MARCO POLO Reiseführer Paris

Reisen mit Insider-Tipps. Inkl. kostenloser Touren-App
 
 
MAIRDUMONT (Verlag)
  • 25. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. August 2020
  • |
  • 164 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-575-41615-5 (ISBN)
 

MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!

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E-Book basiert auf: 25. Auflage 2020

Mit dem MARCO POLO Reiseführer durch Paris hoch oben auf dem Eiffelturm oder lieber tief unter der Erde, die schönsten Stationen der Pariser Metro erkunden? Wie wäre es zuerst mit einem Kaffee auf dem Montmartre? Oder gleich in den Louvre, die Mona Lisa besuchen?

MARCO POLO - Insider-Tipps und Erlebnistouren für deinen Stadturlaub:
Alle Highlights im Überblick: Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest, und Insider-Tipps, die nicht jeder kennt. Reisen mit Kindern, Unternehmungen bei schlechtem Wetter, Kurztrip oder Urlaub mit kleinem Budget - kein Problem mit den MARCO POLO Best of-Empfehlungen! Erkunde die Stadt mit den MARCO POLO Erlebnistouren: Genuss, Kunst, Architektur oder für Familien - lass dich von unseren Tipps für Ausflüge und Stadtrundgänge überraschen! Bloß kein Stress! Entspannen wie die Franzosen in den Gärten von Versailles, im Jardin du Luxembourg und im Bois de Boulogne. Französische Bistroküche, Brasserien und Haute Cuisine: Entdecke tolle Restaurants für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel!
Schon vor deinem Städtetrip findest du im MARCO POLO Reiseführer Paris hilfreiche Infos zur Anreise, Empfehlungen zu Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten. Mit dem kleinen Sprachführer und vielen Tipps für Bücher, Filme, Musik und Blogs stimmst du dich perfekt auf deinen Urlaub ein! Vor Ort stellst du dir mit dem Metroplan, den Stadtteilkarten und den Rundgängen auf Karte oder mit der kostenlosen MARCO POLO Touren App deine eigenen Touren durch Paris zusammen.
  • Deutsch
  • Ostfildern
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  • Deutschland
  • 100,00 MB
978-3-575-41615-5 (9783575416155)
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Geplant war nur ein Studienjahr an der Sorbonne. Es wurde jedoch etwas Ernsteres daraus: Heute lebt die Journalistin Felicitas Schwarz bereits seit über zehn Jahren in Paris, wo sie u. a. für den Sender Arte arbeitet. Manchmal hat sie die Nase voll von der Enge, dem Lärm und den hohen Preisen, wenn sie dann aber über eine der Seine-Brücken radelt, weiß sie wieder, warum sie einst der Stadt verfallen ist.
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So tickt Paris


© H. - P. Merten

Place de la Concorde

Entdecke Paris


© S. Kremer

Beinahe dörfliche Atmosphäre: Straßencafés und Bildermaler an der Place du Tertre

Paris war schon immer eine Metropole der Superlative, schneller, schöner, größer, glänzender als andere. Es genügt schon, an einem Dezemberabend den dann von mehreren Hunderttausend Glühbirnen erleuchteten, 2,5 km langen Prachtboulevard Champs-Élysées entlangzuschlendern oder in dem quirligen Studenten- und Vergnügungsviertel Saint-Germain-des-Prés von einem Straßencafé aus das bunte Treiben zu beobachten, um vom Virus dieser Stadt angesteckt zu werden.

Links und Rechts der Seine


Paris besteht insgesamt aus 20 Bezirken, Arrondissements genannt, die schneckenförmig um das 1. Arrondissement im Herzen der Stadt angeordnet sind. Mit der Nummer eines Arrondissements verbinden die Pariser ganz bestimmte Klischees. So steht das 16. Arrondissement zum Beispiel für Bürgertum, während das 11. die Coolness in Person ist. In welchem Bezirk du dich gerade befindest, steht praktischerweise auf den Straßenschildern. Welches Klischee den einzelnen Vierteln zuzuordnen ist, wirst du schnell selbst erkennen. Mit 105,4 km² umfasst Paris weniger als ein Achtel der Fläche von Berlin. Viele Entfernungen lassen sich daher bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Die Seine teilt die Stadt in rive gauche im Süden und rive droite im Norden. Eine gesellschaftliche Trennlinie verläuft zwischen den gutbürgerlichen Bezirken im Westen und den weniger wohlhabenden Stadtteilen im Osten.

Aus der Vogelperspektive


Einen ersten Überblick kannst du dir beispielsweise von der Aussichtsplattform in der sechsten Etage des Centre Georges Pompidou verschaffen. Du bist hier mitten im Zentrum von Paris und hoch genug, um das ganze Häusermeer zu überblicken. Die Stadt liegt wie ein offenes Geschichtsbuch unter dir. Zu deinen Füßen treibt das knallige Mobile des Strawinsky-Brunnens ein Wasserspiel an. Weiter oben rücken die Türme der berühmten Kathedrale Notre-Dame in dein Blickfeld. Sie steht auf der Île de la Cité, der eigentlichen Keimzelle der Stadt, auf der sich im 3. Jh. v. Chr. die Parisii ansiedelten. Ein bisschen weiter vorne sind die trutzigen Türme des ehemaligen Gefängnisses Conciergerie zu erkennen. Noch weiter vorn, leicht rechts, erstreckt sich der riesige Komplex des Louvre, des einstigen Königsschlosses, das heute das größte Museum der Welt beherbergt. Rechts hinten funkelt die goldene Kuppel des Invalidendoms, in dem Napoleon seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Nicht weit davon entfernt ragt das Symbol der Stadt, der Eiffelturm, in die Höhe. Ganz rechts endlich, weit im Westen, erheben sich die Wolkenkratzer von La Défense, der größten Bürostadt Europas. Schau noch weiter nach rechts, nach Norden - dort krönt die weiß blendende Kirche Sacré-Cour den höchsten Punkt des einstigen Künstlerhügels Montmartre.

Das Herz des Zentralismus


Seit vielen Jahrhunderten ist Paris lebendiger politischer, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt Frankreichs und eine der großen Metropolen dieser Welt. Zumeist Sitz des Königs und der Regierung, war die Stadt mit ihren zahlreichen Hochschulen seit dem Mittelalter ein geistiges Zentrum Europas, Schaffensstätte unzähliger Künstler, Schriftsteller und Architekten und immer auch Quell der Unruhe, von Aufständen. Paris war Schauplatz vieler Revolutionen. Die eine, große, von 1789 wurde mit ihrer Losung "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" sogar zum Symbol des Kampfs gegen die Unterdrückung, obwohl die erkämpften Rechte vor allem dem Bürgertum, nicht aber den unteren Volksschichten zugute kamen. Die Französische Revolution wurde dennoch zum Fanal für die Freiheitsbewegungen vieler Länder. Streiks und Demonstrationen gibt es in Paris noch heute häufig, und auch wenn sie keine weltgeschichtlichen Auswirkungen mehr haben, so fürchtet sich doch jede französische Regierung vor der Mobilisierung der Straße.

Von Schickimicki bis Streetart


Was macht nun eigentlich das besondere Flair aus? Für die einen sind es die großen Boulevards, auf denen sich wunderbar flanieren lässt. Andere bummeln durch die Rue du Faubourg Saint-Honoré mit ihren Luxusboutiquen oder kaufen in weltberühmten Kaufhäusern wie den Galeries Lafayette oder Printemps ein, die sich besonders im Dezember mit ungewöhnlichen Dekorationen inszenieren. Wieder andere erkunden die schier unglaubliche Vielzahl der Museen von Weltruf, schlendern an der Seine entlang, sitzen in einem Straßencafé oder in einem der vielen Parks, picknicken am Canal Saint-Martin oder lassen sich einfach treiben. Auch das alte, das kleinstädtische, oft dörfliche, ungeschminkte Paris gibt es noch immer. Hübsche Gassen, windschiefe, niedrige Häuser mit kleinen Cafés oder gemütlichen Restaurants, Geschäfte mit ihren bunten Auslagen, vor denen geplauscht wird, die Hektik, wenn frische Ware angeliefert wird, oder die faszinierenden Märkte mit ihren bunten Lebensmittelauslagen aus Obst, Gemüse, vielerlei Käse, Wurst, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Pasteten und Gebäck, deren Händler ihre Ware oft lauthals anpreisen. Dieses volkstümliche, einfache Paris findest du im Nordosten der Stadt. In Belleville zum Beispiel, wo viele Immigranten, aber auch Künstler und junge Familien leben, da der Wohnraum noch bezahlbar ist. Kunst gibt es hier kostenlos und unter freiem Himmel: Die Rue Denoyez ist der Spot für Graffiti- und Streetartkünstler, die Farbe in das Grau des Arbeiterviertels bringen. Versteckt hinter den modernen Häuserblöcken lassen Gässchen wie die Villa de l'Ermitage und die Cité Leroy mit ihren winzigen Häusern erahnen, wie es hier im 19. Jh. aussah. Auch der innerstädtische Hügel Butte aux Cailles hat teilweise den Charme des Alten bewahrt und zieht mit seinen Bistrots und günstigen Restaurants das junge Paris an.

© DuMont Bildarchiv: F. Heuer

In Belleville leben junge Leute, Immigranten - und Künstler: Graffiti an der Rue Denoyez

Einst Künstlermetropole


Es ist kein Zufall, dass wichtige Strömungen der Malerei wie Impressionismus oder Kubismus gerade hier ihren Anfang nahmen. Maler wie Auguste Renoir, Vincent van Gogh und Pablo Picasso, Schriftsteller wie Heinrich Heine, Voltaire, Victor Hugo, Honoré de Balzac, Charles Baudelaire, Marcel Proust, Ernest Hemingway und Jean-Paul Sartre lebten und arbeiteten hier. Die Künstler trafen sich in heute berühmten Cafés und Brasserien links der Seine, rive gauche. Dort, rund um die Universität Sorbonne, liegt seit jeher das geistige Zentrum der Stadt. Die meisten dieser Treffpunkte wie das Café de Flore oder das Existenzialistendomizil Les Deux Magots im Viertel Saint-Germain-des-Prés und die Closerie des Lilas im einstigen Künstlerviertel Montparnasse existieren immer noch. Doch heute sind diese Lokale willkommene Ruhezonen vor allem für Touristen und Gutbetuchte. Für arme Poeten und brotlose Künstler sind sie längst zu teuer geworden, so wie die gesamte, an Attraktionen so reiche Metropole.

Multikulti


Paris bestand schon immer aus einem bunten Gemisch von Menschen verschiedener Herkunft. Früher waren dies Bretonen, Auvergnaten, Elsässer und Basken, die auf der Suche nach einem besseren Leben kamen und die Stadt bereicherten, die Elsässer etwa mit ihren Brasserien. Später kamen Afrikaner, die heute an der Goutte d'Or täglich einen herrlich bunten Markt abhalten, oder die Chinesen, die um die Place d'Italie wohnen, dort ihre Märkte, Geschäfte und Restaurants eröffnet haben. Paris, eine Stadt, die in der Vergangenheit politisch Verfolgte, Revolutionäre wie Karl Marx oder Leo Trotzki, aber auch Flüchtlinge vor der Nazidiktatur aufgenommen hat, zeigt heute ein anderes Gesicht: Seit Ausbruch der Flüchtlingskrise in Europa 2015 hausen Tausende Migranten unter katastrophalen Bedingungen auf der Straße oder in notdürftig improvisierten Zeltlagern unweit des Zentrums.

Unerschwinglich


Die kapriziöse Schöne, die über Jahrhunderte Platz für alle gesellschaftlichen Schichten bot, ist zunehmend zu einer Kapitale der Wohlhabenden geworden. Ein Cappuccino kostet leicht mehr als 5 Euro, ein Abendessen mit Wein schnell 60 Euro und mehr. Eine gesetzliche Mietobergrenze soll zumindest den Wohnraum wieder erschwinglich machen. Dies verbessert jedoch nicht den schlechten Zustand vieler Bleiben. Hinter den edel verzierten Fassaden führen oft ehemalige Dienstbotenaufgänge zu schäbigen chambres de bonne (Dienst-mädchenzimmern) unter dem Dach, in denen Studenten und weniger gut Betuchte hausen. Bemüht, die Wohnsituation zu verbessern und eine weitere Ghettoisierung zu vermeiden, kauft die Stadt Immobilien in den schicken Vierteln im Zentrum auf, um sie zu renovieren und Sozialwohnungen einzurichten.

Gross-Paris


Ehrgeizige Vorhaben sollen die Stadt wieder lebenswerter machen. Das aktuelle Großprojekt heißt Le Grand Paris. Die zu eng gewordene Museumsstadt hat ihre Arme geöffnet, um sich mit den Vorstädten zusammenzuschließen. Was Napoleon III. 1860 mit der Eingliederung von Montmartre, Belleville und neun anderen angrenzenden Gemeinden begann, wird nun weitergeführt: Seit 2016 formt Paris mit 130 Anrainerstädten die Métropole du Grand Paris, in der rund 7 Mio. Menschen leben. Um nicht im...

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