Leidenschaft in Sirmione

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. April 2020
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-0955-6 (ISBN)
 
Kurz bevor Lynn und Nick auf Falconettis Einladung nach Costa Rica fliegen, lernt Nicks Vater eine Frau kennen, die sich Emilia Galotti nennt.
Bei Lynn schalten alle Warnlampen auf Dunkelrot, denn sie muss sofort an das gleichnamige Drama von Lessing denken.
Ob der Name Zufall oder Absicht ist, weiß keiner, aber Vincenzo verspricht, vorsichtig zu sein, solange die beiden im Urlaub sind.
Und er tut gut daran.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,54 MB
978-3-7519-0955-6 (9783751909556)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Sina Blackwood (Pseud.) wurde 1962 in Sebnitz geboren und verbrachte ihre frühe Kindheit inmitten der Natur. Das hat sie geprägt und spiegelt sich auch in ihren Werken wider. Durch den Umzug ihrer Familie nach Dresden entdeckte sie ihre Liebe zu Museen und Kunstsammlungen. Nach dem Gymnasium und der Lehre zur Wirtschaftskauffrau im Einzelhandel verschlug es sie für einige Jahre an die Ostsee. Inspiriert durch die Schönheit der Landschaft begann sie mit dem Schreiben und hörte nicht mehr auf. Bis Dezember 2019 veröffentlichte sie über 50 Bücher, sowie zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien und Online-Magazinen. Seit dem Jahr 1996 lebt sie in Chemnitz. Sie ist Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband. Seit 2016 macht sie sich auch als Herausgeberin einen Namen.

Flugzeuge und fliegende Augen


Es ist erst ein paar Tage her, dass Lynn direkt zu Nick in die Wohnung gezogen ist, wobei sie den durch Mario Bianchi, alias Medea Tozzi, geraubten Schmuck entdeckt hatte. Dass es ihr überdies gelungen war, den Verbrecher an die Behörden zu übergeben, feierten betrogene Männer in drei Ländern, denen der geniale Travestiekünstler als vermeintliche Ehefrau an Gut und Leben gegangen war. Der Reporter Marco Falconetti, von dem die Fotos stammten, nach denen Lynn den Heiratsschwindler entlarvt hatte, und dessen Namen sie ausdrücklich betonte, hat begonnen, das Buch über Lynn und Nick zu schreiben, wobei er nicht vergisst, dass er ihnen als Dankeschön einen Trip zu den südamerikanischen Fledermaushöhlen versprochen hat.

Nick schwebt auf Wolke sieben, seit Lynn das Erste ist, was ihm jeden Morgen beim Aufwachen vor die Augen kommt. Die Ideen sprudeln, Stifte und Pinsel laufen fast von allein über den Malgrund. Lynn genießt den Zustand genau so sehr. Es macht ihr Spaß, für zwei zu sorgen, zumal ihr Nick jeden Wunsch von den Augen abliest. Lynns ehemalige Wohnung ist nun Handarbeitstreffpunkt, Schulungszentrum und Werkstatt in einem, wo auch Garne und Zubehör verkauft werden.

Ihre Schmuckkreationen werden mit Nicks Arbeiten zusammen ausgestellt und angeboten, was zu beiderseitigem Vorteil ist. Dafür besteht ein direkter Zugang von einem Teil des gemeinsamen Geschäfts zum anderen. Vater Vincenzo liefert Wein und Sekt für die Damenabende, Massimo springt oft mit kalten Platten ein, wenn es Lynn nicht schafft, die Häppchen selber zusammenzustellen.

Heute kam die ersehnte Mail von Falconetti, welche alle Details zur Fledermaus-Safari enthielt. Nick war bestens ausgestattet und drängte Lynn, mit ihm die Outdoor-Outlets aufzusuchen, ehe die Zeit knapp werde.

"Oh Mann! Wenn ich die Preise sehe, wird mir bange", stöhnte Lynn.

Nick grinste. "Ignoriere sie. Das Beste ist wirklich gerade gut genug. Ich möchte nicht, dass dir irgendwas zustößt, nur weil wir am falschen Punkt gespart haben. Atmungsaktiv, wasserdicht und bequem muss alles sein, was du zum Anziehen brauchst. Vor allem die Schuhe müssen absolute Spitzenqualität haben."

Das leuchtete Lynn ein und so befolgte sie seine Ratschläge, ohne weiter zu murren. Nachdem sie einige Rucksäcke anprobiert hatte, merkte sie von allein, dass auch hier alles stimmen musste. "Ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen, wenn du alles bezahlst", stöhnte sie, als er seine Kreditkarte zückte.

"Na aber! Du bist die einzige Person auf dieser Welt, die sich deswegen gar keinen Kopf machen sollte", rief er. "Schon gar nicht, weil dieser Bianchi alle unberechtigten Unterhaltszahlungen zurückerstatten muss und genug gehortet hat, um das auch tun zu können. Jetzt bringen wir unsere Schätze ins Auto und gehen anschließend richtig schön essen."

"Bei Massimo?"

Nick hielt irritiert inne. "Du hast recht! Da waren wir schon seit Tagen nicht mehr. Auf zu Massimo!"

Lynn schmunzelte. "Da ist es richtig schön und wird uns allen guttun. Ich rufe ihn an, dass wir ein bisschen die Mittagszeit verpassen werden."

Den Jubelschrei am anderen Ende der Verbindung konnte sogar Nick hören und auch, wie Massimo erklärte, ihren Lieblingshäppchenteller vorzubereiten. "Ach wir freuen uns, wenn ihr kommt! Rosanna wird einen glatten Luftsprung machen! Bis dann!"

"Sie haben uns schon ganz sehr vermisst", seufzte Lynn.

"Wir machen es wiedergut", versprach Nick. "Nach unserer Reise werden wir jede Woche einmal ganz fest zu Massimo gehen, und die Seele baumeln lassen. Das hat er sich verdient und wir uns auch."

Als sie Sirmione erreichten, verdrehte sogar Nick mehrmals die Augen, bei dem Versuch, in ihre schmale Straße zu gelangen. Alle Touristen dieser Welt schienen am heutigen Tage zur gleichen Zeit in der Altstadt zu sein. Mehrere Gruppen blieben einfach mitten auf der Straße stehen und musterten den BMW, als käme er von einem anderen Stern. "Eine halbe Stunde für die paar Meter ist neuer Negativrekord!" Nick hielt direkt vorm Haus, um den Kofferraum zu leeren, dann kam er minimal entspannter zur Tiefgarage durch. Lynn wartete schon an der Straßenecke, als er endlich das Auto sicher untergebracht hatte. "Bloß gut, dass du angerufen hast! Sonst würden wir vielleicht nicht einmal gleich Plätze bekommen!"

"Mamma mia! Was für ein Tag!", stöhnte Massimo. "Wo haben sie bloß die vielen Verrückten raus gelassen?!"

Nick grinste. "So ähnlich dachte ich vorhin auch schon", während Lynn fragend schaute.

Massimo hob die Hände. "Es steht in mehreren Sprachen auf und in der Speisekarte, dass wir ausschließlich mit Naturprodukten kochen. Fragen mich doch heute tatsächlich mehrere Gäste, ob sie veganen Käse bekommen könnten!"

"Und was hast du den Letzten geantwortet?", schmunzelte Nick.

"Dass die Chemiefabrik ein paar Kilometer Richtung Verona ist und sie dort gern nachfragen können, ob man ihnen den gewünschten Chemikaliencocktail zusammenpanscht."

"Oha. Dann müssen es aber sehr viele gefragt haben", stellte Nick nüchtern fest.

Massimo war schon auf dem Weg zur Küche gewesen. Er drehte sich noch einmal um, spreizte die Finger beider Hände und hob dann den Zeigefinger, mit dem er sich an die Stirn tippte. "Elf! Bildung könnte denen vielleicht helfen."

"Ich habe ihn nie so frustriert erlebt", staunte Lynn und Nick gab zu: "Ich auch nicht."

Da kam Massimo schon mit dem Essen, das er ihnen mit einem strahlenden Lächeln servierte. "Endlich wieder einmal normale Menschen, die essen, was auf den Tisch kommt! Lasst es euch gut schmecken, meine Lieben! Ihr habt meinen Tag gerettet."

Ihre Anwesenheit schien ihn wirklich zu besänftigen, denn, als am Tisch neben ihrer Nische wieder jemand nach veganem Käse fragte, antwortete Massimo im Brustton der Überzeugung: "Leider nein. Unsere Sojakühe sind derzeit noch im Winterschlaf."

Lynn gluckste hinter vorgehaltener Hand, während Nick stumm vor sich hin grinste. Er würde sich nicht wundern, wenn das die komplette Reisegruppe gewesen wäre, die seelenruhig mitten auf der Straße palavert hatte.

Die beiden jungen Leute aßen in Ruhe, tranken ein Glas Wein zu ihren Meeresfrüchten, gingen zu Massimos großer Freude zu Eis als Nachtisch über und schlossen sogar einen gemütlichen Espresso zum Nachmittag an.

Rosanna kam nicht einmal dazu, den Kopf auch nur ansatzweise aus der Küche zu stecken. Gästebetrieb wie in einem Taubenschlag. Massimo hatte sogar zwei Kellner als Aushilfen ordern müssen.

"Wisst ihr schon, wann ihr über den Großen Teich fliegt?", fragte er, am Nebentisch das Geschirr abräumend, um Platz für die nächsten Hungrigen zu machen.

"Dienstag kommender Woche", antwortete Nick. "Wir werden ganze fünf Wochen auf Safari sein."

"Viel Spaß und passt bitte gut auf euch auf!", rief Massimo.

"Versprochen!", sagten Nick und Lynn völlig synchron, worauf Massimo lachend meinte: "Nun glaube ich es."

Am Wochenende vor ihrer Abreise kam Vincenzo, um die beiden noch einmal zu sehen. Lynn schaute ihn mehrmals prüfen an. Für ihre Begriffe war er auffallend schweigsam. Besorgt sprach sie ihn an: "Etwas bedrückt dich doch. Willst du nicht lieber darüber reden?"

"Weiß nicht", murmelte Nicks Vater. "Eigentlich nicht. Aber vielleicht ginge es mir dann besser ... aber ich will euch nicht gerade jetzt mit meinen Sorgen beladen."

"Unfug! Raus mit der Sprache!" Lynn setzte sich ihm gegenüber. "Wo drückt der Schuh?"

Vincenzo nickte, holte mehrmals Luft, zog die Augenbrauen zusammen und sagte endlich: "Ich habe jemanden kenngelernt."

"Eine Frau, nehme ich an", warf Lynn ein, weil er stockte. "Wo ist das Problem?"

"Ja, das weiß ich halt nicht." Er wirkte überaus ratlos. "Irgendetwas ist nicht so, wie ich es mir vielleicht erhofft hatte. Sie ist fast in meinem Alter, charmant, stilsicher, gebildet und sieht auch gut aus. Aber ..."

"Was aber?"

"Ich weiß es nicht", wiederholte Vincenzo leise.

"Du hast doch Zeit", tröstete Lynn.

"Ich schon. Sie scheint es eilig zu haben, was mich wohl abschreckt." Er schaute Lynn hilflos an. Weil sie nichts sagte, versuchte er, zu erklären, was ihn störte. "Sie drängt ständig darauf, mein Domizil sehen zu wollen, obwohl sie beim Tanzen eher auf Distanz geht. Ganz sicher auch nicht wegen der Zuschauer. Da ist irgendetwas anderes, das mich komplett davon abhält, auf diesen Wunsch in irgendeiner Weise einzugehen."

"Wie hast du sie kennengelernt?", wollte Nick wissen.

"Auf einer Weinverkostung...

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