Controlling für Nicht-Controller

Die wichtigsten Instrumente und ihr Einsatz im Unternehmen
 
 
Haufe Lexware GmbH (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. Januar 2018
  • |
  • 277 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-648-10405-7 (ISBN)
 

Controlling hilft, den Unternehmenserfolg zu sichern und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Das Buch erläutert Ihnen die wichtigsten Controlling-Instrumente und deren Einsatz. Es zeigt, wie Sie Zahlen lesen und welche Informationen Sie daraus ziehen können. So werden Sie zum kompetenten Gesprächspartner für den Controller und lernen, Controllingaufgaben im eigenen Bereich wahrzunehmen.

Inhalte:

  • Basics und wichtige Controlling-Instrumente
  • Controlling-Instrumente selbst einsetzen
  • Controlling in den einzelnen Fachbereichen
  • Controlling-Zahlen richtig bewerten
  • Planabweichungen erkennen und Maßnahmen ableiten
  • Die größten Fallen und wie Sie sie vermeiden
weitere Ausgaben werden ermittelt
Reinhard Bleiber ist Diplom Kaufmann und als Finanzchef eines international agierenden Produktionsunternehmens tätig. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Rechnungswesen und in der Informationsverarbeitung. Er ist Autor zahlreicher Publikationen in der Haufe Mediengruppe. Gleichzeitig arbeitet er als Berater und Coach kleiner und mittelständischer Unternehmer.

Vorwort

Wegweiser

Die Basics: Das müssen Sie über Controlling wissen

  • So lesen Sie Controllingberichte richtig
  • Probleme erkennen
  • Die Gründe für Planabweichungen analysieren
  • Was die Herkunft der Daten im Controllingbericht verrät
  • Starten Sie die richtigen Maßnahmen
  • Die Ziele des Controllers

Controllinginstrumente für Ihren Werkzeugkasten

  • So arbeiten Sie mit Kennzahlen
  • Analysen zur Entscheidungsvorbereitung
  • Planung kann ganz einfach sein
  • So behandeln Sie indirekte Kosten
  • Business Intelligence als Präsentationsinstrument

Controlling in den einzelnen Bereichen

  • Controlling für jeden Bereich
  • Finanzcontrolling
  • Investitionscontrolling
  • IT-Controlling
  • Vertriebscontrolling
  • Personalcontrolling
  • Marketingcontrolling
  • Entwicklungscontrolling
  • Controlling in der Fertigung
  • Controlling in der Logistik

Die größten Controllingfallen ‒ und wie Sie sie vermeiden

  • Blind in die Falle getappt
  • Wer statische und dynamische Werte verwechselt, sitzt in der Falle
  • Einzelne Kennzahlen führen in die Falle!
  • Abweichungen ohne Gegenwehr
  • Wer Maßnahmen nicht kontrolliert, der versagt!
  • Wo sind die positiven Werte geblieben?
  • In der Präsentationsfalle
  • Kosten überwachen kostet Geld ‒ die Kostenfalle

Stichwortverzeichnis

2   Controllinginstrumente für Ihren Werkzeugkasten


Auch wenn es manchmal so scheint, Controlling ist keine Hexerei, sondern eine seriöse Wissenschaft. Der Controller hält sich an Regeln, Vorgaben und das, was üblich ist. In der Praxis sind bestimmte Vorgehensweisen, Formeln und Definitionen entstanden, die Controllinginstrumente. Diese sind auch von der betriebswirtschaftlichen Theorie abgesichert

Dabei handelt es sich um Kennzahlen, Zahlenreihen oder ganze Controllingberichte, die wichtige unternehmerische Aussagen und wirtschaftliche Entwicklungen auf vorbestimmte Art darstellen können. Die wichtigsten Instrumente lassen sich in vier Gruppen gliedern:

  1. Kennzahlen - sie bieten viel Informationen auf wenig Platz

  2. Analysen - für wichtige wiederkehrende Aufgaben

  3. Planung - für qualitative hochwertige Vorhersagen

  4. Behandlung indirekter Kosten - um den Durchblick zu schaffen

2.1   So arbeiten Sie mit Kennzahlen


Was sind Kennzahlen?

Kennzahlen sind numerische Werte, relativ oder absolut, die aus anderen Daten anhand von vorgegebenen Rechenwegen ermittelt werden. Die Aussagen der Kennzahlen sind sehr komplex und stark verdichtet.

Wofür werden Kennzahlen eingesetzt?

Kennzahlen dienen dazu, komplexe wirtschaftliche Sachverhalten komprimiert in einer oder wenigen Zahlen darzustellen. Eindeutige Werte dienen der Entscheidungsfindung oder der Einschätzung, ob weiterer Handlungsbedarf besteht oder nicht.

Beispiel: Kennzahl Marktanteil

Ein Beispiel für eine Kennzahl, die in ihrer Aussage sehr komplexe Sachverhalte darstellt, ist der Marktanteil. Diese Kennzahl misst den Erfolg des Unternehmens am Markt mit einer einfachen Formel:

Wenn der Markt für Gartenpumpen in Deutschland z. B. 500 Mio. EUR pro Jahr groß ist und der eigene Umsatz 80 Mio. EUR pro Jahr beträgt, dann ist der Marktanteil 16 %.

Diese einfache Zahl wird dazu verwendet, die Entwicklung am Markt zu beobachten. Die einfach erscheinende Kennzahl "Marktanteil" muss jedoch auch kritisch hinterfragt werden. Das werden wir noch tun.

Wie werden Kennzahlen ermittelt?

Kennzahlen werden anhand von vorgegebenen Formeln und Rechenwegen aus definierten Werten berechnet:

  • In einer Kennzahl werden mehrere Parameter zusammengefasst. Würde die Aussage nicht auf die Kennzahl komprimiert, müssten alle Parameter gleichzeitig beobachtet und eingeschätzt werden.

  • Dadurch ergeben sich schnelle Aussagen über komplexe wirtschaftliche Sachverhalte. Es wird möglich, schnell und wirksam zu reagieren.

  • Durch die Zusammenfassung mehrerer Parameter zu einer Zahl geht Information über die Details verloren. Sichere Interpretationen sind nur möglich, wenn auch diese Parameter beachtet werden.

  • Es sind exakte Definitionen für die Berechnung der Kennzahlen und für die einfließenden Parameter zu beachten. Geschieht dies nicht, verlieren die dargestellten Werte an Aussagekraft.

  • Die Kennzahlen sind nur in der Lage, numerische Werte zu verarbeiten und darzustellen. Qualitative Inhalte müssen vor der Verarbeitung zu Kennzahlen in numerische Daten umgewandelt werden. Dabei kommt es zu einem zusätzlichen Verlust an Informationen.

Achtung: Wissen, aus welchen Daten eine Kennzahl berechnet wird

Wenn Ihnen eine Kennzahl Veränderungen signalisiert, müssen Sie diese auf der Ebene der Parameter untersuchen. Sie müssen also wissen, aus welchen Daten die Kennzahl berechnet wird. Damit haben Sie die Möglichkeit, auf der Ebene der Parameter zu agieren und so die Zahl, die der Controller berechnet, zu beeinflussen.

Grundsätzlich gibt es in jedem Bereich eine Vielzahl von möglichen Kennziffern, die Ihnen in diesem Buch immer wieder begegnen werden.

Die Kennzahlen aus den wichtigsten Bereichen sind:

  • Finanzkennzahlen für die externe Beurteilung,

  • Liquiditätskennzahlen für die Sicherung der Zahlungsfähigkeit,

  • Leistungskennzahlen für die interne Beurteilung und

  • Kennzahlensysteme für eine systematische Betrachtung.

2.1.1   Finanzkennzahlen, die externe Betrachter berechnen


Die Finanzkennzahlen zeigen die wirtschaftliche und finanzielle Lage eines Unternehmens an.

Externen Betrachtern des Unternehmens stehen meist nur die veröffentlichten Finanzdaten (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) zur Verfügung, wenn überhaupt. Daraus berechnen sie Kennzahlen, die mit den gleichen Werten anderer Unternehmen oder mit optimalen Inhalten verglichen werden.

Tipp: Kennzahlen auch intern berechnen

Um zu wissen, wie externen Partner - z. B. Banken und große Lieferanten - Ihr Unternehmen beurteilen, sollten diese Finanzkennzahlen auch intern berechnet werden. Sie können dann durch gezielte Veränderung der Parameter die Kennzahl in eine gewünschte Richtung bringen.

Finanzkennzahlen sind:

  • statisch, beziehen sich also auf einen Zeitpunkt (meist der Bilanzstichtag),

  • stammen aus der Buchhaltung, die für die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung verantwortlich ist,

  • sind relativ einfach zu ermitteln, da die Parameter für die Berechnung vorhanden sind.

Für die Berechnung der im Weiteren dargestellten Kennzahlen, die vor allem der Bilanzanalyse dienen, wird als Beispiel die folgende Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung benutzt. Damit sich die Arbeit mit den Kennzahlen besser veranschaulichen lässt, sind sowohl die Bilanz als auch die GuV vereinfacht dargestellt.

Bilanz zum 31.12.20XX Aktiva Passiva Anlagevermögen 1.000.000 750.000 Eigenkapital         Vorräte 850.000 1.000.000 langfristiges Fremdkapital Forderungen aus LuL 620.000 Bankguthaben 30.000 750.000 Verbindlichkeiten aus LuL Summe Umlaufvermögen 1.500.000 1.750.000 Summe Fremdkapital 2.500.000 2.500.000 Gewinn- und Verlustrechnung für 20XX Erlöse 2.000.000 Abschreibungen 150.000 sonstige betriebliche Kosten 1.500.000 Betriebsergebnis 350.000 Zinsen 45.000 Ergebnis 305.000 Gewerbesteuer 54.900 Ergebnis vor Ertragsteuer 250.100 Ertragsteuer 65.026 Ergebnis nach Steuern 185.074
Die Eigenkapitalquote

Mit der Eigenkapitalquote wird der Anteil des Eigenkapitals am gesamten Unternehmensvermögen dargestellt. Dazu wird das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme gesetzt.

Die Formel zur Berechnung der Eigenkapitalquote lautet:

Beispiel: Eigenkapitalquote

Die Beispielbilanz weist ein Eigenkapital von 750.000 EUR und eine Bilanzsumme von 2.500.000 EUR auf. Das ergibt

Damit wird ausgesagt, dass 30 % des Unternehmensvermögens durch Eigenkapital finanziert wird.

Je höher die Eigenkapitalquote, desto größer ist der durch Eigenkapital finanzierte Anteil. Das ist positiv, weil Eigenkapital langfristig verfügbar und meist preiswerter ist als Fremdkapital.

Vor allem bei der Beschaffung von Fremdkapital versucht der potenzielle Kapitalgeber mit dieser Kennzahl die Sicherheit des Engagements einzuschätzen.

Der im Beispiel ermittelte Wert von 30 % ist in Deutschland weitverbreitet, wird aber von den Fremdkapitalgebern meist als zu gering angesehen.

Die Fremdkapitalquote

Das Gegenstück zum Eigenkapital (EK) ist das Fremdkapital (FK), entsprechend ist das Gegenstück zur Eigenkapitalquote die Fremdkapitalquote. Sie gibt an, wie viel Prozent des Unternehmensvermögens durch Fremde finanziert wird.

Tipp: Die FK-Quote aus der EK-Quote berechnen

Da es in der betriebswirtschaftlichen Theorie nur Eigen- oder Fremdkapital gibt, muss die Fremdkapitalquote die Differenz der Eigenkapitalquote zu 100 % sein. Ist die...

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