Zwischen Mitternacht und Tod

MYSTERY Bd. 320
 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. April 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-649-4 (ISBN)
 
Willkommen im Geisterland! Du kommst herein, doch nie mehr raus ...Woher kommt das gespenstische Heulen, das Savannah mitten in der Nacht hört? Woher der frostige Luftzug? Und wie kann es sein, dass sich die Kellertür plötzlich nicht mehr öffnen lässt? Unheimliches geschieht in Tante Bernices Haus in Amesbury, wo Savannah während ihres Praktikums wohnt. Seit sie hier ist, gerät sie immer wieder in bedrohliche Situationen. Verzweifelt vertraut sie sich schließlich ihren neuen Freunden Aidan, Kirstie und Dale an. Doch sie können ihr nicht helfen, als sie eines Nachts in eine Grube stürzt und eiskalte Geisterhände nach ihr greifen ...
  • Deutsch
  • 0,22 MB
978-3-86349-649-4 (9783863496494)
3863496493 (3863496493)

1. KAPITEL

"Savannah, Liebes, wie schön, dass du da bist!" Tante Bernice umarmte sie fest, bevor sie einen der Koffer anhob.

"Ich freue mich auch sehr." Hinter Savannah hupte der Zug und fuhr an.

Zuletzt war sie als Kind in Amesbury gewesen, um Tante Bernice und Onkel Arthur zu besuchen. Damals waren natürlich ihre Eltern dabei gewesen, doch jetzt, mit achtzehn, reiste sie allein. Und nicht nur das, in einer Woche würde sie auch hier arbeiten, ihre erste Stelle antreten. Nun ja, Stelle war vielleicht ein bisschen übertrieben, es handelte sich lediglich um ein vierwöchiges Praktikum im Museum von Salisbury.

"War die Fahrt sehr anstrengend?", erkundigte sich ihre Tante, während sie zu ihrem schwarzen Rover gingen und einstiegen.

"Ach nein, die meiste Zeit habe ich gelesen." Ein Buch vor der Nase, fühlte Savannah sich immer sicher. Zwar hatte sie die Blicke ihrer Mitreisenden gespürt, doch zu ihrer Erleichterung war sie nicht angesprochen worden.

"Ja, dass du viele Bücher eingepackt hast, habe ich mir schon gedacht."

"Oh, der Koffer." Sie lächelte entschuldigend.

Tante Bernice bog in eine schmale Landstraße. Links und rechts erstreckten sich Weiden und grüne Wiesen. Aus der Ferne sah Savannah verschiedene Hügel emporragen. Auf einem davon befand sich Stonehenge. Sie konnte kaum erwarten, das sagenumwobenen Bauwerk endlich mit eigenen Augen zu sehen und freute sich darauf, noch mehr zu entdecken. Die Gegend war sehr geschichtsträchtig. Schon vor mehr als zweitausend Jahren hatten keltische Stämme hier gelebt. Auch heute wurden bei Ausgrabungen immer wieder Reste von Siedlungen freigelegt.

Am liebsten hätte Savannah sich sofort aufgemacht, doch Tante Bernice bestand darauf, dass sie erst mal etwas Vernünftiges aß, wie sie es nannte. Dasselbe hörte Savannah oft von ihrer Mutter und dachte bei sich, dass Tante Bernice ihrer Schwester sehr ähnelte. Auch im Aussehen.

"Du bist so dünn", meinte sie und strich Savannah über den Rücken bzw. das lange dunkle Haar, das sie offen trug.

Nach dem wirklich köstlichen Nudelauflauf gab es selbstgebackenen Kuchen. Gestärkt stand Savannah vom Esstisch auf und verabschiedete sich, um spazieren zu gehen. Tante Bernice ermahnte sie, ihr Handy mitzunehmen und nicht zu weit zu gehen.

Als ob man sich hier verirren könnte, dachte Savannah, während sie die schmale Straße hinunterging. Vom Haus ihrer Tante bis zum nächsten musste man gut fünfhundert Meter gehen. Die Grundstücke waren eben, die Gegend war überschaubar.

Sie schlenderte an einer niedrigen weißen Steinmauer entlang, grüßte einen Schäfer, der ihr freundlich zuwinkte, und genoss den Sonnenschein, der ihr Gesicht wärmte. Tief atmete Savannah ein. Hier würde sie also die nächsten Wochen sein, in der Landschaft, die sie an einigen Wochenenden in Kindertagen gesehen hatte und die ihr jetzt ganz anders erschien.

Als sie ein weiteres Haus passierte, jagte plötzlich ein zotteliger brauner Hund laut bellend auf sie zu.

Savannah war wie erstarrt. Er würde sie doch nicht etwa beißen? Schließlich stand sie auf einer für jeden zugänglichen Straße und hatte keinen Fuß auf das Grundstück gesetzt.

"Billy!", hörte sie jemanden rufen.

Im nächsten Moment eilten zwei Jungen auf die Einfahrt. Schwanzwedelnd lief der Hund zu dem größeren der beiden und sah ihn erwartungsvoll an.

"Alles okay? Hat er dich erschreckt?", erkundigte der Junge sich. Er hatte schwarzes Haar und auffallend helle Augen. Sie waren grau, nur eine ganz winzige Spur von Blau schimmerte in ihnen.

Savannah konnte ihn nur anstarren. Sie fühlte, wie ihr das Blut ins Gesicht stieg. Bestimmt waren ihre Wangen knallrot. Nervös befeuchtete sie sich die Lippen.

"Vor Billy musst du echt keine Angst haben", sagte der andere Junge und tätschelte dem Hund den Kopf.

Savannah musterte ihn. Er war bestimmt drei Jahre jünger, aber es war unverkennbar, dass die beiden Brüder waren. "Ich hab keine Angst vor Hunden", brachte sie leise hervor und wischte sich die feuchten Handflächen an der Jeans ab. "Er hat mich nur überrascht."

"Er wollte dich eben kennenlernen." Strahlend lächelte der Ältere sie an. "Ich bin Aidan Higgins, das ist mein kleiner Bruder Dale. Bist du neu hier? Ich hab dich noch nie hier gesehen."

"Ich bin Savannah Reynolds." Noch immer fiel es ihr schwer, zu sprechen. Die Gegenwart der beiden Jungs verunsicherte sie. Besonders Aidans. Er wirkte so selbstsicher, wie er dastand. Er war bestimmt über 1,80 m. Schlank und athletisch, er spielte bestimmt Fußball oder Rugby.

"Wo wohnst du?", wollte Dale wissen.

Savannah deutete die Straße hinunter. "Nr. 38. Aber nur für die nächsten sechs Wochen. Ich bin in den Ferien bei meiner Tante."

"Bernice Cavanaugh?", fragte Dale nach.

"Ja." Überrascht sah Savannah ihn an. "Kennst du sie gut?"

"Wir wohnen schon seit Ewigkeiten hier. Klar kenne ich alle in der Nachbarschaft."

In London kannte sie gerade mal die direkten Nachbarn. Die Leute, die zwei oder mehr Häuser weiter wohnten, hatte Savannah zwar mal gesehen, wusste jedoch nicht, wer in welchem Haus lebte.

"Dann werden wir uns ja in nächster Zeit sicher öfter sehen. Schließlich sind Semesterferien", sagte Aidan und lächelte sie offen an.

Savannah senkte den Blick. Zu ihrer Erleichterung lieferte Billy ihr dafür den perfekten Vorwand, denn der große Rüde schmiegte sich nun an ihr Bein. Sie streichelte ihn "Bist ja wirklich ein Braver."

"Wir wollten morgen ein Picknick am See machen, wie wäre es, wenn du mitkommst?", fragte Dale.

Der Vorschlag überraschte sie so sehr, dass ihr erneut die Worte fehlten.

"Gute Idee", meinte Aidan und fing Savannahs Blick ein. "Unsere Mutter packt uns immer viel zu viel ein. Wir wollen dann am Abend grillen, laut Wetterbericht wird es morgen warm."

"Sag doch einfach, dass du es kaum erwarten kannst, einen Tag mit zwei so tollen Männern wie uns zu verbringen!" Dale lachte und sah sie hoffnungsvoll an.

Sie sah sein breites Grinsen und musste lächeln. "Okay, gerne. Aber wo ist denn der See?"

"Einfach die Straße hier rauf. Zu Fuß ist es ein bisschen zu weit, aber mit dem Wagen braucht man nur etwa eine Viertelstunde. Hast du einen Führerschein?"

"Ja." Die Prüfung hatte sie erst vor einem Monat abgelegt. Bei der Erinnerung daran schauderte Savannah jedoch immer noch. Vor Nervosität hatte sie die ganze Nacht nicht geschlafen.

"Prima, dann komm doch morgen zum See. So ab drei Uhr sind wir da." Aidan lächelte und rief Billy zu sich.

Savannah verabschiedete sich von ihnen und spazierte weiter. Mit jedem Schritt beruhigte sich ihr Herzschlag, und sie lächelte erleichtert. Sie hatte es geschafft, mit den beiden fremden Jungs zu reden. Gar nicht schlecht dafür, dass ich so schüchtern bin, dachte sie.

Als sie zu einer Kurve gelangte, sah sie einen schmalen Feldweg, der von der Straße abging. Savannah folgte ihm und entdeckte wenig später einen Flusslauf. Das Wasser plätscherte, es funkelte im Sonnenschein. Sie fragte sich, ob es der Fluss war, der den See speiste, an dem das Picknick stattfinden sollte.

Entspannt ging sie weiter und spürte, wie gut ihr die Bewegung tat.

Nach einer Weile erreichte sie eine Stelle, an der das Gras nur spärlich wuchs. Savannah musste sich darauf konzentrieren, nicht über einen der zahlreichen Steine zu stolpern.

Bald sah sie mehrere größere Felsen, die von der Sonne beschienen wurden. Savannah konnte der Versuchung nicht widerstehen und setzte sich auf einen der Felsen. Sie hielt ihr Gesicht in die warmen Strahlen der Abendsonne und dachte, dass dies ihr Lieblingsplatz werden könnte. Es war so friedlich und idyllisch, nur das leise Plätschern des Wassers drang an ihre Ohren. Gelassen schloss sie die Augen und atmete tief ein.

Plötzlich strich ihr ein kalter Windhauch übers Gesicht.

Erschrocken sprang sie auf. Ihr Herz klopfte wie wild, dann lachte sie. Was war sie doch für ein Angsthase! Jetzt gruselte sie sich schon vor ein bisschen Wind.

Nein, Nebel, dachte sie. Über dem Wasser schien plötzlich eine Nebelwolke zu schweben. Das konnte doch gar nicht sein, gerade hatte doch noch die Sonne geschienen . Savannah blinzelte, im nächsten Augenblick hatte sich der Nebel verflüchtigt.

Spielte ihre Wahrnehmung ihr etwa einen Streich? War sie so müde, dass sie nicht mehr klar sehen konnte? So musste es wohl sein. Ihr fiel keine andere Erklärung dafür ein, dass plötzlich eine kleine weiße Wolke in dieser ungewöhnlichen Form direkt über dem Wasser hätte schweben sollen.

Sie beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken.

Tante Bernice freute sich, als Savannah ihr von der Begegnung mit den Brüdern erzählte.

"Ach, ich kenne die Familie Higgins schon lange. Das sind gute Jungs. Und natürlich kannst du den Wagen morgen haben. Ich brauche ihn ja sowieso nur, wenn ich zum Einkaufen fahre. In die Redaktion muss ich in nächster Zeit nicht. Ich habe mir extra eine Woche freigenommen." Lächelnd verdrehte sie die Augen. "Zum Glück muss ich mir mit...

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