiert über ihr Unbehagen. »Du warst so scharf. Dein PVC-Minirock hing hoch in deiner Taille, und dann hast du dich um Sammy Smithson geschlungen, als wäre er ein Laternenpfahl.«

»Nun, er war groß und stark wie ein Laternenpfahl«, meinte Chrissie anmerken zu müssen. Sie zupfte an ihrem engen Rock. »Und er war bestückt wie ein Esel.«

»Sein Bruder und ich sollten Schmiere stehen, und ich konnte es nicht glauben, als ich Tommy Smithson sah, wie er zu euch ging. Er gab einfach seinen Posten auf, machte sich an dich von hinten heran und nahm dich. Danach warst du als Smithson Sandwich bekannt.«

»Niemals!«

»Ich sah lange schlanke Beine und Arme, die durch die Luft flogen wie Windmühlenflügel, bis ihr alle in die Mülleimer gekracht seid. Der Manager des Kinos stürmte heraus, weil er wissen wollte, wer oder was den Lärm verursacht hatte.«

»Wie Windmühlenflügel, das ist aber nicht nett«, klagte Chrissie, verzweifelt um eine ernste Miene bemüht. »Aber das ist typisch. Du machst dich lustig über Sex und Romantik. Ich aber glaube, dass du süchtig danach bist. Ich habe schöne Erinnerungen an die Begegnung mit den Smithsons. Du weißt schon, die Potenz der Teenager und die freche Art der Jugendlichen. Leider kann ich von Jeremy heute nicht mehr so viel erwarten. Er ist immer zu müde. Ja, diese Smithsons, die waren wie Tiere. Sie wollten gar nicht mehr aufhören. Ich wollte auch nicht, dass sie aufhörten. Sie hoben mich vom Boden auf, als wäre ich eine Puppe. Alles geriet in den Hintergrund, nur nicht das, was sie mit mir anstellten. Ich konnte mich nur auf die kleine Knospe konzentrieren ... Himmel, ich wurde zu der Knospe.«

Chrissies Augen leuchteten unter dem glitzernden Lidschatten. »Was für ein Erlebnis! Ich war völlig hilflos bei den Smithson Brüdern. Ich konnte mich nur zwischen ihnen hin und her schieben lassen, während sie mit ihren Stößen das Feuer in mir entfachten.«

»Ich erinnere mich. Himmel, jetzt bereue ich, die Sprache darauf gebracht zu haben.«

»Die Brüder grunzten in meine Ohren. Ich mochte ihre derbe Art, ihr geiles Reden. Und dann kamen wir alle zusammen. Wow, das war wirklich mein erstes Mal!«

»Genug«, knurrte ich. »Ich hätte mit dem Thema nicht anfangen sollen«, sagte ich und hielt mir die Ohren zu. »Es mag ja ein sensationelles Erlebnis für dich gewesen sein, aber es war auch sehr akrobatisch. Ich wusste gar nicht, dass ein Mädchen so viele Öffnungen hat, die man dafür benutzen kann.«

Chrissie rutschte auf ihrem Stuhl herum und errötete.

»Chrissie, es würde dir gefallen, im Ausland zu leben. Der Lifestyle dort ist genauso, wie du ihn liebst.« Ich gab meine Versuche nicht auf. »Was würden deine Kaufhausbosse sagen, wenn sie wüssten, dass du ein bisschen auf harten Sachen stehst? Ihnen würden die Monokel aus den Augen fallen, wenn sie wüssten, was du angestellt hast, während du eigentlich im College sein solltest.«

Chrissie schüttelte sich leicht. Aber ein Lächeln umspielte ihre Lippen.

»Sie würden mir vielleicht gratulieren, weil ich mich so verdammt geschäftstüchtig erwiesen habe. Dabei war ich erst zwanzig.«

»Ja«, sagte ich grinsend. »Wieder schöne Begegnungen. Hast gut betuchte Männer ins Haus deiner Mutter eingeladen, wenn sie nicht da war, und den Typen den Himmel versprochen für Gutscheine. Geld hast du nie genommen, deshalb kann ich dich nicht Schlampe nennen.«

»Und sie haben sich auch nie als Freier gefühlt. Ich habe den Kleiderschrank voller Klamotten gehabt, habe Urlaube machen und mir sogar ein Auto gönnen können. Und einmal habe ich auf diese Weise auch einen Job bekommen, nein, sogar zwei....

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