Stolen 1: Verwoben in Liebe

Eine magische Fantasy-Liebesgeschichte ab 12 Jahren
 
 
Planet! (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Juli 2020
  • |
  • 432 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-522-65444-9 (ISBN)
 
+++ FARBIGER BUCHSCHNITT IN LIMITIERTER AUFLAGE +++ Eine magische Fantasy-Liebesgeschichte aus der Feder von Emily Bold, der Autorin von Silberschwingen und The Curse. Wenn der erste Junge, den du küsst, deine Seele stehlen will, dann läuft etwas gewaltig schief. So wie bei Abby Woods. Sie hat schon viele Fehler begangen. Diese haben sie nach Darkenhall geführt, eine Londoner Schule, die sich rühmt, auch aus den unbezähmbarsten Schülern bessere Menschen zu machen. Als sie dort dem charismatischen Tristan und seinem geheimnisvollen Bruder Bastian begegnet, begeht sie einen noch viel größeren Fehler. Sie stiehlt Bastians Ring, nicht ahnend, welche Kraft sie damit entfesselt. Denn die Tremblays sind keine gewöhnlichen Schüler, und der Ring kein einfaches Schmuckstück. Abby gerät in große Gefahr und sie muss erkennen: Einen Tremblay küsst man nicht. Band 1 der Stolen-Trilogie.

Emily Bold, Jahrgang 1980, schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene. Ob historisch, zeitgenössisch oder fantastisch: In den Büchern der fränkischen Autorin ist Liebe das bestimmende Thema. Nach diversen englischen Übersetzungen sind Emily Bolds Romane mittlerweile auch ins Türkische, Ungarische und Tschechische übersetzt worden, etliche ihrer Bücher gibt es außerdem als Hörbuch. Wenn sie mal nicht am Schreibtisch an neuen Buchideen feilt, reist sie am liebsten mit ihrer Familie in der Welt umher, um neue Sehnsuchtsorte zu entdecken. Mehr Informationen gibt es unter: emilybold.de
  • Deutsch
  • 2,04 MB
978-3-522-65444-9 (9783522654449)
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Tapetenleim


Ein Dreibettzimmer! Ich konnte noch immer nur den Kopf darüber schütteln. Das hier war doch eine teure Privatschule. Und dann gab es nur Dreibettzimmer? Wie sollte das dazu beitragen, einen besseren Menschen aus einem zu machen? Es gab auf diesem Planeten vermutlich nicht einen einzigen Teenager, den ein Dreibettzimmer glücklich machte! Und waren glückliche Menschen nicht auch bessere Menschen? So weit hatte man hier wohl noch nicht gedacht.

Ich blieb stehen und betrachtete den Hausplan. Hielt ich ihn richtig herum? Ich befand mich in einem Flur, von dem in jede Richtung ein weiterer Gang abzweigte. Direkt vor mir befand sich eine gläserne Vitrine mit Pokalen, Medaillen und farbigen Fotografien der Rudermannschaft von Darkenhall. Ich ging näher heran und betrachtete die Bilder: Die Sportler trugen helle Shorts und meerblaue Trikots mit dem Wappen der Tremblays auf der Brust. Ihr Siegeswille war selbst durch die Kameralinse zu fühlen. Ich hatte für Mannschaftssport nicht so viel übrig. Darum trat ich zurück und widmete mich wieder meinem Plan. Wo genau musste ich hin? Ich drehte mich einmal um mich selbst, als das Schlagen einer Glocke durch das Gebäude hallte. Vor und hinter mir wurden zeitgleich Türen geöffnet. Es sah aus, als spuckten die Räume ihre Schüler aus, die in ihrer einheitlichen Schuluniform vollkommen austauschbar wirkten. Ich wich an die Seite, um meinen Mitschülern Platz zu machen, die allesamt recht zielstrebig in die Richtung strömten, aus der ich gerade kam. Sie alle hatten eines gemeinsam. Den arroganten Ausdruck in ihren Gesichtern. Vermutlich waren das alles Söhne und Töchter der Londoner Oberschicht. Nicht einer schenkte mir Beachtung, doch das war gar nicht mal so schlecht.

Um Unauffälligkeit bemüht, lehnte ich mich an die Wand und beobachtete meine neuen Mitschüler. Fast alle schienen in meinem Alter zu sein. Ich schätzte sie auf etwa siebzehn.

Wie überall bildeten einige von ihnen Cliquen und Grüppchen, wohingegen andere eher Einzelgänger zu sein schienen. Ich fragte mich, wie meine Zimmergenossinnen wohl waren. Hoffentlich keine blonden Barbies mit hüftlangen Extensions, falschen Wimpern und aufgespritzten Lippen, wie die beiden, die gerade an mir vorbeikamen. Ich rollte unauffällig mit den Augen. Auf solche Tussen hatte ich überhaupt keine Lust. Überhaupt hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sich andere Mädchen mit mir eher schwertaten. Irgendwie . schreckte ich sie ab. Nicht, dass ich es darauf anlegte, es ergab sich nur irgendwie immer so. Und da sich mein Taschengeldbudget von ihrem vermutlich um Welten unterschied, rechnete ich auch nicht damit, dass meine Mitschülerinnen und ich die dicksten Freundinnen werden würden.

Hätte nicht irgendjemand, den Florence dank ihrer Hutkreationen kannte, in Darkenhall ein gutes Wort für mich eingelegt, wäre ich ja überhaupt nicht hier.

Ich klammerte mich an meinen Hausplan und wartete, bis sich die Gänge wieder etwas geleert hatten. Abgesehen von einigen neugierigen Blicken ließ man mich in Ruhe. Bestimmt hätte mir jemand den Weg zur Kantine gezeigt, wenn ich gefragt hätte, aber so weit war ich noch nicht. Es fühlte sich komisch und fremd an, an dieser Schule zu sein. Und obwohl ich an sich nicht schüchtern war, spürte ich eine unterschwellige Angst in mir lauern. Mit diesen Rich-Kids konnte ich nicht mithalten.

Florence dachte, ich könnte hier ankommen . dabei fühlte es sich eher so an, als würde ich aus einem fahrenden Wagen geschleudert. Ankommen und glücklich sein, wie sollte das gehen, wenn man dabei die Windschutzscheibe durchschlug und gegen die Wand eines marineblau tapezierten Dreibettzimmers krachte?

Um mich zu beruhigen, vertiefte ich mich erneut in die Betrachtung des Plans. Ich musste geradeaus, wenn ich zur Kantine wollte. Und das wollte ich. Ich brauchte unbedingt einen Schokoriegel, um meine Laune zu verbessern. Ich folgte also dem Plan und versuchte mir dabei den Weg einzuprägen, damit ich mir beim nächsten Mal nicht wieder so verloren vorkommen würde.

»Von meinem Zimmer aus die Treppe runter, dann links an dem Schrein für die Rudermannschaft vorbei und immer geradeaus . und dort vorne noch um die Ecke .«, murmelte ich vor mich hin. Die Fenster in diesem Flügel des Gebäudes blickten nach Süden und man hatte eine unvergleichliche Aussicht auf die Themse, bis zum anderen Ufer hinüber, wo sich die Kings Stairs Gardens befanden. Trotzdem fragte ich mich, ob die Nähe zum Wasser bei schlechtem Wetter nicht unheimlich und dunkel sein würde. Wie ein nasses, kaltes Grab.

»Ich brauch jetzt was Süßes!«, fluchte ich leise, schob das Kribbeln in meinen Knochen auf mangelnde Energie, und beschleunigte meinen Schritt. Diese alten Mauern waren wie dafür gemacht, die Fantasie mit einem durchgehen zu lassen.

Ich bog um die Ecke und atmete erleichtert auf. Die Kantine. Ich hatte sie gefunden. Ich faltete den Plan zusammen und steckte ihn zu meinem Bleistift und der Lederscheide mit dem winzigen Spitzmesser in die Hosentasche. Dann trat ich durch die Tür. Der Speisesaal befand sich in dem modernen Wintergarten, den ich schon bei meiner Ankunft gesehen hatte. Er war hell und warm und die Aussicht auf die Themse war hier noch um einiges beeindruckender. Man konnte die schillernde Fassade des weit in den Himmel reichenden dreieckigen Shard-Gebäudes erkennen und den südlichen Turm der Tower Bridge.

Zugegebenermaßen war ich beeindruckt.

Es war inzwischen nach vier und nur wenige Tische waren besetzt. Ganz vorne saßen einige Jungs in Rudertrikots auf der Tischplatte und feierten sich selbst. Sie hoben nicht mal die Köpfe, als ich den Raum betrat. Ich war froh darum, denn ich machte sofort einen blonden Schopf mit zu langem Haar inmitten der Typen aus.

Direkt neben dem Eingang ging plötzlich lautstark ein Handgemenge los.

»Gib her! Da ist mein Referat drauf!«, schrie ein Schüler und fischte nach dem Arm des rothaarigen Dicken, den ich heute schon mal gesehen hatte. Vermutlich musste er seine Männlichkeit nach der Abfuhr unter Beweis stellen, indem er sich an jemand körperlich Schmächtigerem abreagierte.

Er hielt einen USB-Stick hoch, ließ ihn in die Tasche seines Sakkos fallen und klopfte sich dann zufrieden auf die Brust. »Du meinst, da ist mein Referat drauf«, höhnte er und versetzte dem Schmächtigeren einen Stoß, sodass dem die Brille fast von der Nase flog.

Ich ballte die Fäuste und ging weiter. Was mich anging, war ich von dem Schulkonzept noch nicht wirklich überzeugt. Glücklich war wohl ein dehnbarer Begriff .

Weiter vorne waren ebenfalls einige Tische besetzt und links von mir erstarb bei meinem Eintreten ein Gespräch zwischen einer Gruppe Mädchen. Models, verbesserte ich mich im Geiste. Hager, langbeinig und so viel Make-up im Gesicht, dass sie beinahe aussahen wie eineiige Fünflinge.

Sie glotzten mich an und ich tat so, als bemerkte ich sie gar nicht. Während ich mich fragte, was sie verbrochen hatten, um hier zu landen, folgte ich dem Gang, der die Tischreihen in der Mitte teilte, bis nach vorne durch und nahm mir ein Tablett. An der Essensausgabe musste ich warten. Ich ließ die Hauptspeisen links liegen und entschied mich für einen Obstsalat und einen Schokopudding, schließlich litt ich ganz eindeutig an Unterzuckerung. Nur das erklärte meine überreizten Nerven. Ein neongelbes Schild wies darauf hin, dass »Nur ein Süßgetränk / Pudding pro Tag!« erlaubt war.

Klar, nicht, dass die Mädels dort drüben nachher nicht mehr in die neueste Kollektion von Victoria Beckhams Size-Zero-Jeans passen würden.

Gerade fragte ich mich, wie viele Wattebäusche die Mädels wohl stattdessen am Tag aßen, als ein Schatten über mein Tablett fiel.

»Abigail Woods«, sprach mich der Junge an, der sich mir vor dem Direktorat als Tristan vorgestellt hatte. Wieder strich er sich breit grinsend die Haare aus der Stirn. Er lehnte so lässig am Tresen, als wäre er ebenfalls im Angebot. »Hast du dich schon eingelebt?«

»Eingelebt?« Ich schüttelte innerlich den Kopf über diese Frage. »Ich bin gerade mal seit zwei Stunden hier!«, erinnerte ich ihn.

»Ja klar!« Er lachte und schob sein Tablett weiter. »Ich meine . hast du dein Zimmer schon bezogen? Das . Bett schon getestet?«

Ich nahm meinen streng rationierten Pudding entgegen und hob das Tablett an. Seinen süffisanten Ton überging ich, ebenso seine zweideutige Anspielung. »Ist ein Dreibettzimmer«, antwortete ich nüchtern. »Wen muss man bestechen, um ein Einzelzimmer zu bekommen?«

Das amüsierte Funkeln in seinen Augen ließ mich vermuten, etwas Falsches gesagt zu haben.

»Was hast du denn so vor, im Bett . dass dir keiner dabei zusehen soll?«

Wieder stieg mir das Blut in die Wangen und ich umklammerte mein Tablett fester. Zu allem Überfluss nahm er sich ebenfalls einen Pudding.

»Nichts! Ich bin nur gern für mich«, presste ich heraus und beeilte mich, weiterzukommen, aber er blieb mir auf den Fersen.

»Ist halt kein Hotel«, stellte er mit einem Zwinkern fest. »Wo man die Honeymoonsuite buchen...

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