Lichtjahre

Psychosen ohne Psychiatrie
 
 
Psychiatrie Verlag
  • 6. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. Juni 2014
  • |
  • 376 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-88414-779-5 (ISBN)
 
Lichtjahre messen eine unvorstellbar weite Entfernung. Sterne sind Lichtjahre voneinander entfernt. Lichtjahre sind aber auch Jahre voll Licht. Licht wirft Schatten. Und neues Licht bringt neue Blickwinkel.
Lichtjahre entfernt sind psychotische Menschen oft vom psychosozialen Versorgungssystem. Psychiatrische Einrichtungen erreichen nur rund die Hälfte aller psychisch Kranken. Wenig ist darüber bekannt, wie die andere Hälfte mit ihren Beeinträchtigungen lebt und sich den Alltag strukturiert.
Thomas Bock hat sich auf die Suche nach diesen Menschen gemacht und mit 34 von ihnen ausführliche Gespräche über ihr Leben geführt. Er hat verblüffende und beeindruckende Lebensgeschichten gefunden und zudem ganz neue Einsichten gewonnen in den Umgang dieser Menschen mit ihrer Krankheit. Seine Beobachtungen führen zu einem neuen Verständnis von Psychosen.
So sehr Psychosen das Leben beeinträchtigen, sie sind auch ein ganz normales Feld menschlicher Erfahrung.
6., korr. Auflage
  • Deutsch
  • 4,29 MB
978-3-88414-779-5 (9783884147795)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prof. Dr. Thomas Bock ist Dipl.-Psychologe und leitet die Spezialambulanz für Psychosen und Bipolare Störungen sowie die Krisentagesklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Zusammen mit Dorothea Buck ist er der Erfinder der Psychose-Seminare.
1 - Cover [Seite 1]
2 - Titel [Seite 4]
3 - Impressum [Seite 5]
4 - Inhalt [Seite 6]
5 - Einleitung [Seite 12]
5.1 - Zum Aufbau des Buches [Seite 15]
6 - Theorie und Begriffsbildung [Seite 18]
6.1 - Aspekte der Geschichte von Psychiatrie und Psychotherapie [Seite 19]
6.1.1 - Schizophrenie als Ausdruck "gesamthafter Persönlichkeitsgestalt"? [Seite 19]
6.1.2 - Zur Geschichte der Negation von "Sinn" [Seite 21]
6.1.3 - Fru¨he Formen der Psychotherapie bei Psychosen [Seite 24]
6.1.4 - Verschiedene Konzepte von Psychosen und ihre Bedeutung fu¨r Therapie [Seite 28]
6.1.4.1 - Psychose als Entwicklung [Seite 28]
6.1.4.2 - Psychose als Realitätsbezugsstörung [Seite 29]
6.1.4.3 - Psychose als autistischer Ru¨ckzug [Seite 30]
6.1.4.4 - Psychose als Leiden an Spaltung [Seite 31]
6.1.4.5 - Psychose als Ausdruck des Unbewußten [Seite 32]
6.1.4.6 - Psychose als Ausdruck eines Konflikts [Seite 33]
6.1.4.7 - Psychose als Ausdruck von Regression [Seite 34]
6.1.4.8 - Psychose als Ausdruck der Auflösung von Alltagswirklichkeit [Seite 35]
6.1.4.9 - Psychose als Ausdruck von Vulnerabilität [Seite 36]
6.1.4.10 - Psychische Störung als Problem der Sinnfindung [Seite 37]
6.1.4.11 - Psychose als Krise des Subjekts [Seite 38]
6.1.4.12 - Transkulturelle Aspekte der Psychosetheorie [Seite 39]
6.1.4.13 - Zusammenfassung [Seite 41]
6.2 - Probleme der Selbst- und Fremdwahrnehmung in Psychosen [Seite 42]
6.2.1 - Grenzen der Wahrnehmung von Wirklichkeit [Seite 42]
6.2.2 - Zur Bedeutung subjektiver Krankheitstheorie [Seite 45]
6.2.3 - Aktuelle Entwicklungen der Psychopathologie [Seite 48]
6.2.4 - Prozesse der Stigmatisierung [Seite 50]
6.3 - Zum Verhältnis von Selbst- und Fremdheilung [Seite 53]
6.3.1 - Formen der Bewältigung [Seite 53]
6.3.2 - Zur Wirksamkeit psychiatrischer und psychotherapeutischer Strategien [Seite 56]
6.3.3 - Gleichzeitigkeit von Störung und Bewältigung [Seite 58]
6.4 - Begriffe und Ergebnisse lebensgeschichtlicher Forschung [Seite 61]
6.4.1 - Biographie und Lebenslauf [Seite 61]
6.4.2 - Identität und soziale Repräsentation [Seite 63]
6.4.3 - Gleichzeitigkeit von Gesundheit und Krankheit [Seite 65]
6.4.4 - Fu¨rsorgliche Eindämmung oder Vokabular der Differenz [Seite 66]
6.4.5 - Dichte des Seins [Seite 68]
6.4.6 - Kulturelle Artikulation schizophrenen Erlebens [Seite 69]
6.5 - Chancen fu¨r "Eigenheit" in Psychiatrie und Psychiatriepolitik [Seite 72]
6.5.1 - Naturgeschichte und Alltagskultur [Seite 72]
6.5.2 - Mehr oder weniger Institution? [Seite 73]
6.5.3 - Selbsthilfebewegung und "Trialog" [Seite 75]
6.5.4 - Vielfalt und Toleranz [Seite 76]
7 - Methodik [Seite 78]
7.1 - Authentizität und Struktur - Forschung als Prozeß [Seite 79]
7.1.1 - Zum Verhältnis von quantitativer und qualitativer Forschung [Seite 79]
7.1.2 - Bedeutung qualitativer Forschung in Psychologie und Psychiatrie [Seite 82]
7.1.3 - Verhältnis von Daten und Theorie [Seite 84]
7.1.4 - Methoden der Datenerhebung [Seite 85]
7.1.5 - Datenverarbeitung als Prozeß [Seite 88]
7.1.6 - Geltungsbegru¨ndung und Darstellung [Seite 90]
7.1.7 - Voruntersuchungen [Seite 91]
7.1.8 - Die Funktion des Psychoseseminars im Forschungsprozeß [Seite 93]
7.2 - Untersuchungskonzept [Seite 95]
7.2.1 - Leitidee und Fragestellung [Seite 96]
7.2.2 - Annäherung an das Forschungsfeld [Seite 96]
7.2.3 - Meine eigene Rolle als Forscher [Seite 97]
7.2.4 - Konzept der Datenerhebung [Seite 98]
7.2.5 - Konzept der Datenauswertung [Seite 100]
7.3 - Untersuchungsgruppe - demographische und soziale Daten [Seite 103]
7.3.1 - Biographische Unterschiede hinsichtlich der Distanz zur Psychiatrie [Seite 103]
7.3.2 - Geschlechts- und Altersverteilung [Seite 104]
7.3.3 - Soziale Situation [Seite 105]
7.3.4 - Art und Dauer der Psychoseerfahrung [Seite 106]
8 - Einzelauswertung [Seite 110]
8.1 - "Naturgeschichten" - langjährige Psychosen ohne Behandlung [Seite 111]
8.1.1 - Frau Adler: "High noon" - allein und in höchster Gefahr [Seite 111]
8.1.2 - Frau Bach: "Die Kräuterhexe" - Vermeidung von Beru¨hrung [Seite 121]
8.1.3 - Herr Cäsar: Der du¨nnhäutige Berber - "Hautklinik statt Psychiatrie" [Seite 122]
8.1.4 - Herr Dach: Unerreichbar? - Vornehmer Ru¨ckzug [Seite 124]
8.1.5 - Erich: "Gehirnku¨nste" - Die Ein-Mann-Mehrheit [Seite 125]
8.1.6 - Herr Gans: "Absprung verpaßt" - Psychiater oder Rambo 23 [Seite 128]
8.2 - "Stippvisite Psychiatrie" - Psychiatrie als peripheres Erlebnis [Seite 132]
8.2.1 - Frau Hahn: "Verru¨ckt, aber nicht blöd" - Psychose als Chiffre fu¨r ein ganzes Leben [Seite 132]
8.2.2 - Frau Fischer: Der Zaunkönig - "Kampf an der falschen Front" [Seite 144]
8.2.3 - Frau Isar: "Mit dem Geheimnis allein" - Kinderstimmen [Seite 152]
8.2.4 - Frau Jung: "Die Differenz kennenlernen" - Psychose als Bruch [Seite 156]
8.2.5 - Herr Koch: "Synchron zum Radio" - Überleben als Steppenwolf [Seite 161]
8.2.6 - Frau Lahn: Als Seele, nicht als Körper - Erleben ohne Grenzen [Seite 166]
8.2.7 - Frau Mohn: "Ich will siegen" - Doppelcharakter einer Psychose [Seite 171]
8.2.8 - Herr Nil: "Durchschnittsaggression" - Gast in der Psychiatrie [Seite 176]
8.3 - »Aversive« - Psychoseerleben nach negativer Psychiatrieerfahrung [Seite 181]
8.3.1 - Herr Olk: "Demu¨tigung durch Mitleid" - Selbstverständliche Stimmen [Seite 181]
8.3.2 - Herr Pril: Wunder im Kopf - "Unterdessen zerbrach mein Leben" [Seite 188]
8.3.3 - Herr Quer: Rote Strahlen, weiße Fäden - "Ich fu¨hlte alles mit dem Körper" [Seite 194]
8.3.4 - Herr Riese: Anspannung und Entspannung - "Situation Psychose" [Seite 198]
8.3.5 - Frau Sorge: "All das hat mich nicht zerbrochen" - Die Bettlerin vom Gänsemarkt [Seite 204]
8.3.6 - Frau Schön: Grenzgängerin - am Rande des Existenzminimums [Seite 207]
8.4 - "Spätnutzer" - Einweisungen nach langer Psychoseerfahrung [Seite 208]
8.4.1 - Frau Stein: Die Familie der Stimmen - Ein Doppelleben [Seite 208]
8.4.2 - Frau Tang: Abgrund und Ekstase - Die Sucht nach Absolutem [Seite 212]
8.4.3 - Herr Unger: "Nicht zwei Herren dienen" - Die Machtprobe [Seite 217]
8.4.4 - Frau Vogel: "Eingebung des Schutzengels" [Seite 222]
8.4.5 - Herr Weber: Gleichzeitigkeit der Gegensätze - "Das Eindimensionale halten Psychotiker nicht aus" [Seite 227]
8.4.6 - Frau Xaver: "Dreieinhalb Jahre nicht auf der Erde" - Verlust der natu¨rlichen Ordnung [Seite 233]
8.4.7 - Herr Yps: "Rohstoff, mit dem ich zu arbeiten habe" - Krankheit als Herausforderung [Seite 238]
8.4.8 - Frau Zahn: "Hure Babylons" - Die Integration des Bösen [Seite 242]
8.5 - Grenzgänge - Psychosen mit und ohne Psychiatrie [Seite 250]
8.5.1 - Frau Äther: Alice im Wunderland - Psychose als Gipfelerlebnis [Seite 250]
8.5.2 - Frau Aus: "Verru¨ckt, aber korrekt" - Lieber Hotel als Klinik [Seite 254]
8.5.3 - Frau Ein: Gut und Böse - "ln der Psychiatrie glaubt mir sowieso keiner" [Seite 256]
8.5.4 - Frau Eule: "Psychosen gehen auch wieder vorbei" - Das Restrisiko [Seite 261]
8.5.5 - Frau Öse: »Entspannung und Entgleisung" - Verarbeitung eines Traumas [Seite 267]
8.5.6 - Frau Über: "Gute Miene zum bösen Spiel?" - Die Funktion einer Antenne [Seite 271]
9 - Psychose als Gratwanderung [Seite 276]
9.1 - Subjektives Erleben der Psychose [Seite 277]
9.1.1 - Zwischen Selbstverständlichkeit und Fremdheit [Seite 277]
9.1.2 - Zwischen Leben und Tod [Seite 279]
9.1.3 - Zwischen Empfindlichkeit und Abschirmung [Seite 280]
9.1.4 - Zwischen Vergangenheit und Zukunft [Seite 281]
9.1.5 - Zwischen persönlicher Entgrenzung und universeller Verbindung [Seite 282]
9.2 - Selbsthilfestrategien [Seite 284]
9.2.1 - Pragmatische Schutzmechanismen [Seite 284]
9.2.2 - Komplexe Selbsthilfeprozesse [Seite 285]
9.2.3 - Biographische Bedingtheit von Selbsthilfe [Seite 287]
9.2.4 - Psychoseverständnis und u¨bergeordnete Selbstrepräsentation [Seite 288]
9.3 - Alltag und Lebensqualität [Seite 290]
9.3.1 - Bedeutung der Grundbedu¨rfnisse [Seite 290]
9.3.2 - Ambivalenz des Alltags [Seite 291]
9.3.3 - Globale Fremdeinschätzung der Lebensqualität [Seite 292]
9.3.4 - Art der Selbstnarration als Hinweis auf die subjektive Zufriedenheit [Seite 293]
9.4 - Entwicklungsprozesse [Seite 297]
9.4.1 - Lebenslinien und Urthemen [Seite 297]
9.4.2 - Einschneidende Lebensereignisse [Seite 300]
9.4.3 - Besonderes Lebensgefu¨hl und Selbstbewußtsein [Seite 301]
9.4.4 - Persönliche Perspektiven [Seite 302]
9.5 - Ressourcen [Seite 304]
9.5.1 - Globale Fremdeinschätzung der zur Verfu¨gung stehenden Ressourcen [Seite 304]
9.5.2 - Eigene innere Ressourcen und gemeinschaftliche Selbsthilfe [Seite 305]
9.5.3 - Ambivalenz sozialer Beziehungen [Seite 306]
9.5.4 - Erfahrungen mit professioneller Hilfe [Seite 309]
9.5.5 - Erwartungen an die Psychiatrie [Seite 310]
10 - Psychose und Sinn [Seite 314]
10.1 - Wechselwirkungen von Körpergefu¨hl und Psychoseerfahrung [Seite 315]
10.1.1 - Beispiel: "Dann habe ich ein ganz anderes Verhältnis zum Körper" [Seite 315]
10.1.2 - Psychose als Ausdruck gesteigerter Körpersensibilität [Seite 316]
10.1.3 - Ohne Körper der Psychose entgehen? - Abwehr von Körperempfindung [Seite 317]
10.1.4 - Zusammenfassung [Seite 317]
10.2 - Bedeutung der Sprache bei der Integration psychotischen Erlebens [Seite 319]
10.2.1 - Beispiel: "Das Eindimensionale halten Psychotiker nicht aus" [Seite 319]
10.2.2 - Verlust der Selbstverständlichkeit des Sprechens [Seite 320]
10.2.3 - Formen des sprachlichen Umgangs mit Psychosen [Seite 321]
10.2.4 - Problematik von Diagnosen und Deutungen [Seite 322]
10.2.5 - Zusammenfassung [Seite 324]
10.3 - Psychose als Bewältigungsstrategie [Seite 326]
10.3.1 - Beispiel: "ln der Psychose erlebe ich, was ich in Wirklichkeit nicht habe" [Seite 326]
10.3.2 - Psychose als Form der Selbstbehauptung [Seite 327]
10.3.3 - Entlastungsfunktion der Psychose [Seite 328]
10.3.4 - Suche nach Absolutem - Psychose als Sucht [Seite 329]
10.3.5 - Zusammenfassung [Seite 330]
10.4 - Familie der Stimmen und Stimmen der Familie [Seite 332]
10.4.1 - Beispiel: "Ich bin nicht seine Ehefrau" [Seite 332]
10.4.2 - Ambivalenz gegenu¨ber der Ursprungsfamilie [Seite 333]
10.4.3 - Die Familie als Ort der Entstehung von Psychosen [Seite 334]
10.4.4 - Die Familie als Schutzraum [Seite 336]
10.4.5 - Geschlechtsspezifische Aspekte [Seite 336]
10.4.6 - Zusammenfassung [Seite 338]
10.5 - Religion und Psychose - Mögliche Verortung existentieller Not [Seite 340]
10.5.1 - Beispiel: "Mit Gott gegen die Panik" [Seite 340]
10.5.2 - Bedeutung der Religion bei der Integration psychotischen Erlebens [Seite 341]
10.5.3 - Konflikte mit der Religion [Seite 344]
10.5.4 - Zusammenfassung [Seite 345]
11 - Fu¨r eine Anthropologie psychotischer Wahrnehmung [Seite 346]
12 - Literaturverzeichnis [Seite 358]

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